amüsant: "Steitgespräch" zwischen Dauer-Bär R. Leuschel und Dauer-Bulle H.Thieme
Cichetteria, Dienstag, 22.01.2008, 03:37 (vor 6579 Tagen)
Was Börsengurus jetzt den Anlegern raten
Bulle gegen Bär: Der Vermögensverwalter Roland Leuschel hat den Crash von 1987 vorhergesagt. Nun rechnet der Crash-Prophet mit einem Dax bei 4000 Punkten. Dauer-Optimist Heiko Thieme setzt weiter auf Aktien. WELT ONLINE hat die beiden renommierten Finanzprofis im Streitgespräch aufeinanderprallen lassen.
http://www.welt.de/finanzen/article1578265/Was_Boersengurus_jetzt_den_Anlegern_raten.html
Thieme scheint mir ja einigermaßen naiv ...
weissgarnix
, Dienstag, 22.01.2008, 03:54 (vor 6579 Tagen) @ Cichetteria
Was Börsengurus jetzt den Anlegern raten
Na, da haben sich ja die richtigen beiden gefunden ...
Interessanterweise hat der Leuschel aber dieses mal gar nicht so unrecht: einen "Crash" hatte so gut wie niemand auf der Liste, insoferne dürfte das erst der Anfang sein und die Märkte über die nächsten Monate nach und nach tiefer gehen. DAX 4000 ? Durchaus drinnen ... Die DAX 5000+ halte ich sogar für relativ wahrscheinlich.
Nur liegt er mM nach in Sachen Gold daneben ... Gold wird in einem derartigen Szenario fallen, der sichere Hafen werden wie üblich AAA-Bonds sein, und wem die Inflation Sorgen bereitet, der kauft sich halt TIPS.
Außenseiter wie Eichelburg haben es gewußt !
webmax, Dienstag, 22.01.2008, 04:01 (vor 6579 Tagen) @ weissgarnix
Und sagen schon länger die jetzt eingetroffene, fatale Flucht in Bonds voraus. Wenn die platzen, beginnt der richtige Goldrausch.
Sinkender Goldpreis ist normal, wenn Spekulanten anderswo nachschießen müssen.
Gruß webmax
Was Börsengurus jetzt den Anlegern raten
Na, da haben sich ja die richtigen beiden gefunden ...Interessanterweise hat der Leuschel aber dieses mal gar nicht so unrecht:
einen "Crash" hatte so gut wie niemand auf der Liste, insoferne dürfte das
erst der Anfang sein und die Märkte über die nächsten Monate nach und nach
tiefer gehen. DAX 4000 ? Durchaus drinnen ... Die DAX 5000+ halte ich
sogar für relativ wahrscheinlich.Nur liegt er mM nach in Sachen Gold daneben ... Gold wird in einem
derartigen Szenario fallen, der sichere Hafen werden wie üblich AAA-Bonds
sein, und wem die Inflation Sorgen bereitet, der kauft sich halt TIPS.
Hue oder Hott - Stunde der Spieler
Miesespeter
, Dienstag, 22.01.2008, 04:40 (vor 6579 Tagen) @ weissgarnix
Interessanterweise hat der Leuschel aber dieses mal gar nicht so unrecht:
einen "Crash" hatte so gut wie niemand auf der Liste,
Hier im Forum so einige......im grossen Moneymanagementbiotop dann aber wohl weniger, wie Du oefters berichtet hat, war dort das out-of-market risk als hoeher betrachtet worden. Wieder einmal scheinen unausgereifte stochastische Modelle zugrunde gelegt zu sein.
insoferne dürfte das
erst der Anfang sein und die Märkte über die nächsten Monate nach und nach
tiefer gehen. DAX 4000 ? Durchaus drinnen ... Die DAX 5000+ halte ich
sogar für relativ wahrscheinlich.
Hm, das heisst, Du hast ein neues Szenario? Kaufst Du jetzt nicht mehr nach sondern wartest auf niedrigere Kurse wie in South Carolina? Das waere ein zutiefst deflationaeres Szenario!
Nur liegt er mM nach in Sachen Gold daneben ... Gold wird in einem
derartigen Szenario fallen, der sichere Hafen werden wie üblich AAA-Bonds
sein, und wem die Inflation Sorgen bereitet, der kauft sich halt TIPS.
