Crash-Szenarien vs. Optimismus
wonghan, Mittwoch, 30.01.2008, 05:20 (vor 6570 Tagen)
Als Forum-Neuling und Finanz-Greenhorn erstmal ein "Hallo" an alle.
Momentan kursieren ja die dunkelsten Crash-Szenarien. Manche sehen uns in ein paar Jahren zurück in der Steinzeit, und andere zurück im Jahre 1930...
Aber meine Frage geht eher an die Optimisten hier, die denken, dass es bald "wieder aufwärts geht":
Wenn man die Fakten sich genau ansieht, kann es denn wirklich so weitergehen? Angenommen die Rettungsversuche der FED zeigen Wirkung und die Suprime-Krise ist nur halb so schlimm als befürchtet...sind die Grundprobleme nicht trotzdem immernoch da? (Inflation, Überschuldung...)
Wie begründet Ihr Euren Optimismus?
Optimismus
weissgarnix
, Mittwoch, 30.01.2008, 05:31 (vor 6570 Tagen) @ wonghan
Als Forum-Neuling und Finanz-Greenhorn erstmal ein "Hallo" an alle.
Herzlich willkommen
Momentan kursieren ja die dunkelsten Crash-Szenarien. Manche sehen uns in
ein paar Jahren zurück in der Steinzeit, und andere zurück im Jahre
1930...
Die kursieren nicht bloss "momentan" sondern bereits seit rund 30 Jahren, und immer wenn die Kacke zum Dampfen kommt, werden sie wieder mal hervorgekramt.
Aber meine Frage geht eher an die Optimisten hier, die denken, dass es
bald "wieder aufwärts geht":
ob es "aufwärts" geht, weiss ich nicht. Aber das es "weitergeht", das scheint mir ziemlich sicher. "Wie?" ist allerdings die 64.000 Dollar-Frage.
Wenn man die Fakten sich genau ansieht, kann es denn wirklich so
weitergehen?
Ein paar Jahre bestimmt. Kernfrage ist für mich: wie kriegt man all das schöne Geld, dass jetzt im Umlauf ist, adequat zum rentieren ? Wenn uns darauf allerdings in ein paar Jahren nicht ein paar adequate Antworten einfallen, dann wird's in der Tat spannend.
Angenommen die Rettungsversuche der FED zeigen Wirkung und
die Suprime-Krise ist nur halb so schlimm als befürchtet...sind die
Grundprobleme nicht trotzdem immernoch da? (Inflation, Überschuldung...)
Das Grundproblem - aus meiner Sicht - ist, dass Kapital Rendite sucht und nicht mehr adequat findet. Die ganzen Extravaganzen der letzten Jahre (Private Equity, Hedgefonds, Carrytrade, etc) waren Speerspitzen, die zunehmend stumpfer werden.
Wie begründet Ihr Euren Optimismus?
Irgendein weiser Mann sagte mal: "Es ist unsere verdammte Pflicht, optimistisch zu sein!" ... und so unrecht hat er damit wohl nicht.
Zumal: hier geht's zunächst nur um Geld, nichts weiter ...
Optimismus ist Feigheit. (Oswald Spengler) (oT)
Kaltmeister
, Mittwoch, 30.01.2008, 05:51 (vor 6570 Tagen) @ weissgarnix
- kein Text -
Pessimismus wird nur von den Optimisten verbreitet. Die Pessimisten sparen ihn für schlechtere Zeiten auf. Gabriel Laub oT (oT)
Cujo, Mittwoch, 30.01.2008, 06:08 (vor 6570 Tagen) @ Kaltmeister
> > Pessimisten sind Optimisten, die nachgedacht haben. (oT)
Gil_Blas, Mittwoch, 30.01.2008, 06:29 (vor 6570 Tagen) @ Cujo
- kein Text -
Wenn alle Stricke reißen, hänge ich mich auf. Johann Nestroy (oT)
marocki4, Mittwoch, 30.01.2008, 07:26 (vor 6570 Tagen) @ Gil_Blas
- kein Text -
Ja, richtig. Die eigentlichen Hauptgründe..
sensortimecom
, Mittwoch, 30.01.2008, 06:50 (vor 6570 Tagen) @ weissgarnix
Das Grundproblem - aus meiner Sicht - ist, dass Kapital Rendite sucht und
nicht mehr adequat findet. Die ganzen Extravaganzen der letzten Jahre
(Private Equity, Hedgefonds, Carrytrade, etc) waren Speerspitzen, die
zunehmend stumpfer werden.
