Die „game over“ – Baisse ist passé
Hi André,
hervorragende Analyse eines erfahrenen Mannes - Danke dafür!
Mein bescheidener Senf dazu:
Zumindest liegt sie in ihren allerletzten Zügen und eine sehr kräftige
Gegenbewegung steht an.
Scheint sich zu entwickeln. Auslöser für das DJ-Kurswunder gestern war der Vorschlag, Wall Street solle die Monoliners übernehmen, was sie 15 Mrd USD kosten würde statt der sonst (wg. Wertberichtigungen/Abschreibungen) 150 Mrd. Wie dieser Deal gefädelt werden soll, steht noch nicht fest.
Das, was als Subprime-Krise in die Geschichte eingeht, war zwar ein
grossangelegter Betrug mittels der ABS (fälschlicherweise als asset backed
securities statt assest betrayal system gedeutet).
Betrug (betrayal) ist zwar ein Straftatbestand (kriminell), aber er spielt vermutlich keine Rolle mehr. In der Not frisst der Teufel nicht nur Fliegen, er setzt auch jegliche Normen (Gesetze) außer Kraft.
Dieses
Asset-Betrugs-System, von dem „leider“ nur rund 50%
aus den US exportiert werden konnte, bevor es aufflog, bewirkte bei allen
Haltern dieser (oder ähnlich gestrickter Titel) einen schmerzlichen
Vermögensverlust, der, wenn zum 31.12. 2007 korrekt bewertet, dazu
führen würde, dass bei vielen „Investoren“ (Banken etc.) das Eigenkapital
auf der Aktivseite erscheinen müsste.
Genau so.
Das wäre ein Konkursgrund, soweit
nicht neues EK beigeführt werden kann. Und Gefahr eines Bankruns. Deshalb
dottores Ruf „game over“.
Die EZB hat sich offenbar doch "rumkriegen" lassen und gerade erst wieder 158 Mrd bis ca. Ende Februar spendiert. 22 Banken waren Bieter. Das "Modell ZB" (jederzeit liquide sein, auch wenn es Steine hagelt, siehe den Bilanz"ausgleich" der Buba, indem man frühere Noten passiv einfach ausgebucht hat) wird so auf die GBs übertragen.
So schnell lässt sich das Finanzsystem aber nicht zerlegen, auch wenn dies
ein schwerer Sargnagel war. Ein schnelles Ende ist alles andere als
wahrscheinlich.
Ja, solange die GBs de facto ZBs bleiben nicht. Das werden sie allerdings dann kaum noch, wenn das Infla-Geschrei (gerade im Euro-Raum) an Stärke zunimmt (siehe Trichet gestern in Brüssel). In der EZB gibt es intern schwerste Differenzen. Die einen wollen den Stöpsel ziehen, die anderen nicht.
Die ZB, Prüfstellen und Regierungen werden, so sie nicht
Garantien aussprechen (die nie gezogen werden sollen) den betroffenen
erlauben, ihre Verluste zu verschleiern.
Sofern die WPs mitmachen, was ebenfalls gut denkbar ist - jedenfalls in der Finanzwirtschaft, von der sie letztlich leben. Die BaFin u.ä. können wir vergessen, die haben und hatten nichts geschnallt (1600 Mitarbeiter!).
Der Bilanzstichtag 31.12. wird im
Ernstfall nicht zur Stunde der Wahrheit werden, sondern der Unwahrheit. Die
Vermögensverluste werden über 10 oder mehr Jahre abgeschrieben werden. Und
das war´s dann.
Lt. Vorschlag von Senator Dodd (Demokrat) soll es - jedenfalls in den USA - so laufen: Die fraglichen (fragwürdigen) Immobilien werden von US-Gov via foreclusres angekauft und gleich wieder zu Tiefstpreisen an die alten Eigentümer zurückverkauft. Dafür schweben ca. 10 Mrd USD Steuergelder im Raum, kann aber auch erheblich mehr sein/werden.
Viel schlimmer ist ein anderer Gefahrenherd, auf den bereits hingewiesen
wurde. Er heisst Liquiditätsverluste und hängt mit der
jahrzehntelangen Yen-Baisse zusammen, der erst durch die
Null-Zins-Politik der jap. Notenbank, dann durch den Kapitalexport der
jap. Hausfrauen getätigt wurde/wird.
