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Perfekt!

dottore @, Mittwoch, 11.02.2009, 21:29 (vor 6195 Tagen) @ Rudi

Hi Chef,

senstationell vernünftige Postings die Du via Mail rüberbringst.

Nun dazu:

Immobilien - ein „absoluter Schutz“ gegen eine Währungsreform?

Ja, sonst Volksaufstand. Es geht hier nicht um einen Zerstört/Nichtzerstört-Ausgleich, sondern um Enteignung, die nach GG in diesem Falle nicht möglich ist.

Weithin werden auch Immobilien als „sichere“ Investition gegen eine
Währungsreform gesehen.

Ja. Meine feste Überzeugung. Kein Staat kann in Friedenszeiten (ohn Massiv-Zerstörungen) irgendetwas enteignen.

Wenn man von einer reinen Hyperinflation ausgeht,
dann könnte dies zutreffen.

Hyper-Inflas sind derzeit Faxen, aber jederzeit möglich.

Doch sogar 1923 nutzen einem Immobilien wenig,
da auch diese durch den Kaufkraftverlust der Bevölkerung nur unter Wert
verkauft werden konnten.

Richtig, hinzu kamen Mietbegrenzungen.

Geht man davon aus, daß sich ein ähnlicher
Ablauf wie vor der Währungsreform 1948 wiederholen sollte, dann sieht es
noch bedenklicher aus:

Ganz falsch, die WäRe 1948, der LAG ab 1952.

Damals gab es erst eine längere Deflationsperiode
mit der großen Weltwirtschaftskrise. In dieser Zeit verfielen Immobilien
bis zu 90 Prozent im Wert.

Ja.

Nach dem Krieg nutzten Wohnungen und Häuser
auch wenig, da sie mit einer Zwangshypothek im Lastenausgleich belegt
wurden.

Ausführliuchst erklärt, siehe Vorpostings. Danke.

Erst mit dem Einsetzen des „Wirtschaftswunders“ und damit
verbundenen schnell steigenden Preisen konnte man von Immobilien
profitieren.

Ja.

Wie sieht es heute aus?

Immobilienwerte stiegen bis 1995 sehr stark. Seit dieser Zeit stagniert
die Entwicklung, bzw. die Werte verfallen, wie wir gesehen haben. Da nun,
wenn die Entwicklung ähnlich verläuft wie vor 1948, erst eine
Deflationsphase ansteht, dann ist dieser Preisverfall erst der Anfang.

Ja, die Immobilien werden noch viel Wert verlieren. Ich selbst musste gerade eine mit 70 Pozent Verlust verkaufen.

Vergessen werden sollte auch nicht die internationale Spekulationsblase.
Wenn diese erst einmal platzt, dann wird dies überall auf der Welt den
Wert von „Betongold“ nach unten drücken.

Ja, ist in vollstr Entfaltung.

Dazu kommt: Die
Arbeitslosigkeit steigt immer schneller an, die Kaufkraft der Bevölkerung
schwindet - das muß zwangsläufig auf den
Wohnungs- und Häusermarkt drücken.

Ja. Bei meiner BRD-Reise habe ich nur Verkaufsschilder gesehene.

Je mehr Arbeitslose ihre Immobilie
zwangsversteigern müssen, um so tiefer wird der Preis sinken.

Logisch.

Nicht zu
vergessen ist eine in Krisenzeiten steigende Kriminalität. Schnell werden
da heute „attraktive Lagen“ vor allem in Großstädten sehr
unattraktiv. Denken Sie an die Unruhen in Frankreich im Jahr 2005 - wenn da
in einem Stadtteil einmal die Autos brennen und marodierende Banden durch
die Stadt ziehen, könnte es lange dauern, bis dort eine Wohnung überhaupt
wieder verkäuflich wird.

SEHR wichtiger Aspekt.

Was auch vergessen wird ist das Wörtchen „immobil“ in der Immobilie.
Während man Geld, Gold oder andere Wertgegenstände relativ schnell von
einem zum anderen Fleck transportieren kann, ist man mit einer Wohnung oder
einem Haus unbeweglich. Oft vergehen Jahre, bis das Objekt veräußert
werden kann, der Verkauf ist relativ kompliziert und mit zahlreichen
Vorschriften und Steuern verbunden. Doch gerade in Krisenzeiten, wenn Sie
dringend auf einen Verkauf angewiesen wären, lassen sich Immobilien
überhaupt nicht veräußern, da niemand mehr Geld dafür übrig hat.

Perfekt! Ist übrigens auch mein privates Problem: Top-Immobilie - keine Käufer.

Nicht zu vergessen ist auch die Gefahr, daß der Staat in seiner Geldnot
Immobiliensteuern erläßt oder gar den Hausbesitzern eine Zwangshypothek
aufzwingt.

Nicht die unausweichlich kommende Revolution zu früh beschreien.

Wer heute eine Immobilie besitzt (erst recht eine nicht selbst
bewohnte Zweitimmobilie) der gilt beim Staat als „vermögend“.

Ja, habe dadurch (Mini-Wohnung) 1.300 Steuern ex nihilo gekriegt.

Diese
Personengruppe wurde in der Vergangenheit bei Steuererhöhungen relativ
glimpflich behandelt. Um so mehr könnte es sein, daß für die kommende
Krise genau hier abgeschöpft wird.

