Ackermann's Dissertation - Im Land der Debitisten?
paranoia
, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 08.02.2009, 11:07 (vor 6182 Tagen)
Liebe Forenfreunde,
Euer antriebsarmer Forenschreiber Bob, der es immer noch nicht geschafft hat, sich im "neuen" Forum anzumelden, hat mir den folgenden Link geschickt.
Aus der Zeitung, wo immer ein kluger Kopf und so...
Stellt Euch vor, Ackermann ist ein Debitist - er weiß es nur noch nicht!
Spaß beiseite, als Debitismus-Halbgebildeter (deswegen nehme ich nie zu Debitismus-Fragen Stellung) kann ich diese Frage nicht kompetent beantworten.
Trotzdem erlaube ich mir die Frage zum Thema.
Mich dünkt, der folgende Passus ist Debitismus in Reinkultur:
...
Denn anders als natürliche Personen müssen Unternehmen das eingesetzte Kapital bei Strafe des Untergangs vermehren, um das Kapital der Eigen- und Fremdkapitalgeber zu verzinsen. Dieses zusätzlich zu erwirtschaftende Geld kann aber in jeder Periode nur dadurch entstehen, dass die Unternehmen zusätzlich investieren - und dass die Geschäftsbanken, wie schon von Ackermann aufgezeigt, die dazu benötigten Kredite gewähren und Giralgeld schaffen.
...
Fazit:
Daß "Unternehmen zusätzlich investieren" und die "Geschäftsbanken Kredite gewähren" sind für mich Synonyme für Verschuldungsbereitschaft (Nachschuldner) und Kreditvergabebereitschaft.
--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.
Köstlich
sensortimecom
, Sonntag, 08.02.2009, 11:28 (vor 6182 Tagen) @ paranoia
"Ackermann und Binswanger zeigen, dass sich das Wirtschaftswachstum in einer Marktwirtschaft nicht durch exogene Faktoren wie "technischen Fortschritt" oder Ähnliches ergibt, sondern aus dem institutionellen Aufbau und den Zahlungsprozessen selbst - und dass damit zwingend permanente Geldschöpfung durch das Bankensystem einhergehen muss. Entsprechend müssen auch die Institutionen, welche die Geldmenge zu beeinflussen imstande sind, stärker als bisher in den geldtheoretischen Modellen berücksichtigt werden..."
Wie die Katze um den heißen Brei schleichen diese Leute herum, um sich vor dem Unvermeidbaren zu drücken.
Anstatt klipp und klar und unmißverständlich zu sagen, dass das gesamte Weltsystem in Kaskaden von beispiellosen Pyramidenspielen gefangen ist, die im Laufe des vorigen Jahrhunderts von Schwerstkriminellen ersonnen worden sind...
nicht zwingend
Fremdwort
, Zwenkau, Sonntag, 08.02.2009, 12:01 (vor 6182 Tagen) @ paranoia
Hi,
Fazit:
Daß "Unternehmen zusätzlich investieren" und die "Geschäftsbanken
Kredite gewähren" sind für mich Synonyme für Verschuldungsbereitschaft
(Nachschuldner) und Kreditvergabebereitschaft.
das kannst du sinngemäß schon bei Marx nachlesen. Das ist nicht zwingend Debitismus.
Das schlimme ist aber, dass es bislang niemand geschafft hat, objektiv reale Gründe für das Zustandekommen dieses Wirtschaftssystems aufzuzeigen res. die Frage zu beantworten, weshalb das Kapital herrscht ud nicht beherrschbar ist. Und damit taugt die gesamtte Debitismustheorie nichts, denn die "Urschuld" ist nur an den Haaren herbeigezogen.