Wenn in den kommenden Wochen in den USA radikale Stuetzungsmassnahmen fuer Banken erfolgen, wuerde ich schon mit einer Panikhausse im Gold rechnen. Die 1,5 Billionen muessen nun bald in den Topf geschmissen werden, und das wird an den Maerkten nicht spurlos vorbeigehen. Nur diese konzertierte Aktion aber kann m.E. das Ausmass der Krise begrenzen. Wenn man versucht, die Banken, Hypothekenfinanzierer, Fonds usw das Debakel weitgehend allein ausschwitzen zu lassen, dann gibt es einen selbstversaerkenden Abwaertstrend, der nicht bei 5000 im Dax einfach anhalten wird. Bei 5000 kann man vielleicht halten, wenn die Kosten voll sozialisiert werden koennen. Ansonsten wuerde ich den Bottom in 18 Monaten eher irgendwo bei 2000 erwarten. Dann allerdings wird auch Gold keine positive Performance gehabt haben. Bonds hingegen schon.
Kann es einen Mittelweg geben? Ich glaube nicht. Ob Thieme oder Reuschel recht behalten, entscheiden allein ein kleines Grueppchen von Buerokraten. Deren Entscheidungen zu antizipieren, ist nun the only game in town.
In diesen Zeiten gibt es fuer Anleger nicht viel zu gewinnen, aber viel zu verlieren. Es ist die Stunde der Spekulanten.
--
Everything is ok
Bin neugierig wie das bei einem späteren Aufschwung gehen soll
sensortimecom
, Dienstag, 22.01.2008, 05:23 (vor 6579 Tagen) @ Miesespeter
Interessanterweise hat der Leuschel aber dieses mal gar nicht so
unrecht:
einen "Crash" hatte so gut wie niemand auf der Liste,
Hier im Forum so einige......im grossen Moneymanagementbiotop dann aber
wohl weniger, wie Du oefters berichtet hat, war dort das out-of-market
Wenn man versucht,
die Banken, Hypothekenfinanzierer, Fonds usw das Debakel weitgehend allein
ausschwitzen zu lassen, dann gibt es einen selbstversaerkenden
Abwaertstrend, der nicht bei 5000 im Dax einfach anhalten wird. Bei 5000
kann man vielleicht halten, wenn die Kosten voll sozialisiert werden
koennen. Ansonsten wuerde ich den Bottom in 18 Monaten eher irgendwo bei
2000 erwarten. Dann allerdings wird auch Gold keine positive Performance
gehabt haben. Bonds hingegen schon.
Hallo. So tief geht gar nicht. Hält kein Finanzsystem mehr längere Zeit aus.
Bitte zu bedenken, dass beim Crash 2000/2001, wo es dann anschließend beim DAX bis auf 2500 runter gegangen ist, hauptsächlich die NewEconomy betroffen war (Start-Up & Patent-Krise). Die hat dann zwar auch die OldEconomy und Bankentitel nach unten gerissen, aber das Problem konnte durch diverse Derivat- & Zertifikat-Kunststücke (z.T. hochkrimineller Art) sowie durch maximale Globalisierung (Verlagerung eines Großteils der Realwirtschaft in Billiglohnländer etc) wieder egalisiert werden. Jetzt ist das aber ganz anders: Der NewEconomy-Sektor hat sich infolge Patentierungskrise nie mehr wirklich erholt und fällt als zukünftiger Hoffnungsträger aus. Also muss ein späterer Aufschwung wieder von denselben Börse-Elementen getragen sein wie jene, die jetzt total versagt haben, und ich schau mir mal an, wie das funktionieren wird;-(
oder auch nicht ...
weissgarnix
, Dienstag, 22.01.2008, 06:42 (vor 6579 Tagen) @ Miesespeter
Hier im Forum so einige......im grossen Moneymanagementbiotop dann aber
wohl weniger, wie Du oefters berichtet hat, war dort das out-of-market
risk als hoeher betrachtet worden. Wieder einmal scheinen unausgereifte
stochastische Modelle zugrunde gelegt zu sein.
Was ich meinte war sowas wie gestern, 10% und mehr innerhalb ein paar Stunden ... Mittelfristig stagnierende oder auch fallende Kurse waren durchaus immer drinnen, habe auch ich nicht ausgeschlossen, vor allem wenn das "Inflationsgespenst" umgeht. Dass wir aber einen richtig kleinen Crash erleben, so mit "Panik!" auf den Titelseiten und allem drum und drann ... nein, kenne echt nicht viele, die sowas auf dem Spielplan hatten ... auch hier im Forum nicht. In einem Inflationsszenario hätte ich den DAX tatsächlich eher bei 12000 gesehen als bei 6000. Und im Grunde genommen ist das mittel- bis langfristig auch durchaus noch ein plausibles Szenario, denn alle Notenbanken dieses Planeten werden mM nach demnächst die Schleusen öffnen. Dann treibt es alles Geld raus aus den T-Bonds und vermutlich ganz massiv in Aktien.
