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Finanzielle Repression - kann sie gelingen? Läuft sie - oder fährt sie das System (noch) schneller gegen die Wand?

Gaby @, Dienstag, 03.12.2013, 07:56 (vor 4417 Tagen)

Moin,

HuangJin hat mir mal empfohlen, das IWF-Paper zur "Financial Repression" von Reinhard et.al auswendig zu lernen ([[zwinker]] ). Nicht nur er ist ja der Meinung, dass sei das, was käme - bzw. bereits liefe.

Bitte mal die Forumssuche bemühen, es sind unter "financial repression" bzw. "finanzielle Repression" einige sehr gute Beiträge im Gelben erschienen.

Zugegeben: Einige Kerndinge sehen wir bereits heute: Künstlich gedrückte Zinsen auf Staatsanleihen sowie regulatorische Bemühungen, Banken, Pensionsfonds etc. zum Kauf eben dieser zu bewegen (aka: zu zwingen).

Nur: Zu einer "perfekten" finanziellen Repression (so, wie es in den USA lief, beispielsweise) gehört auch eine entsprechende Inflationsrate. Ohne die funktioniert es nicht.

Nach meinem Verständnis muss dies eben eine "echte" Inflation sein. Also auch eine mehr oder minder proportionale Erhöhung des Einkommens auf der Konsumenten bzw. Unternehmensseite. Und eben keine einfache "Preissteigerung" bzw. asset inflation ("Aktienblase"). Diese "echte" Inflation ist aber auf breiter Front nicht zu sehen. Im Gegenteil sinkt die Kaufkraft in der Eurozone. Mal offener, wie in Griechenland, oder versteckter, wie in Deutschland.

Wir haben schon so oft darüber gesprochen, dass sich - bei stark deflationärem Druck, - eine Inflation nicht einfach so schaffen lässt. Kann es also sein, dass die "finanzielle Repression" diesmal zwar ein schöner Traum ist, aber voll nach hinten los geht? Mein Beispiel ist Japan, wo man - wäre dieses Konzept ein Patentrezept - ja auch eine solche hätte los laufen lassen können. Hat man aber nicht. Sehr schön meine ich ist dies bei nakedcapitalism einmal aufbereitet: "Manufacturing inflation in a wage deflationary world". Daraus: "Try to manufacture inflation all you want, manufacture nominal GDP all you want; until incomes rise enough to support the debt (numerator) or you get enough credit writedowns so that incomes support the debt (denominator), it’s not going to work."

Hinzu kommt ja noch, dass bislang immer dann, wenn die finanzielle Repression "gewirkt" hat, die betroffene Volkswirtschaft das Potenzial hatte zu wachsen. Etwa nach dem zweiten Weltkrieg oder in China.

Meine Frage: Wenn man jetzt diesen Cocktail auf der einen Seiten anrührt (Zinsen auf quasi Null), gleichzeitig aber dem deflationären Druck nichts entgegen setzen kann - ist das nicht die Schaffung der ultimativen Killersituation? Ist es nicht das, was Ludwig als "(hyper-)inflationäre Depression" bezeichnet hat?

Wie seht Ihr das?

Bin gespannt.

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

antworten
 

Genauso so!

Ashitaka @, Dienstag, 03.12.2013, 10:37 (vor 4417 Tagen) @ Gaby
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.12.2013, 11:08

Hi Gaby,

wir sind schon durch die Wand, völlig traumatisiert.

Die BuBa und EZB haben ja gestern die Zahlen bis einschließlich November 2013 veröffentlicht: In den letzten 2 Jahren ist die Kreditvergabe an private Unternehmen und Haushalte um zerstörerische 618 Milliarden Euro eingebrochen. Da kann man die aggressive Berichterstattung der großen Blätter schon verstehen; die Posaunen müssen lauter werden, um den Deutschen noch einen Glauben an ein Ende der Krise zu suggerieren. Alleine im letzten Monat sind 62 Milliarden Euro weniger Kredite vergeben worden, 62 Milliarden Euro in 30 Tagen!. Wer da noch an eine Kehrtwende glaubt und annimmt, wir könnten wieder auf Schulden- und damit einhergehenden Kurs eines Wirtschaftswachstums kommen, der muss schon an eine ungebremst explodierende Weltwirtschaft und weiter wachsende Exportüberschüsse glauben. Meine Kollegen von PWC haben ja bereits das Ausfallrisiko der Kreditinstitute erneut beziffert (1,2 Billionen Euro). Die Lunte brennt!

Die ganze Zinssenkungen sind niemals für ein Kreditwachstum vorgenommen worden. Jedem Zentralbanker ist klar, dass die Kreditvergabe an strukturelle Bedingungen, an die Bonität und Sicherheitenlage der Kreditantragsteller gebunden ist. Nur bei wachsenden Erfüllungen der Voraussetzungen kann man an dem Zinsniveau profitieren. In unsere Kapitaldienstfähigkeiten rechnet jeder mit dem Kapitalisierungszins von 5 + 2 Komma, um sich an die Bankenbetrachtung anzulehnen. Denen ging es doch nur darum die Staatenfinanzierung aufrecht zu erhalten, indem die frisch ausgespruckte Liquidität gegen kostengünstige Refinanzierungen mit Staatspapieren weitere Staatsanleihen kauft. Hier wird eine derivative Spirale befeuert, deren Basis (die Kreditnachfrage /-standards) völlig außer acht gelassen wird. So zieht sich die Deflation quer durch Europa, während ihr eine noch starke Ausgabenseite der Mitgliedstaaten (inklusive staatlicher Eventualverbindlichkeiten) gegenübersteht. Dottore wird recht behalten, am Ende gewinnen nur die mit ausreichend Cash bzw. schnell liquidierbaren Vermögen. Und man wird sehr schnell raus müssen aus dem Euro. Nur wohin?!

Laut BoA sind die letzten 5 Jahre stolze 35 Billionen Dollar "zusätzlich" in die weltweiten Finanzmärkte transferiert worden, während die Wirtschaft nur um 14 Billionen Dollar gewachsen ist. 9 Billionen Dollar wurden dabei von Zentralbanken gegen Ankauf und zusätzliche Repos bereit gestellt.

Für mich steht fest, dass hier nur noch ein Ziel vom IFF und allen untergeordneten Hofnarren verfolgt wird: Die Staatenfinanzierung so lange wie möglich bis zum großen Knall aufrecht zu erhalten. Wenn sie die Leitzinsen anheben, dann werden bereits die ersten Refinanzierungsspitzen der Mitgliedstaaten nicht mehr nachfragetechnisch abgedeckt sein. Der Knall ist wahrnehmungstechnisch gemeint. Sehr schnell wird sich alles ändern, wird das Wirtschaften zum harten, existenziellen Überlebenskampf, 24/7! Bis dahin ist Party mit sozialer Hängematte im Garten angesagt.

Meine Meinung.

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

antworten
 

Noch sind nicht alle Optionen ausgespielt ...

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 03.12.2013, 12:53 (vor 4417 Tagen) @ Ashitaka

Hi

Die Massenkaufkraft lässt sich noch steigern, indem man die Steuern senkt [[freude]]. 5% weniger Märchensteuer ist entsprechend mehr Kaufkraft. Man bedenke: sogar negative Steuern sind nicht unmöglich!

Und Konjunkturprogramme ... investieren auf Pump ...

Merkels sparen, sparen, sparen ist dann aber nicht mehr ... und wir sind kurz vor dem Endsieg! [[zwinker]]

Grüße

antworten
 

Meinst Du, "die" wissen das?

Gaby @, Dienstag, 03.12.2013, 13:03 (vor 4417 Tagen) @ Ashitaka

Moin,

sag mal - meinst Du "die" wissen das? All das, was Du beschreibst und was so logisch ist, ist da irgendjemand in der herrschenden Kaste, der das auch weiss? Wie werden beispielsweise solche Studien wie die von PWC in der Politik aufgenommen? Werden sie es überhaupt?

Ich möchte wirklich nicht auf das allfällige Politikerbashing raus (auch wenn es da mehr als eine Million Gründe für gäbe). Es interessiert mich wirklich, ob und wenn ja wie solche Informationen zirkulieren, diskutiert werden, ggf. sogar in Strategien münden. Weisst Du da was zu? Was meinst Du?

Oder kann es wirklich sein, dass es allen "da oben" klar ist, dass da nichts mehr zu retten ist - und dass man sich lieber schon mal privat ne Finca reserviert in Südamerika?

Noch mal: Ich spotte nicht. Es war mir selten was so ernst.

Viele Grüße

Gaby

--
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antworten
 

Natürlich wissen "die" das!

WhiteEagle @, Dienstag, 03.12.2013, 13:20 (vor 4417 Tagen) @ Gaby

"Die" wissen das sehr gut!
Die wissen aber auch genau, daß der "Point of nö Return" lange überschritten ist.
Alle Maßnahmen dienen, wie Ashitaka richtig sagt, nur dem prolongieren. Schau doch auch, was in Griechenland passiert:
Alle Maßnahmen werden genau bis zur Schmerzgrenze herangeführt um diese immer ein wenig weiter nach hinten zu setzen. Im Endeffekt wird aber doch immer das Geld bereitgestellt. Die Auflagen dienen doch auch dazu, den Schein zu wahren.
Das Vertrauen in unser "Geld" wäre doch weg gewesen, wenn man den kriselnden Ländern einfach so 500 oder 1000 Milliarden schenkt. Das geht nur in den USA. Und die sind so blöd die Leute mit der Schuldenobergrenze immer darauf aufmerksam zu machen.

Das einzige was getan wird und wofür alles getan wird ist einzig und allein der Zeitgewinn!

Ich wünschte mir sehr, daß jemand mir das Gegenteil darlegen könnte. Den habe ich aber leider noch nicht gefunden. Genausowenig denjenigen, der sagt, wie lange das ganze noch gut geht.

In diesem Sinne ein freundlicher Gruß in die Ründe


P.S. Am ehesten lässt sich das ganze für mich mit dem Krebswachstum vergleichen. Die meisten Patienten sterben an der Kachexie, verhungern also quasi. Über den Punkt einer möglichen Heiliung sind wir hinaus.

antworten
 

Susanne Klatten weiß auf jeden Fall bescheid: sie hat schon mal ein Landgut in Bayern gekauft: (mL)

DT @, Dienstag, 03.12.2013, 13:53 (vor 4417 Tagen) @ WhiteEagle
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.12.2013, 14:16

http://www.merkur-online.de/lokales/bad-toelz/benediktbeuern/klatten-plaene-nantesbuch-...

(Inhalt gelöscht wegen Copyright)

antworten
 

@DT: Du verletzt das Urheberrecht kräftig

Gaby @, Dienstag, 03.12.2013, 14:12 (vor 4417 Tagen) @ DT

Moin DT,

da Elli, wie er schreibt, heute Nachmittag nicht da ist und er ja meistens gemeinsam mit dem Chef das Haus verlässt [[freude]] , von mir eine Bitte (sieh es mir bitte nach, ich will mich wirklich nicht aufspielen).

Aber: So lange Du noch editieren kannst, ändere bitte Dein Posting. Du verletzt eklatant das Urheberrecht, der Artikel ist in voller Länge copy paste und das Bild hast Du auch gleich noch dazu gestellt.

Das kostet richtig Geld, gerade das mit den Bildern hatten wir doch schon (erinnere Dich an Barbara).

