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DEBITISMUS - konkrete Folgerungen

dottore @, Montag, 28.01.2008, 11:17 (vor 6572 Tagen)

Hi,

34 Börsen sind derweil in der Baisse (= > 20 % Minus). Hergebrachte Top-Titel haut's zusammen wie nix Gutes (siehe Kurslisten).

Aufs Vergangene wird aber nix gegeben. Da der Kapitalimus der schönste Kettenbrief ist, den es gibt, kommt es ausschließlich auf künftige Verschuldungsmöglichkeiten an (sog. Nachschuldnerfindung).

Das easy money, das es dafür bisher gebeben hat, siehe CPs, CTs usw. mag zwar summenmäßig noch vorhanden sein, aber es ist misstrauisch gworden. Fehlendes Vertrauen lässt sich durch Quickies (ZBs und/oder Fiskal-Stimuli) immer nur kurzfristig restaurieren lassen. Dann kippt die Stimmung erneut.

Basis aller Zusatz-Kredite bleiben die asset-Preise. Befinden die sich im Abwärtstrend (USA, GB, Jap usw.) ist dem "System" nicht zu helfen. Es beginnt eine gandenlose Einwärts/Abwärts-Spirale ("Weltrezession"), der nicht mit Mätzchen, sondern nur mit massiven Ausbuchungen /Konkursen beizukommen ist. Setzen die asset-Preise, die nichts anderes sind, als Basen zusätzlicher Kreditgewährungen, fort, entfallen entsprechende Kreditbasierungsmöglichkeiten.

Auf diesem bedauerlichen Weg scheinen wir uns derzeit auf breiter Front zu bewegen.

Ein "Decoupling" ist Unfug - kuzfristige Börsen-Ups hin oder her.

Nochmals: Die Sache ist gelaufen ("Game over") und es wäre klug, vor den unausweichlichen Dingen nicht die Augnen zu verschließen.

Zusatzkreditbasis = 100 ist ein Sache. Kreditbasis = 80 eine ganz andere, schlechtere.

Hat nix mit "Kassandra" zu tun, sondern mit mit dem, was die WeWi als Basis für Zusatzkredite zur Verfügung hat (sofern nicht ohnehin luftgebucht wurde). Die schmilzt wie Butter in der Sonne.

Größte Vorsicht ist demnach kein schlechter Rat.

Gruß!

antworten
 

...und die Hedge-Fonds kommen erst noch

chiron, Montag, 28.01.2008, 11:24 (vor 6572 Tagen) @ dottore

Hallo Dottore

Besten Dank für die Einschätzung.

Bislang fehlen die Käufer von Anleihen und wenn nix kommt, dann bewegen sich auch die Banken nicht mehr. Nix Kredit nix los.

Was mir bei diesem Bild noch fehlt, sind die Hedge Fonds. Diese starken Bewegungen an den Finanzmärkten sind garantiert nicht an allen spurlos vorbeigegangen. Bei den bekannten Hebeln hat es vielleicht schon mehr aus den Angeln gehoben, als dies uns bewusst ist. Die Offenlegungskriterien sind so, dass wir das erst mit Verzögerung erfahren.

Also eher noch mehr News auf der negativen Seite zu erwarten als anderswo.

Mit Gruss

chiron

P.S. Wie stehst du heute zu deinen Aktienkäufen kürzlich?

antworten
 

Finanzer long

dottore @, Montag, 28.01.2008, 11:28 (vor 6572 Tagen) @ chiron

Hi chiron,

P.S. Wie stehst du heute zu deinen Aktienkäufen kürzlich?

Long bis zum Abwinken. Stopps entsprechend.

Gruß!

antworten
 

@dottore: is das jetzt endgültig dein GAME OVER oder ...

Dan @, Montag, 28.01.2008, 11:29 (vor 6572 Tagen) @ dottore

ändert sich das nächste Woche vielleicht wieder wenn die Aktienkurse/Stimmung usw wiedermal ins dick positive schwenken...?

antworten
 

Ja - hat nix mit Stimmungen zu tun

dottore @, Montag, 28.01.2008, 11:35 (vor 6572 Tagen) @ Dan

Hi Dan,

habe in guter Stimmung an Dt. Börse usw. richtig gut verdient.

Doch das ist nicht das eigentliche Problem. dem sich die WeWi gegenüber sieht.