Dann kann ich das nicht mehr.

Nicht vergessen werden sollte, daß in einer Krise vielen überschuldeten
Hausbesitzern der Bankrott droht.

Ja, läuft schon.

Diese müssen dann zu einem niedrigen
Preis verkaufen, was die Immobilienpreise massiv drücken wird. Auch in
einer hyperinflationären Phase sieht es nicht gut aus: Auch in der
Hyperinflation
1923 konnten wegen der zurückgehenden Kaufkraft Immobilien oftmals gar
nicht mehr verkauft werden.

SEHR wichtiger und kluger Aspekt

Bei vermieteten Immobilien kommt dazu, daß gerade in schlechten Zeiten
die Zahlungsmoral der Mieter stark sinkt.

Ja.

Schon heute gibt es immer mehr
„Mietnomaden“, welche Wohnungen anmieten, keine Miete bezahlen und nach
einer langwierigen rechtlichen Auseinandersetzung wieder in eine neue
Wohnung einziehen und das Ganze von vorne beginnen. Je schlechter die
wirtschaftliche Lage sich entwickelt, um so schwieriger wird es,
zuverlässige Mieter zu bekommen.

Weiterer Kern des Problems.

Im Zweifel ist bei den heutigen hohen
Mieterrechten immer der Vermieter in der schlechteren Position. Es könnte
sogar passieren, daß in einer Unruhezeit es verboten wird, Mietern zu
kündigen, um eine noch höhere Obdachlosenrate und damit einhergehende
steigende Kriminalitätsrate zu ve5rhindern.

Teile diese Meinung.

Einen richtigen Vorteil bietet in solchen Zeiten eigentlich nur die selbst
bewohnte Immobilie, da sie hier nicht so sehr von äußeren Umständen und
der Situation des Vermieters abhängig sind, wie in einer Mietwohnung.

Ja, und schuldenfrei, aber mit einer Riesen-Grundschuld bepackt. Die wird dann getriggert, wenn es los geht.

Zusammenfassend läßt sich damit sagen, daß vermietete Immobilien nur in
„guten Zeiten“ Gewinne versprechen. Eine selbstbewohnte Immobilie ist
durchaus erstrebenswert. Bedenklich sind die vermieteten Objekte, da in
allen Krisensituationen, egal ob Inflation, Deflation oder zunehmende
soziale Probleme damit oftmals mehr Nachteile als Vorteile verbunden sind.

Diesem ausgewogenen und klugen Urteil schließe ich mich an.

Dank und Gruß!

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  • Immo und Infla oder Defla, wie seht Ihr diese Gedanken? - Rudi, 11.02.2009, 20:29 [*]
    • Perfekt! - dottore, 11.02.2009, 21:29
      • @dottore: - neo, 11.02.2009, 21:38
        • Mann kann das ja mal so sehen: (mT) - DT, 11.02.2009, 21:57
          • .. oder so : Eigentümergrundschuld ! .. - trailmaker, 11.02.2009, 22:14
      • Immo: Schuldenfrei und Riesen-Grundschuld - verstehe ich nicht - Christian, 11.02.2009, 21:43
        • Leider ging mein Punkt unter - dottore, 11.02.2009, 22:01
          • Ist das nicht ein Widerspruch in sich - Mephistopheles, 11.02.2009, 22:30
            • Bitte beim Thema bleíben. Danke - dottore, 11.02.2009, 22:45
            • Warum die Hyperinfla trotzdem kommt - baisse-man, 11.02.2009, 22:46
              • Investorenstreik bei Bundesanleihen? - kapiernix, 11.02.2009, 23:33
                • Sie werden es möglich machen unsere Politker - baisse-man, 12.02.2009, 08:40
            • ..Es ist ein Spagat für Hirnwindungen Meph .. - trailmaker, 11.02.2009, 23:20
          • sorry für das fast Doppelposting . dafür noch eine Variante !.. - trailmaker, 11.02.2009, 22:31
            • Geht auch - dottore, 11.02.2009, 22:50
              • Könnte auch Probleme geben - Turbo-T, 12.02.2009, 08:01
              • Nießbrauch wertlos? - Mic, 12.02.2009, 12:05
            • Gilt leider nicht mehr - Gaby, 12.02.2009, 09:04
              • hallo Gaby: krasser Fall von Abhängigkeit ?! - Cichetteria, 12.02.2009, 11:14
                • Es gibt merkwürdige Menschen auf dieser Welt - Gaby, 12.02.2009, 11:38
              • Wohnrecht = Nießbrauch - Mic, 12.02.2009, 12:01
    • Gegenwärtig warten die Verkäufer noch aus höhere Preise - Emerald, 11.02.2009, 22:01
    • schön und gut, aber was ist die Alternative? - ingobert, 12.02.2009, 00:40
    • ISBN - Autor - Francisco d'Anconia, 12.02.2009, 01:24
      • Hier der Autor und die ISBN - Quantenfeldtheorie, 12.02.2009, 08:18
        • Werde es nicht kaufen - Francisco d'Anconia, 12.02.2009, 11:49
    • Gewinner der Immobilienkrise - Tezen, 12.02.2009, 10:36

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