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

antworten
 

@DT: Wie oft muss ich noch darauf hinweisen?…

Chef @, Dienstag, 03.12.2013, 14:17 (vor 4417 Tagen) @ DT

http://www.merkur-online.de/lokales/bad-toelz/benediktbeuern/klatten-plaene-nantesbuch-...

(Inhalt gelöscht wegen Copyright)

antworten
 

Hauptausschuss

Ashitaka @, Dienstag, 03.12.2013, 14:47 (vor 4417 Tagen) @ Gaby
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.12.2013, 14:56

Hallo Gaby,

sag mal - meinst Du "die" wissen das? All das, was Du beschreibst und was
so logisch ist, ist da irgendjemand in der herrschenden Kaste, der das auch
weiss? Wie werden beispielsweise solche Studien wie die von PWC in der
Politik aufgenommen? Werden sie es überhaupt?

Das liegt ganz daran, was du als politische Ebene erachtest. Wenn ich mir politische Diskussionen oder Treffen ansehe, dann geistert mir einfach das tatsächliche Netzwerk immer im Hinterkopf rum. Wo werden denn die Richtungen ausgehandelt und ausdiskutiert?! Meiner Meinung nach laufen die eigentlichen Beratungen und Entscheidungen schon seit Jahren an der nationalen Politik und ihren Finanzministerien vorbei. Und das nicht erst, seitdem das EU-Parlament eine eigene Gruppe gegründet hat, um einen europäischen Föderalismus unter der Kontrolle des EU-Parlaments, unter wählbaren Vorgaben (Diktaten) seitens der EU-Kommission und Hofstaat zu schaffen (Spinelli-Group). Es gibt hunderte Maschinenräume unserer Demokratieveranstaltung bzw. politischen Schein-Fechterei. Immer dann, wenn man sich nach einer Ergründung der aufgesetzten Schauspielerei wieder an Deck des Schiffes wagt, überfährt einen dieses unwohle Gefühl. Jeder Jurist, jeder Wirtschaftsprüfer weiß, dass in Berlin nahezu alle wesentlichen Kompetenzen eingekauft werden. Ob dies nun einzelne Politiker betrifft oder ganze Ministerien. Das hat auch gar nichts mit Geheimniskrämerei zu tun, sondern sind Jahrhunderte alte praktizierte Herrschaftsstrukturen, ähnlich den verschachtelten Unternehmensbeteiligungen der Kapitalisten, die nichts mit der plakativen Wahrnehmung an Deck des Schiffes zu tun haben.

Ich möchte wirklich nicht auf das allfällige Politikerbashing raus (auch
wenn es da mehr als eine Million Gründe für gäbe). Es interessiert mich
wirklich, ob und wenn ja wie solche Informationen zirkulieren, diskutiert
werden, ggf. sogar in Strategien münden. Weisst Du da was zu? Was meinst
Du?

Nein, ich weiß nix. Ich höre nur hier und da, mal von einem bekannten Vorstand, mal von einem Fondsverwalter, dass sie die Zügel zusammenziehen wollen, sprich das gesamte europäische Geschäftsbankenmodell einer nicht näher bekannten Beteiligung unterstellen wollen. Aber das ist ja überall in der Diskussion. Spannender scheint mir da die unter den Teppich gekehrte Situation der Länderfinanzen zu sein. Ich hatte schon drauf hingewiesen, dass da einige aus der Finanzverwaltung den völlig außer acht gelassenen Sprengstoff für Deutschlands Hilferuf vermuten. Niemals wird man sich da einig werden, niemals! Und es stehen Haushaltsjahre bevor, die sind nicht im Ansatz finanzierbar.

Oder kann es wirklich sein, dass es allen "da oben" klar ist, dass da
nichts mehr zu retten ist - und dass man sich lieber schon mal privat ne
Finca reserviert in Südamerika?

Das denke ich weniger. Es gibt im Bundestag, wie auch in jedem anderen Organ eine Entscheidungshierachie, die niemals dem Zufall überlassen wird. Auch dies hat nichts mit Hinterzimmern zu tun, sondern ist in jedem Unternehmen, dass sich seinen Anteilseignern und indirekt deren Anteilseignern gegenüber verantworten muss. Das bilden in der Politik die Netzwerke bis in die höchsten Beratungs- und Ratingebenen ab. Dass es ernst wird, erkennen wir daran, dass die Regierung des letzten Spielers absichtlich (wegen eines unverbindlichen Papiers, dass eine streng verantwortliche Runde zum Kern ihres Zusammenwirkens erklärt) die Koalition hinauszieht. Wie lange noch wird Herr Tichy im TV noch nach dem Verstand fragen?!

Man hat ja derweil einen ersten Testversuch unternommen, um Entscheidungen an einer Beschlussfassung des Hauses vorbei zu ermöglichen. Gabriels Befragung der Mitglieder ist meiner Ansicht nach nur noch billige Ablenkung. Man will im Bundestag eine dauerhafte Entscheidungsmehrheit installieren, die das ganze gewimmel um politische Lager überflüssig machen wird, weil jederzeit beeinflussbar und ersetztbar. All diejenigen, die sich in diesen Hauptausschuss begeben, wissen ganz genau, warum.

Noch mal: Ich spotte nicht. Es war mir selten was so ernst.

Ich weiß. Du hast nicht umsonst so intensiv über Griechenlands Entwicklung berichtet. Das habe ich dir auch schon geschrieben, das lese ich sehr gerne.

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

antworten
 

Demnächst auch in Eurem Theater: Griechische Sozialversicherungen sind 2015 auch rechnerisch am Ende

Gaby @, Mittwoch, 04.12.2013, 11:41 (vor 4416 Tagen) @ Ashitaka

Moin,

für Dich zum Thema noch was aus Griechenland. Oberbegriff: "DeDe und Sozialversicherungssystem." Zwar sind die Kranken- und Rentenkassen eigentlich jetzt schon pleite, aber ab 2015 sind sie es dann auch rein rechnerisch, die Beiträge reichen nicht mehr aus.

"The institute has found that the most important losses in the period from 2010 to 2013 have been the 18.2 percent reduction in employment, the 37-billion-euro decline in salaried workers’ revenues, the 16.3-billion-euro cut in average monthly salaries and the slashing of domestic demand by 31 percent, reverting to the level last seen as far back as in 1999, before Greece joined the Economic and Monetary Union."

Nun brauche es "andere Finanzierungsquellen." Welche? Darüber sagt man besser nichts. Es gibt sie nämlich nicht.

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

antworten
 

Europäische Sozialversicherung

Herzog Waydelich @, Mittwoch, 04.12.2013, 12:07 (vor 4416 Tagen) @ Gaby

Moin,

" Zwar sind die Kranken- und Rentenkassen

eigentlich jetzt schon pleite, aber ab 2015 sind sie es dann auch rein
rechnerisch, die
Beiträge
reichen nicht mehr aus.


Nun brauche es "andere Finanzierungsquellen." Welche? Darüber sagt man
besser nichts. Es gibt sie nämlich nicht.

Viele Grüße

Gaby

Hallo Gaby,

aber die Lösung stand bei uns doch schon in der Zeitung: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article122489339/Das-verfuehrerische-Recht-auf-So...


Man wird uns vor die Wahl stellen: 10 Mio. Einwanderer pro Jahr bevölkern die Innenstädte. Tags, nachts, im Park, vor der Oper. Armut überall. Wollt Ihr das, liebe Bundesbürger?
Diese Menschen werden dann hier auch Sozialhilfe erhalten. Daher machen wir eine win-win Situation daraus: Die Menschen bleiben wo sie sind, ihr könnte euch sicher fühlen und wir sparen sogar den halben HartzIV Satz ein. Einfach weil im Ausland die Zahlungsansprüche geringer wären.

Es kommt die europäische Einlagensicherung, die europäische Soziualhilfe, europäische Sozialversicherung, die europäische Schuldenunion, ...

Vorwärts immer - rückwärts nimmer!

Gib mir die Macht über die Währung eines Landes und es interessiert mich nicht mehr, wer dessen Gesetze macht (Mayer Amschel Rothschild). Punkt. Alles gesagt.


Es grüßt herzlichst (in die Sonne des Südens oder nach Hamburg?)

Herzog Waydelich

--
----------------------------------------------------------------------------
Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

antworten
 

PS/Nebenbei: Du bist mit Wolfgang Münchau einer Meinung

Gaby @, Dienstag, 03.12.2013, 14:02 (vor 4417 Tagen) @ Ashitaka

Moin,

noch als Nachtrag:

"The ECB, meanwhile, is close to exhausting its conventional monetary policies. It can fiddle around the edges with a funding-for-lending scheme, more long-term liquidity operations, or maybe another tiny rate cut. But this will hardly be enough to counter the deflationary pressure from the credit crunch, and the adjustment of prices and wages in the south with no offsetting adjustment in the north.

The eurozone would risk the scenario recently described by Lawrence Summers, former US Treasury secretary – a secular stagnation with permanently negative real interest rates. It is hard to imagine a decentralised monetary union such as the eurozone surviving in those circumstances. If Mr Summers is right, the eurozone is dead."

Aus der ft.com. Da aber dort eine Registrierung erforderlich ist, hier ein Alternativlink.

Daraus übrigens auch: "t is a lack of preparedness by the political class for what will hit it in the next four years. The big threat to Germany over the next four years is not demography but the unfolding eurozone debt crisis. No matter which crisis resolution scenario prevails, some promises made to the electorate are going to be broken.

Just take a sample of last week's news. The Organisation for Economic Co-operation and Development is forecasting that the Greek sovereign debt ratio will stabilise at 160 per cent of gross domestic product in 2020. The EU and the International Monetary Fund have been basing their entire bailout arithmetic on a target of 124 per cent. Over the next four years, some political promises will have to be broken. Greece will either default or exit the euro - or both. The EU's "pretend-and-extend" strategy of revolving loans at longer maturities and lower interest rates is approaching a natural limit."

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

antworten
 

Schon wieder das Deflationsgespenst :-)

Herbstlaub, Dienstag, 03.12.2013, 15:31 (vor 4417 Tagen) @ Ashitaka
bearbeitet von Herbstlaub, Dienstag, 03.12.2013, 15:45

Alleine im letzten Monat sind 62 Milliarden Euro weniger Kredite vergeben worden,62 Milliarden Euro in 30 Tagen!. Wer da noch an eine Kehrtwende glaubt und
annimmt, wir könnten wieder auf Schulden- und damit einhergehenden Kurs
eines Wirtschaftswachstums kommen, der muss schon an eine ungebremst
explodierende Weltwirtschaft und weiter wachsende Exportüberschüsse
glauben. Meine Kollegen von PWC haben ja bereits das Ausfallrisiko der
Kreditinstitute erneut beziffert
(1,2
Billionen Euro
). Die Lunte brennt!

Hallo,

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht Deflationsgespenster und Unsicherheit zu verbreiten, was das europäische Investitionsklima noch verschlechtert.

Was ist mit der Europäischen Investiitonsbank als Ersatzgläubiger. Kann sie nicht die Kreditklemme lösen? Und ebenfalls der ESM?
Die verlinkte Seite verbreitet zumindest ein Fünkchen Hoffnung.

Es wird auf der einen Seite Teilrezessionen geben und nötige Umstrukturierungen, aber an GO glaube ich nicht.

Wenn die Bilanzen der Banken gemäß Basel III wieder mehr bereinigt sind, und die Banken einen Teil ihrer Vermögenswerte abgestoßen haben an die Schnäppchenjäger (US/China-funds etc.) können sich die Banken dann nicht auch wieder mehr um die Kreditvergabe an die KMU kümmern?

