- kein Text -
USA: M3 plus 15,2 Prozent mL
Jermak
, Dienstag, 15.01.2008, 02:50 (vor 6583 Tagen) @ Jermak
sorry, falscher Knopp
Vergesst M3
Matterhorn, Dienstag, 15.01.2008, 02:53 (vor 6583 Tagen) @ Jermak
M3 ist für die Inflationsprognose untauglich. Jedenfalls ist der Zusammenhang mit den Inflationsdaten seit über 10 Jahren nicht mehr gegeben. Dies hat vor allem damit zu tun, dass Kapital grenzüberschreitend ist.
MZM ist für das Abschätzen von Geldschöpfung und Abschöpfung eher geeignet. Am besten aber schaut man sich an, wie die Kredite der Banken wachsen.
Vergesst M3-nicht ganz
Miesespeter
, Dienstag, 15.01.2008, 03:02 (vor 6583 Tagen) @ Matterhorn
M3 ist für die Inflationsprognose untauglich. Jedenfalls ist der
Zusammenhang mit den Inflationsdaten seit über 10 Jahren nicht mehr
gegeben. Dies hat vor allem damit zu tun, dass Kapital grenzüberschreitend
ist.
Sprich: es traegt dann zur Geldmengenerweiterung in anderen Laendern bei.
MZM ist für das Abschätzen von Geldschöpfung und Abschöpfung eher
geeignet. Am besten aber schaut man sich an, wie die Kredite der Banken
wachsen.
Wie auch immer, und wo auch immer die Geldmenge dann neutralisiert wird: 15,3% Wachstum in M3 ist kein Deflationsindikator, soviel zumindest sollte man festhalten koennen.
--
Everything is ok
Deflation, nicht Inflation ist das Thema...
Matterhorn, Dienstag, 15.01.2008, 03:09 (vor 6583 Tagen) @ Miesespeter
> Sprich: es traegt dann zur Geldmengenerweiterung in anderen Laendern bei.
Ja, aber nur diejenigen, welche an den USD (für unser Bsp.) gebunden sind. Die weisen dann auch grosse Zahlungsbilanzüberschüsse aus. Aber auch hier muss man aufpassen. Denn deren Zahlungsbilanzen beinhalten ja nicht nur USD-Exposure...
[quote]Wie auch immer, und wo auch immer die Geldmenge dann neutralisiert wird:
15,3% Wachstum in M3 ist kein Deflationsindikator, soviel zumindest sollte
man festhalten koennen.[/quote]
Ich behaupte jetzt einfach, dass die Inflationsängste übertrieben sind. Vielmehr denke ich, dass wir uns in einem deflationären Umfeld befinden. Auch wenn die Schweinepreise steigen in China. Die Löhne steigen praktisch nirgends auf Länderebene. Und das zählt. Die Supply-Side-Story (kurz: dank Globalisierung wird immer effizienter und billiger produziert) bleibt intakt und wird nicht so schnell kehren. Etwas muss man sich im Hinterkopf halten. Der Eintritt der letzten grossen sozialistischen Länder in den Kapitalismus (China, Indien etc.) wirkt sich deflationär aus. Merke: Kapitalismus ist deflationär, Sozialismus inflationär. Solange sich die Märkte (ich weiss, perfekt ist das alles nicht) einigermassen frei entfalten können, wirds kein Inflationsproblem geben.
Deflation, nicht Inflation ist das Thema...
Nachfrager, Dienstag, 15.01.2008, 03:32 (vor 6583 Tagen) @ Matterhorn
Etwas muss man sich im Hinterkopf
halten. Der Eintritt der letzten grossen sozialistischen Länder in den
Kapitalismus (China, Indien etc.) wirkt sich deflationär aus. Merke:
Kapitalismus ist deflationär, Sozialismus inflationär. Solange sich die
Märkte (ich weiss, perfekt ist das alles nicht) einigermassen frei
entfalten können, wirds kein Inflationsproblem geben.
