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Schwarzgeld: Wer was lernen will über die Wirtschaft, sollte nicht in die Uni, sondern mal bei Aldi einkaufen

Mephistopheles, Sonntag, 20.01.2008, 04:13 (vor 6578 Tagen)

Schwarzgeld in Malta, Zypern, Spanien

Und Schwarzgeld hierzulande?
Nein, nicht die 500er, auch nicht Überweisungen, sondern bat (bar auf Tatze)

Wer etwas lernen will über die Wirtschaft, soll nicht in die Uni gehen, sondern mal beim Aldi am Vormittag vorbeischauen, wenn die ganzen Türken und Asiaten ihre vollgepackten Einkaufswägen an der Kasse vorbeischieben, alles voll mit H-Milch, Mehl, Salaten als wenn die Großfamilie über den ganzen Winter hindurch versorgt werden müsste, direkt vor dem Eingang die SUVs.
Oh my god, ja, ich will hier keine Vorurteile schüren! Auch Deutsche, selbstverständlich! So Typen, die man dann als Wirte bei der Kneipe ums Eck entdeckt.
Die selben Produkte, die es auch bei der Metro oder Fegro gibt. Zu kaum unterschiedlichen Preisen. Auf den 1ct., wo die Metro günstiger ist, wird großzügig verzichtet.
Nur geht es bei Metro oder Fegro eben nur über Kundenkarte und Identitätsnachweis,
während bei Aldi alles bar bezahlt wird. Und keinesfalls mit EC-Karte! Und da werden auch keine 500er gezogen, sondern 50er. Bekommt man ja bei Aldi die ganze Karre voll.

Honi soit qui mal i pense!

Gruß Mephistopheles

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Es gibt rund 10x mehr 50er als 500er - wo ist das Problem?

Ciliegia @, Sonntag, 20.01.2008, 07:00 (vor 6578 Tagen) @ Mephistopheles

Hallo Mephistopheles,

Schwarzgeld in Malta, Zypern, Spanien

In dem verlinkten Artikel heißt es:

Der Kern des Problems sind nämlich nicht "normale" Geldscheine, wie wir sie jeden Tag an der Hand haben. Nein, es sind die schönen lilafarbenen 500-Euro-Noten mit den Maßen 16 x 8,2 Zentimetern. Von diesen Scheinen laufen in der Eurozone, einschließlich der neuen Euro-Währungsmitglieder, den Mini-Staaten Zypern und Malta, Exemplare im Wert von sage und schreibe 220,9 Milliarden Euro um. 446 Millionen Stück. Gewicht: Rund 500 Tonnen. Das ist erheblich mehr als es 50-Euro-Scheine gibt, das im Alltag meist genutzte Euro-Bargeld. Von dem kursieren nur 205,7 Milliarden im Publikum. Die grünen 100er-Noten fallen gegen die beiden Spitzenreiter deutlich ab: Nur im Wert von 116,2 Milliarden stecken sie in Portemonnaies oder irgendwelchen Kassen.

Das bedeutet:

500er im Wert von 220,9 Mrd Euro - entspricht ca. 442 Mio Stück
100er im Wert von 116,2 Mrd Euro - entspricht ca. 1.162 Mio Stück
50er im Wert von 205,7 Mrd Euro - entspricht ca. 4.114 Mio Stück

Es gibt also 10x mehr 50er als 500er (ich habe das jetzt explizit nicht nachgeprüft, aber das geht aus den im Artikel genannten Zahlen hervor). Daraus einen Schwarzgeldverdacht zu konstruieren, halte ich - gelinde gesagt - für etwas weit hergeholt. Wenn es da nicht noch andere "Beweise" gibt, bewegt sich der Bild-Kolumnist, den ich als Forenautor sehr schätze, auf sehr dünnem Eis...

Viele Grüße, Ciliegia.

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Hier sind die Probleme:

dottore @, Sonntag, 20.01.2008, 08:13 (vor 6578 Tagen) @ Ciliegia

Hi Ciliegia,

der alllerletzte Stand: 500er im Wert von 223 Mrd, 50er von 206 Mrd. Das Verhältnis hat sich weiter zuungunsten des 50er verschlechtert.

2002 wurden (in Stück) 1,5 Mrd 50er ausgegeben und 79 Mio 500er.

Aktuell haben wir 4,1 Mrd 50er, aber 446 Mio 500er. Erstere haben sich kaum verdreifacht, letztere mehr als ver-5,5-facht.

Der Anteil der 50er am Gesamtwert aller Euro-Noten hat sich seit 2002 von 33,2 auf 31,8 % sogar erniedrigt. Der Anteil der 500er ist dagegen von 13,9 auf 34 Prozent der ausgegebenen Euro-Notensumme gestiegen.

Mehr als ein Drittel des ausgegebenen Euro-Bargelds (Summe desselben) besteht also aus 500er-Noten. Das in Zeiten zunehmenden bargeldlosen Transfers und zunehmender Geldautomatisierung, wobei man am Automaten keine 500er ziehen kann.

