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Prof. Hörmann bei KenFM

baisse-man @, Mittwoch, 18.06.2014, 21:06 (vor 4228 Tagen)

Hallo,

Herr Hörmann mal wieder über die Banken und die Geldschöpfung.
Zitat: "Geld ist die Schuld einer Bank gegenüber einer Nichtbank!"

https://www.youtube.com/watch?v=Oouoee9UvEc&feature=share

Viel Vergnügen.

Gruß

bm

--
Erkenne dich selbst.

antworten
 

Ein interessantes Interview! Vielen Dank an Ken Jebsen und Franz Hörmann! (oT)

Nikolay @, Donnerstag, 19.06.2014, 01:54 (vor 4228 Tagen) @ baisse-man
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 19.06.2014, 02:01

- kein Text -

antworten
 

Viele Bäume, aber kein Wald

Nico @, Samstag, 21.06.2014, 21:07 (vor 4225 Tagen) @ baisse-man


Herr Hörmann mal wieder über die Banken und die Geldschöpfung.
Zitat: "Geld ist die Schuld einer Bank gegenüber einer Nichtbank!"

Soweit gar nicht mal falsch, aber ...

https://www.youtube.com/watch?v=Oouoee9UvEc&feature=share

Hörmann ist Professor für Rechnungswesen, wie man in dem verlinkten Video erfährt, weshalb er eigentlich von allen am besten verstanden haben sollte, was Geld ist. Aber auch bei Hörmann handelt es sich bei Giralgeld nur um Zahlen in Computern, deren Entstehung Hörmann zufolge, das „Große Geheimnis, und vielleicht auch das Problem der heutigen Zeit bedeutet“. So geht es obligatorisch mit der Feststellung weiter, dass dieses Geld nicht gedeckt sei, u.s.w..

Es ist ja so, dass wir alle mit der täglichen Erfahrung groß werden, dass man für Geld alles kaufen kann. So kommt es nun zu dem augenscheinlichen psychologischen Phänomen in der Allgemeinheit, dass wir in dem Geld selbst einen Wert erblicken, welchen wir nun sogar höher einschätzen als das, was sich damit kaufen lässt. Zumindest scheint es den meisten, die in Wirklichkeit völlig naheliegende Vermutung, dass Geld eben genau durch die Dinge die dafür zu erwerben sind auch gedeckt ist, wohl höchst enttäuschend zu sein. Sollte Geld nicht wenigstens durch Gold gedeckt sein, welches diesem so nun Wert verleiht? Auch Gold bedeutet natürlich nur eine Ware, welche für Geld zu kaufen wäre. Wodurch ist denn eigentlich der Wert des Goldes gedeckt? Alle Deckung liegt in der Funktionalität der Volkswirtschaft. Ohne diese wäre Gold nur noch ein absolut nutzloser Ballast in einem nun höchst archaischen Überlebenskampf. In Wahrheit wird die Deckung des Geldes an allen Ecken und Enden mit Argusaugen überwacht – zumeist von Leuten, die sich vornehmlich in Sachen Rechnungswesen auskennen. So sieht man also den Wald vor Bäumen nicht.

Nun habe ich nur einige Minuten in dieses Video reingeschaut, und so mag ich vielleicht auch noch etwas verpasst haben. Nur bestand für mich auch schon zuvor erheblicher Zweifel, an Hörmanns diesbezüglichen Verständnis zu zweifeln, und auch die ihm meines Wissens nach nahestehende „Wissensmanufaktur“ kann ihm in dieser Angelegenheit keine große Hilfe sein. Vielleicht sollte er mal ins „Gelbe“ schauen.

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

antworten
 

Der Wert (ist immer Relation) ist von der Verschuldung abhängig

Ashitaka @, Sonntag, 22.06.2014, 14:12 (vor 4225 Tagen) @ Nico
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.06.2014, 14:19

Hallo Nico,

Herr Hörmann mal wieder über die Banken und die Geldschöpfung.
Zitat: "Geld ist die Schuld einer Bank gegenüber einer Nichtbank!"


Soweit gar nicht mal falsch, aber ...

https://www.youtube.com/watch?v=Oouoee9UvEc&feature=share


Hörmann ist Professor für Rechnungswesen, wie man in dem verlinkten
Video erfährt, weshalb er eigentlich von allen am besten verstanden haben
sollte, was Geld ist. Aber auch bei Hörmann handelt es sich bei Giralgeld
nur um Zahlen in Computern, deren Entstehung Hörmann zufolge, das
„Große Geheimnis, und vielleicht auch das Problem der heutigen Zeit
bedeutet“. So geht es obligatorisch mit der Feststellung weiter, dass
dieses Geld nicht gedeckt sei, u.s.w..

