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Ältere Medizin, Frage in die Runde

Martin @, Montag, 20.02.2017, 06:21 (vor 3369 Tagen)

Da hier nicht nur ältere Semester, sondern auch verschiedentlich medizinisch Interessierte lesen und schreiben, versuche ich es mal hier:

Ich hatte in den 80er Jahren mal einen lästigen gleichbleibenden Hustenreiz lokalisiert in den Bronchen. Nachdem dieser nach Monaten nicht verschwand ging ich mal zu einem HNO-Arzt. Dieser entpuppte sich als Arzt jenseits der 70 und war gerade dabei, seine Praxis aufzulösen. Dieser Arzt hat mir dann eine Rezeptur verschrieben, die von der Apotheke zusammengebraut wurde: Dunkelbraun, etwas schlecht schmeckend, wurde bei zurückgelegtem Kopf in die Nase geträufelt und lief dann den Hals herunter. Das ist alles, was ich in Erinnerung habe, die Rezeptur hat innerhalb von ein-zwei Tagen gewirkt.

Ich habe viele Jahre später ab und zu diese Hustenreize wieder gehabt, alle möglichen Standardmedikamente ausprobiert, aber nie wieder etwas derart Effizientes bekommen. Der Arzt war nicht mehr, die damalige Apotheke konnte sich nicht mehr erinnern. Ich habe neugierigerweise Apotheker und einen befreundeten HNO-Arzt darauf angesprochen – nichts. Spekulativ verwies ein Apotheker auf Ipecacuanha (Brechwurz). Ich hatte nach Lektüre im Internet dies aber nicht weiter verfolgt, da ich keine Warnung vor Brechreiz in Erinnerung hatte, und anscheinend die Dosierung schwierig sei. Also schien mir das nicht ganz zu passen. Ich weiß auch nicht, ob eine solche Therapie in den aktiven Jahren des alten HNO Arztes Standard war.

Hat Jemand eine Idee?

Da ich schon mal dabei bin: Ich hatte eine Diskussion über die medizinische Praxis in den 50er Jahren, also, als man Pocken noch über zwei Schnitte im Oberarm, u.ä.. Ich meine mich erinnern zu können, dass wir Kinder damals auch behandelt wurden mittels einer Salbe und einem Pflaster auf die Brust (nicht irgendwelche Aromastoffe wegen Erkältung). Ich habe keine Erinnerung, was genau das war, jüngeren Ärzten fällt dazu auch nichts ein. Haben andere hier (ältere Semester) ähnliche Erinnerungen, wissen vielleicht, was das war?

Danke und Gruß in die Runde. Für Jürgen/Elli: Das Gelbe ist ein Forum, in dem ich aufgrund der Mischung an Akteuren auf solche Fragen eine Erfolgschance sehe. Mir fällt dazu kein anderes Forum ein.

antworten
 

Probiere mal nebenbei auch ganz einfache und natürliche "Rezepte" ...

Nikolay @, Montag, 20.02.2017, 07:30 (vor 3369 Tagen) @ Martin

und zwar: gelegentliches (oder häufiges) Fasten - weniger essen - gesunde Rohkost.
In vielen Fällen bewirkte es schon wahre Wunder.
Einiges dazu habe ich schon in einem anderen Beitrag geschrieben.
Weitere effektive Hilfsmittel für Gesundheit und Wohlbefinden
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
Nikolay

antworten
 

Danke für die Tipps, ...

Martin @, Montag, 20.02.2017, 08:57 (vor 3369 Tagen) @ Nikolay

.. es geht nicht um eine aktuelle Therapie. Es ist Neugier und ein bisschen detektivischer Ehrgeiz.

Seit ich nicht mehr in (schlecht?) klimatisierten Räumen arbeite, im Winter Vitamin D zu mir nehme und konsequent einen Schal trage ist das Problem nicht mehr aufgetaucht. Koinzidenz und/oder Kausalität - keine Ahnung.

Schönen Gruß.

antworten
 

Alles hat immer 2 Seiten Nikolay, wie es Yin und Yang am besten ausdrücken.

ebbes @, Montag, 20.02.2017, 12:50 (vor 3369 Tagen) @ Nikolay

Fasten bringt schon was. Der 94-Jährige bestätigt dir deine Ansicht. Nur so können sich deine Zellen erholen.

https://www.youtube.com/watch?v=meVtXFvRpMU

Aber:

Wenn du wirklich eine schwere Verletzung oder auch Krankheit bekommst, die du durch das Fasten nicht verhindern kannst, dann kann dir jedes Kilo mehr das Leben retten.
Denn beim Krebs sterben viele Patienten nicht durch die Krankheit selbst, sondern durch die Auszehrung des Körpers.