Sorry, aber so einen Kappes habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Dann "Challenge" die Aussagen doch (oT)
Matterhorn, Dienstag, 15.01.2008, 05:53 (vor 6583 Tagen) @ Nachfrager
- kein Text -
Dann "Challenge" die Aussagen doch (oT)
Rumpelstilzchen
, Dienstag, 15.01.2008, 06:37 (vor 6583 Tagen) @ Matterhorn
Fast wörtlich den gleichen „Kappes“ habe ich gestern bei CNBC oder wie dieser amerikanische Hausfrauensender heißt gehört. Wahrscheinlich ein Matterhornklon. Er stand auf der Gehaltsliste der UBS, meinen Lieblingen, und hatte den offensichtlich Auftrag, die Volksverdummung weiter zu inflationieren. Dummheit und M3 sind aber nicht beliebig steigerbar. Dummheit und M3 finden auch Ventile, sich im realen Leben bemerkbar zu machen. So hat zum Beispiel die Inflation der Dummheit zu zahlreichen neuen TV-Formaten geführt, während die M3-Inflation die Aktien und Immobilienpreise angetrieben hat. Mit der Kontraktion der Aktien und Immobilienmärkte wird sich entsprechend den veränderten Konsumentenpräferenzen in Zukunft nur der Preisdruck auf die Güter des täglichen Lebens erhöhen, M3 steigt ja noch kräftig weiter. Interessant würde es erst, wenn Ben und Konsorten trotz ihrer Anstrengungen ein Schrumpfen von M3 hinnehmen müssten. Und den deflationären Einfluss der Schwellenländer können wir in Zukunft abhaken. China hat selber eine zweistellige Inflationsrate und wertet die Währung auf. Wie wirkt sich das wohl auf die US-Preise aus ?
My humble opinion
R.
--
Vorsicht: Zuviel Information schadet Ihrer Perfomance. Zu weiteren Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
hast du mzm chart? (oT)
neo, Dienstag, 15.01.2008, 03:36 (vor 6583 Tagen) @ Matterhorn
- kein Text -
wenn du keinen Datastrea hast, findest du ihn sicher bei @Cosa
Matterhorn, Dienstag, 15.01.2008, 05:55 (vor 6583 Tagen) @ neo
aha, der Erfinder der weltweiten supranationalen Deflation
webmax, Dienstag, 15.01.2008, 03:43 (vor 6583 Tagen) @ Matterhorn
Sachen gibts...
Ich behaupte jetzt einfach, dass die Inflationsängste übertrieben sind.
Vielmehr denke ich, dass wir uns in einem deflationären Umfeld befinden.
Auch wenn die Schweinepreise steigen in China. Die Löhne steigen praktisch
nirgends auf Länderebene. Und das zählt. Die Supply-Side-Story (kurz: dank
Globalisierung wird immer effizienter und billiger produziert) bleibt
intakt und wird nicht so schnell kehren. Etwas muss man sich im Hinterkopf
halten. Der Eintritt der letzten grossen sozialistischen Länder in den
Kapitalismus (China, Indien etc.) wirkt sich deflationär aus. Merke:
Kapitalismus ist deflationär, Sozialismus inflationär. Solange sich die
Märkte (ich weiss, perfekt ist das alles nicht) einigermassen frei
entfalten können, wirds kein Inflationsproblem geben.
stimmt im Prinzip - Deflation, nicht Inflation ist das Thema...
weissgarnix
, Dienstag, 15.01.2008, 05:22 (vor 6583 Tagen) @ Matterhorn
Ich behaupte jetzt einfach, dass die Inflationsängste übertrieben sind.
Vielmehr denke ich, dass wir uns in einem deflationären Umfeld befinden.
Prinzipiell gebe ich dir recht, aber man muß natürlich nach Sektoren differenzieren: dass die Chinesen diverse Dinge billiger produzieren können, wirkt natürlich auf genau diese Dinge deflationär. Aber die zusätzliche Nachfrage nach Ressourcen (Stahl, Öl, ...), die die Chinesen zum Aufbau/Betrieb der Fabrikation brauchen, wirkt natürlich auf diese Ressourcen inflationär. Zumindest für eine gewisse Zeit, bis der globale Anpassungsprozess komplett vollzogen ist und nur noch die Chinesen, mit entsprechenden Produktivitäten, produzieren. Das "globale Deflationsmodell" verläuft meiner Meinung nach daher in Zyklen, je nachdem, ob man Input oder Output-Sektoren betrachtet.