Ich vermute, die Konditionen des kommenden Stresstestes werden so gestaltet werden, dass jede Bank gut über die Runden kommt.

Auch diese Meldung machen in diesem Zusammenhang Hoffnung.
Martin Hüfner von der Fondsgesellschaft Assénagon spricht von einem „Big Bang".

Die ganze Zinssenkungen sind niemals für ein Kreditwachstum vorgenommen
worden. Jedem Zentralbanker ist klar, dass die Kreditvergabe an
strukturelle Bedingungen, an die Bonität und Sicherheitenlage der
Kreditantragsteller gebunden ist. Nur bei wachsenden Erfüllungen der
Voraussetzungen kann man an dem Zinsniveau profitieren. In unsere
Kapitaldienstfähigkeiten rechnet jeder mit dem Kapitalisierungszins von 5
+ 2 Komma, um sich an die Bankenbetrachtung anzulehnen. Denen ging es doch
nur darum die Staatenfinanzierung aufrecht zu erhalten, indem die frisch
ausgespruckte Liquidität gegen kostengünstige Refinanzierungen mit
Staatspapieren weitere Staatsanleihen kauft. Hier wird eine derivative
Spirale befeuert, deren Basis (die Kreditnachfrage /-standards) völlig
außer acht gelassen wird.

Ja, es wird Zeit gekauft, auch wenn durch das QE die Renditedifferenzen die Risikoaufschläge der Anlagen nicht mehr wiedergeben.
In jedem Fall brauchen wir Eurobonds.

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist zwar zu hoch, doch es ist eher unwahrscheinlich, dass eine breite Lohndeflation wie damals in Japan entsteht.

Und die gemeinsame Schuldenunion wie es IWF vorschlägt, wird auch kommen, da bin ich mir sicher.
Merkel wird sich bei ihrer pro-europäischen Haltung auf Dauer nicht verweigern können, zumal die weite Mehrheit der Abgeordneten für ein Mehr an Brüssel und mehr Integrität in Europa ist. Den Wählern wird nachher verklickert, dass es gar nicht anders geht, ansonsten ihr Wohlstand und Sparvermögen in Gefahr sei.

Für mich steht fest, dass hier nur noch ein Ziel vom IFF und allen
untergeordneten Hofnarren verfolgt wird: Die Staatenfinanzierung so lange
wie möglich bis zum großen Knall aufrecht zu erhalten. Wenn sie die
Leitzinsen anheben, dann werden bereits die ersten Refinanzierungsspitzen
der Mitgliedstaaten nicht mehr nachfragetechnisch abgedeckt sein. Der Knall
ist wahrnehmungstechnisch gemeint. Sehr schnell wird sich alles ändern,
wird das Wirtschaften zum harten, existenziellen Überlebenskampf, 24/7!
Bis dahin ist Party mit sozialer Hängematte im Garten angesagt.


Warum sollten so einfach die Leitzinsen angehoben werden?

Grüße

Herbstlaub

antworten
 

Du hast das mit dem fehlenden Nachschuldner und den nicht saufen-wollenden Pferden immer noch nicht kapiert, oder? (oT)

Gaby @, Dienstag, 03.12.2013, 15:45 (vor 4417 Tagen) @ Herbstlaub

- kein Text -

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

antworten
 

Es gibt ja Nachschuldner

Herbstlaub, Dienstag, 03.12.2013, 15:52 (vor 4417 Tagen) @ Gaby
bearbeitet von Herbstlaub, Dienstag, 03.12.2013, 15:58

Sobald alte „schlechte Schulden" bereinigt sind (Forderungsverzicht), ist wieder Platz für „gute Schulden". :-)

Es wird doch weiter gewirtschaftet und Produktivität geschaffen durch gezielte Investitionen durch Staaten und Unternehmer, wenn das Invetitionsklima gut ist.

Europa ist wirtschaftlich ein starkes Land, wir müssen nur politisch an einem Strang ziehen

Grüße

Herbstlaub

antworten
 

"Europa ist wirtschaftlich ein starkes Land, wir müssen nur politisch an einem Strang ziehen" (ed)

azur @, Dienstag, 03.12.2013, 17:39 (vor 4416 Tagen) @ Herbstlaub
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.12.2013, 17:45

Hallo Herbstlaub,

entschuldige bitte, wenn ich mich einmische. Aber das offenbart soviel gewisse Unkenntnis.

Aber vielleicht ist es immer so in Gruppen- und Erkenntnisprozessen: Einer fühlt sich wohl in dieser Rolle. Und prüft den Rest, der ihn oft nicht einmal ignoriert. Schau mal nach dem Vulkanier Jörg (nur als Beispiel). Der sah uns schon fast in mitten des Überflusses für alle.

"Wir" müssen es nur 'wollen'. 'Wenn' "wir" "nur" "politisch" " an einem Strang ziehen", wie es so eben bisher nur rein zufälliger weise nicht geschah, dann, ja dann! Dann kann man Es für möglich halten. Es ist zwar völlig offen, wer dieses wir sein soll und was mit politisch an einem Strang ziehen gemeint ist, und was überhaupt wie geeignet ist, aber daran glauben müssen wir schon, nicht wahr?

Viele freundliche Grüße

azur


PS: Mal abgesehen davon, ob denn Europa ein Land, noch dazu ein angeblich starkes, sei: Diese Wirkonstruktionen sind tückisch. Die klingen nach Weinseligkeit.

Noch etwas aus dem Sprichwortschatz Geld:

"Wenn das Wörtchen Wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär." [[freude]] [[top]]

(sehr verbreitet - einfach googlen / passend zu Inflation und Saufenden)

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

antworten
 

Sorry azur, das war etwas lapidar dahingesagt. Werde mich bessern (oT)

Herbstlaub, Dienstag, 03.12.2013, 18:39 (vor 4416 Tagen) @ azur

- kein Text -

antworten
 

Damit neue Schulden gemacht werden können...

sensortimecom @, Dienstag, 03.12.2013, 21:07 (vor 4416 Tagen) @ Herbstlaub

Sobald alte „schlechte Schulden" bereinigt sind (Forderungsverzicht), ist
wieder Platz für „gute Schulden". :-)

Es müssen nicht nur Anreize für Nachschuldner gefunden werden, sondern auch NEUE WERTE. Ich kann noch so "produktiv" sein; wenn das, was ich produziere, nach kurzer Zeit obsolet oder einfach wieder "out" ist, kann ich keinen neuen Schulden machen. Ganz einfach: weil ich mit all dem Klumpert keine Sicherheiten stellen kann, die der Finanzmarkt will.
Außerdem haben wir in vielen Branchen einen technischen Plafond erreicht. Er bringt ganze Industrien zum Verschwinden (s. die frühere Tonträger-Industrie). Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass diese Situation nach einer Reihe von "Forderungsverzichten" wieder so würde wie früher mal, als "noch Platz war für gute Schulden". Im Gegenteil.


Es wird doch weiter gewirtschaftet und Produktivität geschaffen durch
gezielte Investitionen durch Staaten und Unternehmer, wenn das
Investitionsklima gut ist.

Investiert wird längst nur mehr dort, wo die Löhne am billigsten sind und die Unternehmer freie Hand haben, und wo es die wenigsten Steuern, Abgaben und staatlichen "Eingriffe" gibt. Welches Investitionsklima ist gemeint? In den letzten 10 Jahren wurde fast nur noch in die Finanzwirtschaft "investiert".


Europa ist wirtschaftlich ein starkes Land, wir müssen nur politisch an
einem Strang ziehen

Das ist ungemein naiv. Bitte verzeih mir diesen Ausdruck, es geht nicht anders.

antworten
 

Der ESM hält nicht das, was er verspricht

Ikonoklast @, Dienstag, 03.12.2013, 15:49 (vor 4417 Tagen) @ Herbstlaub

Was ist mit der Europäischen
Investiitonsbank
als Ersatzgläubiger. Kann sie nicht die
Kreditklemme lösen? Und ebenfalls der ESM?
Die verlinkte Seite verbreitet zumindest ein Fünkchen Hoffnung.

Hallo Herbstlaub,

auf den ESM ist kein Verlass.
Dieser ist eher als Finanzmarkt-Sedativa in homöopatischer Dosierung zu sehen...

--
MAHLZEIT!!
Ist das Quäse?
Ja, Quark mit Käse! [[top]]

antworten
 

Unterschätze den ESM nicht

Herbstlaub, Dienstag, 03.12.2013, 21:45 (vor 4416 Tagen) @ Ikonoklast

Was ist mit der Europäischen
Investiitonsbank
als Ersatzgläubiger. Kann sie nicht die
Kreditklemme lösen? Und ebenfalls der ESM?
Die verlinkte Seite verbreitet zumindest ein Fünkchen Hoffnung.


Hallo Herbstlaub,

auf den
ESM
ist kein Verlass.

Dieser ist eher als Finanzmarkt-Sedativa in homöopatischer Dosierung zu
sehen...

Hallo,

Der ESM kann zu niedrigsten Zinsen Geld aufnehmen und es damit günstig weitergeben. Die Staaten müssen damit weniger Geld an die Banken geben und können stattdessen zum Beispiel Wachstum und Beschäftigung fördern.

Natürlich nur solange das Kapital übersichert bleibt und der ESM seine Bonität nicht verliert.

http://www.esm.europa.eu/pdf/boersen%20zeitung%20Christophe%20Frankel%208102013.pdf

Grüße
Herbstlaub

antworten
 

Nur wie lange bekommt er die niedrigen Zinsen noch?

Ikonoklast @, Mittwoch, 04.12.2013, 06:59 (vor 4416 Tagen) @ Herbstlaub

Hallo,

mit dem Rating steht und fällt der ganze Rettungsschirm.
Wenn ich mir die Übersicht der Ratings so ansehe, wird es nicht mehr lange dauern bis auch der ESM/ESFS herunter gestuft werden wird.

Ich kann keine 150 kg Europa dauerhaft in einem Korset auf Wesptentaille trimmen, entweder die Gute geht dabei irgendwann hops oder das Korset zerlegt es. [[freude]]

Soll heißen der Euro bzw. die Eurozone hat substantielle Gründungsfehler.
Und was hat man gemacht? Anstatt diese nach oder während der Krise zu bereinigen oder wenigstens zu entschärfen, hat man nur an den Symptomen herumgedoktert. Der Point of no Return ist seit längerem überschritten, mal sehen wie der letzte Akt des Dramas "Europa" endet...

Um bei der Metapher zu bleiben, abspecken (Austritt ermöglichen) oder die Korsage nicht so festzurren (Nord- / Südeuro / Eurobonds / Bankrott ermöglichen oder andere Entschärfungsmaßnahmen).

Denn sie wissen nicht was sie tun...

--
MAHLZEIT!!
Ist das Quäse?
Ja, Quark mit Käse! [[top]]

antworten
 

Es braucht Kreditnachfrage mit Substanz

Ashitaka @, Dienstag, 03.12.2013, 16:36 (vor 4417 Tagen) @ Herbstlaub

Hallo Herbstlaub,

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht Deflationsgespenster und Unsicherheit zu
verbreiten, was das europäische Investitionsklima noch verschlechtert.

Weiß ich auch nicht. Vielleicht hat sich die BuBa ... verrechnet?! Vielleicht aber verwechselst du auch nur die Preisinflation an gewissen Märkten mit der sich abzeichnenden Deflation der Geldsummen, willst Gespenster sehen. Für letzteres ist die Kreditvergabe ein nicht ganz unwichtiger <img src=" /> Vorbote, wie jeder Debitist weiß. Aber ich höre auch schon im Forum, dass Bitcoins dem entschlossen entgegen wirken können. Das ist aber schon etwas.