Exakt. Hörmann baut sich ielleicht nur eine eigene, stark beschränkte Welt, in der er dann Lösungen bzw. Zustimmung verkaufen will. Aber daran sollte man nicht glauben. Sein Umfeld reicht von empörten Montagsdemonstranten (siehe aktuelle Diskussionen zum Verbot von systemkritischen Reden, dafür jebsisches Boulevardniveau ala "ihr Kinderlein müsst die Kommentarfunktionen der großen Zeitungen bombardieren"), bis zu Autoren von Alienbüchern (Jo Conrad) und dieser Wissensdoktrin. Diese Vernetzung ist bei den meisten Gewerbetreibenden solcher Themen zu beobachten und nicht zu verübeln. Es kann ihm wohl kaum um eine umfassende Sicht auf das Schuldgeldsystem gehen. Ihm muss es genügen, auf ganz bestimmten Systemebenen stehen zu bleiben, damit auch ja niemand die mystische Aura des Geldes aus seinem Vorstellungsvermögen verliert. Es könnte ja schließlich alles so klar werden, dass man selbst anfängt, das System und seine Ebenen zu erklären.

Es ist ja so, dass wir alle mit der täglichen Erfahrung groß werden,
dass man für Geld alles kaufen kann. So kommt es nun zu dem
augenscheinlichen psychologischen Phänomen in der Allgemeinheit, dass wir
in dem Geld selbst einen Wert erblicken, welchen wir nun sogar höher
einschätzen als das, was sich damit kaufen lässt.

Ganz genau. Hier toben sich ja auch immer mal wieder Schreiber einer Echte-Geld-Wert-Denke aus. Sobald man aber nach der Herkunft ihrer Gießkannen fragt, wird es still.

Ankunft der Gießkannen http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=301838
Herkunft der Gießkannen http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=301850

Zumindest scheint es
den meisten, die in Wirklichkeit völlig naheliegende Vermutung, dass Geld
eben genau durch die Dinge die dafür zu erwerben sind auch gedeckt ist,
wohl höchst enttäuschend zu sein. Sollte Geld nicht wenigstens durch Gold
gedeckt sein, welches diesem so nun Wert verleiht? Auch Gold bedeutet
natürlich nur eine Ware, welche für Geld zu kaufen wäre. Wodurch ist
denn eigentlich der Wert des Goldes gedeckt?

Trennen wir zunächst einmal zwischen Besicherung des Geldes (Pfand) und dem Wert der Besicherung. Das sind zwei Paar Schuhe. Die Besicherung ist zunächst nur ein Titel/Papier, verbrieftes Anrecht bzw. Recht (Anrecht am Eigentum, heute hauptsächlich Forderungstitel). Der Wert dieser Titels hängt jedoch von den tragenden Verschuldungen und Verschuldungserwartungen ab. Gold oder auch Öl (du erinnerst dich an unsere letzte Diskussion), ist nichts wert, wenn sich niemand dafür verschuldet. Der Wert des Goldes ist nicht gedeckt, denn nicht der Wert deckt, sondern das Gold, welches einen Wert hat, der ausschließlich von der Verschuldung für ein gestriges und morgiges Erlangen des Goldes abhängig ist. Jede Wertvorstellung muss sich den Preisen beugen, kommt aus Verschuldung und wird sich mit sinkender Verschuldung bzw. nicht weiter steigenden Verschuldungen in Luft auflösen.

Werte/Preise werden ausschließlich durch Verschuldungen und der spiegelbildlichen Forderungen getragen, die man gegenüber einem Kaufinteressenten erheben kann. Da wären wir beide wieder bei der zwingend notwendigen Vorfinanzierungs- und Nachfinanzierungsthematik (Vor- und Nachschuldner).

Nun habe ich nur einige Minuten in dieses Video reingeschaut, und so mag
ich vielleicht auch noch etwas verpasst haben. Nur bestand für mich auch
schon zuvor erheblicher Zweifel, an Hörmanns diesbezüglichen Verständnis
zu zweifeln, und auch die ihm meines Wissens nach nahestehende
„Wissensmanufaktur“ kann ihm in dieser Angelegenheit keine große Hilfe
sein. Vielleicht sollte er mal ins „Gelbe“ schauen.