Auch wenn die Schweinepreise steigen in China. Die Löhne steigen praktisch
nirgends auf Länderebene. Und das zählt.
Die Frage ist natürlich, ob das in einer globalisierten Welt überhaupt noch der entscheidende Faktor ist. Theoretisch stimmt das Modell zwar, aber die Frage ist für mich offen, was passiert, wenn der Faktor Arbeit weiterhin durch steigende Kosten für alle möglichen Basisgüter (Wohnen, Strom, Agrarprodukte, etc) einerseits und remanenten Lohndruck andererseits in die "Zange genommen wird". Mehrer Szenarien sind denkbar, u.a. auch eine Rückkehr zu (inflationärem) Protektionismus und Sozialismus.
Merke:
Kapitalismus ist deflationär,
Nur vollständige Konkurrenz ist deflationär, der langfristige Gleichgewichtspreis entspricht den durchschnittlichen Produktionskosten (A. Smith)
Sozialismus inflationär. Solange sich die
Märkte (ich weiss, perfekt ist das alles nicht) einigermassen frei
entfalten können, wirds kein Inflationsproblem geben.
Wie gesagt, das muß man Sektor für Sektor betrachten, aber grosso modo stimme ich zu.
stimmt im Prinzip
Matterhorn, Dienstag, 15.01.2008, 05:53 (vor 6583 Tagen) @ weissgarnix
Ich sags ja, nichts ist perfekt in ein Modell zu pressen.
Aber zum Big Picture, dass ich hier skizziert habe, finde ich keine bessere Alternative.
Dass die Rohstoffpreise vs. den Währungen (viele jedenfalls) ansteigen, ist schön zu sehen. Die Rohstoffmärkte sind die Märkte, welche von den Regierungen am wenigsten beeinflusst werden können. Die Chinesen MÜSSEN ihren Zucker nun mal einfach auf dem Weltmarkt kaufen. Und die Amerikaner ihr Erdöl auch....
stimmt im Prinzip - Deflation, nicht Inflation ist das Thema...
sensortimecom
, Dienstag, 15.01.2008, 10:07 (vor 6583 Tagen) @ weissgarnix
Ich behaupte jetzt einfach, dass die Inflationsängste übertrieben sind.
Vielmehr denke ich, dass wir uns in einem deflationären Umfeld
befinden.
Man hatte im Westen bis etwa 1971/73/73 (die Zeit a) von der Aufgabe der Golddeckung b) Club-of-Rome-Prognose c) Oktoberkrieg d) 1. Ölschock) eine INFLATIONÄRE Grundtendenz. Auch bei HiTech. Erst ab 1974, als weltweite Staatsverschuldung in enormen Ausmaß einsetzte (man wollte um jeden Preis die sozialen Errungenschaften halten) gabs den Wechsel zur DEFLATIONÄREN Grundtendenz.
Der Grund dafür war: Enormer Mehrbedarf an monopolisierbaren Neuheiten auf dem Markt, damit der Martin`schen Kettenbrief nicht "abreißt. Klar, denn: Debitismus anstelle Golddeckung benötigt zwangsläufig immer wieder NEUES am Markt, für das der Konsument (oder bzw. Investor) bereit ist, Schulden zu machen und sich den Arsch dafür aufreissen zu lassen.
Weil die "NewEconomy" trotz immender Ausgaben für F & E immer weniger echte NEUHEITEN für gutes teures Geld auf den Markt brachte, nahmen auch die zusätzlichen Steuereinnahmen ab, die man DRINGENDST benötigte, um die enbtstandenen Staatsschulden zu egalisieren. Fazit: Man favorisierte und förderte die Schwerindustrie bzw. OldEconomy, weil dort ließ sich was "monopolisieren"; die Preise konnten dort inflationieren. Auf Kosten der Elektronik- und IT-Industrie, die mehr und mehr unter die Räder kam, weil sie ihre Produkte zuwenig am westlichen Markt schützen konnte, und weil dadurch viele Produktionen in die Billiglohnländer wanderten.