Was ist mit der Europäischen
Investiitonsbank
als Ersatzgläubiger. Kann sie nicht die
Kreditklemme lösen? Und ebenfalls der ESM?

Kreditprogramme sind wichtig, aber man braucht auch Kreditnachfrage und vor allem jemanden, der das ganze über Jahrzehnte von Seiten der Bonität und Sicherheit (da springt der Staat ja schon gewaltig ein) stemmen kann. Langfristige Verschuldungen für mehr Spielräume. Es wird nicht ohne gewaltige Eingriffe der Staatengemeinschaft in die Geschäftsbanken funktionieren. Sonst bereiten die Summen der ausstehenden Kredite sehr bald Kopfzerbrechen, ein Ketteneffekt. Das was derzeit an Anträgen reinkommt ist bei weitem nicht ausreichend, um auf Wachstumskurs zu bleiben. Und rechne da mal die Sättigung des deutschen Wohnungsbaumarktes raus und es sieht noch schlimmer aus (siehe Bank Lendling surveys). Hoffen wir auf Abhilfe durch Exportsteigerungen.

Es wird auf der einen Seite Teilrezessionen geben und nötige
Umstrukturierungen, aber an GO glaube ich nicht.

Ich auch nicht. Game Over ist mir auch zu plakativ. So war es auch nie gemeint, sondern vielmehr als ein turnaround, durch den das Spielen ein Ende hat und es ans Eingemachte geht.

Wenn die Bilanzen der Banken gemäß Basel III wieder mehr bereinigt
sind, und die Banken einen Teil ihrer Vermögenswerte abgestoßen haben an
die Schnäppchenjäger (US/China-funds etc.) können sich die Banken dann
nicht auch wieder mehr um die Kreditvergabe an die KMU kümmern?

Nur wenn die Standards drastisch gesenkt werden. So wie es aber derzeit aussieht und wie die Umfragen zeigen, bleiben diese weiterhin stabil. Beim kleinsten Windtoß wird das auch sehr schnell wieder anders aussehen.

Ich vermute, die Konditionen des kommenden Stresstestes werden so
gestaltet werden, dass jede Bank gut über die Runden kommt.

Wozu sonst der Test?!

Ja, es wird Zeit gekauft, auch wenn natürlich die Renditedifferenzen die
Risikoaufschläge der Anlagen nicht mehr wiedergäben durch das QE.
In jedem Fall brauchen wir Eurobonds.

Mein Reden. Man kann stehen bleiben, umkehren (AfD) oder weitergehen. Als Debitist ist mir klar, dass nur letzteres Zeit bringen wird. Wenn man die Netzwerke völlig außer Acht lässt, besteht hingegen Wahlfreiheit.

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist zwar zu hoch, doch es ist eher
unwahrscheinlich, dass eine Lohndeflation wie damals in Japan entsteht.

Warum?!

Und die gemeinsame Schuldenunion
wie
es IWF vorschlägt
, wird auch kommen, da bin ich mir sicher.

Die haben wir schon, denn einen Weg zurück gibt es nicht (nur an Deck sieht es so aus).

Merkel wird sich bei ihrer pro-europäischen Haltung auf Dauer nicht
verweigern können, zumal die weite Mehrheit der Abgeordneten für ein Mehr
an Brüssel und mehr Integrität in Europa ist. Den Wählern wird nachher
verklickert, dass es gar nicht anders geht, ansonsten ihr Wohlstand und
Sparvermögen in Gefahr sei.

Ja, lass erst einmal den Hauch von Panik durch das Lande wehen.

Warum sollten so einfach die Leitzinsen angehoben werden?

Das habe ich nicht geschrieben, sondern darüber nachgedacht was passiert, wenn sie die Leitzinsen anheben.

Grüße

Herbstlaub

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

antworten
 

Ihr träumt - Game over heisst Game over, und nichts anderes

Zarathustra, Dienstag, 03.12.2013, 21:54 (vor 4416 Tagen) @ Ashitaka

Es wird auf der einen Seite Teilrezessionen geben und nötige
Umstrukturierungen, aber an GO glaube ich nicht.


Ich auch nicht. Game Over ist mir auch zu plakativ. So war es auch nie
gemeint, sondern vielmehr als ein turnaround, durch den das Spielen ein
Ende hat und es ans Eingemachte geht.

Doch, Ashitaka, genau so ist es gemeint. Game over heisst Game over.
Die Fallhöhe und die Zäsur des G.O. des globalisierten Debitismus ist um eine Grössenordnung höher als frühere, kontinentale Untergänge und Dark Ages. Wie sollte es auch anders sein?

Beste Grüsse, Zara

antworten
 

Wie soll den so ein G.O. aussehen?

Herbstlaub, Dienstag, 03.12.2013, 23:13 (vor 4416 Tagen) @ Zarathustra

Es wird auf der einen Seite Teilrezessionen geben und nötige
Umstrukturierungen, aber an GO glaube ich nicht.


Ich auch nicht. Game Over ist mir auch zu plakativ. So war es auch nie
gemeint, sondern vielmehr als ein turnaround, durch den das Spielen ein
Ende hat und es ans Eingemachte geht.


Doch, Ashitaka, genau so ist es gemeint. Game over heisst Game over.

Beste Grüsse, Zara

Hallo Zara,

Wie sollte denn ein G.O. bildlich aussehen? Warum sollten plötzlich alle aufhören zu wirtschaften?

Es werden halt Forderungen gestrichen und Gläubiger teilenteignet.Und dann geht es weiter?

Grüße
Herbstlaub

antworten
 

G.O. bildlich

Zarathustra, Mittwoch, 04.12.2013, 08:26 (vor 4416 Tagen) @ Herbstlaub
bearbeitet von Zarathustra, Mittwoch, 04.12.2013, 08:34


Hallo Zara,

Guten Morgen Herbstlaub

Wie sollte denn ein G.O. bildlich aussehen? Warum sollten plötzlich alle
aufhören zu wirtschaften?

Es werden halt Forderungen gestrichen und Gläubiger teilenteignet.Und
dann geht es weiter?


Man hört aus den selben Gründen auf zu wirtschaften wie seit eh und je, wenn das kollektivistisch-debitistische Game jeweils over war. Warum sollte man sich da etwas vormachen? Das ist ja genau der Grund, weshalb es immer soweit kommt: Man macht sich etwas vor.

Textlich umfangreichst aufgearbeitet und als Fazit auf den Punkt gebracht von PCM:
"Früher oder später geht's dahin. Mal einzelne, mal Gruppen. Diesmal endlich alle."
"Und bevor der nicht verschwindet und wir endlich wieder zu kleinen Solidargemeinschaften zurückkehren (van Creveld lesen) ist niemals Ruhe im Karton."

Bildlich dargestellt von Thomas Cole (The Course of Empire). Hier allerdings nur die zweithöchste Wellenebene des Zyklus. Das Ende des globalen Kollektivismus auf dieser unserer höchsten aller bisher gesehenen zivilisatorischen Ebenen ("endlich alle") müsste erst noch gemalt werden. Aber als Vorgeschmack und Prolog zu den ausstehenden Ereignissen, auf die die Zivilisierten so konsequent hinarbeiten, sollte Coles Darstellung schon mal reichen:


[image]

The Savage State

[image]

The Arcadian or Pastoral State


[image]

The Consummation

[image]

Destruction


[image]

Desolation


Beste Grüsse, Zara

antworten
 

Over

Ashitaka @, Dienstag, 03.12.2013, 23:30 (vor 4416 Tagen) @ Zarathustra
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.12.2013, 23:34

Doch, Ashitaka, genau so ist es gemeint. Game over heisst Game over.
Die Fallhöhe und die Zäsur des G.O. des globalisierten Debitismus ist um
eine Grössenordnung höher als frühere, kontinentale Untergänge und Dark
Ages. Wie sollte es auch anders sein?

Ja, aber wie schaut er aus??! Punkt 24:00 Uhr gehen bei dir die Lampen aus?! Du weißt wie ich es meine, dass es ein Hauen und Stechen um Machteinfluss, rasche Blitzkriege und alle erdenklichen Folgen eines Abbruches (Versorgung, Soziale Dienste etc.) geben kann, deren Vorzeichen schon jetzt erkenntlich sind. Militärische Übergriffe, Notstand, hier und da gewaltsame Revolten und unkontrollierte Proteste, Übergangsregierungen und ja, auch Besetzungen. Aber dann geht es leider weiter. Nach dem "Game over" ist nicht "over", sondern Fortsetzung mit allen Qualen und Wendungen, die wir gar nicht vorhersagen können. Eine dunkle Zeit mit all ihrem Elend streite ich gar nicht ab, aber anzunehmen, sämtliche Herrschaftsstrukturen würden zusammenbrechen und die Welt gleiche anschließend einer ausgehungerten Wüste, dass ist derzeit einfach nur groß in Mode gekommen, weil es von großer psychologischer Bedeutung ist, quasi eine gesellschaftliche Gefühlslage, die alle in einen Trancezustand versetzt, nach Pandora zieht. Mir ist vollends bewusst, dass deutsche Städte binnen 10 Jahren Damaskus gleichen können. Mir ist auch bewusst, dass wir den Spielabbruch, egal wie brutal er auch wird, durchleben werden.

Aber vorher geht die Sonne auf und du sitzt da und wirst es nicht glauben, wenn die Schocktherapie anfängt. Du kennst meine Meinung diesbezüglich; man nimmt nur solange an, dass alles dem reinen Zufall überlassen ist, wie man dem Glauben anhaftet, dass national von oben nach unten regiert wird. Das Gegenteil ist der Fall, sie werden von Netzwerken getragen und fallen gelassen. Es gibt Vorzeichen, die muss man ernst nehmen. Die bewusst inszenierte Handlungsunfähigkeit Europas ist ein solches Zeichen.

Grüßend,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

antworten
 

Nordafrika ist nicht die Welt - It's over when it's over

Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 08:58 (vor 4416 Tagen) @ Ashitaka
bearbeitet von Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 09:57

...weil dann die Pläne vom grünen Tisch sich mit der Wirklichkeit messen werden müssen.

Hallo Ashitaka,

immer wieder eine Freude, deine Texte zu lesen.
Du stellst zu Recht mit aller Deutlichkeit den Stand der Dinge dar, vor allem mit den finanziellen Größenordnungen.
Dann aber doch die Hoffnung eines Mad-Max-Scenarios?

Wir leben in einer so verkomplizierten Welt, in der kein System mehr ohne das andere aufrecht erhalten werden kann, selbst mit brutaler Gewalt nicht - Just in time.

Die Fema und Konsorten sind wie die Privatarmeen doch nur Alibivereine, die sich aus der Angst der organisierten Gewalt und ihrer Abkömmlinge alimentieren - sie funktionieren nur zu "Friedenzeiten" bei "kleinen Bränden". Die tausenden mafiösen Strukturen funktionieren doch nur noch, weil die oberste organisierte Gewalt funktioniert - Das Netz der Ratgebenden (wie du sie nennst...Machiavelli lässt grüßen).

Die Notverordnungen und Gesetze werden nicht mehr greifen, weil niemand sie mehr durchsetzen wird - Vollstrecker werden Betroffene sein. Gläubiger werden Schuldner sein.
Ich gebe zu, die Masse der Menschen würde alles mit sich machen lassen, nur um sich nicht noch schlechter zu stellen - Cäsarismus.
Sie werden nach Diktatur schreien.

