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Streue bisschen Wirtschaft zwischen Terror ;-) : Italien kommt der IXIT?

Ikonoklast @, Donnerstag, 22.12.2016, 09:24 (vor 3489 Tagen)

Hallo Zusammen,

ich möchte mal wieder einen On-Topic-Post setzen. [[zwinker]]

Italien ist nun seit geraumer Zeit in den Focus der Finanz- / Eurokrise geraten. Aktuell geht es bei den Banken rund, ein Rettungspaket wurde geschnürt und Monte Paschi vom Handel ausgesetzt. Trotz der Anleihenkäufe der EZB steigt nun der 10-Jahres-Bond wieder an, zwar marginal, aber der Abwärtstrend könnte gebrochen worden sein. (Können evtl. die Wellenreiter hierzu etwas sagen?)

Wie komme ich nun auf "IXIT"? Wie es der Zufall so will konnte ich letztens ein kurzes Gespräch mit einem ehemaligen Bundesbanker führen. Vom Alter her könnte unser @dottore ihm während seiner beruflichen Laufbahn begegnet sein. Nachdem ich mitbekommen habe, wo er vor seiner Pension beruflich wirkte, habe ich frech nach seiner (privaten) Meinung zur Finanz-/Eurokrise gefragt.

Die Antwort war nicht gerade erbaulich, er geht von einem Ausscheiden Italiens aus der EU aus. Am meisten Sorgen machen ihm die ca. 800 Mrd. Target2-Forderungen der BuBa, diese werden dann fällig, die Südschiene kollabiert und wir "bauen wieder Kartoffeln an" (seine Worte [[sauer]] ).

Alles in allem ein sehr interessantes Gespräch, mit einem sehr gebildeten Gesprächspartner. Falls Sie hier mitlesen, vielen Dank für die erhellenden Augenblicke! [[top]]

Ich wollte diese Begegnung dem Forum nicht vorenthalten und nachdem Italien nun wohl die volle Aufmerksamkeit bekommt, könnte es wohl wirklich so kommen...

--
MAHLZEIT!!
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Kartoffeln anbauen wo und warum?

Ulli Kersten @, Donnerstag, 22.12.2016, 09:40 (vor 3489 Tagen) @ Ikonoklast

Hallo Ikonoklast!

Danke! Solche Insideraussagen sind immer mehr wert als die ganzen offiziellen Meinungen von Fachleuten.

Aber wo ist der ehemalige Bundesbanker, in Italien oder in Deutschland? Bzw. wo werden dann nach dem Kollaps Kartoffeln angebaut, in Italien oder in Deutschland?

Ich kann nicht so richtig glauben, dass nach einem Verlust von 800 Mrd. in D alles kaputt sein soll.

Oder sieht er in den 800 Mrd. einen Auslöser für weitere Dominosteine? Bisher haben die Herrschenden doch alles wieder unter Kontrolle gebracht. Warum nicht auch dann? Geld lässt sich endlos drucken, Gesetze lassen sich endlos ignorieren, Bilanzierungsregeln sind auch nicht in Stein gemeißelt.

--
Heteros - successfully preventing extinction since 100,000 years.

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Anschreiben versus abschreiben

QuerDenker @, Donnerstag, 22.12.2016, 10:15 (vor 3489 Tagen) @ Ulli Kersten
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 22.12.2016, 16:18

Hallo Ulli Kersten,

wie in anderen Fäden zu Target2 erklärt, sind diese 800 Mrd. bei Ausfall 'abzuschreiben' - und das sowohl 'materiell', wie auch 'bilanziell'!

Sofern für die BuBa dann keine Sonderrechte gelten - das KWG ist schon einmal 'nicht anzuwenden'... - stellt dies das erste Problem(-chen) dar.
Das weit größere dürfte ein anzunehmender Wertverfall des EURO sein - und die 'rational' einzig richtige Reaktion: EURO-Ausstieg.
Mit EURO-Abwertung (gegenüber einer DEM2 oder Ähnlichem) wäre auch der Abschreibungsposten aus den 800 Mrd (EURO) 'buchhalterisch angenehmer'...