Ja, hier lässt sich für ihn und Kollegen nur kein Geld verdienen. Und wozu soll er vor einem in vielen Bereichen vorzüglich gebildeten und in vielen Fragestellungen der Finanzsysteme klare Antworten bietenden Publikum eine magische Diskussion entfesseln, wenn sie doch auch hier schon seit über 10 Jahren durch Fakten und Fakten entkräftet wurde. Das würde ihm schaden. Er käme hier keine zwei Meter weit, wenn man ihm gezielte Fragen bzgl. der übrigen Systemebenen und Voraussetzungen von Geld und Werten aufzeigen würde.

Es geht vielen nur um die Magie auf bestimmten Systemebenen, um die Erweckung von sofort nachvollziehbaren Karikaturen der darüber und darunter aufwartenden Ebenen, nicht um eine alles umfassende Betrachtungsweise. 99% hören ihm sicher zu, weil er in das unerschütterliche Vorstellungskonzept eines ausschließlich in den alternativen Kanälen aufwartenden Wahrheitsgeistes passt.

Grüße dich herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

antworten
 

Hörmann und die Urschuld

Nico @, Sonntag, 22.06.2014, 18:03 (vor 4225 Tagen) @ Ashitaka

Hallo Ashitaka!

Danke für die zustimmenden Worte, und eine kleine Anmerkung dazu.

Prof. Hörmann ist mir natürlich durchaus sympathisch, und ich zweifle nicht an seiner Integrität – ebenso wenig wie an jener von wohl nahestehenden Personen wie Andreas Popp oder derer aus der Wissensmanufaktur. Vielmehr begrüße ich deren Aktivitäten und hoffe auf deren Mut, weiterhin Aufklärung zu betreiben und natürlich auch die Mahnwachen weiter zu unterstützen. So fordert Hörmann eben auch „demokratische Zentralbanken“, was mir eine wichtige Gemeinsamkeit bedeutet.

Ansonsten erscheint es ja auch geradezu sprichwörtlich, dass genau jene den Wald nie gesehen haben, welche jeden einzelnen Baum vom Namen her kennen. [[zwinker]]


Da wir uns nun an dieser Stelle wieder begegnen, setze ich nun hier noch mal an dem Punkt an, um den es mir in der bereits angesprochenen Diskussion geht. Ich behaupte, dass alle Sachwerte ausschließlich als Mehrwert in die debitistische Welt Einzug halten, und den Mehrwert definiere ich dadurch, dass dieser eben genau das ist, was nicht vor-finanziert wurde. Deinen Versuch, dieser These nun beizukommen, und den Beweis zu führen, dass der Mehrwert ebenfalls vor-zu-finanzieren sei, sehe ich als bisher gescheitert an. So antwortest du auf meinen Hinweis

„Es geht um den Übergang, von noch nicht gebuchtem (nicht-debitistischem)
zu gebuchtem (debitistischem).“ (Nico)


folgendes:

„Ich verstehe diese Gedanken schon. Sie haben mich auch einige Zeit beschäftigt. Nur lass dir gleich sagen, dass es keinen Übergang gibt.“ (Ashitaka)

und

„Natürlich ist auch eine Stammesgemeinschaft vorfinanziert, jedes Lebewesen hat Termine vor sich, die es zu erfüllen gilt.“ (Ashitaka)

Bei dem Thema Vorfinanzierung kann es aber natürlich nur um gebuchte Schulden zwischen zwei Parteien gehen. So finden wir in dem Begriff der „Vorfinanzierung“ natürlich auch den Begriff der „Finanzen“. Dieser Begriff muss ausschließlich einer monetären Wirtschaft vorenthalten sein.

Wikipedia:
"Finanzen bezeichnet im allgemeinen Sinne Geldmittel und Vermögen(slage), im engeren Sinne die Einnahmen und Ausgaben eines Staates. In der Wirtschafts­wissenschaft werden damit alle Aktivitäten „rund um Zahlen“ bezeichnet, neben der (Finanz-)Buchhaltung und dem daraus abgeleiteten Jahresabschluss auch die Kalkulation (Betriebsbuchhaltung); in der Regel wird damit auch die Finanzwirtschaft abgedeckt."

http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzen

Deshalb ist eine nicht-monetäre Stammesgesellschaft natürlich auch nicht vor-finanziert, und der Hinweis auf deren „Termine“ geht ins Leere.