Gruß!

antworten
 

in was long? in GS? danke (oT)

neo, Montag, 28.01.2008, 11:39 (vor 6572 Tagen) @ dottore

- kein Text -

antworten
 

Frage: Du sagst im Prinzip Assets (Aktien) fallen, gleichzeitig sagst Du Finanzierer long

Supermario @, Montag, 28.01.2008, 11:39 (vor 6572 Tagen) @ dottore

hab das schon am Wochenende versucht zu kapieren und hab mir ältere Threads auch mit @Andre angeschaut - leider ohne Erfolg.
Siehst Du Deutsche Bank und Allianz als Finanzierer ??

Grüße
Ralf

antworten
 

ich glaubeer meint GS, die liegen immer richtig,wissen alles vorher ..

neo, Montag, 28.01.2008, 12:00 (vor 6572 Tagen) @ Supermario

hab das schon am Wochenende versucht zu kapieren und hab mir ältere Threads
auch mit @Andre angeschaut - leider ohne Erfolg.
Siehst Du Deutsche Bank und Allianz als Finanzierer ??

Grüße
Ralf

antworten
 

pull back: mit Technik an die 200 TD: DAX ca. 7.650 Punkte

Cichetteria, Montag, 28.01.2008, 12:10 (vor 6572 Tagen) @ Supermario

[image]

..war zu lesen !

antworten
 

Da muss ich mir ja fast auf die Schultern klopfen;-)

sensortimecom @, Montag, 28.01.2008, 12:34 (vor 6572 Tagen) @ dottore

Hi,

Basis aller Zusatz-Kredite bleiben die asset-Preise. Befinden die sich im
Abwärtstrend (USA, GB, Jap usw.) ist dem "System" nicht zu helfen. Es
beginnt eine gandenlose Einwärts/Abwärts-Spirale ("Weltrezession"), der
nicht mit Mätzchen, sondern nur mit massiven Ausbuchungen /Konkursen
beizukommen ist. Setzen die asset-Preise, die nichts anderes sind, als
Basen zusätzlicher Kreditgewährungen, fort, entfallen entsprechende
Kreditbasierungsmöglichkeiten.

Auf diesem bedauerlichen Weg scheinen wir uns derzeit auf breiter Front zu
bewegen.

Gruß!

Hallo @dottore,

obwohl bis vor kurzem noch völliger Heini in Sachen Börse, Zertifikaten und Währungen, bin ich vor ein paar Tagen praktisch auf die gleichen Erkenntnisse gekommen wie du.

Siehe hier:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=7650

und
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=7703

Deswegen sage ich: Richtig. Das System des Debitismus ist an seine äußersten Grenzen gekommen und verloren. Die Frage ist, wie lange das sinkende Schiff noch durch die Tag und Nacht arbeitenden Pumpen (PPT etc) über Wasser gehalten werden kann.

antworten
 

Gibt es eine Möglichkeit zu inflationieren?

Mephistopheles, Montag, 28.01.2008, 12:42 (vor 6572 Tagen) @ dottore

Hi,

Aufs Vergangene wird aber nix gegeben. Da der Kapitalimus der schönste
Kettenbrief ist, den es gibt, kommt es ausschließlich auf künftige
Verschuldungsmöglichkeiten an (sog. Nachschuldnerfindung).

Schulden lauten immer auf Nominalwerte.
Man müsste also alles versuchen, die Assetwerte zu inflationieren.

Weißgarnix hat vor einiger Zeit bereits angedeutet, dass das sämtliche ZBs wohl versuchen werden (müssen), er aber Zweifel hat, ob sie es schaffen.

Meinst du nicht, dass die vom CPD noch einige Tricks auf Lager haben, um eine halbwegs gesteuerte Inflation in Gang zu setzen? Um eine harte Landung vorläufig zu vermeiden?


Größte Vorsicht ist demnach kein schlechter Rat.

Zustimmung.
Bei einer Infla immer, das ist wie der Versuch mit kontrolliertem Gegenfeuer in der Prärie, wenn direkt über das Gebiet eine Pipeline führt.


Gruß!