Aber ich kann Tainters Simplifikation bei Dir nicht erkennen.
Bei mehreren Mrd. Menschen wird schlagartig gar nichts mehr gehen.
Das zeigt jede Natur-/zivile oder militärische Katastrophe im Klitzekleinen.

Wenn etwas eintritt, können wir es nicht mehr händeln. Wir räumen immer nur noch auf. Der Aufwand dafür ist gewaltig.
Und alles, alles, alles geht nur mit Energie - die dann nicht mehr dasein wird.

Zuviele sensible Systeme benötigen schwirrendes, koordiniertes und freiwilliges Hegen und Pflegen wie ein übervolles Krankenhaus.
Das funktionierende staatliche Geldmonopol ist das Rückrat und die Archillesferse der Macht.
Das kann ein pragmatischer Imperator nur händeln, solange eben kein GO. eintritt. Darum die Eile in Richtung NWO um die würgenden Schlingen etwas zu lockern.

Hier wird die Trennlinie gezogen.
Unser System lebt nur von der Freiwilligkeit seiner Teilnehmer. Diese muss von der Macht ständig teuer erkauft, erlogen, ertäuscht werden.
"Nur Zwang" funktioniert nicht.
Don_Q beschreibt richtig eine Megadiktatur die aber in sich zerfallen muss, wie all die Kleineren vor ihr auch, weil das Geschäftsmodell "Diktatur" nicht weltweit funktioniert - noch nie funktioniert hat.
Selbst die Hoffnung der Softdiktatur als "kleineres Übel" für Viele ist in der Praxis durch den Aufschuldungszwang bei begrenzten Ressourcen zerstört.
Radikales Entschulden will keiner. Dann wird es unfreiwillig erfolgen.
Wir werden unser Erlassjahr bekommen.

Urschuld = Kaloriendefizit
dottore
Das war der Ausgangspunkt.
Die Menschen haben seit Jahrtausenden mit Hilfe des Staatskonstruktes in der Summe über ihre natürlichen Verhältnisse gelebt.
Wer mehr verbraucht als seine Umwelt für ihn bereithält, zerstört die Umwelt und sich selbst - Krebs eben.
Wo sollen 2000 Kcal x 7 Mrd.Menschen auf der Welt allein über einige Tage herkommen, während alle Systeme implodieren?

Aber vorher geht die Sonne auf und du sitzt da und wirst es nicht glauben,

Es werden viele Sonnen aufgehen.
LG Silke

PS. Zur finanziellen Repression: Belke deutlich wie Du
http://www.wiwi.uni-muenster.de/06/nd/events/wissenschaft-und-praxis-im-gespraech/ss-20...

Es geht immer nur um die Rettung der Macht und ihrer Staatskonstrukte - nicht primär um Bankenrettung wie überall geschrieen.

antworten
 

Kein Ausgangspunkt?

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 04.12.2013, 10:18 (vor 4416 Tagen) @ Silke

Urschuld = Kaloriendefizit
dottore
Das war der Ausgangspunkt.
Die Menschen haben seit Jahrtausenden mit Hilfe des Staatskonstruktes in
der Summe über ihre natürlichen Verhältnisse gelebt.
Wer mehr verbraucht als seine Umwelt für ihn bereithält, zerstört die
Umwelt und sich selbst - Krebs eben.

Kaloriendefizit kennt die Amöbe auch. Wie auch alle anderen Lebewesen. Trotzdem haben sie keinen Staat erschaffen (Bienen"staaten" werden nicht erschaffen).

Taugt die Urschuld = Kaloriendefizit etwa gar nicht zur Ableitung des Debitismus?
Korrelation ist keine Kausalität!


Gruß Mephistopheles

--
„Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland. Sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen

antworten
 

Die Amöbe mit Kaloriendefizit bankrottiert -Schuld ist ausgebucht

Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 11:17 (vor 4416 Tagen) @ Mephistopheles
bearbeitet von Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 11:35

Hallo Meph,

danke für deine stets kritischen, manchmal stänkerischen Einwürfe.

Urschuld = Kaloriendefizit
dottore
Das war der Ausgangspunkt.
Die Menschen haben seit Jahrtausenden mit Hilfe des Staatskonstruktes

in

der Summe über ihre natürlichen Verhältnisse gelebt.
Wer mehr verbraucht als seine Umwelt für ihn bereithält, zerstört

die

Umwelt und sich selbst - Krebs eben.


Kaloriendefizit kennt die Amöbe auch. Wie auch alle anderen Lebewesen.
Trotzdem haben sie keinen Staat erschaffen (Bienen"staaten" werden
nicht erschaffen).

Völlig richtig.
Das ist ja unser Fehltritt.
Wir wollten das Paradies.
Wir wollten besser leben als es uns zusteht, ohne zu verstehen (wie auch), dass das nicht dauerhaft geht.
Urschuldbedienen in der Gemeinschaft war hart und schmerzvoll.
Die Härte wollten wir verschieben.
Den Schmerz wollten wir umgehen.
Die Natur wollen wir überlisten -weil wir intelligent sind.
Das ging lange mehr recht als schlecht gut, da nur umverteilt wurde von der Gemeinschaft mit jedem einzelnen Mitglied auf die
Gesellschaft mit Abwälzen der Last auf Dritte und Rebound erst in der Zukunft.

Taugt die Urschuld = Kaloriendefizit etwa gar nicht zur Ableitung des
Debitismus?
Korrelation
ist keine Kausalität!

Da sind mir deine teils gelungenen längeren Ausführungen lieber, als ein "mich in Mehrdeutigkeit stehen lassen".

Doch sie taugt. Jeder wählt den für ihn leichtesten Weg -immer.
Wenn mir das Urschuldbedienen zu anstrengend oder verunmöglicht wird und ich durch Verschlechterung der Umweltbedingungen vor die Wahl gestellt werde: Ausbuchen oder andere verschulden - wie entscheide ich mich?
Wenn es zum Massenphänomen wird, brechen natürliche Regelungsmechanismen zusammen - Bremsklötze fliegen davon.
Wo Wüste entsteht wird gestorben.
Wer nicht selbst sterben wollte, musste es andere machen lassen.
Wer nicht an der Pest sterben wollte, musste Andere lassen.
Wer nicht im "Wohlstand" ersticken will muss ihn teilen und eindämmen.
Ashitaka hat nicht umsonst bezüglich der organisierten Gewalt historisch Bosheit negiert und Notwendigkeit unterstellt, wie dottore u.a. auch schon.

Die Frage ist nur, ob wir immer weiter Götter veranwortlich machen wollen, oder Wahnsinnigen hoffnungsvoll in den Untergang folgen oder wirklich aufhören unseren goldenen Käfig zu putzen und anfangen mit runterwirtschaften anstatt liebgewonnenes Falsches hochzuhalten.
Ich bin da sehr zerrissen und teils gelähmt in meinem Religiönchen und komme nicht weiter außer die Arme zu verschränken und kaum noch mitzuschieben.
LG Silke

antworten
 

Der Fluch der just in time supply chain

Herzog Waydelich @, Mittwoch, 04.12.2013, 10:54 (vor 4416 Tagen) @ Silke


Wir leben in einer so verkomplizierten Welt, in der kein System mehr
ohne das andere aufrecht erhalten werden kann
, selbst mit brutaler
Gewalt nicht - Just in time.

absolut.

Die Notverordnungen und Gesetze werden nicht mehr greifen, weil niemand
sie mehr durchsetzen wird - Vollstrecker werden Betroffene sein.
Gläubiger werden Schuldner sein.
Ich gebe zu, die Masse der Menschen würde alles mit sich machen lassen,
nur um sich nicht noch schlechter zu stellen - Cäsarismus.
Sie werden nach Diktatur schreien.

Und in Deutschland am lautesten: Merkel befiel, wir folgen Dir - auf Lebenszeit


Aber ich kann Tainters Simplifikation bei Dir nicht erkennen.
Bei mehreren Mrd. Menschen wird schlagartig gar nichts mehr gehen.
Das zeigt jede Natur-/zivile oder militärische Katastrophe im
Klitzekleinen.

Wenn etwas eintritt, können wir es nicht mehr händeln. Wir
räumen immer nur noch auf. Der Aufwand dafür ist gewaltig.
Und alles, alles, alles geht nur mit Energie - die dann nicht mehr dasein
wird.

Meine Buchempfehlung für alle, die es nicht glauben können: "Blackout"

Deutschland wird innerhalb von wenigen Tagen auf ein Niveau unterhalb von Albanien sinken. Warum unterhalb? Nun, dort arbeitet man noch heute mit Eseln als Zugtieren auf dem Feld...

Die Menschen haben seit Jahrtausenden mit Hilfe des Staatskonstruktes in
der Summe über ihre natürlichen Verhältnisse gelebt.
Wer mehr verbraucht als seine Umwelt für ihn bereithält, zerstört die
Umwelt und sich selbst - Krebs eben.
Wo sollen 2000 Kcal x 7 Mrd.Menschen auf der Welt allein über einige Tage
herkommen, während alle Systeme implodieren?

Ich schätze mal:
6-wöchige Überlebenswahrscheinlichkeit noch G.O.
auf wenig besiedeltem Land in MecPom: 70%
auf wenig besiedeltem Land in NRW: 40%
im ‚Speckgürtel‘ einer Metropolregion wie München: 20 %
in Berlin: 10%

Hauptmortalitätsursache: Mord und Totschlag im Kampf um Lebensmittel. Die Menschen werden nicht verhungern, sie werden vorher im KAmpf um die letzte Mahlzeit sterben.

Aber vorher geht die Sonne auf und du sitzt da und wirst es nicht

glauben,
Es werden viele Sonnen aufgehen.
LG Silke

Es grüßt herzlichst

Herzog Waydelich

--
----------------------------------------------------------------------------
Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

antworten
 

Du bist ein Optimist - wenn auch tendenziell richtig...aber gefährlich

Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 12:06 (vor 4416 Tagen) @ Herzog Waydelich

Hallo Herzog Waydelich,

...denke ich jedenfalls.

wer hat die meisten Südamerikaner massakriert?
Richtig - Mikroben.

Was hat die größte zerstörerische Energie auf Erden.
Richtig - das, was wir an den 1000 Ketten meinen zu halten
Viele 1000de atomare Kraftprotze und andere Ungeheuer in ihren Käfigen warten nur darauf, dass die Käfigtür versagt.

Deine "zwischenmenschlichen Aktivitäten" müssen auch benannt werden.
Deine Ausführungen lassen aber noch die Hoffnung auf Optionen (z.B. systematische Bevölkerungsreduktion und Anwenden von Zwang zur Herstellung von Ordnung) das ist eine gefährliche Hoffnung.

Ja genau, so ähnlich wie mit den Ghostbustern als das staatliche Aufsichtsamt befahl, die Geisterfalle außer Betrieb zu nehmen.
Leider wurde kein Geist zur richtigen Zeit neutralisiert sondern nur eingefangen und weggesperrt - wie unsere Schulden und anderen Geister.

Alles was nicht beizeiten neutralisiert wird, wächst mit Zeitablauf, egal ob nun Schulden, schädliche oder negative Nebenergebnisse unseres Wirtschaftens oder Kohlenstoff in unproblematisch gebundener Form (H.v.Ditfurth) oder eben Energie usw.