Gruß
Ackermann und Robinson
dottore
, Sonntag, 08.02.2009, 12:59 (vor 6182 Tagen) @ Fremdwort
Hi Fremdwort,
Fazit:
Daß "Unternehmen zusätzlich investieren" und die "Geschäftsbanken
Kredite gewähren" sind für mich Synonyme für
Verschuldungsbereitschaft
(Nachschuldner) und Kreditvergabebereitschaft.[/b]
Das Fazit ist ex FAZ-Artikel zu ergänzen:
"Aus dieser Kritik entwickelt er, zusammen mit seinem Doktorvater, dem Schweizer Ökonomen Hans Christoph Binswanger, einen eigenen Ansatz, der die Zeitdimension des Zahlungsprozesses explizit einbezieht."
Dazu: Binswanger hat zusammen mit Malik die Doktorarbeit von Daniel Stelter initiiert und abgenommen. Darin (sinngemäß): Der Debitismus (= Zwang zur Nachschulderfindung) sei widerspruchsfrei formuliert.
"Daraus ergibt sich eine Erkenntnis, die Ackermann selbst als "von größter Tragweite für die ökonomische Theorie" einschätzt: Dass nämlich die volkswirtschaftlichen Ersparnisse einer Periode nie ausreichen, um die für ein gleichgewichtiges Wachstum notwendigen Investitionen zu finanzieren."
Genau das ist der Kern.
"Und dass deshalb die Geschäftsbanken die benötigte Finanzierung durch Kreditvergabe und Giralgeldschöpfung bereitstellen müssen."
Benötigt zur Erhaltung des Wachstumsprozesses eben (= kapitalistische Dynamik). Kreditvergabe = "new credits", die auch Greenspan angesprochen hatte.
"Ackermann ergänzt damit die postkeynesianische Wachstumstheorie zum "Wachstum auf des Messers Schneide" um den dort ausgeblendeten monetären Aspekt."
Genau um diesen monetären Aspekt geht es.
""Aus diesen Überlegungen ergibt sich zwingend", schreibt Ackermann, "dass die Geldschöpfung des Banksystems eine notwendige Bedingung für den Investitions- und Wachstumsprozess in der arbeitsteiligen Geldwirtschaft darstellt."
Völlig richtig.
"Ackermanns akademischer Lehrer Binswanger, der viele Jahre an der Universität Sankt Gallen lehrte, hat diese Einsicht in seinem 2006 erschienen Werk "Die Wachstumsspirale" wesentlich vertieft und erweitert.
Ja.
"Sehr kurz dargestellt, zeigt er auf, dass sich aus den Institutionen einer arbeitsteiligen Marktwirtschaft, dem Vorhandensein von Unternehmen, ein Zwang zum Wirtschaftswachstum ergibt. Denn anders als natürliche Personen müssen Unternehmen das eingesetzte Kapital bei Strafe des Untergangs vermehren, um das Kapital der Eigen- und Fremdkapitalgeber zu verzinsen."
Der Vermehrungszwang ist unausweichlich, was die derzeitige Kreditkrise hinreichend belegt, in der sich diese Kredite eben nicht vermehren, sondern im Gegenteil heruntergefahren werden (siehe hier schon gepostete EZB-Statistik).
"Dieses zusätzlich zu erwirtschaftende Geld kann aber in jeder Periode nur dadurch entstehen, dass die Unternehmen zusätzlich investieren - und dass die Geschäftsbanken, wie schon von Ackermann aufgezeigt, die dazu benötigten Kredite gewähren und Giralgeld schaffen. Da auch diese Kredite verzinst werden müssen, sind weitere Investitionen unumgänglich - es kommt zu einer "Wachstumsspirale".
Genau das.
Nun dazu:
das kannst du sinngemäß schon bei Marx nachlesen.
Wo dort?
Das ist nicht zwingend Debitismus.
Ganz genau ist er das.
Das schlimme ist aber, dass es bislang niemand geschafft hat, objektiv
reale Gründe für das Zustandekommen dieses Wirtschaftssystems aufzuzeigen
res. die Frage zu beantworten, weshalb das Kapital herrscht ud nicht
beherrschbar ist.