Mir geht es in der gesamten Angelegenheit nur um die speziell in diesem Forum verbreitete Vorstellung, dass monetäres Wirtschaften prinzipiell auf ein Ponzi-Schema hinausläuft. Solch ein Ponzi-Schema kann erst recht nur auf monetären Schulden gründen. Davon abgesehen, dass deine Auskünfte nun eigentlich darauf hinauslaufen müssten, dass ja also nun das gesamte Universum seinem Schulden-GAU entgegen strebt, interessiert mich ausschließlich ein möglicher Beweis, dass monetäres Wirtschaften einem Wachstumszwang unterliegt. Auch hier könnte nur das Wachstum monetärer Schulden gemeint sein. Diese „zusätzlichen“ Schulden philosophierst du aber nur herbei, ohne zu erklären, wie diese zu konkreten Schulden werden würden.

Du lieferst dabei keinerlei Ansatz, wer denn nun systemisch gezwungen sein müsste, seine Forderungen beständig zu erhöhen. Wenn das aber doch geschieht, dann deutet das zunächst nur auf eine Störung der monetären Mechanik, welche prinzipiell auch zu beheben wäre. Den daraus abzuleitenden Anspruch möchte ich dann übrigens keines Falls durch eine unausgegorene Schulden-Philosophie untergraben sehen.

Seit ewigen Zeiten nagt der Zahn der Zeit an allem irdischen, und von Beginn an kommt das Leben diesem Verlust durch Aktivitäten der Reproduktion bei. In einer monetären Betrachtung entspricht der zu erzielende Mehrwert dieser Reproduktion. Ein monetärer Gewinn wird dabei stets vom Einzelnen erwünscht, weshalb aber niemand darauf angewiesen ist. So geht es bei solchen Betrachtungen ohnehin nur um willkürlich festgelegte Zeiteinheiten. So mag der Gewinn HEUTE notwendig sein, um die Rente von MORGEN zu sichern. Insgesamt läuft alles auf ein Kommen und Gehen hinaus, und nichts geht wieder, was nicht zuvor gekommen ist.

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

antworten
 

Loslassen, darum geht es in den meisten Unterhaltungen sobald der Debitismus den Raum betritt.

Ashitaka @, Sonntag, 22.06.2014, 20:24 (vor 4224 Tagen) @ Nico
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.06.2014, 20:52

Hallo Nico,

Da wir uns nun an dieser Stelle wieder begegnen, setze ich nun hier noch
mal an dem Punkt an, um den es mir in der bereits angesprochenen Diskussion
geht. Ich behaupte, dass alle Sachwerte ausschließlich als Mehrwert in die
debitistische Welt Einzug halten, und den Mehrwert definiere ich dadurch,
dass dieser eben genau das ist, was nicht vor-finanziert wurde.

Dann solltest du dir die abertausenden Beiträge zahlreicher Forenmitglieder noch mal durchlesen, insbesondere Dottores Wegweiser, die dir aufzeigen, dass JEDER MEHRWERT eine Schuld voraussetzt. Es kommt nix netto, kein Beamportal. Ich würde mal die alten Forenseiten wälzen und mich bei Dottore genau über diese gleichen Begegnungen informieren.

Deinen
Versuch, dieser These nun beizukommen, und den Beweis zu führen, dass der
Mehrwert ebenfalls vor-zu-finanzieren sei, sehe ich als bisher gescheitert
an.

Das ist kein Versuch, sondern bereits gelungen. Im Übrigen ist es auch keine neue Erkenntnis, die mir zu verdanken wäre, sondern das theoretische Fundament des Debitismus von Paul C. Martin. Dass du das klare Zitat von ihm nicht duldest, das ist dein Problem. Es gibt keinen Mehrwert, der aus einem Brunnen ohne Vorfinanzierung des Zeitbedarfs entspringt!

Bei dem Thema Vorfinanzierung kann es aber natürlich nur um gebuchte
Schulden zwischen zwei Parteien gehen.

Nein, Schulden gab es schon lange vorher. Statt doppelten Buchhaltungen gab es in frühesten Formen Tontafeln, Siegel, die in Archiven der Gläubiger aufbewahrt wurden, massenweise bei Ausgrabungen zu Tage gebracht. Und der Debitismus beschränkt sich eben nicht nur auf die Vorfinanzierung durch Dritte, sondern eben auch auf die Vorfinanzierung durch eigenes Kapital (Dich selbst). Es gab weder eine häusliche Produktion, noch eine durch Abgabenforderungen notwendig gewordene Überschussproduktion, die ohne eine Vorfinanzierung des Zeitbedarf der Produktion herstellbar gewesen wäre. Der Debitismus berücksichtigt genau diese realen Umstände.

