Deutschland kann im weltweiten Konkurrenzkamp bei der Handyfertigung nicht mehr konkurrieren
Max Risk, Mittwoch, 16.01.2008, 23:32 (vor 6582 Tagen)
Nicht allein wg. der Werkschliessung in Bochum,
nicht allein wg. der Werkschliessung von BenQ etc. etc.
Aussage im ZDF-Morgenmagazin 17.1.2008/07:23 Uhr
von Christoph Marschall /Berliner Tagesspiegel:
Stichwort NOKIA Werkschliessung Bochum
Sinngemäss: Deutschland kann im weltweiten Konkurrenzkamp bei der Handyfertigung nicht mehr konkurrieren
Welche Konkurrenz ? Konkurriert ein Land wie China (oder sonstige Länder Emerging Markets) etwa mit unseren Sozialsystemen/ sonstigen Standards/ Infrastruktur. Wo sind die Kosten hierfür, wenn von mangelnder Konkurrenzfähigkeit gesprochen wird ?
NOKIA muss die staatlichen Beihilfen über 800 Mio. Euro
Emerald, Mittwoch, 16.01.2008, 23:40 (vor 6582 Tagen) @ Max Risk
zurückbezahlen!
Der Trichter-Effekt: Nokia erhält 800 Mio. Beihilfe für die Arbeitsplatz-
Schaffung. Nach wenigen Jahren verlegt der Konzern seinen Sitz nach
Rumänien (?) um dort von den Tiefstlöhnen zu profitieren.
Eben dieses Rumänien erhält von der EU (Deutschland bezahlt d. grössten Anteil)wiederum Milliarden-Beiträge für den Aufbau von Industrie, Landwirtschaft und Tourismus.
Wie lange wird dieser Trichter noch mit Steuergeldern à fond perdu
gesättigt.
Emerald.
PS:
Die Rückzahlung ist angedroht, aber Nokia wird alles daran tun
keinen Cent zurück zu bezahlen
Über Bande gespielt
Mephistopheles, Donnerstag, 17.01.2008, 02:03 (vor 6582 Tagen) @ Emerald
Der Lohn des deutschen Arbeiters ist natürlich konkurrenzfähig, allerdings nicht die Abgaben, mit denen er belastet wird.
Das war aber von vorneherein klar! Gerade Nokia und den anderen Konzernen, an deren Spitze sitzen meistens keine Dummköpfe.
Also sagen sie:
Wir zahlen den Lohn, aber nicht den ganzen Sozialklimbim, den die Politik sich so einbildet! Was hat das Boot-Camp und die Resozialisierungsmaßnahmen mit unseren Produkten zu tun?
Sagt der Staat:
Halt, geht aber nicht! AGG! Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz! Jeder muß sich an die Gesetzte halten, die im Lande gelten.
Sagt Nokia:
Freut uns Sie kennengelernt zu haben, ein weiteres Treffen können wir im moment leider nicht vereinbaren!
Auftritt Prinz corrupti, der politische Beamte mit süffisantem Lächeln
Meine Daminnen und Herren!. Um wieviel gehts denn? 800 Mio? Ich hätte da eine konstruktive Idee!
Und so kommt es, dass Nokia u.a. die Sozialbeiträge nicht zahlen muß und dafür die anderen, die sich nicht wehren können um so höher mit Abgaben belastet werden.
Und alle, alle sind glücklich:
Prinz Corrupti, weil er endlich Arbeitsplätze geschaffen hat
Nokia, siehe oben
Nicht zu vergessen: Der Ochse, der das ganze Feld umpflügt, weil er die soziale Absicherung hat.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann streiten sie sich noch heute um soziale Gerechtigkeit.
P.S: In Rumänien gibt es aber auch einen Prinz Corrupti!
Dumme Globalisierung! Doch halt, gegen Globalisierung zu sein ist ja Pfui!!!
Also die Neue Wirtschaftsordnung soll helfen!
Gruß
Mephistopheles
@Tassie: Scusi! Das hast du wohl gemeint mit Billard über Bande.
Hat mit Sozialstandards wenig am am Hut. Geht viel tiefer.
sensortimecom
, Donnerstag, 17.01.2008, 02:16 (vor 6582 Tagen) @ Max Risk
Welche Konkurrenz ? Konkurriert ein Land wie China (oder sonstige Länder
Emerging Markets) etwa mit unseren Sozialsystemen/ sonstigen Standards/
Infrastruktur. Wo sind die Kosten hierfür, wenn von mangelnder
Konkurrenzfähigkeit gesprochen wird ?
Hallo.
Das Problem hat mit unseren Sozialstandards wenig zu tun.
Ich predige schon Jahr und Tag darüber. Verstanden haben es immer nur die Techniker, leider. Nicht die Wirtschaftsexperten und Börsianer.