Die Gründe sind x-fach aufgezeigt worden (Mesopotamien), wo geliehenes Unter-SOLL schließlich zur Verschuldung ("usura" = Wucher) führt - als Folge der Abgabenschuld. Das Wirtschaftssystem entsteht also aus dem Abgabensystem.
Und damit taugt die gesamtte Debitismustheorie nichts,
denn die "Urschuld" ist nur an den Haaren herbeigezogen.
Die Urschuld hat damit zunächst gar nichts zu tun. Wie schon erwähnt, musste sie auch Robinson abtragen. Sonst hätte man nicht ihn, sondern seine Gebeine auf der Insel gefunden.
Gruß zurück!
Kapitalgesellschaften
Philip Marlowe
, Location: Europe's Paymaster, Sonntag, 08.02.2009, 15:24 (vor 6182 Tagen) @ Fremdwort
Das schlimme ist aber, dass es bislang niemand geschafft hat, objektiv
reale Gründe für das Zustandekommen dieses Wirtschaftssystems aufzuzeigen
res. die Frage zu beantworten, weshalb das Kapital herrscht ud nicht
beherrschbar ist.
Gruß
Die Rolle der Kapitalgesellschaften als juristische Personen spielt hier sicherlich eine Rolle. Die wollen ja erst einmal selbst überleben, haben dabei aber nicht die moralischen Bedenken / Skrupel, die ein Mensch vielleicht hätte. Die Vorstände / Geschäftsführer sind in diesem Sinne auch nur Marionetten ihrer eigenen Gesellschaften, dafür sorgen Aktiengesetz / GmbH-Gesetz usw.
Debitismus ohne Kapitalgesellschaften würde sicherlich anders aussehen als das, was wir jetzt sehen.
Gruß,
Phil. M.
nicht Kapitalgesellschaften, das Kapital herrscht
Fremdwort
, Zwenkau, Sonntag, 08.02.2009, 17:33 (vor 6182 Tagen) @ Philip Marlowe
Gruß,
Phil. M.
Respekt vor solcher Durchtriebenheit
Oblomov, Sonntag, 08.02.2009, 12:15 (vor 6182 Tagen) @ paranoia
Spaß beiseite, als Debitismus-Halbgebildeter (deswegen nehme ich nie zu
Debitismus-Fragen Stellung) kann ich diese Frage nicht kompetent
beantworten.
So geht's mir auch aber ich meine aus dem Text herauslesen zu können dass Ackermann schon seit 30 Jahren genau weiss was wirklich Sache ist und auch schon lange gewusst haben muss dass die Dinge so kommen wie sie jetzt gekommen sind. Ziemlich durchtrieben Der.
Na prima: Ackermann vs. Budge
Zandow, Sonntag, 08.02.2009, 12:34 (vor 6182 Tagen) @ paranoia
Hallo paranoia,
Grundlage für Ackermanns theoretische Betrachtung bildet das System der Giralgeldschöpfung mit der Folge, daß die so angeblich zusätzlich geschaffenen Geldsummen aufaddiert werden (Geldmengen).
Das mag zwar rechnerisch richtig sein, unterschlägt aber die oekonomische Unwirksamkeit der Guthaben mit jeweils länger Laufzeit bzw. späterem Termin.
Hier ( Zum Dualismus des Geldes ) hatte ich just dieses Problem zu zeigen versucht.
Füge man nun jene oekonomische Unwirksamkeit (nur real gezahlte Preise im Kauf-Akt können oekonomische Wirksamkeit entfalten und somit Gegenstand wirtschaftswissenschaftlicher Betrachtung sein) in Ackermanns Betrachtung ein, so ergibt sich (den Realitäten entsprechend) als Voraussetzung zur Erhaltung des kapitalistischen System die Notwendigkeit neuer Schulden, welche erst das Geld zur Zahlung der Zinsverpflichtungen alter Schulden schaffen.
