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Richard Arens, ein kleiner Eigenhaendler, hat sich selbst den Ölpreis auf die "berühmten 100 Dollar"gehievt....

certina, Sonntag, 06.01.2008, 10:52 (vor 6591 Tagen)

Mit einem einzelnen kleinen Trade habe sich ein privater Händler am Mittwoch seinen Platz in der Marktgeschichte gesichert, indem er den Ölpreis über die einst unvorstellbare Marke von 100 US$ je Barrel drückte, war im Netz zu lesen.

Einige Marktbeobachter hätten die Gültigkeit dieses Preises jedoch angezweifelt, nachdem bekannt worden sei, dass dieses Hoch das Ergebnis eines einzelnen ortsansässigen Händlers gewesen sei, der mit seinem eigenen Geld handele und nur die Mindestmenge von 1.000 Barrel zu diesem Preis gekauft habe. Dieser Deal an der New York Mercantile Exchange sei daher mit einem heftigen Aufgeld auf die aktuellen Preise erfolgt.


Nach Insiderinformationen sei Richard Arens dieser Händler, welcher eine Maklerfirma mit dem Namen ABS betreibe. Er habe jedoch nicht für Interviews zur Verfügung gestanden. Analysten meinten, er habeden oberen Widerstand des Rohöl-Preises testen wollen. Der Preisaufschlag, den er jedoch gezahlt habe, habe den Markt überrascht. Bevor der Preis über die Marke von 100 US$ gesprungen sei, habe der Preis bei 99,53 US$ je Barrel gelegen.

Direkt nach diesem Trade sei der Preis auf 99,40 US$ gefallen, was einen Verlust von 600 US$ für Herrn Arens bedeutet habe. Stephen Schork, ein ehemaliger Trader an der Nymex und Herausgeber des „Oil-Market Schork Report“, habe den "Deal" so kommentiert: „Ein ortsansässiger Händler hätte knapp 600 US$ Verlust gemacht, um seinen Enkelkindern später erzählen zu können, dass er der erste gewesen sei, der den Ölpreis über die Marke von 100 US$ getrieben habe. Wahrscheinlich rahme er gerade den Zeitungsbericht über dieses Ereignis ein.“Die Transaktion sei nicht sofort im Globex-System angezeigt worden, welches den Hauptteil des Rohölhandels dokumentiere, wodurch der Markt im Unklaren über das Preisniveau gehalten worden sei. Allerdings habe die Nymex inzwischen mitgeteilt, es sei ein gültiger Trade gewesen.

Der Ölpreise würden wahrscheinlich in den nächsten fünf Jahren noch viel weiter steigen, wenn sich das wirtschaftliche Wachstum nicht abschwäche und dadurch die Nachfrage nach Treibstoffen sinke. Die fallende Produktion in einigen Ländern außerhalb der OPEC, das robuste Wachstum der Nachfrage - getrieben durch Länder wie China – und die angespannte Situation bei den Raffinerien, die das Rohöl in Treibstoffe umwandelten, würden die Rallye, die im Jahr 2002 begann, noch weiter unterstützen. Der Ölpreis könne noch viel weiter steigen, habe Kris Voorspools, Analyst bei Fortis in Brüssel, konstatiert. Die fundamentalen Daten von Angebot und Nachfrage sprächen eine eindeutige Sprache: Auf der einen Seite steige die Nachfrage, auf der anderen Seite gebe es seiner Meinung nach jedoch ein strukturelles Problem bei den Raffinerien. Es gebe eine höhere Nachfrage nach qualitativ höherwertigen Produkten und die Raffinerien könnten diese Art von Produkten momentan einfach noch nicht herstellen.“


[image]

Der Preisschub auf 100 US$ am Mittwoch habe den Ölpreis ganz nah an das inflationsbereinigte Rekordhoch von 101,70 US$ gebracht, welches im Jahr 1980 aufgestellt worden sei, als der Krieg zwischen den beiden OPEC-Staaten Iran und Irak eine Krise beim Ölpreis auslöst hatte.
Gebe es eine Versorgungskrise?

Die OPEC, welche über ein Drittel des Öls verfüge, habe konstatiert, sie könne nicht viel dazu beitragen, um die Preise zu drücken, da die meisten der 13 Mitgliedsstaaten bereits die maximale Menge an Öl produzierten.
Die OPEC könne da wenig machen, habe Shokri Ghanem, höchster Offizieller der OPEC-Liga, der Agentur Reuters per Telefon gesagt, nachdem der Ölpreis über die Marke von 100 US$ gestiegen sei. Die meisten OPEC-Staaten produzierten bereits am Kapazitätsmaximum.
Der schwächer werdende US$, die politischen Spannungen im Mittleren Osten und das wachsende Interesse von Finanzinvestoren am Öl hätten diesen Preisanstieg ebenfalls gestützt. Alle die Faktoren, die die Preise von über 80 US$ beschert hätten, drückten nun die Preise noch höher, habe Peter Beutel, Analyst bei Cameron Hanover. ausgeführt Solange das Angebot nicht steige oder die Nachfrage einbreche, gäbe es keinen Grund, warum der Preis fallen sollte.

