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Großschlachtung bei der Elektronikkette Circuit City

satsangi @, Sonntag, 30.12.2007, 11:02 (vor 6598 Tagen)

Hallo

Je älter du bist, desto schneller wirst du gefeuert
von Barbara Ehrenreich
13.04.2007 — Huffington Post / ZNet Glaubt man dem Bild, das der Kolumnist Bill White in der Zeitung Allentown Morning Call entwirft, so erwartet Philip J. Schoonover, Manager der Elektronikkette Circuit City, dereinst ein warmer Empfang in der Hölle - ein sehr warmer. Satan zu Schoonover: "Dieser Ort ist voll von deinesgleichen, voll von überbezahlten, auslagernden, Mitarbeiter herabwürdigenden, Goldener-Handschlag-Typen". Welche Sünde hat Schoonover begangen? Er hat 3400 Mitarbeiter entlassen - aus dem einfachen Grund, weil sie schon zu lange dabei waren und durch neue Mindestlohnmitarbeiter ersetzt werden mussten.

Wie wird seine Höllenstrafe aussehen? Er teilt sich ein Zimmer mit Dick Cheney beziehungsweise der Talkshow-Moderatorin Nancy Grace und muss für den Rest der Ewigkeit die 'Größten Hits' des Popteenies Sanjaya ertragen.

Die New York Times nahm die Massenentlassungen bei Circuit City mit weit größerer Gelassenheit hin. In seiner Wirtschaftsspalte legte Times-Kolumnist David Leonhardt vergangene Woche zwar eine gewisse fromme Sympathie für die Entlassenen an den Tag (nach einer "Abkühlungsphase" von 10 Wochen sollen sie die Chance erhalten, sich wieder auf den alten Job zu bewerben - für viel, viel weniger Lohn), doch dann fährt Leonhardt fort und erläutert: Der üble Umgang der Elektronikkette mit ihren Mitarbeitern sei im Kontext einer weit größeren Konzernnotwendigkeit zu sehen: der der "Effizienz". Beispiel Walmart. Das Unternehmen habe die Löhne seiner Mitarbeiter gekürzt und den älteren Mitarbeitern die Stühle (zum Ausruhen) weggenommen. Traurig, aber wahr:

Es sei wahrscheinlich unmöglich, diese Veränderungen zu stoppen, meint Leonhardt. Vielleicht wird es noch nicht einmal gewünscht? Die Flexibilität der amerikanischen Arbeitnehmerschaft, so Jason Furman, sei mit ein Grund, weshalb es hierzulande zu weniger Rezessionen komme und die Arbeitslosigkeit kein so großes Problem sei wie in Europa. Furman ist einer der führenden Ökonomen der Demokraten.

Er selbst ist ein sehr gutes Beispiel für Flexibilität. 2004 war Furman Berater für John Kerry, anschließend ging er als Professor an die New York State University, aktuell arbeitet er als Projektleiter für das Brookings Institute - wo er sich als "liberaler" Verfechter der Antiarbeitnehmer-Politik der Firma Walmart profiliert. Es sind Typen wie Furman, die den Zischlaut in das Wort "demokratisch" einbringen.

Von den Allenstown Nachrichten bis zum Times Square - niemand will kommentieren, wohin uns diese neue Flexibilität führt. Es gab einmal eine Zeit - sie ist noch gar nicht so lange her -, da wurde Erfahrung mit einem höheren Gehalt und anderem Schnickschnack belohnt. Heute geht die höhere Gehaltsstufe mit einem potentiell tödlichen Risiko einher. Ein Freund von mir - Software-Entwickler für ein großes multinationales Unternehmen - hat es einmal so erklärt: "Warum sollte jemand mehr Gehalt wollen? Es ist, als ob man sich eine Zielscheibe auf den Rücken malen lässt". Je mehr du kriegst, desto verlockender wird es, dich zu feuern.

Ich selber musste diese Erfahrung vor einigen Jahren machen, als ich einen lukrativen Autorenvertrag bei einem großen Medienunternehmen verlor. "Warum?" fragte ich meine Agentin. "Sie sagten, sie hätten Ihnen mehr bezahlt als jedem anderen ihrer externen Autoren". Als ob das eine ausreichende Erklärung wäre. In meiner Naivität hatte ich geglaubt, die Gehaltserhöhung spiegele die Würdigung meiner Arbeit durch meine Bosse wider. In Wirklichkeit bedeutete sie, deine Zeit ist abgelaufen.

Zuerst werden die Experten und die erfahrenen Mitarbeiter gefeuert, als Nächstes wird man von den Angestellten wohl verlangen, für das Privileg 'Arbeit' zu bezahlen. Warum auch nicht? Die meisten Arbeitsplätzen haben Klimaanlage, es gibt ein Klo, mit Seife, Papierhandtüchern und allem. In einem Hotel würde man für solche Dinge selbstverständlich bezahlen. Warum sollten Arbeitnehmer sie also kostenlos nutzen? Nachdem Schoonover seine älteren Mitarbeiter von einem Stundenlohn zwischen 10 und 20 Dollar auf 7 Dollar und ein paar Zerquetschte gedrückt hat, fällt ihm vielleicht als Nächstes ein: Der beste Weg zu mehr Profit ist Negativbezahlung.

Ich kann mir vorstellen, was Schoonover zu seiner Entschuldigung vorbringen wird, wenn er eines Tages am Himmelstor steht: "Der Markt hat mich dazu gezwungen." Sicher glaubt Schoonover, er wird dereinst an einem guten Ort landen. Für Männer wie ihn - mit Leumundszeugen wie Furman und Leonhardt -, ist der Markt gleich Gott. Dieser Gott bestimmt, wer verhungern muss und wer essen darf, wer Arbeit bekommt, und wer betteln muss.

Aber falls "der Markt" und Gott nicht deckungsgleich sein sollten, falls ER oder SIE eine moralische Instanz ist, die zwischen richtig und falsch unterscheiden kann, sieht es schlecht aus für Leute wie Schoonover. Sanjaya auf ewig.


Orginalartikel: Circuit City Slaughter
Übersetzt von: Andrea Noll
Gruss
satsangi

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