Und nicht zu vergessen.

Je weniger du wiegst, umso mehr machst du dich zu einem potentiellen Opfer auf der Straße.
Schlägergruppen (nicht nur manche unserer Neuankömmlinge) suchen sich immer den geringsten Widerstand und greifen keine 100 Kilo Bodybuilder an.

Gruß

ebbes.

--
Jedes blinde Huhn, das an der Börse einmal erfolgreich war, denkt gleich, es sei ein Adler.

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Brustwickel können gut helfen

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Montag, 20.02.2017, 08:17 (vor 3369 Tagen) @ Martin

Gegen lästigen und hartnäckigen Husten bzw. Hustenreiz kann ein uraltes Rezept von Kinderärzten helfen: Brustwickel! Ein Handtuch, einmal umgeschlagen, so groß, dass es komplett die Brust umwickeln kann, in warmem Wasser (mit einem Schuss Essig) einweichen, gut auswringen und dann um den Oberkörper (unterster Rippenbogen bis unter die Arme) wickeln. Ein dickes, trockenes Handtuch darüber und dann ab ins Bett und ca. eine halbe Stunde unter der Decke kuscheln, und das zweimal täglich.

--
"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

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Evtl. waren es "Schwedenkräuter"

Duffman @, Montag, 20.02.2017, 09:38 (vor 3369 Tagen) @ Martin

Ich hatte in den 80er Jahren mal einen lästigen gleichbleibenden
Hustenreiz lokalisiert in den Bronchen. Nachdem dieser nach Monaten nicht
verschwand ging ich mal zu einem HNO-Arzt. Dieser entpuppte sich als Arzt
jenseits der 70 und war gerade dabei, seine Praxis aufzulösen. Dieser Arzt
hat mir dann eine Rezeptur verschrieben, die von der Apotheke
zusammengebraut wurde: Dunkelbraun, etwas schlecht schmeckend, wurde bei
zurückgelegtem Kopf in die Nase geträufelt und lief dann den Hals
herunter. Das ist alles, was ich in Erinnerung habe, die Rezeptur hat
innerhalb von ein-zwei Tagen gewirkt.

Hallo Martin,

"Schwedenkräuter" bzw. "Schwedenbitter" war mein erster Gedanke als ich deinen Beitrag las. Das ist eine Kräutermischung eines ehemal. schwedischen Arztes, Dr. Samst, welche gegen eine Litanei an Krankheiten wirksam ist, so auch gegen bronchiale Infekte.

Falls es das tatsächlich ist, was du suchst, kann ich dir bei Bedarf ein Rezept zur Selbstherstellung zukommen lassen.

Gruß
Duffman

antworten
 

Irgendwie verarbeiteter Spitzwegerich? (oT)

bude @, Montag, 20.02.2017, 09:40 (vor 3369 Tagen) @ Martin

- kein Text -

antworten
 

Da gab es früher ein Buchenextrakt

Leserzuschrift @, Montag, 20.02.2017, 14:01 (vor 3369 Tagen) @ bude

Da gab es früher ein Buchenteerextrakt. Das nannte sich Krefafin. Ekelhaft schmeckende braune Brühe. Aber sehr wirksam. Würde zu dem alten Doktor passen <img src=" />
Gibt es heute wohl noch als "Fagusan" - mit einer Wirksamkeit ... so naja. Dafür nicht so unangenehm im Geschmack.

Gruß
0,- M

antworten
 

Vielleicht Engelwurz?

Waldläufer @, Montag, 20.02.2017, 12:44 (vor 3369 Tagen) @ Martin

Da ich schon mal dabei bin: Ich hatte eine Diskussion über die
medizinische Praxis in den 50er Jahren, also, als man Pocken noch über
zwei Schnitte im Oberarm, u.ä.. Ich meine mich erinnern zu können, dass
wir Kinder damals auch behandelt wurden mittels einer Salbe und einem
Pflaster auf die Brust (nicht irgendwelche Aromastoffe wegen Erkältung).

für kleinere Kinder: Engelwurz (Salbe)
(bei Husten und Erkältung auch Pulmotin als älteres, bewährtes Medikament, aber das riecht stark...Und ob das noch original so wie damals hergestellt wird?)