Meine Buchempfehlung für alle, die es nicht glauben können: "Blackout"

Deutschland wird innerhalb von wenigen Tagen auf ein Niveau unterhalb von
Albanien sinken. Warum unterhalb? Nun, dort arbeitet man noch heute mit
Eseln als Zugtieren auf dem Feld...

Nein, leider viel tiefer.
Das ist ja das dumme. Es gibt keinen Weg zurück -nur vorwärts. Entweder wir nehmen darauf Einfluss oder wir werden das "Vor uns" erleben dürfen -das wird anders als das "früher"

Einen abfaulenden Zeh amputiert man...
Einen bakteriellen Infekt versucht der Körper mit Fieber zu bekämpfen.
Eine Sucht wird nur durch Beseitigung der Ursache geheilt, weder durch weitere Suchtmittelzufuhr noch durch Suchtmittelentzug/-entwöhnung.
LG Silke

antworten
 

Pilze

Herzog Waydelich @, Mittwoch, 04.12.2013, 12:24 (vor 4416 Tagen) @ Silke

Ja Silke,

ich bin Optimist. Zumindest eine Hoffnung habe ich: Die Bundeswehr hatte die Studie zum Blackout erstellt. Viele Soldaten haben wir nicht mehr. Aber ich habe die Hoffnung, dass es Namenslisten hinsichtlich der Mitarbeiter in Atomkraftwerken gibt. Und das diese Mitarbeiter quasi auf dem Betriebsgelände unter Hausarrest gestellt werden. Durchgeführt und bewacht von der Bundeswehr.
Wir können jeglichen wirtschaftlichen Zerfall irgendwie unter größten Entbehrungen und Verlustschmerz stoppen. Wenn aber die Reaktoren für 24 Stunden ohne Überwachung sind, dann hilft nix mehr. Dieser Schaden ist dann irreparabel.
Das Risikopotential ist aber zum einen bekannt und zum anderen setze ich da auf das Individuum. Auf jeden einzelnen Mitarbeiter in den Kraftwerken. Den der hat ja auch Familie...

Wenn es mir mental schlecht geht, versuche ich mich in die Lage der Bewohner Dresdens zur Zeit der Fliegerangriffe 1944 zu versetzen. Viele glaubten wohl schon nicht mehr, den nächsten Tag zu erleben. Sie hätten alles dafür gegeben, noch einmal vier Wochen in Frieden genießen zu können.
Mensch, man hat uns allen Zeit gekauft genau für dieses Leben in paradiesischen Zuständen, wie wir sie heute erleben. Also nutzen wir die Zeit. Carpe diem!

Es grüßt ein immer hoffnungsfroher

Herzog Waydelich

--
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antworten
 

Dresden ist ein schönes, wenn auch trauriges Bild....

Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 12:48 (vor 4416 Tagen) @ Herzog Waydelich
bearbeitet von Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 13:09

Hallo Herzog,

ich bin sicher, es wird viele Helden geben (ganz ehrlich gemeint).

Besser ist aber allemal trotz der von @Morpheus sehr gut beschriebenen Ausweglosigkeit sinnvolles Agieren (habe keine Patentlösung parat).

Ich meine aber, dass das freiwillige Entsparen mit BTC durch Konsum einer Ware, die mit Stromausfällen oder Nachkäuferausfall wertlos sein wird, ein sehr guter Anfang ist.
So verschwinden doch Schulden am effektivsten?
Etwas kaufen, das keinen (für mich) erkennbaren Schaden anrichtet.
Alle warten auf Wertsteigerung bis es auch hier knack macht, wie beim Gold 1.0
Mich ärgert nur, dass es nur Private treffen wird.
Staatsmonopol und GB-Monopol werden aber zumindest hinterfragt und mehr Menschen beschäftigen sich Geld und mit Ursachenforschung.

ich bin Optimist. Zumindest eine Hoffnung habe ich: Die Bundeswehr hatte
die Studie zum Blackout erstellt.

Ja, die ist deutlich.

Viele Soldaten haben wir nicht mehr. Aber

ich habe die Hoffnung, dass es Namenslisten hinsichtlich der Mitarbeiter in
Atomkraftwerken gibt. Und das diese Mitarbeiter quasi auf dem
Betriebsgelände unter Hausarrest gestellt werden. Durchgeführt und
bewacht von der Bundeswehr.
Wir können jeglichen wirtschaftlichen Zerfall irgendwie unter größten
Entbehrungen und Verlustschmerz stoppen. Wenn aber die Reaktoren für 24
Stunden ohne Überwachung sind, dann hilft nix mehr. Dieser Schaden ist
dann irreparabel.

ganz genau.

Das Risikopotential ist aber zum einen bekannt und zum anderen setze ich
da auf das Individuum. Auf jeden einzelnen Mitarbeiter in den Kraftwerken.
Den der hat ja auch Familie...

Flucht ist die natürliche menschliche Reaktion.
Erlebst Du bei Katastrophen oder Massenunfällen.
Desertieren...

Wenn es mir mental schlecht geht, versuche ich mich in die Lage der
Bewohner Dresdens zur Zeit der Fliegerangriffe 1944 zu versetzen. Viele
glaubten wohl schon nicht mehr, den nächsten Tag zu erleben. Sie hätten
alles dafür gegeben, noch einmal vier Wochen in Frieden genießen zu
können.
Mensch, man hat uns allen Zeit gekauft genau für dieses Leben in
paradiesischen Zuständen, wie wir sie heute erleben. Also nutzen wir die
Zeit. Carpe diem!

Da hast Du sehr recht.
Aber wir sind die Privilegierten auf dieser Welt und wir verlängern...
Abschalten fällt da schwer.
Ich mag nicht jammern -sorry.
LG Silke

antworten
 

Wenn ich wirklich wütend oder down bin, dann höre ich Reinhard Fendrich "Besser wird's nicht"

Herzog Waydelich @, Mittwoch, 04.12.2013, 14:35 (vor 4416 Tagen) @ Silke

Hallo Silke,

auch wenn Fendrich vielleicht eher nicht Dein Fall ist: Höre Dir mal das Lied "Besser wird's nicht" auf der Homepage an: http://www.fendrich.at/

Hier mal ein Textauszug:

Besser wird’s nicht, eher schlechter, wei‘ des Recht wird ungerechter.
Wie lang lass ma uns no pflanzn, kann net wer die Bonz‘n stanzn.
Besser wird’s nicht, ohne Zweifel
Besser wird’s nicht, hols der Teufel
Keine Genies vom Ruhestand,
unverbrauchte Geister braucht das Land.

Auch schön (aufmunternd) der Text von "Die, die Wandern"

Der Lebensweg wird oft sehr schmal
für die, die durch manches tiefe Tal
Wo man den Himmel nimmer sieht
Kannst nimma vor, nimma z´ruck

Um die herum nur Lug und Trug
Am End vom Tunnel brennt kein Licht
Hast dich verirrt und gehst kraftlos in die Knie
Doch auf aeinmal da hörst a Stimm in Dir:

Komm, reiß di zam, steh wieder auf
Bleib ja nicht liegen, genau da warten´s drauf
Gib dir an Ruck und setz an Fuß vorn andern
Nur die, die wandern finden wieder z´ruck

Mein Lieblingsstück ist aber "Aus keinem guten Holz" (ob er dafür wohl Auftritts- oder gar Einreiseverbot in Amerika hat?)

Hier geht es um Kriege für Öl, Kriegslügen, Einfluß des Großkapitals, Atomenergie


Früher hat man gern zur „Freiheitsstatue“ noch aufgeschaut,
hat ihr blind vertraut und auf ihr Wort gebaut.
Doch Fehler wurden statt behoben, schön geredet.
Und zwar solang bis fast das ganze Welt verblödet.

Die Menschen werden mehr und brauchen Energie.
Das ist und bleibt die schon bekannte Ideologie.
Doch spätestens, wenn klar wird, ein Krieg lohnt sich dafür,
muss der Alarm angeh´n,
muss der Alarm angeh´n in Dir!

Sie spielen mit dem Feuer.
Und irgendwann dann Gott.
Dann spiel´n sie Alles ´runter.
Keine Rolle spielt der Tod.
Nein, sie haben kein Gewissen.
Nur ihren falschen Stolz
Vom Größenwahn besessen.
Aus keinem guten Holz.

Es stellt sich langsam ´raus sie hab´n die ganze Welt belogen,
doch die wahren Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen.
Hab´n überall die Finger d´rin,
von Moskau bis Berlin
von London bis nach Washington
und von der „“New York Times“
bis hin zu „CNN“.

Sie spielen mit dem Feuer...

Und es wird sich leider auch solange gar nichts daran ändern.
Sind die Völker nicht die wahren Herren in ihren eig´nen Ländern
Und nicht mehr nach irgend jemandes Profit bemessen.
Die Schlauen müssten´s, wissen.
Wer wird’s am Ende büßen?

Sie spielen sie mit dem Feuer...

Selbst für unsere Gelben ist da was drauf: "Club der Milliardäre"

Wenn ich so jeden Tag mei Zeitung les´,
frag i mi oft: „Gibt’s denn des?“
Die An´ die wissen nicht wia´s weitergeht
Die Andern nicht wohin mit´n Göd.
Es ist nicht fort es ist auch nicht vergrab´,n
es ist nur so, dass es die Ander´n haben.
Nicht dass ich Irgendwem was neidig bin,
mir kommt nur in den Sinn:

Im Club der Milliardäre
ist temporäre Aufnahmesperre,
denn die Milliardäre
vermehren sich zu sehr
Im Club der Milliardäre
kommt man sich immer mehr in die Quere
Wo kommen, trotz Misere
die Milliardäre her?

Der Tag beginnt entspannt um halber drei
Champagner und ein weiches Ei
maximal ein kleiner Fruchtsalat,
weil man gefeiert hat
dann ruft man locket seinen Broker an
und fragt ihn, was man „brocken" kann
Vor kurzem noch in der Kolchose
auf einmal mit der dicken Hose

Im Club der Milliardäre....

Wenn Du Dir also etwas gutes zu Weihnachten tun willst: Die CD heißt bezeichnender Weise "Besser wird's nicht"

Es grüßt herzlichst

Herzog Waydelich

--
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Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

antworten
 

Da irrst du leider, lieber Herzog,

Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 17:08 (vor 4416 Tagen) @ Herzog Waydelich
bearbeitet von Silke, Mittwoch, 04.12.2013, 17:26

auch wenn Fendrich vielleicht eher nicht Dein Fall ist: Höre Dir mal das
Lied "Besser wird's nicht" auf der Homepage an: http://www.fendrich.at/

Der ist sogar ganz doll mein Fall wie viele ander "Liedermacher" auch
Hirsch/Wecker/Mey/Van Veen/Cornelius/
Cohen/Seeger/Dylan/Young/Waters/Lennon/Bragg/Joel/Springsteen/Branduardi
endlos weiter...(ja, viele Frauen auch)
Ja, auch Punk und Klassik - Heavy und Elektronik usw.
Das Problem mit den ganzen schönen Musikempfehlungen im Forum ist...
...der Zeitpunkt muss stimmen, um in Resonanz zu kommen. Dann ist doch alles gut was berührt - auch wenn ich gerade nicht weiß, ob das "anerkannt" gut ist oder einfach nur gut für mich.
Der Fendrich trifft jetzt gerade ziemlich tief.
Danke für die Mühe und den Tipp
LG Silke
PS.ich bin dann mal weg...
http://www.youtube.com/watch?v=tVsmoIv8S8Y

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In "Krieg- wozu er gut ist" argumentiert Jan Morris ähnlich

Kostan @, Mittwoch, 04.12.2013, 12:57 (vor 4416 Tagen) @ Herzog Waydelich

hi Silke,
hi Herzog,

Wir können jeglichen wirtschaftlichen Zerfall irgendwie unter größten
Entbehrungen und Verlustschmerz stoppen. Wenn aber die Reaktoren für 24
Stunden ohne Überwachung sind, dann hilft nix mehr. Dieser Schaden ist
dann irreparabel.
Das Risikopotential ist aber zum einen bekannt und zum anderen setze ich
da auf das Individuum. Auf jeden einzelnen Mitarbeiter in den Kraftwerken.
Den der hat ja auch Familie...

