Auf der Spur unserer Ahnen / Julfest
- Auf der Spur unserer Ahnen -
Liebe Forengemeinde,
Ich möchte meine Gedanken und Recherchen der letzten zwei Wochen mit Euch teilen.
Nachdem ich mich wie jedes Jahr nach Weihnachten energetisch platt und ausgelaugt gefühlt und ich weder zur Besinnung noch zur inneren Einkehr gekommen bin, habe ich mich wieder einmal gefragt, was ich nächstes Jahr besser machen kann.
Fragen, die mich beschäftigt haben:
• Wie kann ich meiner eigenen kleinen Familie ein noch schöneres, besinnlicheres, Fest machen?
• Wie gehe ich mit den diversen Sippschaften, unseren Herkunftsfamilien um, ohne mich zu zerreiben?
• Was muss ich tun, damit ich Sylvester nicht wieder platt und erkältet bin?
• Wie kann ich den Konsumanteil verkleinern und Vorbild sein für meinen Sohn?
• War „das Fest“ schon immer „so wie heute“?
Und so weiter und so fort …
Ich bin dann beim Stöbern im www auf Texte über das Julfest gestoßen, die mich tief berührt haben. Und hier darf ich’s sagen: Viele Texte, die ich gelesen habe, haben mich mehr als tief berührt und einen echten Nerv getroffen. Es gibt einen Bezug zwischen mir und meinen Wurzeln. Es war streckenweise so, als hätte ich mich an Dinge erinnert, an die ich mich gar nicht erinnern kann, weil ich zu dieser früheren Zeit noch gar nicht gelebt habe. Aber vielleicht hat sich meine Seele erinnert oder ein altes ererbtes Zellgedächtnis wurde stimuliert. Und selbst wenn es nur eine Einbildung davon ist, mit seinen eigenen ganz alten Wurzeln plötzlich und stark verbunden zu sein, so ist dennoch ein tolles Gefühl der Hoffnung und eine große Vorstellung davon haften geblieben, wie es einmal gewesen sein mag und vielleicht auch wieder sein wird. Ich werde zumindest im Kleinen, d.h. bei mir und meiner eigenen Familie anfangen, wichtige Dinge im Hinblick auf das nächste „Fest“ zu ändern.
Konkret:
Ich werde die Idee des Julfests als Zeitraum der echten Einkehr und Besinnung, des Rück- und Ausblicks, des Ahnengedenkens ganz im Sinne des Julfriedens nutzen und mit meiner Familie leben, im Einklang. Ich werde an einer der kleinen neu aufkeimenden Sonnenwendfeiern teilnehmen und das Licht begrüßen und willkommen heißen, das habe ich mir fest vorgenommen. Auch werde ich mir die ganzen zwölf Tage Zeit nehmen für mich selbst, meine Familie, dem Gedenken an meine Ahnen, Zeit für unsere Sippen haben und für die persönliche Rück- und Ausschau. Ich werde wieder Wild und andere Leckereien zubereiten und die Sippe verköstigen. Diesen Zeitraum „zwischen den Jahren“ haben wir uns bereits im Kalender markiert - auch meiner Frau gefällt diese Idee sehr gut.
Fazit: Nächstes Jahr wird wieder einiges anders!
Das aus meiner Sicht Wichtigste zum Brauchtum des Julfestes habe ich in den nachfolgenden 31 Punkten aufgeschrieben:
1. Das Julfest*) ist der Vorläufer des Weihnachtsfestes.
2. Es ist das Fest der Heiden**), die die Mutter Erde, die Natur, und alles Leben achten.
3. Es ist das Fest der Sippe mit einem Rückzug in den Kreis der Vertrauten.
4. Die Bezeichnung „Jul“ stammt aus vorchristlicher Zeit und bedeutet „Rad“, das Symbol der Sonne.
5. Der Beginn des Festes liegt auf dem Tag der Wintersonnenwende, das ist (meist) der 21. oder auch der 22.12. eines Jahres.
6. Die Wintersonnenwende ist die längste Nacht des Jahres.
7. Tatsächlich „ruht“ die Sonne drei Tage lang - den 22., 23., 24. - am südlichsten Punkt, bevor sie sich am 25.12. um 1 Grad nordwärts bewegt und die Tage wieder messbar länger werden.