Und ja, das "out-of-market-risk" ist eine nicht zu unterschätzende Größe, vor allem für Ultralangfrist-Investoren wie Pensionsfonds und dergleichen. Aus der Ecke wird daher mM nach auch nichts kommen, außer, dass das im Zuge eines Kursverfalls nötige "Rebalancing" dafür sorgen wird, dass sie vermehrt Aktien kaufen (müssen).
Hm, das heisst, Du hast ein neues Szenario? Kaufst Du jetzt nicht mehr
nach sondern wartest auf niedrigere Kurse wie in South Carolina? Das waere
ein zutiefst deflationaeres Szenario!
Nein, nicht wirklich. Zumindest noch nicht. Mir wollen schlicht keine plausiblen Gründe in den Kopf, warum wir in eine Deflation eintreten sollten, wenn die Notenbanken scharf aufs Gelddrucken sind und die Weltwirtschaft an und für sich brummt.
Wenn in den kommenden Wochen in den USA radikale Stuetzungsmassnahmen fuer
Banken erfolgen, wuerde ich schon mit einer Panikhausse im Gold rechnen.
Wird man sehen. Warum haussiert es jetzt nicht ? Ich denke, aber das ist zugegebenermaßen eine tradierte Logik, dass die Bonds oder die Aktien eine Rally sehen werden, je nachdem ob der Markt von Inflation oder Rezession ausgeht.
In diesen Zeiten gibt es fuer Anleger nicht viel zu gewinnen, aber viel zu
verlieren. Es ist die Stunde der Spekulanten.
Hängt vom Anlagehorizont ab. Ich kaufe laufend - auch jetzt - in ein Depot für meine Kinder, 2 und 5 Jahre alt, ausschliesslich Aktien-Index-Fonds, mal diesen, mal jenen. Vor ein paar Stunden zB habe ich ein klein wenig den DAX-ETF der Deutschen Bank zugekauft, als der DAX bei etwa 6500 stand. Auf Sicht von 15-20 Jahren ist dieser Crash genauso egal wie der von 97, 87 oder 29 ... alles eine Frage der Perspektive und der Streuung ... wäre ich hingegen ein kurzfristiger Trader, würde ich nicht raten wollen, ob der DAX morgen höher oder tiefer steht, dann bliebe ich vermutlich tatsächlich "at the sidelines" ...
oder auch nicht ...- Zwei Perspektiven aus einer Welt
nereus
, Dienstag, 22.01.2008, 07:03 (vor 6579 Tagen) @ weissgarnix
Hallo weissgarnix!
Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Finanzmärkte betrachtet werden.
Du schreibst als Fazit:
Auf Sicht von 15-20 Jahren ist dieser Crash genauso egal wie der von 97, 87 oder 29
MausS dagegen meint:
GAME OVER, Abendland! - du hast die "Abwärtsspirale" zu befürchten! Du, und nur du!
Tja, wie geht es denn nun wirklich weiter?
Ehrlich gesagt, wenn ich sehe, wie die Börsenteilnehmer auf die Zinsentscheidungen der immer machtloseren Zentralbanken, wie die kleinen Kinder auf die Bonbontüte der Mama starren, dann schwant mir nichts gutes.
Sollte die Citibank wirklich vor die Hunde gehen, dann frage ich mich, wie sieht es eigentlich bei der DeuBa aus?
Die steckt doch auch ganz tief mit drin im Casino.
Weiß man da etwas genaueres?
mfG
nereus
"Game Over" - mal in aller Deutlichkeit
weissgarnix
, Dienstag, 22.01.2008, 07:15 (vor 6579 Tagen) @ nereus
GAME OVER, Abendland! - du hast die "Abwärtsspirale" zu befürchten!
Du, und nur du!