Die Argumentation gefällt mir. Ganz ähnlich beginnt auch das Buch:
"Krieg: Wozu er gut ist" von Ian Morris.
(Dessen allgemeine These ich übertrieben provokativ finde.)

In der kostenlosen Vorschau durch Amazon kann man es nachlesen:
Morris schreibt als Ich-Erzähler.

Mit dreiundzwanzig wäre ich um ein Haar gefallen.
In einer Schlacht. Es war am 26. September 1983, abends, gegen halb zehn. Ich saß in einem möblierten Zimmer im englischen Cambridge über eine gute alte Schreibmaschine gebeugt und tippte das erste Kapitel meiner Doktorarbeit in Archäologie.
....
(Im Osten wurde auf eine Provokation gelassen reagiert:)
Petrow war der stellvertretende Chef für Gefechtsalgorithmen im Serpuchow-15-Bunker, dem Nervenzentrum des sowjetischen Frühwarnsystems. Er war ein methodischer Mensch, Ingenieur, er schrieb Software; und – zum Glück für mich – neigte er nicht zur Panik. Aber als kurz nach Mitternacht (Moskauer Zeit) die Sirene losheulte, fuhr sogar Petrow auf. Auf der riesigen Karte der nördlichen Hemisphäre, die eine ganze Wand der Überwachungszentrale einnahm, begann eine rote Lampe zu blinken. Das bedeutete, dass in Montana eine Rakete gestartet war.
...
Er sagte dem Offizier vom Dienst, dass es sich auch diesmal um einen Fehlalarm handelte. Man verhinderte, dass die Meldung den Befehlsweg bis nach ganz oben ging. Zwanzigtausend sowjetische Gefechtsköpfe blieben in ihren Silos; eine Milliarde Menschen erlebten den nächsten Tag.
Petrows Belohnung dafür, die Welt zu retten, bestand nicht etwa in einer Schatulle voll Orden. Er bekam eine offizielle Rüge dafür, schlampige Berichte abgeliefert und gegen das Protokoll verstoßen zu haben (es wäre Sache des Generalstabs gewesen, über die Zerstörung des Planeten zu entscheiden, nicht die seine). Man schob ihn auf ein Abstellgleis, gab ihm einen weniger kritischen Job. Dort ging er dann vorzeitig in den Ruhestand, erlitt einen Nervenzusammenbruch und rutschte in bittere Armut ab, als er nach dem Zerfall der Sowjetunion keine Altersversorgung mehr bekam.*1

-> Der einzelne Mensch ist sich seiner Verantwortung bewusst.


Wenn es mir mental schlecht geht, versuche ich mich in die Lage der
Bewohner Dresdens zur Zeit der Fliegerangriffe 1944 zu versetzen. Viele
glaubten wohl schon nicht mehr, den nächsten Tag zu erleben. Sie hätten
alles dafür gegeben, noch einmal vier Wochen in Frieden genießen zu
können.
Mensch, man hat uns allen Zeit gekauft genau für dieses Leben in
paradiesischen Zuständen, wie wir sie heute erleben. Also nutzen wir die
Zeit.

Ich denke an meine Großeltern. Zwei Weltkriege überlebt und dennoch sehen sie auf ein erfülltes Leben zurück!

Carpe diem!


Ebenso!

Grüße
Kostan

antworten
 

Kurze Zwischenfrage zur Inflation durch Staat.

Centao @, Donnerstag, 05.12.2013, 12:34 (vor 4415 Tagen) @ Ashitaka

Hallo Ashitaka, werte Foristen,

mir scheint die teilweise dargestellten "Preiserhöhungen" insbesondere auch bei Lebensmitteln insbesondere an Energie- und Monopolpreise gekoppelt.

Die ständige (fragwürdige) Erhöhung des deutschen Steueraufkommens drückt auch die wichtigsten Preisgruppen bei den Verbrauchsgütern und den nachstelligen Mieten weiter in die Höhe. Insofern wäre eine kurze Phase der Kontrolle der Inflationsrate durch den Staat durch die Besteuerungspolitik schon möglich. Ist dieser Eindruck so richtig?

Gruß,
CenTao

antworten
 

Warum Leitzinsen anheben? Solvente Banken würden den lieber heute als morgen oben sehen

Herzog Waydelich @, Dienstag, 03.12.2013, 18:39 (vor 4416 Tagen) @ Herbstlaub

Hallo Herbstlaub,

Wer sich einmal mit der Logik der Fristentransformation beschäftigt versteht, warum die Banken keine Darlehen vergeben: Es lohnt sich schlicht bei diesem Leitzins nicht mehr!

Was zunächst einmal paradox klingen mag, ist eigentlich ganz naheliegend. Solventen Banken schadet der günstige Refinanzierungszins der EZB – genauso wie den Lebensversicherern. Die Universalbanken haben sowieso schon immer günstige Zinssätze aus dem Einlagengeschäft (und aus dem Bereich der unverzinslichen Sichteinlagen). Durch den niedrigen EZB-Zins sinkt die Bereitschaft der Wirtschaft, einen höheren Darlehenszins zu akzeptieren als ein wenig über EZB. Typische Kundenaussage: „Ihr bekommt das doch umsonst, also reicht 1,5% Zins, ist 1,5% Gewinn für Euch pro Jahr“. Nur: Gesunde Banken haben sich aber immer schon quasi „zu 0“ refinanziert, das Geld aber für vier, fünf oder sechs Prozent verliehen. Das Funktioniert nicht mehr. Somit schwächt man die gesunden Banken anstatt die schwachen zu liquidieren.

Wer möchte, hier mal ein interessanter Link zum Thema Fristentransformation: http://www.zeb.de/customer/templates/media_get.php?mediaid=957&fileid=2342&spra...
Das war auch lange das Geschäftsmodell der HRE (auch wenn sie letztlich daran gescheitert ist, die Fristentransformation ist die Einnahmequelle der Banken im Kreditgeschäft gewesen.)

Selbst ein negativer EZB-Zins würde bei der Kreditversorgung der Wirtschaft nicht viel bringen, außer dass noch mehr Staatsanleihen gekauft werden.

Und man möge bitte nicht glauben, dass die staatlichen Institute die besseren Banker sind. Das sieht man ja z.B. an den Landesbanken und deren Abschreibungspotential. Letztlich legen wir mit speziellen Kreditprogrammen nur die Grundlage für die Bankenschieflagen von morgen. Denn nicht nur vielen Banken fehlt es an Solvenz. Es gibt auch genügend kranke Unternehmen, welche dann durch staatlich subventionierte Kredite nur noch am Leben gehalten werden. Auch hier muss es zu einem bereinigenden Prozess kommen, ehe auch Gesunde Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie in Konkurrenzsituationen stehen.
Was wir seit 2008 erleben hat mit freier Marktwirtschaft nichts mehr zu tun. Das muss ja nicht schlecht sein. Nur kann ich nicht die Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Und genau dies ist mittlerweile die verbreitete Wirtschaftsform in der entwickelten Welt: Sozialistische Marktwirtschaft mit Elitenkapitalismus.

Es grüßt herzlichst

Herzog Waydelich

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Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

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Leider, leider passt hier mittlerweile vieles zusammen

Mieses von Ludwig @, Dienstag, 03.12.2013, 21:17 (vor 4416 Tagen) @ Ashitaka
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.12.2013, 21:56

Hallo Ashitaka,

vor gut zwei Wochen hatte Gaby Bezug genommen auf ein Posting von mir aus 2008: http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=299682&amp;page=1&amp;category=0&amp...

Ich schrieb ihr daraufhin eine Antwort, und die passt eben leider sehr gut zu dem von Dir genannten Rückgang der privaten Kredite in der Eurozone. Besser gesagt, wir sind in dem von mir geschilderten Prozess noch weiter, als ich dachte: Die Preise für die bereits vorhandenen Vermögenswerte steigen, obwohl die private Kreditmenge sinkt. Die laufende Rallye an den Aktienmärkten ist diesmal (s.u.) kein Zeichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung, sondern Zeichen einer Erosion des volkswirtschaftlichen Kapitalstocks.

Im von Gaby genannten Posting hatte ich an einer wesentlichen Stelle nicht differenziert und kam deswegen zu ungenauen Schlussfolgerungen. Bei "Assets" hätte ich zwischen dem Kauf von Wertpapieren und "echten" Investitionen unterscheiden sollen - hatte ich aber nicht.

Was ich geschrieben hatte, ist zwar richtig, und es bleibt auch eine wichtige Erkenntnis, dass das zusätzliche Zentralbankgeld statt zu einer Kreditmengenausweitung auch zu einer Kreditmengenkontraktion auf privater Seite führen kann. Aber es fehlte die Differenzierung, dass eine Veränderung der Assetpreise (sorry, Gaby, hier musste ich einen vorher falschen Satz korrigieren) etwas völlig anderes ist als eine Veränderung der privaten Investitionstätigkeit.

Und das ist genau der Salat, den wir heute haben: Per QE & Co. wurden zwar die Assetpreise reflationiert, aber: Es wird kaum noch unternehmerisch investiert, weil dies als nicht aussichtsreich angesehen wird. Es werden also kaum neue Vermögenswerte geschaffen. Im Grunde liegt dasselbe Problem vor wie in einer DeDe. Dank der Rettungsmaßnahmen werden die akkumulierten Überschüsse aus der Vergangenheit aber auch nicht aus-, sondern nur umgebucht, und deren Eigentümer schlagen sich um die bereits vorhandenen Vermögenswerte - wodurch deren Preise natürlich umso stärker steigen. Dies bedeutet, dass der volkswirtschaftliche Kapitalstock erodiert, der verbleibende aber - in Euro ausgedrückt - immer höher bewertet wird. Dem einzelnen Euro steht also ein immer geringerer Anteil am volkswirtschaftlichen Kapitalstock gegenüber - das ist echte Vermögenspreisinflation.

Wir sind also m. E. längst drin in der hyperinflationären DeDe, nur ist diese bisher noch nicht bis zu den Verbraucherpreisen vorgedrungen. Dies wird erst dann der Fall sein, wenn die private Verschuldung einen Boden gefunden hat. Auf dem Weg dahin sind wir laut den von Ashitaka genannten EZB-Zahlen.

Sehr treffend hat das Thema "Kapitalanlage statt Investition" auch Wilhelm Hankel in einem Interview dargestellt:

"Das Gefährliche an der aktuellen Entwicklung ist die innere und die äußere Kapitalflucht aus dem Euro. Was wir heute erleben, ist, dass sich die Bürger vermeintlich absichern, indem sie Immobilien, Realwerte, Aktien und Edelmetalle kaufen oder ins Ausland gehen. Aber gerade diese Sicherung ist totes Kapital, denn die Werte sind bereits da. Mit diesen Ersparnissen kann man keine Innovationen finanzieren. Dazu kommt, dass diese Sicherung auch betriebswirtschaftlich auf sehr wackligen Füßen steht, denn die Immobilienpreise werden nicht ewig steigen. Sie haben leider die Tendenz zyklisch zu fallen. Das gilt auch für Edelmetalle. Europa und hier besonders die reichen Staaten töten den – ein französischer Philosoph sprach vom – 'Elan Vitale' ihrer Volkswirtschaft. Das Sparkapital geht nicht in Innovationen, es erreicht nicht den dynamischen Unternehmer, sondern geht in vorhandene Werte. Diese wiederum werden im Preis hochgetrieben, kommen zyklisch wieder runter und am Ende steht die Vernichtung von Ersparnissen, die sich heute schon abzeichnet. Europa schafft sich eine Zukunft als Industriemuseum."