Mephistopheles

antworten
 

@dottore..Ein Decoupling unmöglich?

eddie09 @, Montag, 28.01.2008, 12:48 (vor 6572 Tagen) @ dottore

Hi dottore,

also wenn ein Decoupling unmöglich ist, dann rast der Zug zurück zu den Basics, oder? Ohne dass die Notenbanken den Zug bremsen können? Dann ist es auch egal, ob ich noch meine Girokohle abhebe oder nicht? Hauptsache genug zu Essen und ein Dach über dem Kopf. Wenn der Zug dann bei den Basics angekommen ist, ist die Luft vollständig draussen und die Reise beginnt von neuem? Der beste Zeitpunkt für Investments, in der Währung die dann gerade gültig ist? Gold, Silber, Euro, Dollar, Glasperlen, irgendwie schwer vorstellbar, aber jeder aufgeblasene Ballon verliert Luft, wenn keine neue zugeführt wird. Beängstigende Logik.

Letzte Frage;: Trotzdem Girokohle abheben? Wie bei der ersten Game over Warnung?

Danke und Gruss

Eddie

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

antworten
 

So isset! Dazu:

DarkStar @, Montag, 28.01.2008, 13:17 (vor 6572 Tagen) @ dottore

Basis aller Zusatz-Kredite bleiben die asset-Preise.


Hi @dottore,

da haben wir es ja! Vielleicht kannst du dich noch an unsere kleine Derivate-Diskussion erinnern --- das war und ist meine Rede. Dazu wäre u.U. auch meine Diplomarbeit von Interesse --- hier ein Auszug.

Zum Zusammenhang zwischen Netto-Vermögenswerten und Konjunktur

Dürfte auch für EW'ler von Interesse sein.

Befinden die sich im
Abwärtstrend (USA, GB, Jap usw.) ist dem "System" nicht zu helfen. Es
beginnt eine gandenlose Einwärts/Abwärts-Spirale ("Weltrezession"), der
nicht mit Mätzchen, sondern nur mit massiven Ausbuchungen /Konkursen
beizukommen ist. Setzen die asset-Preise, die nichts anderes sind, als
Basen zusätzlicher Kreditgewährungen, fort, entfallen entsprechende
Kreditbasierungsmöglichkeiten.
Auf diesem bedauerlichen Weg scheinen wir uns derzeit auf breiter Front zu
bewegen.
Ein "Decoupling" ist Unfug - kuzfristige Börsen-Ups hin oder her.
Nochmals: Die Sache ist gelaufen ("Game over") und es wäre klug, vor den
unausweichlichen Dingen nicht die Augnen zu verschließen.


Dottore, die Sache ist nicht unbedingt gelaufen! Oder weißt du sicher --- oder deine First-Class-Kontakte ---, dass es an den Vermögensmärkten (Aktien, Immos etc.) weiter straight down geht?

Ich vermute es zwar --- u.a. auf der Basis von EW --- auch, aber der Unterschied zwischen einer Vermutung und sicherem Wissen ist doch klar, oder? Also wirklich: Du immer mit deinen als Tatsache dargestellten Vermutungen (Wünschen?)! Was soll das? Und nachher kommst du raus mit: "Hatte ich nicht auf der Rechnung --- sorry!" Mumpitz: Das ist eben auch Kapitalismus --- der schlägt manchmal Haken, die gar niemand vorhergesehen hatte. Jedenfalls: Das hat dich sicher schon einiges an Kredit gekostet und ich wollte es in diesem Zusammenhang einfach mal los werden, weil ich es auch ein wenig schade finde.

Zusatzkreditbasis = 100 ist ein Sache. Kreditbasis = 80 eine ganz andere,
schlechtere.


... und das ist nun wirklich eine Tatsache, siehe pdf-Dokument (hier: Netto-Vermögenswerte und Konjunktur).

Hat nix mit "Kassandra" zu tun, sondern mit mit dem, was die WeWi als
Basis für Zusatzkredite zur Verfügung hat (sofern nicht ohnehin
luftgebucht wurde). Die schmilzt wie Butter in der Sonne.


Nein, sie schmolz wie Butter in der Sonne über die letzten 7 Monate. Ob sie es auch die nächsten sieben tut steht auf einem anderen Blatt.

Größte Vorsicht ist demnach kein schlechter Rat.


Ist es nie.

Ansonsten: Nichts für ungut, @dottore. Ich teile deine grundsätzliche Meinung und sehe die Assetmärkte für die nächste Zeit auch Land-Unter, aber ein bissel weniger

--
DS
---
"Things usually work --- until they dont."

antworten
 

weiter...