Beste Grüße und natürlich nur '2-cents' vom QuerDenker

--
10cc: 'communication is the problem to the answer' <img src=" />

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In Deutschland im (Vor-) Garten

Ikonoklast @, Donnerstag, 22.12.2016, 11:17 (vor 3489 Tagen) @ Ulli Kersten
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 22.12.2016, 14:46

Hallo Ulli,

Aber wo ist der ehemalige Bundesbanker, in Italien oder in Deutschland?
Bzw. wo werden dann nach dem Kollaps Kartoffeln angebaut, in Italien oder
in Deutschland?

Der Herr war bei der deutschen Bundesbank beschäftigt und bezog seine Aussage auf Deutschland. Was nicht bedeuten soll, dass es dann in anderen Ländern nicht auch wesentlich schlechter werden kann.

Er hat seine Aussage auch noch mit einer Studie untermauert. Leider kann ich mich an die genaue Studie nicht mehr erinnern, ich denke aber es handelt sich um eine OECD-Studie zur Lebensqualität oder ähnliches. Seine Aussage war, dass Deutschland lt. dieser Studie derzeit auf Platz 15/16 rangiert (= oberes Mittelfeld), nach Abschreibung der Target2-Forderungen fällt D auf Platz 81.

Meine Interpretation des Ganzen ist ein Lebensstandard wie heute im ehemaligen Ostblock => höhere Selbstversorgerquote. Natürlich nur wer Platz (Garten oder landwirtschaftliche Nutzfläche) hat. In der Stadt ist man dann der A... Erzählungen unserer älteren Mitbürgern nach, haben sich die Städter kurz nach Ende WK II als Billigstarbeitskräfte auf den Feldern der Bauern verdingt.

Ich kann nicht so richtig glauben, dass nach einem Verlust von 800 Mrd. in
D alles kaputt sein soll.

Oder sieht er in den 800 Mrd. einen Auslöser für weitere Dominosteine?
Bisher haben die Herrschenden doch alles wieder unter Kontrolle gebracht.
Warum nicht auch dann? Geld lässt sich endlos drucken, Gesetze lassen sich
endlos ignorieren, Bilanzierungsregeln sind auch nicht in Stein gemeißelt.

Ich will's mal versuchen, wenn ich Schwachfug schreibe, sollen die Profis bitte verbessern. Die Target2-Salden von Deutschland stehen als Forderung in den Büchern und wenn die Südschiene wegbricht, müssen diese abgeschrieben werden. D. h. die Staatsverschuldung erhöht sich binnen kürzester Zeit dramatisch, es setzt ein Vertrauensverlust ein (Psychologie) und dann geht's dahin. Soweit meine einfachen Ausführungen aus meiner einfachen Welt. [[zwinker]] Ich bin in der Thematik auch nicht der Crack, vielleicht kann es jemand der Foristen noch besser erklären?

--
MAHLZEIT!!
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Werden kann?

Rybezahl @, Donnerstag, 22.12.2016, 12:33 (vor 3489 Tagen) @ Ikonoklast

Hallo!

Aber wo ist der ehemalige Bundesbanker, in Italien oder in Deutschland?
Bzw. wo werden dann nach dem Kollaps Kartoffeln angebaut, in Italien

oder

in Deutschland?


Der Herr war bei der deutschen Bundesbank beschäftigt und bezog seine
Aussage auf Deutschland. Was nicht bedeuten soll, dass es dann in anderen
Ländern nicht auch wesentlich schlechter werden kann.

Mit Sicherheit, was aber von einigen Faktoren abhängt, wie etwa Besiedlungsdichte, Bevölkerungsverteilung (Bauern / Städter) und einiges mehr.