So finden wir in dem Begriff der
„Vorfinanzierung“ natürlich auch den Begriff der „Finanzen“.
Dieser Begriff muss ausschließlich einer monetären Wirtschaft
vorenthalten sein.

Finanz kommt vom lateinischen finis, was Zahlungstermin bedeutet. oder finalis, was Grenze (bis zu dem Tage) bedeutet. Die Begriffe gab es schon lange vor den ersten monetären Wirtschaften.

Deshalb ist eine nicht-monetäre Stammesgesellschaft natürlich auch nicht
vor-finanziert, und der Hinweis auf deren „Termine“ geht ins Leere.

Natürlich, sie konnten Nahrung zu sich nehmen wann sie wollten, da sie auch keine Schuld gegenüber ihren Gemeinschaften verspürten. Die Ernte kostete keine Zeit, alles war in Hülle und Fülle vorhanden. Es gab überhaupt keine Termine, die den Menschen per Natur auferlegt waren. Und wenn es doch einmal so weit kam, schwebten die Glücksbärchis von ihren Wolken herunter und halfen kurzum aus. Nein Nico, Paul C. Martin lesen, Paul C. Martin verstehen! Alles im Leben hat einen Termin, sonst wäre dem Zeitbedarf kein Sinn gegeben.

Mir geht es in der gesamten Angelegenheit nur um die speziell in diesem
Forum verbreitete Vorstellung, dass monetäres Wirtschaften prinzipiell auf
ein Ponzi-Schema hinausläuft. Solch ein Ponzi-Schema kann erst recht nur
auf monetären Schulden gründen.

Nein, das Ponzi-Schema ist bereits dadurch begründet, dass der Abgabenforderung der Zwingherren/Staaten eine zunehmende Unfähigkeit der Untertanen zur steigenden Überschussproduktion gegenüber steht. Die Produktion muss aufgrund der Vorfinanzierungsproblematik gesteigert werden. Dazu solltest du dir diese Unterhaltung noch mach in Ruhe durchlesen. Jeder Debitist wird dir bestätigen, dass alles an diesen Darstellungen bzgl. der Vorfinanzierungsproblematik stimmt:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=315446

Davon abgesehen, dass deine Auskünfte
nun eigentlich darauf hinauslaufen müssten, dass ja also nun das gesamte
Universum seinem Schulden-GAU entgegen strebt, interessiert mich
ausschließlich ein möglicher Beweis, dass monetäres Wirtschaften einem
Wachstumszwang unterliegt.

Sei ehrlich, das interessiert dich nicht. Dich interessiert das Gegenteil, die bestmögliche Verteidigung einer Modellierung von Gleichgewichtszuständen. Darin war ich früher auch mal richtig gut.

Auch hier könnte nur das Wachstum monetärer
Schulden gemeint sein. Diese „zusätzlichen“ Schulden philosophierst du
aber nur herbei, ohne zu erklären, wie diese zu konkreten Schulden werden
würden.

Eine Lüge! Immer wieder die gleiche Behauptung, sowohl gegenüber meiner Person, als auch gegenüber den anderen Debitisten, insbesodnere Paul C. Martin. Ich habe die Ursache des Wachstumszwanges der monetären Verschuldungen von der Abgabe, über die Vorfinanzierungsprobleme des Erhebenden Zwingherrn/Staates, bis zur Unfähigkeit der Untertanten/Steuerpflichtigen zur kontinuierlich Mehrabgabenleistungen, beschrieben. Und nicht nur ich, sondern zahlreiche Forenmitglieder zuvor und immer wieder. Das ganze als "nicht erklärt" abzustempeln, um daraus bloße Behauptungen zu machen ist eine Art, die auf ganz andere Probleme schließen lässt. Mehr dazu weiter unten.

Du lieferst dabei keinerlei Ansatz, wer denn nun systemisch gezwungen sein
müsste, seine Forderungen beständig zu erhöhen.

Wieder eine Lüge!

Wenn das aber doch
geschieht, dann deutet das zunächst nur auf eine Störung der monetären
Mechanik, welche prinzipiell auch zu beheben wäre.

Nein, das Vorfinanzierungs- und Nachschuldnerproblem ist aus den in diesem Forum dargestellten Gründen nicht zu beheben. Ich weiß, wie unsagbar schwer es ist, von der Verteidigung eines solchen Wunsches Abstand zu nehmen und in den Geschichtsschreibungen mehr als bloße Fehlplanungen zu sehen, die der heutige Mechaniker mit all seinen Werkzeugen zu verhindern wissen will.