"Game Over", aus welchem Grund auch immer (finanziell, militärisch, ...), kann man natürlich nie ausschliessen. Nur, und das ist doch wohl hoffentlich dem letzten Hinterwäldler klar, hat er dann gänzlich andere Sorgen, als ob der DAX bei 2000 oder Gold bei 10000 steht. Wer das nicht wahrhaben will, weil er glaubt, dass seine 3 Euro Fuffzig an Spargroschen, nur weil er sie neuerdings in Form von Goldmünzen hält, ihn und seine Family durchs weitere Leben bringen werden, dem kann ich, bei aller Freundschaft, nicht helfen ... er wird sein blaues Wunder erleben.
"Game Over" - mal in aller Deutlichkeit - ja, aber ..
nereus
, Dienstag, 22.01.2008, 07:31 (vor 6579 Tagen) @ weissgarnix
.. eigentlich wollte der Hinterwäldler nur wissen, ob der Fachmann weiß,
wie es bei der DEUTSCHEN BANK aussieht?
Die haben doch ganz groß das Derivate-Rad gedreht und Du weißt doch immer ne ganze Menge. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
mfG
nereus
nein, leider ...
weissgarnix
, Dienstag, 22.01.2008, 09:04 (vor 6579 Tagen) @ nereus
Die haben doch ganz groß das Derivate-Rad gedreht und Du weißt doch immer
ne ganze Menge.
nein, weiss ich leider nicht, wie es bei denen aussieht.
meinte dich mit "Hinterwäldler" auch nicht persönlich, falls das so rüberkam ...
Dazu Der - etwas andere - Berliner
kosh, Dienstag, 22.01.2008, 07:24 (vor 6579 Tagen) @ nereus
Hallo nereus
Ein Ausgangspunkt für Deine Feststellung ... :
aus http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/kultur/828083.html
[color=#996600]- Die bislang erwähnten Irrtümer sind zwar peinlich, aber ohne Belang fürs Fortbestehen der Menschheit. Das ändert sich schlagartig, wenn man auf den Irrtum zu sprechen kommt, den der Philosoph Isaiah Berlin (1909–1997) herausgearbeitet hat. Er besteht in der Ansicht, es gebe die Möglichkeit, die richtige, objektiv gültige Lösung der Frage zu finden, wie der Mensch leben soll. Diese Ansicht ist, wie Berlin sagt, falsch, und zwar grundsätzlich.
Berlin ist ein Anhänger der Aufklärung, wenn damit die Aufforderung gemeint ist, sich mutig seines eigenen Verstandes zu bedienen. Aber er sieht auch, dass die Vertreter der Aufklärung kräftig irren können, und zwar dann, wenn sie meinen, dass es erstens auf alle sinnvollen Fragen auch Antworten gibt, dass zweitens alle diese Antworten gefunden werden können und dass drittens alle diese Antworten miteinander vereinbar sind. Er ist ein Vertreter des Wertepluralismus – was nicht mit Relativismus gleichzusetzen ist. Antworten können sich als Wertentscheidungen widersprechen, und zwar so, dass keine Einigung möglich ist: etwa wenn es zwischen Wissen und Glück abzuwägen gilt. Wer diese Lage leugnet, gibt sich einer Selbsttäuschung hin. Es ist bequem, klare, schlüssige Entscheidungen zu verlangen oder zu verkünden. Aber diese Forderung übersieht die Widersprüchlichkeit und Fehlbarkeit des Menschen. Es ist ein Irrtum, den Irrtum auszuschliessen. [/color]
... und eines anderen Irrtum: "Wer diese Lage leugnet, gibt sich einer Selbsttäuschung hin."
Grüsse
kosh
@Kosh - Sehr elegant !
weissgarnix
, Dienstag, 22.01.2008, 07:41 (vor 6579 Tagen) @ kosh
Berlin ist ein Anhänger der Aufklärung, wenn damit die Aufforderung
gemeint ist, sich mutig seines eigenen Verstandes zu bedienen.
Einen "Berlin" ab und an in die Diskussion einzustreuen, ist wirklich ein sehr probates Stilmittel, bravo!
Berlins Konzept von "Freiheit" hätte übrigens auch deinem Thread mit dem anderen Berliner gutgetan, dem bei "Ethik" schlicht nix anderes einfallen zu wollen scheint, als ausgerechnet Jesus Christus ...