Ja, wir kommen (USD/JPY) von 124 und liegen jetzt bei 106. Da ist wohl schon eine Menge "zurück" ins Nadeltäschchen. Ob nochmal was spendiert wird, ist allerdings die große Frage. Den Liquiverlust gleichen die ZBs aus - notfalls ad Kalendas Graecas. Und wenn die EZB sich weigert, macht es die Fed als Solo. Schließlich kennen wir Dr. Ben und sein (angelesenes und verinnerlichtes) Depressions-Trauma (30er Jahre).
Durch die Subprime-Immobilien-Krise
aufgeschreckt wurden Immobilien in Österreich und Ungarn, die mit Yen
finanziert waren/sind umgeschuldet, (Hinweis von Emerald) was zu einer
grossen Yen-Aufwertung führte. (Binnen 14 Tage stieg der Yen von rund 166
auf fast 153/ Euro) Da werden auch jap. Hausfrauen wach und dürften an
eine Repatriierung ihrer Auslandsanlagen denken.
Wenn nicht schon zum großen Teil geschehen. Die Renditen von Jap-Anlagen sind im Gleichklang stark gefallen.
Ihre (zumeist nicht
kursgesicherten) Anlagen in neuseeländischen, australischen und
amerikanischen Dollars verlieren an Wert. Wie lange werden sie noch
zuschauen? Einem Yen-Repatriierungs-Prozess, der von den
japanischen Hausfrauen in Gang gesetzt wird, kann auch die Wallstreet
gefällige BoJ nicht widerstehen und die jap. Exportwirtschaft ohnehin
nicht. Das wird der nächste Sargnagel des Finanzsystems.
Die Jap-Exportwirtschaft kann durchaus den nächsten Rezessionsschub auslösen, der sich lt. BoJ bereits ankündigt.
Zunächst jedoch ist eine allgemeine Erholung angesagt. Der Vorausritter GS
hat ohnehin keine Sorgen, denn die heisse Subprime-Ware hat er beizeiten
weitergereicht und an der game-over-Baisse vermutlich auch verdient.
Ja, der Ritter war und ist der Beste.
Man
soll sich immer daran erinnern, dass auf den Terminmärkten jedem Verlierer
ein gleich hoher strahlender Gewinner gegenübersteht, der das seinige dazu
beigetragen hat, dass die stampede losging.
Richtig. Die GS-Zahlen sind wirklich überwältigend.
Nur auf dem physischen Edelmetallmarkt hat die Baisse den Machern wenig
gebracht. Die physischen Preise sind trotz der initiierten
Notenbankverkäufe nur wenig zurückgefallen und zeigen bereits erneute
Stärke.
Dem Markt traue ich persönlich nicht, schon gar nicht bei einer allgemeinen Rohstoff-Baisse. Ob die schon in the making ist oder nicht, ist kaum auszumachen.
Die commercials werden erstmals auf dem falschen Fuss erwischt
werden. Bei den Minen (und nicht nur bei diesen) gibt es hervorragende
Einstiegsgelegenheiten.
Dann Glückauf!
Plus Dank + Gruß!
gesamter Thread:
- Die „game over“ – Baisse ist passé -
Andree,
23.01.2008, 23:49
- Vielleicht auch eine Bullenfalle (oT)
-
Janno,
24.01.2008, 03:20
- Die „game over“ – Baisse ist passé -
dottore,
24.01.2008, 05:15
- Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ? -
weissgarnix,
24.01.2008, 05:38
- Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ? -
Burning_Heart,
24.01.2008, 06:43
- Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ? -
sensortimecom,
24.01.2008, 08:04
- .. denen gehört doch schon die "green-Paper" Währung (oT)
-
CaptainB,
27.01.2008, 07:24
- .. denen gehört doch schon die "green-Paper" Währung (oT)
- Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ? -
sensortimecom,
24.01.2008, 08:04
- Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ? -
Burning_Heart,
24.01.2008, 06:43
- Die „game over“ – Baisse ist passé - Andree, 24.01.2008, 05:38
- Nein @dottore. Yen-Carry-Trading-Szene funzt immer noch tadellos. - sensortimecom, 24.01.2008, 06:20
- Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ? -
weissgarnix,
24.01.2008, 05:38
- Die „game over“ – Baisse ist passé / ich halte dagegen .... -
Elli,
24.01.2008, 06:29
- Ich glaube du hast recht - Die „game over“ – Baisse ist passé / ich halte dagegen .... - weissgarnix, 24.01.2008, 08:09
- Eine letzte Aktienhausse ist das einzige Argument für einen sinkenden POG - Nachfrager, 24.01.2008, 11:39
- Vielleicht auch eine Bullenfalle (oT)