Daher die Scherenbildung bei der Infla/Defla.
Deflation & Inflation & Stagflation....
Miesespeter
, Dienstag, 15.01.2008, 06:39 (vor 6583 Tagen) @ Matterhorn
.....alles richtig......
Die Inflations/Deflationsdefinition, die vom dottore aufgestellt wird, greift m.E. zu kurz. Sie betrachtet nur die quantitative Geldmenge (die Menge von Schuldzetteln). Inflation aber ist eben erst dann zu konstatieren, wenn man diese in Relation zu den existierenden Wirtschaftsguetern (Assets + Ausbringung von Konsumguetern) stellt, bzw wenn sich Preisveraenderungen aus einer veraenderten Schuld/Gueter-Relation ergeben. Desweiteren fehlt mir auch eine qualitative Beurteilung der 'Geldmenge'.
Das Preisniveau ergibt sich aus der Menge des Umlaufmittels zu den existierenden Guetern. Die Art des Umlaufmittels ist hierbei unbedeutend. Es ist durchaus denkbar, dass es bei ruecklaeufiger Geldmenge zu einer Inflation kommt (wenn naemlich die Menge der Gueter noch staerker zurueckgeht als die Geldmenge, zB durch Zerstoerung & Krieg). Umgekehrt ist es auch moeglich, dass es trotz steigender Geldmenge zu einer Deflation kommt (wenn die Menge der kaeuflichen Gueter noch staerker steigt als die Menge der umlaufenden Schuldscheine). Genau letzteres ist momentan der Fall.
Die Geldmenge per se ist voellig irrelevant. Heutzutage bedeutet Geld halt umlauffaehig gemachte Schuldscheine. Dadurch erhaelt die Geldmenge eine eigene Dynamik als Funktion aus der Anzahl von neuen Schuldverhaeltnissen. Sie koennte aber ebensogut auch fix sein (Gogos, oder Gold + gleichzeitiges Foerderungsverbot). Am Ende des Tages bestimmt sich das Preisniveau doch immer aus dem Verhaeltnis von Geld zu Guetern.
Nun zur aktuellen Situation, welche welthistorisch in ihrer Dynamik voellig einmalig ist.
Zunaechst haben wir einen historischen Unterschied zu den dreissiger Jahren zu verzeichnen, damals gepraegt waren von radikalem Nationalismus und damit einhergehendem extremen Protektionismus (nicht, dass dies fuer die Baelde ausgeschlossen waere, diesmal als Europismus getarnt). Heute ist man jedoch zunaechst einmal in der (un) gluecklichen Lage, dass durch die extrem schnelle Automatisierung (Produktivitaetssteigerung), die Prozessrationalisierungen der letzten Jahre und die Addierung von 1,3 Milliarden extrem fleissiger und billiger Chinesen, fast nochmal sovielen Indern und 300 Millionen Osteuropaern die natuerliche Deflation des kap. Modells erheblich an Fahrt gewonnen hat (in einer Rasanz, die es der Gesellschaft unmoeglich macht, hiermit Schritt zu halten). Ist die natuerliche Deflationsrate in einem theoretisch reinen Kapitalismusmodell mit fixer Geldmenge eine Funktion der Produktivitaetssteigerung und somit recht gemuetlich, bricht die historisch einmalige Eingliederung von 3 Milliarden neuen Billigstarbeitern (mit 60 Stunden Wochen) saemtliche Sicherungen: Fuer die gleiche Geldmenge kann in China (jetzt Teil der selben Dollarweltwirtschaft) getrost die doppelte Warenmenge eingekauft werden wie im wenige Meilen entfernten Japan. Das nenn ich einen Preisverfallsschub!! Und der sickert jedes Jahr mit ein paar Prozenten in die westlichen Volkswirtschaften. Bis alle Daemme brechen.