Leider ...
kosh, Dienstag, 22.01.2008, 08:18 (vor 6579 Tagen) @ weissgarnix
... nein, zuallererst Danke für die Blumen 
Hallo weissgarnix
Leider tue ich nur, was ich kann und kann nicht mehr, als ich tue. Es ist mir selbst ein Greuel, auf den ersten bewältigten Papierlaufmetern die Flinte schon fast ins Korn geworfen zu haben, dummerweise ist es so, dass meine Lesemüdigkeit sich nur in Grenzen hält, wenn es sich um kürzere Artikel handelt oder der Stoff unterhaltsam geschrieben ist. Der kurzen Artikel sind es viele, der unterhaltsamen Bücher wenige. Wie gerne würde ich die Spieltheorie auf Dein Anraten hin lesen, aber so sehr ich es bedaure, die meisten Bücher schaffen es gerade mal ungelesen ins Büchergestell, wo bereits diverse Kandidaten auf mich warten. Kaufend konsumieren ist nicht schwer, lesend konsumieren dagegen sehr.
Und so komme ich z.B. an einen Isaiah Berlin nur dann heran, wenn er beiläufig erwähnt wird, möglichst knapp und einleuchtend. Ein zusätzliches Problem ist, dass ich nicht annähernd die Lesegeschwindigkeit erreiche, die ich für eine effiziente Verarbeitung brauche. Mit viel Mühe habe ich mich inzwischen auf die halbe Lesegeschwindigkeit meiner Frau herangetastet, wenn ich einen guten Tag habe.
In den letzten Jahren habe ich eine weitere Möglichkeit aufgegriffen, die ich in meiner Kindheit schon früh wieder aufgeben habe: Literatur. In meinem Fall SF (aktuell: Foundation), mit dem kleinen Nachteil, dass selten Fussnoten zu den Zitaten oder Ideen vorhanden sind. Kommt dazu, dass der Zugriff auf meine Schubladen recht eingeschränkt ist, weshalb eine mündliche Auseinandersetzung eher von der Form wäre: "Nur ungern nimmt der Klingonenmann, statt barer Münze Tribbles an".
Aber ich will kein Kind von Traurigkeit sein, meine bescheidene Methode führt, wenn auch nicht elegant, in den meisten Fällen zum gewünschten Ziel. Sie hat sogar Vorteile, ich kann damit Dinge anstellen, wozu andere nur schwer in der Lage sind. Du und andere natürlich ausgeschlossen, die ihr Euch auf mehrere Arten gekonnt durch die Welt argumentiert.
Grüsse
kosh
oder auch nicht ...
Miesespeter
, Dienstag, 22.01.2008, 07:47 (vor 6579 Tagen) @ weissgarnix
Was ich meinte war sowas wie gestern, 10% und mehr innerhalb ein paar
Stunden ... Mittelfristig stagnierende oder auch fallende Kurse waren
durchaus immer drinnen, habe auch ich nicht ausgeschlossen, vor allem wenn
das "Inflationsgespenst" umgeht. Dass wir aber einen richtig kleinen Crash
erleben, so mit "Panik!" auf den Titelseiten und allem drum und drann ...
nein, kenne echt nicht viele, die sowas auf dem Spielplan hatten ... auch
hier im Forum nicht.
Korrekturen nach unten erfolgen immer schnell, die Kurse waren nahe alltime high, die Fundamentals in dramatischer Deterioration, die Stimmung war voller Angst, und charttechnisch gab es vergleichsweise eindeutige Anhaltspunkte
(http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=2443), also ganz unerwartet finde ich nicht, dass es gekommen ist......
In einem Inflationsszenario hätte ich den DAX
tatsächlich eher bei 12000 gesehen als bei 6000. Und im Grunde genommen
ist das mittel- bis langfristig auch durchaus noch ein plausibles
Szenario, denn alle Notenbanken dieses Planeten werden mM nach demnächst
die Schleusen öffnen.
Ja. Bei 20-25% Korrektur ist m.E. Schluss, wenn der Aufwaertstrend noch leben sollte, und da waeren wir jetzt angekommen. Kann aber auch der erste Leg eines ausgepraegten Baerenmarktes werden, und dann wird es noch oefter solche Paniktage geben.
Haengt m.E. alles von der Politik ab. Die Fed wird tun, was sie in ihrem Rahmen tun kann. Das nimmt etwas Druck aus dem Markt, vor allem wenn auch Immorefinanzierungen wieder mit fallenden Zinsen moeglich werden.