--
Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
-Werner Heisenberg

antworten
 

Ältere Medizin, Antwort

Leserzuschrift @, Montag, 20.02.2017, 14:00 (vor 3369 Tagen) @ Martin

Hallo Martin,

Das Zeug gibt es auch heute noch. Es ist eine Mixtur aus verschiedenen Kräutern auf einer speziellen Salbengrundlage.
Es nennt sich "Pulmotin" und ist hochwirksam.
Näheres hier: pulmotin.de

Gruß
0,- Mark

antworten
 

Kräutermischung

Leserzuschrift @, Montag, 20.02.2017, 14:40 (vor 3369 Tagen) @ Martin

> Dunkelbraun, etwas schlecht schmeckend, ...
> ...hat innerhalb von ein-zwei Tagen gewirkt.

Könnte eine Tinktur aus Huflattich, Königskerze, Spitzwegerich und/oder Thymian gewesen sein.

Hätte sich das Ganze in Südamerika abgespielt, würde ich sofort auf Ambay-Tinktur tippen. Das ist das effizienteste Hustenmittel, das ich kenne.

antworten
 

Nochmal vielen Dank für die große Auswahl

Martin @, Montag, 20.02.2017, 19:14 (vor 3369 Tagen) @ Martin

ich muss jetzt erst mal auf der Basis weiterrecherchieren. Pulmotin hatte ich schon mal ausprobiert, das war aber eine Salbe. Buchenteer und die Kräutermischungen klingen schon mal ganz interessant, d.i. sie könnten zu der gegebenen Beschreibung passen.

Also, mal sehen. Sollte ich noch etwas weiteres herausfinden, er´gänze ich dies hier.

Einen schönen Gruß

antworten
 

Pflaster auf der Brust

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Montag, 20.02.2017, 22:54 (vor 3369 Tagen) @ Martin

Da ich schon mal dabei bin: Ich hatte eine Diskussion über die
medizinische Praxis in den 50er Jahren, also, als man Pocken noch über
zwei Schnitte im Oberarm, u.ä.. Ich meine mich erinnern zu können, dass
wir Kinder damals auch behandelt wurden mittels einer Salbe und einem
Pflaster auf die Brust (nicht irgendwelche Aromastoffe wegen Erkältung).
Ich habe keine Erinnerung, was genau das war, jüngeren Ärzten fällt dazu
auch nichts ein.
Haben andere hier (ältere Semester) ähnliche
Erinnerungen, wissen vielleicht, was das war?

Soweit mir bekannt, diente das der Erkennung von Tuberkulose. Bilden sich unter dem Pflaster (in der Größe einer Briefmarke) Pusteln, ist der Verdacht einer Infektion gegeben. Dies wurde dann mittels einer Röntgenuntersuchung überprüft.

Ein Deutschrusse hat mir einmal Schwedenkräuter empfohlen, ich habe aber keine Erfahrung damit. Wenn es um alte Hausmittel geht, mal in diesen Kreisen nachfragen.

--
Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!

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Stimmt, jetzt erinnere ich mich, es ging um Bläschen

Martin @, Dienstag, 21.02.2017, 12:29 (vor 3368 Tagen) @ gwg

Dass dies aber mit TBC im Zusammenhang stand, daran kann ich mich nicht erinnern. Hier kam eh der Röntgenbus auf den Schulhof, und wir wurden der Reihe nach durchgeschleust - ohne Ausnahme.

Danke & Gruß

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Röntgen-Reihenuntersuchung

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Dienstag, 21.02.2017, 19:31 (vor 3368 Tagen) @ Martin

Dass dies aber mit TBC im Zusammenhang stand, daran kann ich mich nicht
erinnern. Hier kam eh der Röntgenbus auf den Schulhof, und wir wurden der
Reihe nach durchgeschleust - ohne Ausnahme.

Danke & Gruß

In den ersten Schuljahren (Mitte der '6oer) wurden alle geröntgt.
Später wurde dann das Pflaster geklebt und falls sich Pusteln bildeten, wurden die betreffenden Schüler im Gesundheitsamt geröntgt. Bei mir bildeten sich immer Pusteln unterm Pflaster, folglich wurde ich auch immer bestrahlt (war aber gesund[[freude]]). Deshalb kann ich mich an den ganzen Zirkus noch gut erinnern.

--
Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!

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