Gruß!

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@dottore: Danke für die ergänzenden Infos... + Zusatzfrage

Ciliegia @, Sonntag, 20.01.2008, 08:34 (vor 6578 Tagen) @ dottore

Hallo dottore,

danke für die ergänzenden Infos, die aber leider im Artikel so nicht enthalten waren. So wird die Entwicklung klar, die sich seit der (Erst-) Ausgabe der Euro-Banknoten abgespielt hat, aber das ist im Artikel wohl dem Lektor zum Opfer gefallen? Etwas mehr Sorgfalt beim veröffentlichten Text wäre wünschenswert. Ich kenne das übrigens aus eigener Erfahrung, wenn ich "meinem" Lektor in (technische) Fachartikel wieder etwas hineinkorrigieren muss, was der zunächst herausgestrichen hat, das für den Gesamtzusammenhang aber nicht fehlen darf!

Zusatzfrage: Wie sah denn die Entwicklung "damals" bei den DM-Noten aus? Auch hier müsste doch eine Entwicklung zu größen Stückzahlen (Anteilen) an höherwertigen Banknoten erkennbar sein. Mit wachsender Bargeldmenge steigt zwangsläufig auch die Summe des über Banknoten "verbrieften" Geldes und da würde ich erst 'mal vermuten, dass bei höheren Summen tendenziell auch mehr größere Scheine nachgefragt (und daher zur Verfügung gestellt) werden.

Oder liege ich mit meiner Ansicht da völlig daneben?

Viele Grüße, Ciliegia.

antworten
 

@dottore: Danke für die ergänzenden Infos... + Zusatzfrage

dottore @, Sonntag, 20.01.2008, 09:11 (vor 6578 Tagen) @ Ciliegia

Hi Ciliegia,

Zusatzfrage: Wie sah denn die Entwicklung "damals" bei den DM-Noten aus?

Ziemlich ähnlich, vgl. Buba-MB 2002, 19ff.

Auch hier müsste doch eine Entwicklung zu größen Stückzahlen (Anteilen) an
höherwertigen Banknoten erkennbar sein.

Ja.

Mit wachsender Bargeldmenge steigt
zwangsläufig auch die Summe des über Banknoten "verbrieften" Geldes und da
würde ich erst 'mal vermuten, dass bei höheren Summen tendenziell auch mehr
größere Scheine nachgefragt (und daher zur Verfügung gestellt) werden.

Die Buba spricht a.a.O. von "Schattenwirtschaft".

Gruß!

antworten
 

@dottore: Danke für die ergänzenden Infos... + Zusatzfrage

Mephistopheles, Sonntag, 20.01.2008, 10:23 (vor 6578 Tagen) @ dottore

Hi Ciliegia,

Zusatzfrage: Wie sah denn die Entwicklung "damals" bei den DM-Noten

aus?

Ziemlich ähnlich, vgl. Buba-MB 2002, 19ff.

Auch hier müsste doch eine Entwicklung zu größen Stückzahlen (Anteilen)

an

höherwertigen Banknoten erkennbar sein.


Ja.

Mit wachsender Bargeldmenge steigt
zwangsläufig auch die Summe des über Banknoten "verbrieften" Geldes und

da

würde ich erst 'mal vermuten, dass bei höheren Summen tendenziell auch

mehr

größere Scheine nachgefragt (und daher zur Verfügung gestellt) werden.


Die Buba spricht a.a.O. von "Schattenwirtschaft".

Gruß!

Die Buba und die BDLs tauschen aber nach wie vor DM in Euro um - wenn ich richtig orientiert bin, ohne Herkunfsnachweis. Umtausch DM - Euro

Das heißt, man will es gar nicht wissen, wie das ist mit der Schattenwirtschaft.

Gruß
Mephistopheles

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Wo ist das Problem?

LenzHannover, Sonntag, 20.01.2008, 08:28 (vor 6578 Tagen) @ Ciliegia

Früher soll es ja viel Umsatz über die Schweiz gegeben haben. Inzwischen muß ja jeder Tranfer von ab 10.000 € Wert über eine EU-Grenze gemeldet werden. Cash für Zwangsversteigerungen wird auch nicht mehr verwendet (nur noch unbar). Da dürfte es somit weniger Bedarf gegen.

Wirklich boomen tut ja der Handel mit dem Osten (seien es auch nur Gebraucht PKWs) und da würde ich auch auf handhabbare Stückelung achten. Wenn der "gegenüber" ein Gangster ist, ist es ja unerblich, ober er mir 50'er der 500'er klaut.

Den letzten Bedarf an 500'ern hatte beim PKW Kauf vor 2 Jahren. Mein Wägelchen hatte ich damals in cash gegen PKW gekauft, obwohl es ein "seriöser" Händler war (ja, war inzw. wurde der geschluckt von einem anderen)

Eigentlich sind 446 Mio ja nur 1,5 Scheine pro EU-Einwohner.

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