Anno di Patatti
Irgend eine Weltorganisation namens UNO hat das Jahr 2008 zum Jahr der
Kartoffel'ernannt!
Es werden davon jährlich 1,500 Mio. Tonnen geerntet. Alleine 750 Mio. tonnen
in China. Diese werden zu 90 % in Form von Chips nach den USA exportiert,
wo der Amerikaner die die mit viel Fett amgereicherte Nahrung vor dem
Fernseh-Apparat verzehrt.
Die Kartoffel (der Erdapfel) hat vor 13 Tausend Jahren ihren Siegeszug aus
den Anden kommend rund um den Planeten angetreten. Allerdings ist diese
Frucht erst vor zirka 471 Jahren nach Europa gelangt.
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Geschichte
Aus dem Schoße des andischen Landes sind die ersten vom Menschen gezüchteten Kartoffeln entstanden. Die ältesten Spuren des Anbaus von Kartoffeln liegen gut 7000 Jahren zurück und befinden sich an den nördlichen Ufern des Titicaca-Sees im Süden von Peru. Die Inkas, deren Kultur vom 12. Jahrhundert bis zur Ankunft der europäischen Eroberer florierte, beließen es nicht nur beim Anbau und Verzehr von Kartoffeln: Sie verehrten sie. Unverwechselbare Beweise liefert das Geschirr, dessen Dekorationen und Formen beständig das Thema der Kartoffeln präsentieren. Die Toten wurden mit den Knollen begraben, damit diese sie auf ihre letzte Reise begleiteten, wie sie es auf allen irdischen Reisen getan hatten - in Form der chuño, der getrockneten Kartoffel. Die Entdeckung der Kartoffel seitens der Europäer fällt mit dem Zeitpunkt der Endeckung Amerikas zusammen: Einige Exemplare wurden von Kolumbus, nach nur zwölf Monaten nach dem er auf Haiti an Land gegangen war, nach Spanien gebracht. Man erzählte sich, dass er mit ihnen ein Geschenk zu Ehren der spanischen Königin machte, Isabella di Castiglia, und dass die Knollen später im Hofgarten angepflanzt wurden. Die Kartoffel dagegen kam erst später an, über den Pazifischen Ozean. Der erste Europäer der sie entdeckte war Juan de Castellanos, Expeditionsmitglied des Spanischen Eroberers Gonzalo Jimenez de Quesada. Castellanos erzählt, sie wären, als sie in die versteckten Häuser der Einheimischen zwischen den Falten der Mittelcolumbianischen Gebirgskette eintraten, auf Vorräte an Mais, Bohnen und „Trüffel“ gestoßen. Da die Expedition auf ihrer Reise nach Amerika kein Gold gefunden hatte, kehrte sie ins Vaterland mit den besagten Trüffeln als Beute zurück, die nichts anderes waren als Kartoffeln.
Dieses kostbare Nahrungsmittel wurden bald zu einem Muss in den Kombüsen der Schiffe, denn man hatte festgestellt, dass die Schiffsmänner, die mit Kartoffeln ernährt wurden, nicht an Skorbut erkrankten. Nicht nur das: Die Kartoffeln verdienten sich schnell den Ruf die Manneskraft zu beleben und mit diesem Verdienst die demographische Entwicklung zu begünstigen. Der Ruf als ‚Viagra der Renaissance’ kam erneut zu Zeiten Napoleons zur seiner Geltung, der nach seiner Hochzeit mit der Kreole Giuseppina, die verrückt war nach Süßkartoffeln, sogar dazu beitrug diesen Ruf zu stärken. Das Verhältnis des Alten Kontinentes zu den Knollen war jedoch nicht immer rosig. Eingetroffen in Italien, England, Belgien, Deutschland, Österreich und Frankreich Ende des sechzehnten Jahrhunderts, wurden sie oft mit Misstrauen betrachtet: die Leute sahen sie als verdächtigt an, wenn nicht sogar als giftig und unheilbringend. Die Jagd nach den Hexenkartoffeln war besonders verheerend während des sechzehnten Jahrhunderts in einigen Gebieten Frankreichs, wo sie beschuldigt wurde Lepra zu übertragen. Sie wurden aus diesem Grund um 1630 herum durch einen Erlass aus der Stadt Besançon verbannt. In den folgenden Jahrhunderten hielten die Vorurteile der Bauern ganz Europas an: Die Kartoffeln wurden außerdem beschuldigt Überträger von Scrofula, Syphilis, Rachitis, Fieber usw. zu sein. Im Jahre 1774 in einem von der Armut geplagtem Russland, war es Friedrich der Groβe persönlich, der sich zum Verfechter der Kartoffel machte. Als er eine Ladung nach Karlsberg sendete, um die Bevölkerung zu überzeugen sie anzupflanzen, war die einzige Antwort die er von den örtlichen Verantwortlichen erhielt „ Dieses Zeug…das wollen noch nicht einmal die Hunde“. Doch letztendlich gelang es in einem zweiten Anlauf einem preuβischen Offizier die Ortsansässigen dazu zu bringen ihre Meinung zu ändern, indem er den Bauern beibrachte, wie man Kartoffeln anbaut.
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