8. Der Zeitraum des Julfestes ist der 21.12. (22.12.) bis 1.1. (2.1.).
9. Dieser Zeitraum umfasst zwölf Nächte und wird auch als Zwölfnächte bezeichnet.
10. In dieser Zeit des Julfestes ruht die Arbeit - sie wird deswegen auch Julfrieden genannt.
11. Diese Zeit wird außerdem als "Zeit zwischen den Jahren" bezeichnet.
12. Das Mondjahr umfasst 354 Tage und ist zwölf Tage kürzer als das Sonnenjahr.
13. Die „Zeit zwischen den Jahren“ bezeichnet diesen Unterschied zwischen Mond- und Sonnenjahr.
14. Es ist die Zeit der Einkehr, des Friedens und der Besinnung.
15. Es findet ein Rückblick auf das alte Jahr und ein Ausblick auf das neue Jahr statt.
16. Altes, nicht mehr Gebrauchtes wird über Bord geworfen, alte Wunden dürfen heilen, um Raum für Neues zu schaffen.
17. Das Fest ist auch eine Kombination aus Toten- und Fruchtbarkeitsfest.
18. Gedacht wird insbesondere den Ahnen (Cheerio, Miss Sophie!).
19. Die Nacht vor der Wintersonnenwende wird als Mütternacht bezeichnet und ist den weiblichen Ahnen gewidmet.
20. Geehrt und gefeiert wird die Sonne als wiedererstarkende Lichtbringerin, die den Frühling und die warme Jahreszeit bringen wird.
21. Das Licht bedeutet neue Fruchtbarkeit.
22. Als besondere weitere Fruchtbarkeitssymbole dienen Äpfel und Nüsse.
23. Beisammensein am Lagerfeuer, mit Fackeln, leckerem Essen und gemeinsamem Singen in der Nacht der Sonnenwende sind ebenso Teil des Festes, an welchem die Sonne freudvoll gefeiert wird.
24. Feuerräder, die in der Nacht der Sonnenwende brennend Hügel hinabgerollt werden, symbolisieren dies.
25. Im Haus wird dies symbolisiert mit einer brennenden Kerze als alleinige Lichtquelle für die Nacht.
26. Das traditionelle Gericht zum Julfest ist Wildschwein.
27. Es wird zudem viel Gebäck mit Honig als Zutat gemacht - u.a. in der Form von Sonnenrädern, Wickelkind, Mann und Frau am Lebensbaum, Hirsch, u.v.a.
28. Auch Zweige und mit Früchten, Nüssen und Gebäck geschmückte Bäume gehören zur Tradition.
29. Es können Geschenke geschenkt werden, wobei weniger der materielle Wert von Bedeutung ist, als der individuell zugedachte Vers oder Reim, der für die betreffende Person geschrieben ist und vorzulesen ist (Julklapp).
30. Vielen Göttern wird die Wintersonnenwende als Geburtstermin zugeordnet, u.a. Horus - Ägypten 3000 BC, Attis - Griechenland 1200 BC, Krishna - Indien 900 BC, Dionysos - Griechenland 500 BC, Mithra - Persien 1200 BC, Jesus, u.v.a.
31. Diese Götter weisen eine ähnliche mythologische Struktur auf (jungfräuliche Geburt, Stern im Osten, Auferstehung, …), was über den Sonnenlauf zur Wintersonnenwende und einhergehende Sternenbilder leicht deutbar ist. ***)
*) Weitere Details und Hintergründe zum Julfest:
http://www.asentr.eu/f_jul.htm
**) Artikel zum Heidentum:
http://www.eldaring.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=1
***) Kurzfilm zu Göttern, die insbesondere im Zusammenhang mit der Wintersonnenwende mythologisch ähnlich sind:
http://www.youtube.com/watch?v=KeZB2EsPqGE
Zum Osterfest, Osterei, Osterhase, Ostara:
http://www.fw-nachrichten.info/htm/archiv/ausg59/eostre.pdf
Allen einen friedlichen Sonn(en)tag,
Tobias