Weltwirtschaftlich gesehen stehen nun der gleichen (de facto: um 20% erhoehten) Dollar-Geldmenge ERHEBLICH mehr GUETER (incl. Arbeitskraft) gegenueber. Ergo: Der Gueterpreis sinkt trotz starker Geldmengenausweitung.
Natuerlich sieht das ueber die Warengruppen unterschiedlich aus: Warengruppen, die durch die deflationaeren Faktoren besonders betroffen sind, sind preislich auch weiterhin weich (zB Hardware, Elektronik, Textilien, Industriearbeiter), wohingegen Warengruppen, die vom Aussenhandel und von Produktivitaetssteigerungen unberuehrt sind, den vollen Effekt der Reinflationierung aushalten duerfen (zB. Grund& Boden, Brot und Butter, Buerokratie, Finanzmaerkte). Weils so schoen ueber die Warengruppen verteilt ist, sieht der eine Deflation, der andere Inflation und der Dritte meint, eine Stagflation gesichtet zu haben.
Die FED aber unternimmt nichts weiter als den Versuch, die ganze Welt zu reflationieren!
Wie macht sie das, wenn sie doch neue Schuldner finden muss, da sonst die Druckpressen nicht laufen duerfen (und sie laufen doch auf Hochtouren!) ? Wieso waechst die Geldmenge denn um 1,6 Billionen Dollar in knapp 12 Monaten? Wer nimmt denn diesen Schuldenberg auf? Die Wirtschaft ist's doch wohl nicht!
Und hier kommt eben die Qualitaet der Geldmenge ins Spiel. Ein Schuldschein ist so gut wie die Bonitaet des Schuldners, der ihn ausgestellt hat. Die einzigen Schuldner, die jetzt noch auftreten, sind aber die, welche noch nie in ihrer jahrhundertealten Existenz auch nur einmal zurueckbezahlt haben, die Schuldner mit der schlechtesten Bonitaet, die Kreditbetrueger! Aber die nehmen mit dankender Hand jeden Kredit, den sie kriegen koennen! Muss es morgen noch ein bisschen mehr sein? Aber gerne, das nehmen wir in Kauf! Und wenn die es nicht mehr nehmen, ich nehm es ganz bestimmt!!
Neuschuldner finden ist kein Problem. Solange man auf die Bonitaet nicht achten muss.
Und wenn der Sparer, der Inhaber frueher datierter gesuenderer Schuldversprechen, auch heute weiss: wenn das Staatsbudget nur noch aus Krediten finanziert wird, dann ist sein Schuldschein nichts wert............dann macht man es halt anders. IWF, World Bank, Ausserbudgetaere Kreditgarantien, Schuldenschnitte fuer die dritte Welt, direkte Bankenbailouts durch Notenbanken, u.v.a., das Instrumentarium, um hinter dem Ruecken der Oeffentlichkeit faule Schulden in Umlauf zu bringen ist endlos. Und zudem: Wer sagt denn, dass bei der Notenbank jedem ausgegebenem Schuldschein auch ein Schuldner zugeordnet sein muss. Auch das ist eine selstauferlegte Konvention, die morgen schon ganz anders aussehen kann. Was fuer ein Fest wird das erst am sozialistischen Hof ! Und wenn der Sparer es wider erwarten doch merken wuerde, dann wird man ihm halt das Abheben verbieten.
Und wenn endlich jeder Geldschein nur noch durch Staatsschulden gedeckt ist, dann ist er wieder zu dem geworden, was er im Sozialismus auch war: ein von der Buerokratie nach Gutduenken verteilter Gutschein. Nur dass man damit dann wieder keine Gueter mehr erhalten wird. Aber das grosse keynesianische Projekt wird endlich vollendet sein: die Euthanasie des Sparers:
'But whilst there may be intrinsic reasons for the scarcity of land, there are no intrinsic reasons for the scarcity of capital. . . . It will be, moreover, a great advantage of the order of events which I am advocating, that the euthanasia of the rentier, the functionless investor, will be nothing sudden, merely a gradual but prolonged continuance of what we have recently seen in Great Britain, and will need no revolution.'