DarkStar @, Montag, 28.01.2008, 13:34 (vor 6572 Tagen) @ DarkStar

Ansonsten: Nichts für ungut, @dottore. Ich teile deine grundsätzliche
Meinung und sehe die Assetmärkte für die nächste Zeit auch Land-Unter,
aber ein bissel weniger


... hier der Rest:


...aber ein bissel weniger Markt-Geschrei und etwas mehr objektive Darstellung --- d.h. vor allem Tatsachen als Tatsachen und Träume, Ideen und Vermutungen als eben solche darzustellen --- täte der Sache an sich nicht übel.

Besten Gruß,


DS

--
DS
---
"Things usually work --- until they dont."

antworten
 

Erwartungen usw.

dottore @, Dienstag, 29.01.2008, 07:43 (vor 6571 Tagen) @ DarkStar

Hi DarkStar,

da haben wir es ja! Vielleicht kannst du dich noch an unsere kleine
Derivate-Diskussion erinnern --- das war und ist meine Rede. Dazu wäre
u.U. auch meine Diplomarbeit von Interesse --- hier ein Auszug.

Zum
Zusammenhang zwischen Netto-Vermögenswerten und Konjunktur

Mit dem Kapitel bin ich wohl einverstanden ("da es die Veränderungen der Preise der Nettovermögenswerte sind, die dafür sorgen, dass es zur Neuverschuldungswilligkeit kommt..." "... sind die Preise für Vermögen niemals aus bereits erbrachter Wirtschaftsleistung erklärbar, sondern immer nur aus zukünftig erwarteter", usw.)

Nun ist allerdings die Frage, was die Abzinsung selbst beeinflusst (Fisher-Formel). Haben wir es nur mit der Erwartungslage betreffend die Abzinsungssätze zu tun, sondern auch mit der Erwartungslage die NVWe selbst betreffend?

Gerade weil Du zur Lösung des ersteren Theorie-Dilemmas die Massenpsychologie bemühst ("Dabei werden die Kursbewegungen an den Vermögenswerten lediglich als Spiegelbild der dahinter liegenden massenpsychologischen Phänomene gewertet"), ist gut vorstellbar, dass die Erwartungen divergieren, z.B. entfernen sich jene betreffend die Preisentwicklung von NVWen (z.B. Grundstücken) möglicherweise erheblich von jenen, die abgezinste Einkommen betreffen bzw. von jenen, die künftige Zinsentwicklung betreffend.

Ich neige dazu, die Auf- und Ab-Bewegungen eher aus einem Auseinanderklaffen der diversen Erwartungshaltungen zu erklären. Denn wären sie immer gleich, hätten wir weder Preis- noch Zinsbewegungen - unbeschadet natürlich des exogenen Faktors der massenpsychologischen "Initialzündungen".

Dürfte auch für EW'ler von Interesse sein.

Ja, sehr.

Dottore, die Sache ist nicht unbedingt gelaufen!

Ja. Aber wenn bei (z.B.) ZB-Zinssenkungen die NVWe auch sinken statt rasant zu steigen, ist Nachdenken angesagt.

Oder weißt du sicher ---
oder deine First-Class-Kontakte ---, dass es an den Vermögensmärkten
(Aktien, Immos etc.) weiter straight down geht?

Nein, straight schon gar nicht. Das hat auch mit Kontakten nichts zu tun.

Ich vermute es zwar --- u.a. auf der Basis von EW --- auch, aber der
Unterschied zwischen einer Vermutung und sicherem Wissen ist doch klar,
oder?

Alles, was die Zukunft angeht, kann nur Vermutung sein.

Also wirklich: Du immer mit deinen als Tatsache dargestellten
Vermutungen (Wünschen?)! Was soll das? Und nachher kommst du raus mit:
"Hatte ich nicht auf der Rechnung --- sorry!" Mumpitz: Das ist eben auch
Kapitalismus --- der schlägt manchmal Haken, die gar niemand vorhergesehen
hatte.

Ja, "Haken" ist ein gutes Wort. Was ich in der Tat nicht auf dem Zettel hatte, war die Transformation des "Systems" hin zu einer staatskapitalistisch-sozialistischen Veranstaltung. Ohne diese Transformation wäre es wohl etwas anders gelaufen.

Jedenfalls: Das hat dich sicher schon einiges an Kredit gekostet und
ich wollte es in diesem Zusammenhang einfach mal los werden, weil ich es
auch ein wenig schade finde.

Das tut mir leid.

(...)

Nein, sie schmolz wie Butter in der Sonne über die letzten 7
Monate. Ob sie es auch die nächsten sieben tut steht auf einem anderen
Blatt.

Richtig + Gruß!

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