Nur sieht eben Ackermann eben dieses zusätzliche Geld nicht aus neuen Schulden heraus entstanden, sondern aus dem Giralbankingsystem geschöpft.
Also ganz so falsch hat er doch nicht gelegen.
Gruß, Zandow
Zuerst kommt der Kurzfrist (= Betriebsmittel)-Kredit
dottore
, Sonntag, 08.02.2009, 13:08 (vor 6182 Tagen) @ Zandow
Hi Zandow,
Grundlage für Ackermanns theoretische Betrachtung bildet das System der
Giralgeldschöpfung mit der Folge, daß die so angeblich zusätzlich
geschaffenen Geldsummen aufaddiert werden (Geldmengen).
Jede Kreditvergabe durch MFIs ist zunächst eine girale (kurze Fristigkeit, entsprechen kurze Refinanzierung). Aus dieser "schwebenden Schuld" wird dann eine konsoloditere (Kreditnehmer refinanzieren sich langfristig, vie Schuldverschreibungen, Anleihen, Aktien usw.).
Das mag zwar rechnerisch richtig sein, unterschlägt aber die oekonomische
Unwirksamkeit der Guthaben mit jeweils länger Laufzeit bzw. späterem
Termin.
Was heißt "lange" Laufzeit? Es gibt Sicht- und/oder Termindepositen (Termine in der Regel max. 2 Jahre).
Hier ( Zum
Dualismus des Geldes ) hatte ich just dieses Problem zu zeigen
versucht.
Schon klar. Danke.
Füge man nun jene oekonomische Unwirksamkeit (nur real gezahlte Preise im
Kauf-Akt können oekonomische Wirksamkeit entfalten und somit Gegenstand
wirtschaftswissenschaftlicher Betrachtung sein) in Ackermanns Betrachtung
ein, so ergibt sich (den Realitäten entsprechend) als Voraussetzung zur
Erhaltung des kapitalistischen System die Notwendigkeit neuer Schulden,
welche erst das Geld zur Zahlung der Zinsverpflichtungen alter Schulden
schaffen.
Ganz genau so.
Nur sieht eben Ackermann eben dieses zusätzliche Geld nicht aus neuen
Schulden heraus entstanden, sondern aus dem Giralbankingsystem geschöpft.
Ja, als erster Schritt. Es giubt kein Unternehmen (Start-up), das mit einem 10-Jahres-Bonds beginnen könnte.
Also ganz so falsch hat er doch nicht gelegen.
Ja. Er ist offenbar nicht ausführlich genug auf die Fristigkeiten eingegangen.
Gruß!
Frage
RetterderMatrix, Sonntag, 08.02.2009, 17:44 (vor 6182 Tagen) @ dottore
Hallo Dottore,
Füge man nun jene oekonomische Unwirksamkeit (nur real gezahlte Preise
im
Kauf-Akt können oekonomische Wirksamkeit entfalten und somit
Gegenstand
wirtschaftswissenschaftlicher Betrachtung sein) in Ackermanns
Betrachtung
ein, so ergibt sich (den Realitäten entsprechend) als Voraussetzung
zur
Erhaltung des kapitalistischen System die Notwendigkeit neuer Schulden,
welche erst das Geld zur Zahlung der Zinsverpflichtungen alter Schulden
schaffen.
Ganz genau so.
Das alles will sich mir nicht so recht in den Kopf.
Heißt das, daß die Gesamtsumme aller Schulden, ungeachtet ihrer Fälligkeit auf der Welt sich beständig erhöhen muß, damit das System stabil bleibt, oder kann die Summe aller Schulden durch das "Verfrühstücken" durch die Gläubiger gleich in der absoluten Höhe konstant bleiben, oder sich gar verringern?
Gruß, RdM
Okay, dann eben nicht
dottore
, Sonntag, 08.02.2009, 19:33 (vor 6182 Tagen) @ RetterderMatrix
Hi RdM,
Das alles will sich mir nicht so recht in den Kopf.
