OT : Die Schweiz überlebt! Dank chinesischen Därmen .........
Es droht eine Cervelat-Knappheit
Wegen einer Importsperre fehlt es an Rinderdärmen für Wursthüllen
kg. Als «Wurstbekleider» bezeichnet sich die Firma «Max Ramp AG Natur- und Kunstdarm» auf ihrer Homepage; das Liestaler Unternehmen gehört zu den Wichtigen im Schweizer Darmhandel. Doch jetzt werden die Kleider knapp, wie Geschäftsführer Daniel Mäder einen Bericht im Verbandsorgan «Fleisch und Feinkost» bestätigt - zumindest die Kleider für Cervelats: Der Vorrat an Rinderdärmen aus Brasilien geht zur Neige, weil seit dem 1. April 2006 in der EU ein Importverbot gilt, das die Schweiz übernommen hat; die EU schätze das Auftreten von BSE in diesem Land nicht mehr als «sehr unwahrscheinlich» ein, schrieb das Bundesamt für Veterinärwesen damals den Fleischimporteuren. Doch die Schweizer Volkswurst Nummer eins und der brasilianische Rinderdarm gehören zusammen wie der Cervelat und die Schulreise.
Der Umsatzträger der Branche
Laut Balz Horber, dem Direktor des Schweizerischen Fleisch-Fachverbandes, lässt sich nämlich nur mit den Därmen aus Brasilien ein richtiger Cervelat herstellen: eine schlanke, schön gekrümmte Wurst mit einem Durchmesser - dem «Kaliber» in der Metzger-Fachsprache - von 32 bis 34 Millimetern. Eine Wurst, die sich gut schälen und roh essen lässt, die aber auch zum Grillieren taugt. Horber, der den Cervelat als «Umsatzträger» der Branche bezeichnet, spricht von einem «Beschaffungsnotstand». Er befürchtet, dass die Metzger nicht genügend Cervelats für die Grill- und Wandersaison 2007 anbieten können. Denn es fehlt an Alternativen. Rinderdärme aus anderen Ländern, aus Argentinien etwa, seien zu fett oder wiesen ein grösseres Kaliber auf, sagt Mäder. Der Cervelat würde dann, bei gleichem Gewicht, vielleicht doppelt so dick, was grosse Umstellungen bei den Verpackungsanlagen nötig machen würde. Und Kunstdärme, die sich fürs Grillieren eigneten, seien viel teurer.
Wie lange das Importverbot besteht, ist offen. Mäder schätzt, dass es noch zwei Jahre Bestand haben könnte. Und Horber rechnet damit, dass der Vorrat an brasilianischen Rinderdärmen Ende August oder Anfang September aufgebraucht sein wird. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt Metzgern und Cervelat-Liebhabern: Rinderdärme aus Paraguay würden sich für den Cervelat eignen. Allerdings sind sie von der EU und damit auch von der Schweiz noch nicht für den Import zugelassen. Der Fleisch-Fachverband hat das Bundesamt für Veterinärwesen deshalb aufgefordert, bei der EU darauf hinzuwirken, dass das Zulassungsverfahren beschleunigt wird.
Und wenn der «Beschaffungsnotstand» andauert? Natürlich könne man die Fleischmasse auch in einen Schweinedarm abfüllen, sagt Mäder; der Schweinedarm gebe sogar eine zartere Haut ab. Doch erstens lasse sich ein Cervelat mit Schweinedarm-Hülle weniger gut schälen, und zweitens stimme das Kaliber nicht - die Volkswurst Nummer eins würde dann anders aussehen als gewohnt. Und dass diese so aussieht wie immer, das sei, glaubt Horber, den Konsumenten fast wichtiger als der Inhalt.
Der Cervelat (auch Bauarbeiter-Forelle genannt) wird weiter angeboten.
Den Metzgereifachverband freuts (90 % des Cervelat-Inhalts sind nicht
nachhaltig taxierbar, angeblich viel Eiswasser).
China wird ab sofort für diese beliebte Wurstart der Schweiz Schweine-Därme liefern. Proben ergaben, die chines. Wurstkleider sollen schmackhaft sein und farblich appetitlich aussehen, so die Presse.
Emerald.
