Wie sind solche Kursverläufe zu erklären?
Sieht so aus. als hätte gegen 12:30 Uhr jemand einen Defibrillator mit 2000 Volt zur Wiederbelebung angesetzt.
Puls und Kreislauf? Kurzzeitig wieder messbar.
![[image]](http://www1.deutsche-boerse.com/parkett/DAX_chart_realtime.jpg)
Citibank: Nur 18 Mia Abschreibung statt 24 (oT)
- kein Text -
Dazu:
Hi,
lief um 12.26 Uhr (Auszüge):
"Die US-Bank Citigroup hat angesichts der Kreditmarktkrise einen Quartalsverlust von 9,83 Milliarden Dollar ausgewiesen. Darin seien 18,1 Milliarden Dollar Abschreibungen enthalten. Die Einnahmen im vierten Quartal seien um 70 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar gesunken. Zudem werde die Dividende auf 32 von 54 US-Cent gekürzt und man habe sich 14,5 Milliarden Dollar frisches Kapital besorgt (was noch nicht in trockenen Tüchern sein soll).
An den Finanzmärkten wurden die Zahlen zunächst positiv aufgenommen: Die US-Aktienfutures verringerten ihre Verluste. Am Montag hatte es Berichte gegeben, die Bank werde bis zu 24 Milliarden Dollar abschreiben."
Diese "Berichte" waren aus der Luft gegriffen. Lt. IHT (gestern) gingen "Analysten" von Zahlen zwischen 12 und 18 Mrd USD aus.
Gruß!
Und Merrill Lynch:
Hi,
so macht man's:
"Die krisenbelastete US-Investmentbank Merrill Lynch verschafft sich eine dringend benötigte Kapitalspritze von 6,6 Milliarden Dollar durch den Einstieg dreier weiterer Großaktionäre. Das Geld kommt von Banken und Finanzinvestoren aus Südkorea, Kuwait und Japan, teilte Merrill Lynch am Dienstag in New York mit.
Der neue Merrill Lynch-Chef John Thain hatte erst Ende Dezember zwei Großaktionäre für rund 6,2 Milliarden Dollar (4,2 Mrd Euro) an Bord geholt.
Die neuen Investoren sind die Korean Investment Corporation, Kuwaits Staatsfonds sowie die Mizuho Corporate Bank, eine Tochter der japanischen Großbank Mizuho Financial Group."
Allerdings: Kuwait noch nicht definitiv (die sind sehr vorsichtig und der KIA-Chef war - noch - nicht zu erreichen), die bisherigen "Kapitalspritzen" für Großbanken summieren sich jetzt auf 34 Mrd USD und ML muss 9 % Garantie-Dividende zahlen plus einmalig einen "Rollover"-Satz von 17 %.
Gruß!
Dazu:
Hallo Dottore,
meine Frage ist: WIE bewerten die Citibänker den Ihren Abschreibungsbedarf, wenn doch der Markt hierfür nicht mehr/oder zu wenig vorhanden ist.
Wer garantiert das Sie RICHTIG eingewertet haben. Hier ist doch Tor und Angel weit offen, oder.
Grad kommt was neues von DBK übern Ticker. Meine lieber Scholli
Gruß
@ Dottore - Aussichten der Citigroup?
Hi,
Die Einnahmen im vierten Quartal seien um 70 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar gesunken.
Danke für die raschen und genauen Informationen, die Sie hier immer wieder einstellen.
Da ja die meisten Geschäftsmodelle der vergangenen Jahre mittlerweile keine Erträge mehr
bringen, und sich Kosten/Arbeitsplätze nur langsam abbauen lassen, erwarte ich eine
längere Phase mit Verlusten.
Wie sehen Sie die Entwicklung der Bankgewinne? (schwierige Frage, wohl nicht generell zu
beantworten) Besonders interessiert mich die Deutsche Bank.
Herr Ackermann geht anscheinend nach der Devise vor "Was interessiert mich mein Geschwätz
von gestern?" und korrigiert seine Statements, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt.
Gewinnt derjenige, der am Längsten die Wahrheit verbirgt?
Gruß
Vatapitta
--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/
Danke für die Aufklärung, aber was ist denn nun ein Staatsfond?
Hallo dottore,
ich bin nun mal ein hartnäckiger, aufmerksamer Leser und da fällt mit dann das hier auf:
## Die US-Bank Citigroup hat angesichts der Kreditmarktkrise einen Quartalsverlust von 9,83 Milliarden Dollar ausgewiesen. Darin seien 18,1 Milliarden Dollar Abschreibungen enthalten. ##
Auf diese Art lassen sich die Fehlspekulation natürlich ohne Mühe bewältigen. Je höher die Abschreibung sind, desto kleiner werden die Verluste. Ich weiß, ich habe mal wieder etwas falsch verstanden, aber merkwürdig, widersprüchlich liest sich das schon, die Verluste aus den Abschreibungen, die so in Gesamtverluste einzurechnen, das sie wie durch Zauberhand verschwunden sind. Das ist eine bilanztechnische Finte, oder wie? Bisher dachte ich immer das man Verluste aus verschiedenen Richtungen mit negativen Vorzeichen addiert und nicht den höheren Betrag zu Null setzt und dann addiert.