Aber die Fed kann den eingetretenen Schaden nicht reparieren. Das kann ich mir nur in einer konzertierten Aktion von zwangsverpfichteten Kapitalgebern, Staatssubventionen und Inflationssteuer vorstellen. Ich denke seit laengerem, dass ein Schaden von 1-2 Billionen in 1-2 Jahren weggesteckt werden kann, wenn er fein auf alle Schultern verteilt wird und das Ganze einigermassen geschickt verkauft wird. Danach reiben sich alle verwundert die Augen, ja, die Krise ist ueberstanden, man duenkt sich nun erst recht unschlagbar, und dann rollen auch die Neukredite wieder. Eigentlich mein favorisiertes Szenario, da ich den Herren Staatslenkern jede Manipulation, Fehlinformation und Spielregelaenderung zutraue, um ihr eigenes Spiel am laufen zu halten.
Nur: Die Player machen einen sehr schlappen Eindruck. Die zentrale Fuehrungsfigur, GWB, hat bereits zweimal (9-11/New Orleans) eine kaum fuer moeglich gehaltene Inkompetenz seiner Administration in Sachen Krisenmanagement zur Schau gestellt, und seit Ausbruch der Krise hat man bisher nicht den Eindruck, als waere die US-Regierung ahead of the curve oder auch nur irgendwie prepared. Bernanke wirkt desorientiert und vom Markt getrieben (was Dottore ja verleitet hat, Game Over auszurufen), Trichet und die europaeische Politik voellig sorgenlos. Diese Truppe faengt an bei mir den Eindruck zu hinterlassen, als koennte man von ihnen erwarten, immer zwei Schritte zu spaet zu sein, und dann zuwenig bis nichts abzuliefern. Womoeglich ist dieses Team tatsaechlich zu kraftlos, um die benoetigten Betrugsmassnahmen zu entwerfen und umzusetzen. Und das wuerde dann mein favorisiertes Szenario zerstoeren.
In spaetestens 6 Monaten werden wir es wissen.
Hm, das heisst, Du hast ein neues Szenario? Kaufst Du jetzt nicht mehr
nach sondern wartest auf niedrigere Kurse wie in South Carolina? Das
waere
ein zutiefst deflationaeres Szenario!
Nein, nicht wirklich. Zumindest noch nicht. Mir wollen schlicht keine
plausiblen Gründe in den Kopf, warum wir in eine Deflation eintreten
sollten, wenn die Notenbanken scharf aufs Gelddrucken sind und die
Weltwirtschaft an und für sich brummt.
Jemand muss das Gedruckte ja in die Bilanz nehmen, und das werden jetzt erst mal nicht Bauunternehmen sein. Ich sehe da voruebergehend nur Staat und forcierte windige Neuprojekte (a la Finanzierung eines privaten Eisenbahntunnels zwischen Amerika und Europa, Fehmarnbeltbruecken), da die Entwicklungen in den letzten 3 Monaten sicherlich viele Investments erst mal auf die Warteliste verschoben haben: Wait and see. Du machst es ja auch so in SC. Und schon ist wieder ein Kettenglied einer sich selbst verstaerkenden Abwaertsbewegung geschaffen.
Wird man sehen. Warum haussiert es jetzt nicht ?
Weil der Staat als ultimativer fauler Schuldner und Geldverschlechterer noch nicht eingesprungen ist?
Ich denke, aber das ist
zugegebenermaßen eine tradierte Logik, dass die Bonds oder die Aktien eine
Rally sehen werden, je nachdem ob der Markt von Inflation oder Rezession
ausgeht.
Eine kurze Rallye zum Dax 7000 halte ich fuer sehr wahrscheinlich in den kommenden Wochen. Eine Rallye zum Dax 10.000 aber fuer ausgeschlossen, egal ob der Staat nun endlich das inflationaere Fanal gibt. Zu spaet, zu langsam, zu schwach. Jetzt muss nicht nur angekuendigt, sondern auch tatsaechlich ein wenig aufgeraeumt werden, bevor das wieder als Moeglichkeit in Betracht kommt.
--
Everything is ok
scharf aufs Gelddrucken ausreichend?
fridolin, Dienstag, 22.01.2008, 09:20 (vor 6579 Tagen) @ weissgarnix
Hm, das heisst, Du hast ein neues Szenario? Kaufst Du jetzt nicht mehr
nach sondern wartest auf niedrigere Kurse wie in South Carolina? Das
waere
ein zutiefst deflationaeres Szenario!