Jeder kann und darf seine eigene Meinung haben. Wenn es nicht in Deinen Kopf will, lass' es einfach draußen. Es wird ja die "Tauschtheorie" (mit Geld als "Schmiermittel") als Alternative vom mainstream angeboten. Und der mainstream sind hochmögende Ökonomen. Kein Tauschwirtschafts-WiWi-Wissenschaftler, der nicht zu den Nobelpreisträgern gehört.
Heißt das, daß die Gesamtsumme aller Schulden, ungeachtet ihrer
Fälligkeit auf der Welt sich beständig erhöhen muß, damit das System
stabil bleibt,
Nein. Es kann nicht stabil (= gleich zu früheren Zeiträumen) bleiben. Kapitalismus (Debitismus) = Wachstumszwang, d.h. es muss ein sub summa Welt ein immer größeres Rad gedreht werden. Haben wir doch gerade erlebt. Leveraging (Schulden auf Schulden türmen). Das soll jetzt via Obama (ca. 780 oder so Mrd. USD zusätzliche Schulden) wieder "angekurbelt" werden.
oder kann die Summe aller Schulden durch das
"Verfrühstücken" durch die Gläubiger ´
Wie geht das? Laden sie alle Schuldner zum gemeinsamen Essen sein (Klartext: Schuldenerlass?) Ich verstehe nicht, was Du meinst.
gleich in der absoluten Höhe
konstant bleiben,
Bleiben alle Schulden kostant (sie sind verzinslich - wo kommt das Geld für die Zinsen her?), dann haben wir eine stagnative Krise mit immer weiter um sich greifenden Pleiten. Gerade, was jetzt abläuft.
Warum haben in China z.B. 400 Spielzeugfabriken geschlossen, die bisher ihre Abnehmer vor allem in den USA hatten? Womit haben die Amerikaner in der Regel bezahlt? Mit Guthaben oder Kreditkarten (also zusätzlichen Schulden)?
oder sich gar verringern?
Ja, per durchlaufende Kettenbankrotte (Domino-Effekt). Oder warum sind so viele Autozulieferer am Ende? Weil der Autoabsatz niedergegangen ist? Wie wurden die Autos bezahlt? Mit Erspartem oder auf Pump (ca. 65 % allein in Deutschland), also zusätzliche Verschuldung?
Dann haben wir eine entsprechend größere Krise. Ohne Nachschuldner sind die zeitlich vorangegangenen Altschuldner (deren Titel entsprechen früher fällig werden) in einer schließlich ausweglosen Lage.
Gruß!
Josef Ackermann
Tarantoga, Sonntag, 08.02.2009, 14:55 (vor 6182 Tagen) @ paranoia
Ackermann ist ja für viele, gerade auch hier im Forum, eine Hassfigur. Meiner Meinung nach hat er den Fehler, in seinem Auftreten zu arrogant und daher in seiner medialen Wirkung ungeschickt zu sein.
Aber als Banker weiß er schon, was er tut. Wenn man die Information aus dem Artikel nimmt, dann war Ackermann ja völlig klar, dass die Kredite weltweit wachsen mussten. In seiner Funktion musste er folglich auch die Bilanz der Deutschen Bank so weit ausdehnen, wie dies mit vertretbarem Risiko eben ging. Die Absicherung, die er dafür wählte, funktionierte bis jetzt eigentlich recht gut, wenn man die Deutsche Bank mit vergleichbaren internationalen Instituten vergleicht. Voraussetzung für die Stabilität der Deutschen Bank mit der ackermannschen Strategie ist die Systemstabilität. Ackermann sorgte mit seinen politischen Kontakten und Ämtern dafür, dass keine der wichtigen Gegenparteien seiner Bilanz pleite ging.
Der eigenen Fondstochter die Giftpapiere unter zuschieben, war wirklich dreckig. Wäre ich DWS-Anleger, ich wäre richtig sauer.