Aber eine Frage zu den Staatsfonds, die in den letzten Tagen immer wieder die Runde machen, die dabei helfen sollen, die darnieder liegenden Banken mit O2 zu versorgen. Was soll das sein, ein Staatsfond? Das der Staat in Form von Anleihen Schulden macht, nicht gerade wenig, das ist bekannt. Aber das die hochverschuldeten Staaten noch soviel Geld haben, um über einen Staatsfond, bei der schnellen Fahrt in die Tiefe, den Firmen eine monetäre Handbremse einzubauen, wie soll das gehen? Oder sollte man die nicht Staatsfonds, sondern besser:
Wir-sind-am Ende-kommt-mit Steuergelder-rüber-Fond
nennen?
Gruß
eisenherz
SWF
Hi Prinz,
ich bin nun mal ein hartnäckiger, aufmerksamer Leser und da fällt mit dann
das hier auf:## Die US-Bank Citigroup hat angesichts der Kreditmarktkrise einen
Quartalsverlust von 9,83 Milliarden Dollar ausgewiesen. Darin seien
18,1 Milliarden Dollar Abschreibungen enthalten. ##Auf diese Art lassen sich die Fehlspekulation natürlich ohne Mühe
bewältigen. Je höher die Abschreibung sind, desto kleiner werden die
Verluste. Ich weiß, ich habe mal wieder etwas falsch verstanden, aber
merkwürdig, widersprüchlich liest sich das schon, die Verluste aus den
Abschreibungen, die so in Gesamtverluste einzurechnen, das sie wie durch
Zauberhand verschwunden sind.
Nein, die Differenz sind Erträge aus anderen Geschäften, z.B. Investment Banking, Kreditkarten, Bankgeschäfte dieser & jener Art.
Das ist eine bilanztechnische Finte, oder
wie? Bisher dachte ich immer das man Verluste aus verschiedenen Richtungen
mit negativen Vorzeichen addiert und nicht den höheren Betrag zu Null setzt
und dann addiert.
War vielleicht nicht ganz sauber formuliert.
Aber eine Frage zu den Staatsfonds, die in den letzten Tagen immer wieder
die Runde machen, die dabei helfen sollen, die darnieder liegenden Banken
mit O2 zu versorgen. Was soll das sein, ein Staatsfond?
Bitte hier (leider Englisch):
http://en.wikipedia.org/wiki/Sovereign_wealth_funds
Wir-sind-am Ende-kommt-mit Steuergelder-rüber-Fond
SWFs gehören - siehe Wiki - den dort aufgeführten Staaten oder staatsnahen Entitäten. (Eigentlich ist es Geld DEREN Bürger, siehe die Pro-Kopf-Zahlen).
Gruß!
Dazu:
Hi LOMITAS,
meine Frage ist: WIE bewerten die Citibänker den Ihren
Abschreibungsbedarf, wenn doch der Markt hierfür nicht mehr/oder zu wenig
vorhanden ist.
Keine Ahnung. Müsste in den Erläuterungen zum Qu.-Bericht stehen. Ob und wie, weiß ich nicht.
Wer garantiert das Sie RICHTIG eingewertet haben. Hier ist doch Tor und
Angel weit offen, oder.
Sehr weit! @weissgarnix ist da der Fachmann.
Gruß!
@ Dottore - Aussichten der Citigroup?
Hi Vattapista,
Da ja die meisten Geschäftsmodelle der vergangenen Jahre mittlerweile
keine Erträge mehr
bringen,
Na ja, die bekannten Faxen nicht mwehr.
und sich Kosten/Arbeitsplätze nur langsam abbauen lassen,
erwarte ich eine
längere Phase mit Verlusten.
Muss nicht sein. Kosten/Arbeitsplätze sind das kleinste Problem. Banken leben von Zinsdifferenzen.
Wie sehen Sie die Entwicklung der Bankgewinne? (schwierige Frage, wohl
nicht generell zu
beantworten) Besonders interessiert mich die Deutsche Bank.
Die von Ackermann avisierten 8,4 Mrd Euro für 2008 sehr ich nicht.
Herr Ackermann geht anscheinend nach der Devise vor "Was interessiert mich
mein Geschwätz
von gestern?" und korrigiert seine Statements, wenn es sich nicht mehr
vermeiden lässt.
Bisher noch nichts gelesen.
Gewinnt derjenige, der am Längsten die Wahrheit verbirgt?
Immer + Gruß!