Quelle: http://www.format.at/articles/1338/931/366278/nach-wahlen-paukenschlag

Auch Hans-Werner Sinn hat sich schon in diese Richtung gehend geäupert.

Ob die vorhandenen Werte allerdings nochmal zyklisch runterkommen oder dies mit QE infinity bis zum vollständigen Kollaps aufgeschoben wird, muss sich noch zeigen. Im Zweifel dauert es, bis die Masse der Babyboomer in Rente geht.

Gruß
Ludwig

antworten
 

Derweil macht uns bloomberg schon mal die Defla schmackhaft: "Super, alles wird billiger!"

Gaby @, Mittwoch, 04.12.2013, 11:29 (vor 4416 Tagen) @ Mieses von Ludwig

Moin,

bemerkenswert ist doch, dass nun medial umgeschwenkt wird. Bloomberg macht uns schon mal die Deflation schmackhaft. Motto: "Super, alles wird billiger."

Dann können die Leute wieder kaufen, ja, ist klar. Bemerkenswert übrigens ein Zitat aus dem Artikel: "Laurent Freixe, executive vice-president of Nestle SA, the world’s biggest food company, echoed that concern in an Oct. 17 conference call with investors. The company is seeing “deflationary tensions” in Europe, “so everyone is fighting for a share of a shrinking pie.”

Und ein wenig zwischen den Zeilen gelesen (Hervorhebung von mir): “This isn’t a Japanese-style deflation yet,” said Ludovic Subran, chief economist at Euler Hermes, a Paris-based credit insurer. “What we have is a euro-zone disinflation, with much stronger pressures in non-core countries.”

Na dann: Besuchen Sie Ihr Kaufhaus. So lange es noch geht. (Anmerkung: Die Enländer scheinen das schon gerafft zu haben: Savers have been withdrawing money from their accounts at the fastest rate for nearly 40 years, Bank of England figures show.

They took £23 billion out of long-term savings in the past 12 months, equivalent to £900 for every household in the country.

They either spent the cash – which in many cases was earning little more than 1 per cent interest – or moved it to easy-access current accounts. The Bank’s figures suggest that record low interest rates have convinced many to give up on the prospect of meaningful returns on their nest eggs."

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

antworten
 

Ja, erschreckend.

Ashitaka @, Mittwoch, 04.12.2013, 14:37 (vor 4416 Tagen) @ Mieses von Ludwig

Hallo Ludwig,

Was ich geschrieben hatte, ist zwar richtig, und es bleibt auch eine
wichtige Erkenntnis, dass das zusätzliche Zentralbankgeld statt zu einer
Kreditmengenausweitung auch zu einer Kreditmengenkontraktion auf privater
Seite führen kann. Aber es fehlte die Differenzierung, dass eine
Veränderung der Assetpreise (sorry, Gaby, hier musste ich einen vorher
falschen Satz korrigieren) etwas völlig anderes ist als eine Veränderung
der privaten Investitionstätigkeit.

Habe dein Posting damals gelesen. Genau diese Unterscheidung bzw. Trennung ist von größter Bedeutung. Die Zentralbanken drehen sich in eine selbstzerstörerische Spirale aus Refinanzierungen und dem Ankauf von Papieren. Wir brauchen massig neue Kredittitel mit längeren Laufzeiten für private Investitionstätigkeit, statt Refinanzierungen von Anleihen und allem, was sonst noch so aus eben diesen Kredittiteln abgeleitet, sprich geschaffen wurde. Das ist eine tödliche Schlinge, die zwar aktuell die Assetspreise hochzieht und Staatenfinanzierung in den Spitzen sichert, aber sehr bald so eng zugezogen ist, dass es zum Implodieren dieser Märkte führt, wenn diese Liquiditätszuwächse abbrechen.

Derweil trocknen die privaten Haushalte und Unternehmen aus und bewirken aufgrund stark rückläufiger Kreditnachfragen, dass die ganze Basis der daraus erst möglich werdenden Refinanzierungsgeschäfte zum Abbruch kommt. Das wird eine Korrektur bzw. Zerstörung an den Märkten nach sich ziehen, so dass das ganze Kreditvergabesystem blockiert wird. Denn wie auch Fredmund Malik und Heinsohn es derzeit richtig darstellen: An den Marktpreisen orientieren sich alle Sicherheitenbewertungen, denen wiederum nominell fixe Schulden gegenüber stehen. Es wird zu flächendeckenden Unterbesicherungen der Linien kommen und damit eine weitere Beschleunigung des Abbruches beobachtet werden.

Und das ist genau der Salat, den wir heute haben: Per QE & Co. wurden zwar
die Assetpreise reflationiert, aber: Es wird kaum noch unternehmerisch
investiert, weil dies als nicht aussichtsreich angesehen wird. Es werden
also kaum neue Vermögenswerte geschaffen. Im Grunde liegt dasselbe Problem
vor wie in einer DeDe. Dank der Rettungsmaßnahmen werden die akkumulierten
Überschüsse aus der Vergangenheit aber auch nicht aus-, sondern nur
umgebucht, und deren Eigentümer schlagen sich um die bereits vorhandenen
Vermögenswerte - wodurch deren Preise natürlich umso stärker steigen.

Einfach krass wie ich mich da drin wieder finde. Da werden Nachfrageüberhanginflationen in gewissen Marktsegmente provoziert, deren Preisstürze systematisch vorprogrammiert sind. Das ganze ist überhaupt nicht zu vermeiden.

Dies bedeutet, dass der volkswirtschaftliche Kapitalstock erodiert, der
verbleibende aber - in Euro ausgedrückt - immer höher bewertet wird. Dem
einzelnen Euro steht also ein immer geringerer Anteil am
volkswirtschaftlichen Kapitalstock gegenüber - das ist echte
Vermögenspreisinflation.

Kurz- bis mittelfristig. Diese Vermögenspreisinflation ist es, was von den Marktbeobachtern nicht verstanden wird. Wir blicken hoch und sehen nicht, dass die Fundamente (Privatverschuldung) wegbrechen.

Wir sind also m. E. längst drin in der hyperinflationären DeDe, nur ist
diese bisher noch nicht bis zu den Verbraucherpreisen vorgedrungen. Dies
wird erst dann der Fall sein, wenn die private Verschuldung einen Boden
gefunden hat. Auf dem Weg dahin sind wir laut den von Ashitaka genannten
EZB-Zahlen.

Nicht nur nach den Zahlen. Ich hatte für die USA drauf hingewiesen. Auch dort ist Feierabend mit wachsender Privatverschuldung. Dottore hatte da auch damals schon den Zeigefinger in die Wunde gelegt. Ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, dass es zu großangelegten Infrastrukturprogrammen kommt, bei denen der Staat weiter aufschuldet und damit eine zumindest kurzfristige Rückkehr auf Kreditwachstumskurs gemeistert wird. Das wird nur in neuen Schuldenunionen ansatzweise funktionieren.

Herzlichen Dank für deine Gedanken,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

antworten
 

Endlich versteht mich mal jemand (auch @Gaby)

Mieses von Ludwig @, Mittwoch, 04.12.2013, 23:08 (vor 4415 Tagen) @ Ashitaka

Hallo Ashitaka,

Hallo Ludwig,

Was ich geschrieben hatte, ist zwar richtig, und es bleibt auch eine
wichtige Erkenntnis, dass das zusätzliche Zentralbankgeld statt zu

einer

Kreditmengenausweitung auch zu einer Kreditmengenkontraktion auf

privater

Seite führen kann. Aber es fehlte die Differenzierung, dass eine
Veränderung der Assetpreise (sorry, Gaby, hier musste ich einen vorher
falschen Satz korrigieren) etwas völlig anderes ist als eine

Veränderung

der privaten Investitionstätigkeit.


Habe dein Posting damals gelesen. Genau diese Unterscheidung bzw. Trennung
ist von größter Bedeutung.

Ja, wobei (nur zur Klarstellung): Was ich damals übersehen hatte, war nicht, dass es trotz oder gerade wegen QE & Co. zu einer Kontraktion der privaten Kreditmenge kommen kann - im Gegenteil, das war einer der Kernpunkte meines damaligen Postings. Was ich übersehen hatte, war, welchen Einfluss das auf die Preise der bereits vorhandenen Vermögenswerte haben kann. Dass die Vermögenspreise den Verbraucherpreisen so extrem davonlaufen wie geschehen, hatte ich daher nicht für möglich gehalten.

Einfach krass wie ich mich da drin wieder finde. Da werden
Nachfrageüberhanginflationen in gewissen Marktsegmente provoziert, deren
Preisstürze systematisch vorprogrammiert sind. Das ganze ist überhaupt
nicht zu vermeiden.

Dies bedeutet, dass der volkswirtschaftliche Kapitalstock erodiert, der
verbleibende aber - in Euro ausgedrückt - immer höher bewertet wird.
Dem einzelnen Euro steht also ein immer geringerer Anteil am
volkswirtschaftlichen Kapitalstock gegenüber - das ist echte
Vermögenspreisinflation.


Kurz- bis mittelfristig. Diese Vermögenspreisinflation ist es, was von
den Marktbeobachtern nicht verstanden wird. Wir blicken hoch und sehen
nicht, dass die Fundamente (Privatverschuldung) wegbrechen.

Was wir im Moment erleben, sollten sich übrigens die ganzen Freigeldanhänger mal genau ansehen. Aber wahrscheinlich werden sie nicht verstehen, dass wir hier praktisch eine versteckte Einführung eines Freigeld-Systems erleben, mit eben genau den Konsequenzen, die Freigeld mit sich bringt.

Herzlichen Dank für deine Gedanken,

Ashitaka

Dito
Ludwig

antworten
 

Völlig richtig erkannt

sensortimecom @, Dienstag, 03.12.2013, 14:15 (vor 4417 Tagen) @ Gaby

Meine Frage: Wenn man jetzt diesen Cocktail auf der einen Seiten anrührt
(Zinsen auf quasi Null), gleichzeitig aber dem deflationären Druck nichts
entgegen setzen kann - ist das nicht die Schaffung der ultimativen
Killersituation? Ist es nicht das, was Ludwig als "(hyper-)inflationäre
Depression" bezeichnet hat?

Hallo. Das ist es auch! Wir haben es mit einer deflationären Realwirtschaft in den meisten Sektoren zu tun (mit wenigen Ausnahmen, z.B. Bitcoin-Miner <img src=" /> )- diese ist gepaart mit Inflation in der Finanzwirtschaft und einzelnen Hyper-Infla-Injektionen die der Staat fördert damit die Steuereinnahmen stimmen (Abgaben-Erhöhungen, steigende Lebensmittelpreise, Maut usw.). Ich hab das seinerzeit hier mal als "Dehypflation" bezeichnet. Und diese Mischung ist es, die in der gesamten Menschheitsgeschichte einmalig ist. Vermögensvernichtung pur.

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