Nein, nicht wirklich. Zumindest noch nicht. Mir wollen schlicht keine
plausiblen Gründe in den Kopf, warum wir in eine Deflation eintreten
sollten, wenn die Notenbanken scharf aufs Gelddrucken sind und die
Weltwirtschaft an und für sich brummt.
Nun ja, reicht "scharf aufs Gelddrucken" allein aus? Beispiel Japan - dort hat die Notenbank doch auch alles versucht, um Geld unter die Leute zu bringen, und die Leitzinsen auf geradezu lächerliche Sätze gesenkt. Richtig geholfen hat es aber nicht. Und wenn die Leitzinsen nahe 0 % sind, ist nun einmal leider endgültig Schluß.
Läuft es nicht darauf hinaus, daß auch in Amerika und Europa dieses Spiel noch einige Male vielleicht abgezogen werden kann, aber dann aus den gleichen Gründen finito ist?
scharf aufs Gelddrucken ausreichend?
weissgarnix
, Dienstag, 22.01.2008, 12:56 (vor 6579 Tagen) @ fridolin
Nun ja, reicht "scharf aufs Gelddrucken" allein aus? Beispiel
Japan - dort hat die Notenbank doch auch alles versucht, um Geld unter die
Leute zu bringen, und die Leitzinsen auf geradezu lächerliche Sätze
gesenkt. Richtig geholfen hat es aber nicht. Und wenn die Leitzinsen
nahe 0 % sind, ist nun einmal leider endgültig Schluß.
Ich denke mal, Japan 1990 war was gänzlich anderes als USA 2008 ... die Diskussion hatten wir schon mal hier. Zudem hat die BoJ die Spirale damals faktisch mitausgelöst bzw. zunächst verstärkt, ähnlich der FED anno 1929, was man ja von der heutigen FED nun wirklich nicht behaupten kann. Herr Bernanke ist zudem ein intimer Kenner von "deflationären Depressionen", immerhin hat er ein Standardwerk zur Weltwirtschaftskrise in den 30ern verfasst, und sein Beiname "Helikopter-Ben" kommt ja auch nicht von ungefähr ... und werden die Pferde in USA saufen, wenn man sie nur zur Tränke führt ? - Auja, ich bin überzeugt, die amerikanischen Pferde saufen ...
Läuft es nicht darauf hinaus, daß auch in Amerika und Europa dieses Spiel
noch einige Male vielleicht abgezogen werden kann, aber dann aus den
gleichen Gründen finito ist?
Absolut. Die Frage an Radio Eriwan lautet: wieviele Male noch ? Und hier scheiden sich bekanntlich die Geister: dottore sagt "Null mal", ich denke, mindestens noch 2-3 mal ... oder anders gesagt: ich gebe dem System realiter noch 10-20 Jahre ...
Das Schlachten hat doch bisher noch gar nicht RICHTIG begonnen!
MausS
, Irgendwo in Sachsen, Dienstag, 22.01.2008, 05:46 (vor 6579 Tagen) @ Cichetteria
Bis jetzt wird doch sozusagen nur "angebrüllt" und "geohrfeigt"!
Leute wie Thieme (der offensichtlich gewiß kein Wirtschaftsfachmann ist, sondern eher bloß so'n "FinanzEXPERTE " gern auch "STUDIERT "
) sind dermaßen borniert, daß sie die historisch herangereifte, ich nenn' es 'mal "weltsoziale" Dimension der Problematik nicht einmal im Ansatz erkannt, geschweige denn begriffen haben.
Er verkündet Vakuumblasen (jaja! Vakuumblasen!!!) wie "Die Finanzindustrie hat sich in eine prekäre Situation manövriert."
Soso, die "Finanz INDUSTRIE"!...???
Sind das etwa die Gauner, die ihre Gedankenkonstrukte zwecks Trickbetrügerei, Wegelagerei und absolut maßloser persönlicher Bereicherung "FinanzPRODUKTE" nennen und nennen lassen?
"hat SICH manövriert" Jaja, der Pförtner hat auch mitgemacht!
Soso, Herr Thieme hat sich geplaudert!
Und dann erst: "Da ist noch genügend Substanz, dass andere Investoren wie reiche Ölscheichs oder asiatische Wohlstandsfonds zugreifen."
Die haben auch alle Gründe, sich auf Dauer um uns zu sorgen!!!