Hallo.
Völlig richtig !
Die eigentlichen Hauptgründe, worauf die Misere basiert, sind
1) Loslösung von der Golddeckung / Bretton Woods; ohne eigentliche neue Basis gefunden zu haben, in bloßem Vertrauen auf die Zukunft (Vorhersehung
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2) Loslösung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft (in ungeheurem Ausmaß)
3) Zusammenbruch des Patent- und Lizenzwesens, Krise der Technologie; Krise der Kreativität; Erreichen von Ultimativ-Standards in vielen Bereichen.
4) (folgt aus 3) Immer größer werdende Schere zwischen Wirtschaftsbereichen in der Deflation nicht verhindert werden kann - von anderen Wirtschaftsbereichen, die inflationiert werden MÜSSEN (sic) um diejenigen Stauereinnahmen zu erreichen, die nötig sind um ein Minimum an staatlicher Macht, Ordnung und an Sozialwesen aufrecht zu erhalten
Zeitenwende?
Elmarion, Mittwoch, 30.01.2008, 06:12 (vor 6570 Tagen) @ wonghan
bearbeitet von Elmarion, Dienstag, 13.05.2008, 07:31
Wenn jetzt spiegelbildlich, debitistisch, deflationär abgewickelt wird, kann man nur Baldurs Beispiel folgen: Auf Sehrohrtiefe abtauchen!
Ende des Kettenbriefs = Chaos, weltweit! Wir haben 70 Jahre aufgepumpt bis zum (beinahe) geht nicht mehr! Wenn da die Luft raus geht, gibt das mehr als eine Rezessiönchen.
Man kann also nur hoffen, dass es noch etwas weitergeht. Wenn es aber weitergeht, wird der Knall am Ende noch lauter.
Keine schönen Aussichten für den blauen Planeten!
Zeitenwende!!! (von "dottore")
"Sollten sich Verschuldungsbasen bzw. ihre Derivate mehr und mehr verflüchtigen, ist mit einer verstärkten Auseinandersetzung zwischen Haves und Havenots zu rechnen. Die Gefahr, dass sich entsprechende Missstimmungen (Davos) in prärevolutionären oder gar revolutionären Erscheinungen entladen, ist real gegeben. Eine Deflation (Zeit steigenden Geldwerts und damit obendrein einer Bevorzugung der Gläubiger) endete in der Geschichte grundsätzlich im Umsturz."
bin zwar kein Optimist - aber bisher ist die Welt eher selten untergegangen....
Toby0909, Mittwoch, 30.01.2008, 08:38 (vor 6570 Tagen) @ wonghan
Wenn man in Aktien investiert muss man nur eines wissen:
Jede Aktie ist langfristig ein Totalverlust.
Wenn man das im Hinterkopf hat, dann agiert man sicher ganz anders, als wenn man den Marketingbroschüren irgendwelche Geldhäuser glaubt, die einem erzählen, daß Aktien langfristig immer steigen.
Das ist natürlich totaler Unsinn.
Aber Fed hin oder her - ob die USA nun zusammenbrechen oder nicht. Scheiß egal.
Irgendwas wird sich zur nächsten USA entwickeln. Auch in Japan ist die Aktien-Welt zusammengekracht (und das war 90 der größte Markt der Welt) - und wir leben immer noch.
Wie viele Hochs und Tiefs gab es an der ältesten Börse der Welt in Ägypten ?
Toby