Es waren in debitistischer Hinsicht keine Fehler, sondern Systeme, die funktionierten, bis sie nicht mehr funktionierten (debitistischer Abbruch, Vor- und Nachfinanzierungsproblematik).

Den daraus
abzuleitenden Anspruch möchte ich dann übrigens keines Falls durch eine
unausgegorene Schulden-Philosophie untergraben sehen.

Dann bist du hier höchstwahrscheinlich im richtigen Forum, würde ich mal einfach behaupten. Dies hier ist ein Debitistenforum, dass sich nur einem Anspruch verpflichtet fühlt: Keine Lösung für ein System zu bieten, dass als endlich programmiert wurde. Es ist wie mit dem ewigen Leben oder der lebenslangen Hoffnung, vor Krankheiten verschont zu bleiben. Alles eine Frage der Zeit, bis das Leben (System) endet. In keinster Weise philosophisch, sondern bittere Realität, die jede Minute bis zum letzten Termin kostbar macht. Ginge es hier um eine philosophischere Sicht, würde ich dir versuchen zu erklären, wie es ganz schnell dazu kommen kann, diese Kostbarkeit zu erkennen.

Seit ewigen Zeiten nagt der Zahn der Zeit an allem irdischen, und von
Beginn an kommt das Leben diesem Verlust durch Aktivitäten der
Reproduktion bei. In einer monetären Betrachtung entspricht der zu
erzielende Mehrwert dieser Reproduktion.

Nein, der Mehrwert (Überschuss) muss aus den beschriebenen Gründen steigen. Dem wirst du nicht zustimmen, denn das ist dein Weg. Ging mir auch damals so. Ich wollte mich mal zwischenzeitlich anmelden, weil ich die Texte der hier noch vertretenden Debitisten als abartig empfand, so tief saß die Doktrin der Universität, die ich besucht habe. Es war wohl ein Schicksalsschlag, der mir das Loslassen der gelehrten Beschränktheit ermöglichte. Als ich die monetäre Wirtschaft das erste mal ausschließlich als Schuld-Beziehung sah, dauerte es nicht lange, bis ich die Auswirkung des Zeitablaufes auf jede Form der Herrschaft und Abgabenforderung verstand. Es ist zuerst eine Qual, alles in Zeit, Terminen und Schuldbeziehungen zu denken. Das ist der eigentliche Grund aller Ablehnungen des Debitismus, niemand hat die Zeit, von seinen bisherigen Vorstellungen loszulassen und sie in einem größeren Kontext zu vervollständigen.

Ein monetärer Gewinn wird dabei
stets vom Einzelnen erwünscht, weshalb aber niemand darauf angewiesen ist.

Auf den Überschuss ist immer jemand angewiesen. Aber ich merke nach solchen Sätzen, dass mir einfach die Lust fehlt, immer und immer wieder auf den Anfang und Erhalt der Abgaben- und Steuersysteme zu verweisen. Bleib einfach noch eine weile in dem Glauben, dass niemand außer dir, auf deinen Gewinn angewiesen ist. Das ist eine sehr beruhigende Vorstellung und erspart dir lange Nächte und tagelange Grübelei in der Toskana oder sonst wo.

Herzlichste Grüße,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

antworten
 

Systemimmanenter Wachstumszwang

Zarathustra, Montag, 23.06.2014, 10:57 (vor 4224 Tagen) @ Ashitaka
bearbeitet von Zarathustra, Montag, 23.06.2014, 11:05

Wenn das aber doch
geschieht, dann deutet das zunächst nur auf eine Störung der

monetären

Mechanik, welche prinzipiell auch zu beheben wäre.


Nein, das Vorfinanzierungs- und Nachschuldnerproblem ist aus den in diesem
Forum dargestellten Gründen nicht zu beheben. Ich weiß, wie unsagbar
schwer es ist, von der Verteidigung eines solchen Wunsches Abstand zu
nehmen und in den Geschichtsschreibungen mehr als bloße Fehlplanungen zu
sehen, die der heutige Mechaniker mit all seinen Werkzeugen zu verhindern
wissen will.

Ja, dieser systemische Zwang wurde in diesen Foren tatsächlich überreichlich dargestellt und abgehandelt. Von Dottore sowieso. Ich hatte aus diesem Grund auch einmal einige dementsprechende Aussagen in einem Beitrag gebündelt:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=250729

Beste Grüsse, Zara

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