~ John Maynard Keynes General Theory, p. 376
Irgendwann geht's dann halt mit dem 'gradual' nicht mehr ganz auf. Wer wissen will, wie das dann aussieht, der braucht nur einen Urlaub in Osteuropa zu buchen. Die Sparer, die ihre Rentenansprueche sicher in allersichersten Titeln verpackt haben, koennen sich dort bei den Pensionaeren schon mal Rezepte fuer Kartoffelsuppe oder Brotsuppe notieren. Nur Mut, das schmeckt hervorragend!
Und wenn man gleich im Osten vor Ort ist, kann man es auch nutzen, um seine Altersversorgung auf solide Fuesse zu stellen: Einen Teil der Ruecklagen liquidieren, bevor es alle versuchen, und diese zu einem guten Teil dort anzulegen, wo der Crash bereits vorbeigezogen ist. Meine Tips: Jugoslawien, Rumaenien, Bulgarien. Konservativ, Immobilien, gute alte Nachkriegsprofiteur-Strategie. Aufgrund der Kapitalknappheit in diesen Laendern sind die Immopreise dort laecherlich niedrig, die Mietrenditen liegen entsprechend bei 15% p.a. Und mit der Kapitalknappheit wird es ein baldiges Ende haben, schliesslich sind diese Laender alle willige Kreditnehmer und Nettoempfaenger von milden Kreditgaben und Transferleistungen. So kann man der Show gelassen zuschauen!
Und jetzt noch ein kleines Wort an die Arnulf Baring Fans:
Eins darf man nicht aus den Augen verlieren: Wenn man einen Damm hat, und auf der einen Seite des Dammes ist der Wasserstand hoch, auf der anderen Seite jedoch gering............. und nun oeffnet man diesen Damm, dann wird es unweigerlich zu einem allmaehlichen Gleichstand des Wasserpegels kommen. Fuer die Hochwasserregion bedeutet das zwangslaeufig eine Abnahme des Wasserstandes.
Alle gegenteiligen Beschwoerungen und Bekreuzigungen sind reines Schauspiel und Agitation. Die dritte Welt, insbesondere die ehemals unfreien Staaten des kommunistischen Blocks fordern nun ihren Teil an der Weltwirtschaft ein, und dies wird einhergehen mit einer Abnahme des Lebensstandards im Westen. Ricardo hin und her, wenn komparative Kostenvorteile ueberhaupt in so einer Situation postitiv auswirken, dann erst nach einer gewaschenen Anpassungskrise. Freier Handel und Wettbewerb ist ein humanes und schoenes Credo. Es ist ein schoener Versuch, die Schleusen zu oeffnen, wenn der damm wegbricht. Es aendert aber nichts daran, dass das Wasser abfliesst.
Solange noch die geburtenstarken Jahrgaenge massiv Nettoeinzahler in die Sozialsysteme waren, konnte man deren Einzahlungen und Altersruecklage mit vollen Haenden aus allen Fenstern schmeissen. Jetzt aber kippt die Alterspyramide, vorbei ists mit den Ueberschuessen, die Altersversorgung ist verplempert, da stellt sich die Frage: wie soll man denen jetzt doch nocht die Rente finanzieren? Ein bisschen hier und da streichen wirds nicht tun..... nicht mal, wenns demnaechst Rente erst ab 70 gibt (Bloss, wer beschaeftigt denn den Greis bis 70..:))))
Und als wenn das nicht schon unloesbar genug waere, muss man auch noch mit dem einmaligen historischen Umbruch einer ganzen Welt in China, Indien, Russland fertigwerden, ein Riesenflutwelle, die ebenfalls nicht aufzuhalten ist. Dort wo diese beiden Flutwellen aufeinandertreffen, moechte ich nicht stehen!!!!
Ich werds mir aber gern im Fernsehn angucken.................
(Sorry, ist ein Beitrag von mir aus 2002, aber der Sachverhalt ist ja der gleiche heute...nur der Immobilienboom in Osteuropa, der ist durch....
)
--
Everything is ok