Er hat seine Aussage auch noch mit einer Studie untermauert. Leider kann
ich mich an die genaue Studie nicht mehr erinnern, ich denke aber es
handelt sich um eine OECD-Studie zur Lebensqualität oder ähnliches. Seine
Aussage war, dass Deutschland lt. dieser Studie derzeit auf Platz 15/16
rangiert (= oberes Mittelfeld), nach Abschreibung der Target2-Forderungen
fällt D auf Platz 81.

Das wird er aber nicht so gemeint haben, dass dann 80 Länder vor Deutschland liegen. Sondern die gesamte Liste rückt nach unten. Wieder aber abhängig von oben genannten Faktoren.
Man muss sich nur anschauen, was eine Unze Gold kostet. DAS wird der kommende Wertverlust mindestens sein. Wie dottore sagte, alle Preise müssen letztlich auf ihr ursprüngliches Niveau zurückfallen, was durch das "ewige" Leveragen zu erklären ist. Was aufgeschuldet wird, muss irgendwann eben auch wieder abgeschuldet werden.

Gruß
Rybezahl.

--
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Frage dazu

Hans @, Donnerstag, 22.12.2016, 17:27 (vor 3489 Tagen) @ Rybezahl

Hallo Rybezahl,

Man muss sich nur anschauen, was eine Unze Gold kostet. DAS wird der
kommende Wertverlust mindestens sein. Wie dottore sagte, alle Preise
müssen letztlich auf ihr ursprüngliches Niveau zurückfallen, was durch
das "ewige" Leveragen zu erklären ist. Was aufgeschuldet wird, muss
irgendwann eben auch wieder abgeschuldet werden.

das verstehe ich leider nicht ganz. Kannst Du dies bitte noch etwas erläutern. Und was sollte der Einzelne daraus für Konsequenzen ziehen?
Danke.

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Antwort

Rybezahl @, Freitag, 23.12.2016, 00:18 (vor 3488 Tagen) @ Hans

Hallo Rybezahl,

Man muss sich nur anschauen, was eine Unze Gold kostet. DAS wird der
kommende Wertverlust mindestens sein. Wie dottore sagte, alle

Preise

müssen letztlich auf ihr ursprüngliches Niveau zurückfallen, was

durch

das "ewige" Leveragen zu erklären ist. Was aufgeschuldet wird, muss
irgendwann eben auch wieder abgeschuldet werden.


das verstehe ich leider nicht ganz. Kannst Du dies bitte noch etwas
erläutern. Und was sollte der Einzelne daraus für Konsequenzen ziehen?
Danke.

Hallo Hans!

Tja, wo fängt man da an?

Es gibt zwei Wege im Kapitalismus: Aufschulden oder abschulden. Ersteres machen wir, letzteres ist deshalb heikel, weil - falls einer Pleite geht, kommen auch andere in Zahlungsschwierigkeiten, was eine Kettenreaktion auslösen kann: Massenarbeitslosigkeit, breite Vermögensverluste, das ganze Gedöns. Sehr schön zu sehen 2008. Und ich nehme an, wir werden einfach alles tun, um den Prozess am Laufen zu halten (Draghi: "Whatever it takes").
Die wissen das nämlich, glaube ich. Und haben kein Interesse daran.

Die gute Nachricht ist, die ganzen Maschinen usw. verschwinden nicht, es gibt also grundsätzlich erstmal etwas zum hantieren, die schlechte Nachricht ist, da wir schon ordentlich an den natürlich vorkommenden Ressourcen genuckelt haben, sind wir mehr auf Hirn angewiesen, frische Ideen und so weiter.

Zu den Konsequenzen. Da kommt es darauf an, was passiert, und das weiß ich ja nicht. Gärtnern ist nie verkehrt. Sollte es zu einer Edelmetall-Währung kommen, dann kann Edelmetall nicht verkehrt sein. Gold und/oder Silber, meiner Meinung nach möglichst kleinteilig. Aber das kann der Staat ja dann auch vom Bürger einfordern.

Gruß
Rybezahl.

--
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