Also nochmal:
Wenn du ein Produkt nicht ausreichend patentrechtlich schützen kannst, wie es beim Handy der Fall ist (und da können alle nur erdenklichen Features drin sein, von mir aus ein Lügendetektor und ein automatischer Nasenbohrer),
dann ist er nicht ausreichend MONOPOLISIERBAR und jeder Konkurrenz hilflos ausgeliefert. Ergo: Die Produktion geht immer dorthin, wo am billigsten bei halbwegs guter Qualität produziert wird. Außer, man führt protektionistische Massnahmen (Zölle und Einfuhrbeschränkungen, sowie Subventionierungen, ein)
Das ist das HAUPTÜBEL unseres gegenwärtigen Systems und der eigentliche Sargnagel des Debitismus. Capito?
Erich B.
Du bist leider zuspät für die Patentanmeldung. Kuck mal David Ricardo-mLoT
Mephistopheles, Donnerstag, 17.01.2008, 02:37 (vor 6582 Tagen) @ sensortimecom
Danke für den Link! (oT)
sensortimecom
, Donnerstag, 17.01.2008, 05:48 (vor 6582 Tagen) @ Mephistopheles
- kein Text -
Help! Debitistisches Problem; bitte um Aufklärung
Mephistopheles, Donnerstag, 17.01.2008, 12:28 (vor 6581 Tagen) @ sensortimecom
Ergo: Die Produktion geht immer dorthin, wo am billigsten bei halbwegs guter Qualität produziert wird.
Genau das stimmt eben nicht!
Das hätte ich Herrn Profesor (Un)Sinn mal gerne erzählt, als er in der Radiosprechstunde von den billigen Löhnen in China redete und wieviel Euro der Chineser in der Stiunde erhält und wieviel Euro der Facharbeiter hierzulande.
Da hätte ich ihm gerne erzählt, dass der Arbeiter in China überhaupt keine Euro erhält und auch keine $$, NULL, niente, sondern in Yuan bezahlt wird oder wie die Landeswährung dort immer auch heißen mag.
Und dass die Kosten der chinesischen Arbeitsstunde nicht in China, sondern an den Devisenmärkten entschieden werden.
(Hab ich aber doch bleiben lassen, meinen Anruf, weil ich wahrscheinlich gar nicht durchgestellt worden wäre, da ich ja nicht gebrieft wurde)
Nun meine debitistische Frage:
Warum schafft es die chinesische Regierung, den ihr genehmen Wechselkurs zu etablieren, was die EU und auch die USA nicht schaffen?
Nach der Debitismustheorie entscheidet letzten Endes über den Wert des Geldes die Waffen, meinetwegen die komparativen Vorteile in der Waffentechnik, und da dürfte der Westen mit den USA immer noch so ne klitzekleine Nasenlänge voraus sein.
Gruß
Mephistopheles
Antwort an @mephistopheles
sensortimecom
, Samstag, 19.01.2008, 02:53 (vor 6580 Tagen) @ Mephistopheles
Nun meine debitistische Frage:
Warum schafft es die chinesische Regierung, den ihr genehmen
Wechselkurs zu etablieren, was die EU und auch die USA nicht
schaffen?
Hallo. China tut sich da leichter, weil der Yuan keine frei konvertierbare Währung ist, siehe auch
http://www.handelsblatt.com/news/Boerse/FX-Exoten-Kolumne/_pv/_p/301867/_t/ft/_b/122600...
Im Prinzip können die Geld drucken soviel sie wollen und damit den Wert ihrer eigenen Währung bestimmen (umgekehrt gehts nicht!).
Nach der Debitismustheorie entscheidet letzten Endes über den Wert des
Geldes die Waffen, meinetwegen die komparativen Vorteile in der
Waffentechnik, und da dürfte der Westen mit den USA immer noch so ne
klitzekleine Nasenlänge voraus sein.
Ja, richtig. Aber auch die modernste Waffentechnik nützt nicht viel, wie man ja am Beispiel IRAK sieht.;-(
Interessant: Können Nokia nicht mal zu Verhandlungen "bitten" - wollen aber den weltweiten Klimawandel stoppen
JoBar, Donnerstag, 17.01.2008, 08:34 (vor 6582 Tagen) @ Max Risk
![[[euklid]]](images/smilies/euklid.gif)
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Wenn der Verlust der 3-4000 Arbeiteplätze zu etwas gut sein sollte,
dann dazu: Hoffentlich erkennen etliche "brave Bürger" daraus den Wert und Nutzen "ihrer" Politiker.
J
Rechnet Nokia falsch?
Mitmacher
, Freitag, 18.01.2008, 11:31 (vor 6581 Tagen) @ Max Risk
UMZUG NACH RUMÄNIEN
Rechnet Nokia falsch?
Nokia schließt die Bochumer Fabrik und setzt auf Niedriglöhne in Rumänien. Die Erfahrungen westlicher Investoren aber zeigen, dass Standortverlagerungen kein Selbstläufer sind. Womöglich überschätzt Nokia die Kostenvorteile, schreibt Unternehmensberater Johannes Book. Der Rumänien-Kenner schließt auch andere Motive nicht aus.
hier wird die Sinnlosigkeit des Rumänien Abenteuers nett aufgezeigt:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,druck-529481,00.html
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"Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt." - Thomas Mann, Der Zauberberg
"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)
