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Wer dafür noch emotionale Kapazität hat: Tränen einer Ärztin auf Lesbos

Gaby @, Dienstag, 27.12.2016, 19:27 (vor 3484 Tagen)
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 27.12.2016, 19:32

Moin,

hier ein Originalposting von Erwin Schrümpf, Griechenlandhilfe, auf facebook. Nebenbei: Der Mann und seine Organisation ist für mich der absolute Kandidat für ein Bundesverdienstkreuz.

Erwin, Du bist für mich der Größte.

"Ich sitze einer Ärztin in Lesbos gegenüber. Sie hat Tränen in den Augen. Unsere Insel stirbt. Jeder der Lesbos hört, denkt an Flüchtlinge. Wir haben 94% Tourismusrückgang. Keine Arbeit für die Menschen. Was sollen wir tun? In den letzten 20 Monaten hat beinahe eine Million Flüchtlinge unsere Insel passiert, ein Teil ist noch hier. Sie verstehen es nicht. Täglich werden es mehr. Wir haben Angst. Die Kriegsflüchtlinge werden ja weitergeschickt. Aber wir haben über 6.000 hier, aus unzähligen Nationen die nicht weiterdürfen. Es sind Wirtschaftsflüchtlinge. Was sollen wir hier mit ihnen machen? Sie haben in einer Nacht 7 Geschäfte in Mytilini ausgeplündert. Wir haben so viele Probleme. Lesbos ist eine so schöne Insel und wir brauchen die Menschen die hier Urlaub machen, aber solange Lesbos nur "Flüchtlinge" bedeutet ist unsere Insel zum Sterben verurteilt. Unsere Ärztin hat mich gebeten auch diese Seite einmal aufzuzeigen. Die Not der Menschen, in dieser Situation allein gelassen und vergessen. Meine Gedanken dazu; Es leben Griechen/Europäer auf Lesbos, auch für diese Menschen hat Brüssel die Verantwortung. Die vergessenen Griechen von Lesbos. Wir vergessen jedenfalls nicht. Erwin."

Hier geht es zur Seite der Organisation.

Auf facebook. Spenden für Butterflynadeln dringend gesucht.

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

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Wenn ins Krankenhaus gehen tödlicher ist, als draußen bleiben - Griechenlands Krankenhäuser

Literaturhinweis @, Dienstag, 03.01.2017, 16:51 (vor 3477 Tagen) @ Gaby
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.01.2017, 23:26

"Ich sitze einer Ärztin in Lesbos gegenüber. Sie hat Tränen in den Augen. ..."

Die neuesten Nachrichten zur humanitären Katastrophe, die man beschönigend Griechenlandkrise nennt:

auf ZeroHedge In 7th Year Of Austerity, Greek Hospitals Have Become "Danger Zones"

- Einstellungsstop für sieben Jahre = kein medizinisches Personal

- fehlendes Bettzeug

- Menschen sterben, die woanders gerettet würden

- Anstieg lebensbedrohlicher Infektionen

- "Krankenhäuser zu Gefahrenzonen" mutiert

- eine Krankenschwester pro 40 Patienten (in Deutschland werden zwar gerade erst -umstrittene- feste Schlüssel etabliert, aber immerhin: ein Pfleger pro einem Säugling in der deutschen Geburtshilfe!)

- fehlende Reinigungsmittel

und so weiter.

--
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Griechenlands Krankenhäuser: Alles Fake-News, sagt die Regierung!

Gaby @, Dienstag, 03.01.2017, 20:26 (vor 3477 Tagen) @ Literaturhinweis

Danke, ja, das ist leider alles so richtig. Findet die Tsipras-Regierung allerdings nicht und greift in einer Pressemitteilung den Guardian scharf an. "Alles erfunden, nichts davon ist wahr" .... und so weiter.

So erging es auch anderen Medien, ausländischen und griechischen, die aktuell sehr kritisch über die Linksbekloppten in Athen berichteten.

Viele Grüße

Gaby

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Jetzt verklagt die GR-Regierung die Ärztekammer wg. ehrlicher Aussagen

Gaby @, Mittwoch, 04.01.2017, 19:43 (vor 3476 Tagen) @ Literaturhinweis

Posting von Erwin Schrümpf auf facebook (griechenlandhilfe.at)

"Zur aktuellen Lage; die griechische Ärztekammer hat öffentlich den katastrophalen Zustand des griechischen Gesundheitssystems angeprangert. Darauf sind der Gesundheitsminister und sein Stellvertreter an die Öffentlichkeit gegangen und haben lautstark mit Dementi geantwortet. Das Gesundheitssystem in Griechenland ist perfekt. Sie haben der Ärztekammer mit Klage gedroht und werden jetzt im Gegenzug von der Ärztekammer eine Klage bekommen. Das Problem am Gesundheitssystem ist, die, die wissen wie schlimm es ist, haben Angst um ihren Job wenn sie die Wahrheit sagen. Ein Beispiel, jeder auf Lesbos sagt, unsere Insel stirbt. Ärzte, Krankenhausleitung,usw. Der Bürgermeister von Mytilini sagt in Rom vor der versammelten Presse, wir haben keine Probleme mit unseren Gästen. Persönlicher Kommentar von mir; Keiner."

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Griechisches Gesundheitssystem seit Beginn der Krise in katastrophalem Zustand, solidarische Kliniken, kostenlose Behandlungen

Literaturhinweis @, Sonntag, 09.04.2017, 11:22 (vor 3381 Tagen) @ Literaturhinweis
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 09.04.2017, 11:25

In "Wenn ins Krankenhaus gehen tödlicher ist, als draußen bleiben - Griechenlands Krankenhäuser" hatte ich ja schon einen Bericht über die Situation im griechischen "Gesundheits"-Wesen, der Wiege europäischer Heilkunst, verlinkt (Selbsthilfe hier oder hier oder vorbeugend hier).

Nun hat der SPIEGEL einen Artikel über "grassroots"-Bewegungen auf diesem Gebiet gebracht: "Viele kommen erst, wenn sie die Schmerzen nicht mehr ertragen"

Der neoliberale Herr Tsipras wird aber den Ausgang schon noch (wer sucht, der) finden.

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