Aber es ist -wie wir hier nur zu gut wissen- eben eine extreme Krise. Die "debitistischen Wahrheiten" sind nunmal nicht schön. Die Finanzwelt ist ein Haifischbecken. Unter dem Gesichtspunkt finde ich nichts verkehrtes dabei, mit dem bissigsten und größten Hai zu ziehen...
Wenn die Deutsche Bank aktuell von Kopper oder Breuer geführt wäre, ich würde mir wesentlich mehr Sorgen um sie machen.
Ich mußte stehlen, denn
MausS
, Irgendwo in Sachsen, Montag, 09.02.2009, 14:04 (vor 6181 Tagen) @ Tarantoga
der Spind stand ja offen! Da hatten die Kameraden halt Pech!
Aber als Banker weiß er schon, was er tut.
Ja sicher! Und er hat sich ganz bewußt entschieden, diesen Weg eines höchstkriminellen Schwerverbrechers einzuschlagen!
Er hätte ja auch Lehrer werden können, Toilettenhäuschenpächter oder Grabredner. Niemand hat ihn gezwungen, den Diebstahl an der sozialen Gesamtgemeinschaft mitzubetreiben und daran über alle Maßen auch noch persönlich zu partizipieren!
...
Der eigenen Fondstochter die Giftpapiere unter zuschieben, war wirklich
dreckig. Wäre ich DWS-Anleger, ich wäre richtig sauer.
Wo sollten denn auch plötzlich Skrupel herkommen, wenn man sich gegen jede Moral und Ethik zum grandiosen existenziellen Umverteilungs- und Vernichtungskampf gegen alle anderen Sozialindividuen entschieden hat?
...Die Finanzwelt ist ein Haifischbecken.
Unter dem Gesichtspunkt finde ich nichts verkehrtes
dabei, mit dem bissigsten und größten Hai zu ziehen...
Ach schau an, alle anderen Menschen sind also auch alle Schwerverbrecher?
Wer die Welt so sieht, der treibt mich - ob gewollt oder ungewollt - zu folgender, ich meine aus der Sicht der Mehrheit der 'normalen' Menschen verständlicher Reaktion
Wenn die Deutsche Bank aktuell von Kopper oder Breuer geführt wäre, ich
würde mir wesentlich mehr Sorgen um sie machen.
Sorgen um die Deutsche Bank machen?
@Tarantoga, das ist nicht Dein Ernst - oder etwa doch
Wundert sich
MausS ![[image]](http://www.schildersmilies.de/schilder/soakes.gif)
Moral
Tarantoga, Montag, 09.02.2009, 20:17 (vor 6181 Tagen) @ Tarantoga
Die Meinung ist schon provokant, das gebe ich gerne zu.
Aber ist ein solches Denken nicht die richtige Konsequenz aus dem was wir wissen? Ich verstehe gut, dass es Idealisten wirklich aufregen muss, wenn man sich das Treiben der Verantwortlichen so ansieht. Aber macht so ein Idealismus wirklich Sinn? Was bringt es, sich in einem Korsett der Gutmenschen-Moral einzuzwängen? Wenn es wirklich so wäre, dass die Welt besser würde, wenn nur alle Menschen sich moralisch korrekt verhalten würden, ich hätte nichts dagegen an dieser Front zu stehen. Aber das ist nun mal nicht der Fall. Ich ziehe für mich daraus den Schluss, andere Orientierungspunkte als klassische oder sogar naive Moral finden zu müssen. Was aus dieser Ecke gut ist, dass kann man ja mitnehmen. Aber um tauglich zu sein, muss Moral auch den unveränderlichen Gegebenheiten Rechnung tragen.
Sollte eine Antwort aus MausS werden.. (oT)
Tarantoga, Montag, 09.02.2009, 20:18 (vor 6181 Tagen) @ Tarantoga
- kein Text -