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Wie das?

fridolin, Sonntag, 06.01.2008, 11:09 (vor 6591 Tagen) @ certina

Mit einem einzelnen kleinen Trade habe sich ein privater Händler am
Mittwoch seinen Platz in der Marktgeschichte gesichert, indem er den
Ölpreis über die einst unvorstellbare Marke von 100 US$ je Barrel drückte,
war im Netz zu lesen.

Einige Marktbeobachter hätten die Gültigkeit dieses Preises jedoch
angezweifelt, nachdem bekannt worden sei, dass dieses Hoch das Ergebnis
eines einzelnen ortsansässigen Händlers gewesen sei, der mit seinem
eigenen Geld handele und nur die Mindestmenge von 1.000 Barrel zu diesem
Preis gekauft habe. Dieser Deal an der New York Mercantile Exchange sei
daher mit einem heftigen Aufgeld auf die aktuellen Preise erfolgt.

Nach Insiderinformationen sei Richard Arens dieser Händler, welcher
eine Maklerfirma mit dem Namen ABS betreibe. Er habe jedoch nicht für
Interviews zur Verfügung gestanden. Analysten meinten, er habeden oberen
Widerstand des Rohöl-Preises testen wollen. Der Preisaufschlag, den er
jedoch gezahlt habe, habe den Markt überrascht. Bevor der Preis über die
Marke von 100 US$ gesprungen sei, habe der Preis bei 99,53 US$ je Barrel
gelegen.

Direkt nach diesem Trade sei der Preis auf 99,40 US$ gefallen, was einen
Verlust von 600 US$ für Herrn Arens bedeutet habe. Stephen Schork, ein
ehemaliger Trader an der Nymex und Herausgeber des „Oil-Market Schork
Report“, habe den "Deal" so kommentiert: „Ein ortsansässiger Händler hätte
knapp 600 US$ Verlust gemacht, um seinen Enkelkindern später erzählen zu
können, dass er der erste gewesen sei, der den Ölpreis über die Marke von
100 US$ getrieben habe. Wahrscheinlich rahme er gerade den
Zeitungsbericht über dieses Ereignis ein.“
Die Transaktion sei nicht
sofort im Globex-System angezeigt worden, welches den Hauptteil des
Rohölhandels dokumentiere, wodurch der Markt im Unklaren über das
Preisniveau gehalten worden sei. Allerdings habe die Nymex inzwischen
mitgeteilt, es sei ein gültiger Trade gewesen.

Irgendwie seltsam - wie soll das denn funktionieren wie geschildert?

Wenn der Preis unmittelbar vorher bei beispielsweise $99,50/$99,55 (bid/ask) gelegen hat - den typischen Spread kenne ich hier nicht - wie kann man dann mit einer kleinen Order den Preis auf über $100 "treiben" bzw. überhaupt freiwillig einen "Preisaufschlag" zahlen?

Bestenfalls kann der Mann unlimitiert kaufen und würde dann mit seiner Kleinstorder zu $99,55 bedient werden, also zum aktuellen Ask-Preis.

Wie schafft man es, freiwillig mehr zu bezahlen als der aktuelle Ask-Preis?

Das geht doch eigentlich nur, wenn man eine große Order eingibt und das Orderbuch damit ein ganzes Stück abräumt.

antworten
 

Wie das? Da stehts: ... mL

igelei @, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Sonntag, 06.01.2008, 11:31 (vor 6591 Tagen) @ fridolin

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/wirtschaft/714533.html

MfG
igelei

antworten
 

Immer noch unklar

fridolin, Sonntag, 06.01.2008, 12:23 (vor 6591 Tagen) @ igelei

Hallo,

danke, aber das verstehe ich immer noch nicht hinsichtlich des geschilderten Ablaufs.

Arens, der eine Ein-Mann-Unternehmensberatung namens ABS betreibt, wartete auf einen günstigen Zeitpunkt und schlug zu: Exakt 100 000 Dollar bot er dann für einen Kontrakt über 1 000 Barrel Rohöl - das ist genau die Mindestmenge für den Handel an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex. Kurz nach dem Deal habe Arens das Öl wieder verkauft, berichteten britische und amerikanische Medien. Dabei habe er einen Verlust von 600 Dollar hingenommen. Arens habe das Geschäft nur der Form halber betrieben, sagte Antoine Heff, Analyst bei NewEdge. "Er wollte der erste sein, der Öl für 100 Dollar kauft." Diese Rechnung ist aufgegangen.

Wenn der Börsenpreis zum Zeitpunkt X bei beispielsweise $99,50/$99,55 liegt und jemand gibt eine unlimitierte Kauforder ein oder bietet limitiert mehr als den aktuellen Ask-Preis, dann wird er zum aktuellen Ask-Preis bedient, im Beispiel also $99,55. Jedenfalls solange, wie das eine kleine Order ist, was ja behauptet wurde.

Wenn nun der Preis zum Zeitpunkt Y bei $99,95/$100,00 gelegen haben sollte, dann hätte er auch zu $100,00 gekauft. Dann aber ist es Unsinn, wie im ersten Artikel davon zu sprechen, er habe "freiwillig" einen "Preisaufschlag" auf die "aktuellen Preise" gezahlt. Er hätte vielmehr einfach zum aktuellen Ask-Preis zum Zeitpunkt Y gekauft, nicht mehr und nicht weniger. Auch wenn er nun der erste gewesen sein mag.

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