Gut, die Verwalter und Landsleute der Scheichs und Asiaten fangen zwar praktisch gerade an, auf die Amis zu pfeiffen, weshalb sie ihre Wirtschaft vorübergehend nach unten entwerten, aber da hat man wohl gerade einen Kaffe getrunken, als die asiatischen Börsen - einzig und allein aus diesem Grund, denn aus welchem denn sonst!!! - begannen, die Balasttanks zu öffnen!
(Oder hat einer Flugzeug Türme umkreisen sehen?)
Die stampfen sich zwar gerade in Umfange hunderter Milliarden Dollar eine soziokulturelle Infrastruktur aus dem Boden, um für ihre Eliten und deren Fußvolk auf diese elendig prollige, niedergehende westliche Multikultirauschundramschmetropolen nicht mehr angewiesen zu sein, aber von künstlichen Inseln, Skycrapern am Fließband und dem sprichwörtlichen Aufblühen der Wüsten - davon hat man wohl noch nichts gehört...
Ob das alles mal so aufgeht, wie angestrebt, sei einmal dahingestellt, aber die Absicht ist offensichtlich - und egal wie, sie werden sie umsetzen!
Und daß die Chinesen samt den Scheichs sich womöglich mittels ihrer angesammelten Dollarmassen quasi von den westlichen Ländern loskaufen könnten, einfach in dem sie diese großzügig, uneigennützig und mit dem ihnen eigenen Lächeln in ihren aasiatischen Gesichtern, einfach als leider notwendigen Anfangsverlust ver- und abbuchen und uns anschließend ihre Währung zu ihren Bedingungen einfach vor die verduzten Visagen donnern - fresst oder verreckt, Gringos! - zusammen mit mindestens einem weitern guten Dutzend an "Drittwelt-"Ländern, die mit uns noch 'EINE Rechnung offen haben', auf diese Idee ist man wohl noch nicht gekommen...
Die Erstausstattung für ihren, immerhin ja bereits erfolgreich absolvierten (!), Eintritt in's Industriezeitalter haben wir ihnen ja fast frei Haus geliefert - gut, anfangs noch zu unseren Bedingungen, und sie mußten, sozial wie ökologisch bisher dafür ganz gemein bluten.
Aber jetzt ist der Punkt, an welchem die gelehrigen Schüler selbstbewußt ihre selbstbestimmten Wege gehen werden.
Und wir "Westler" benehmen uns wie schlechte Eltern, die ihre volljährigen Kinder partout nicht ziehen lassen wollen, ja wie ein gewisser Herr Faust, ja genau wie der, der die Geisster rief...
Ja, wir wollen ihnen selbst bei der, seit langem schon absehbaren und anstehenden Verabschiedung, noch einmal gehörig in die Taschen greifen!
Wenn das mal nicht gründlich in die Hose geht!
Weiter dürfen wir erfahren: "Unterschätzen Sie die Finanzkraft der neuen Mächte nicht. Zusammen mit den Regierungen und Notenbanken werden sie nicht zulassen, dass es zu einer Abwärtsspirale kommt."
Jaja, die werden GANZ SICHER so dämlich sein, sich weiter für Äppel, Eier, Glasperlen und grüne Zettelchen zum Deppen zu machen - ganz, ganz sicher!
Ja wer hat den eine echte Abwärtsspirale zu befürchten? Die Mächte mit den eigenen, schier unendlich großen, aber in ihrer Tiefe weitestgehend noch völlig unentwickelten, EIGENEN Märkten, oder deren ehemalige Bevormunder, Gängelmeister und Plünderer, denen es nie, niemals und in keinerlei Hinsicht um das Wohl und Wehe der dort lebenden Menschen ging?
GAME OVER, Abendland! - du hast die "Abwärtsspirale" zu befürchten! Du, und nur du!
Wir sollten uns jetzt wenigstens mit Anstand und Respekt aus dem Zentrum des Weltgeschehens entfernen, aber das werden uns die unendlich gierigen Vorsteher der zwei Hände voll Weltbeherrsscher- und -finanzclans (je genau die, welche sich hinter der heimtückischen, nach Weltherrschaft strebenden 'Sekte mit dem eigenen Staat' verstecken) wohl gründlich versauen.
Nun den, wenn wir diese einzig wirklich wahren gefährlichen Terroristen nicht mit Stumpf und Stil im Staub ihrer Schatten zertreten, dann werden wir alle diese Suppe auslöffeln müssen, die uns im Schlimmsten Falle nicht einmal sättigen wird. Und so wird es wohl kommen.
Meint
MausS ![[[zigarre]]](images/smilies/zigarre.gif)
