Der Papier Spiegel nimmet sicher der Finanz-Krise an, weit vorne im allg. Teil
Foto von Frankfurt mit düsteren Wolken drüber...
Seite 20-32: Breit die absoluten Verluste In Mrd und der Aktien-Kursverlust
... Dass klassische Sicherheiten im Geldgewerbe nicht mehr zählen und Schuldenpakete außerhalb der Bilanz gelagert werden, damit das Hochrisikogeschäft immer weiter ausgedehnt werden kann – wer hätte das vor wenigen Jahren gedacht? „Man kann in diesen Wochen wirklich den Glauben an die Banken verlieren“, schreibt selbst das Hausblatt der Branche, die Frankfurter „Börsenzeitung“.
.. Dieses Mal steht das gesamte System auf dem Prüfstand, die Ordnung der Weltwirtschaft. Ist das globale Finanzsystem inzwischen so komplex, dass es nicht mehr beherrschbar ist? Sind die staatlichen Regulierungsbehörden dem Erfindungsreichtum der Finanzakteure noch gewachsen?
... 16 Jahre lang hat das amerikanische Wirtschaftswunder gehalten, das jetzt zu implodieren droht.
... Das Treiben auf dem Immobilienmarkt wurde derweil immer toller. „Dieser Tage verdienen Amerikaner ihren Lebensunterhalt, indem sie sich gegenseitig Häuser verkaufen und mit Geld bezahlen, das von China geliehen wurde“, wunderte sich Princeton-Ökonom Paul Krugman schon im Sommer 2005 in seiner Kolumne in der „New York Times“.
... Aber auch viele Sparkassen in Nordrhein-Westfalen kämen in schweres Fahrwasser. Denn sie alle haben die WestLBAnteile zu völlig überhöhten Werten in ihren Bilanzen stehen. Die Zahlen müssten noch vor dem Jahresabschluss 2007 korrigiert werden. Damit aber brauchten einige der Institute, darunter beispielsweise die Köln-Bonner Sparkasse, ebenfalls frisches Eigenkapital. Sollten die Eigentümer das nicht bereitstellen, müsste der Einlagensicherungsfonds der S-Finanzgruppe einspringen.
...Das gesamte öffentlich-rechtliche Bankensystem steht damit auf der Kippe. „Wir erleben eine extrem heikle Gratwanderung“, sagt ein hoher Regierungsbeamter in Berlin, „und wenn sich nicht alle Beteiligten vernünftig verhalten, wird sie im Absturz enden.“
... Davos: Der Held der Stunde war ein Mann mit dichtem Kraushaar und einer Vorliebe für weit geöffnete Hemden, der von Interview zu Interview eilte. Der New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini war im vergangenen Jahr der Einzige in Davos, der eine Rezession in den USA voraussah – zum Spott vieler Kollegen. Jetzt lachte keiner mehr, als er einen langen, schweren Abstieg voraussagte. „Die Frage ist nicht mehr, ob wir weich oder hart aufschlagen werden“, sagt er. „Die Frage ist nur noch, wie hart der harte Aufschlag wird.“
