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UBS mit minus 8,14 % an einem Tag ist eine Sache

dottore @, Donnerstag, 31.01.2008, 05:54 (vor 6570 Tagen)

Hi,

was für ein Schock! Für die braven Helferchen aus Übersee zumal.

Und die andere: Der (für mich) beste Frühindikator überhaupt ist der Baltic Freight Index. Da gibt's keine Futures, keine Frills, keine doppelten Boden. Sondern nur konkrete Abschlüsse von Transporteuren, die ihr Gechäft verstehen, nicht Luftabschlüsse, sondern über konkrete Transportvolumina abschließen, die sie auch ausführen und alle Sinne beisammen haben.

Der Baltic, gilt für Rohstoffe, nicht Fertigwaren, die per Container usw. reisen, also die Grundmaterialien, aus denen etwas hergestellt werden soll, hat sich innert ca. 12 Wochen vom ATH mit ca. 10.800 auf 5.900 fast halbiert.

Wenn das kein puterrotes Alarmsignal ist, weiß ich nicht, was eins sein sollte.

Gruß!

antworten
 

ja, allerdings noch deutlich über dem 1. Hj. 2007 !!

Andree @, Donnerstag, 31.01.2008, 06:27 (vor 6570 Tagen) @ dottore

Und die andere: Der (für mich) beste Frühindikator überhaupt ist der
Baltic Freight Index. Da gibt's keine Futures, keine Frills, keine
doppelten Boden. Sondern nur konkrete Abschlüsse von Transporteuren, die
ihr Gechäft verstehen, nicht Luftabschlüsse, sondern über konkrete
Transportvolumina abschließen, die sie auch ausführen und alle Sinne
beisammen haben.

Der Baltic, gilt für Rohstoffe, nicht Fertigwaren, die per Container usw.
reisen, also die Grundmaterialien, aus denen etwas hergestellt werden
soll, hat sich innert ca. 12 Wochen vom ATH mit ca. 10.800 auf 5.900 fast
halbiert.

Wenn das kein puterrotes Alarmsignal ist, weiß ich nicht, was eins sein
sollte.

Gruß!

ja, allerdings noch deutlich über dem 1. Halbjahr 2007 !!
Und wegen der irren Vola, die Frachtraten nun mal an sich haben zu welchen noch baltische Eigenheiten kommen mögen und angesichts der exorbitanten Preissteigerungen zuvor und den neu hinzugekommenen Schiffskapazitäten
relativiert sich diese Aussage beträchtlich.
Damit wird nicht abgestritten, dass die Richtung kontraktiv ist,
aber solange die Politiker keinen Mist bauen, (und so manche hungert danach) verläuft das alles in erträglichem Rahmen.

Gruss
A.

antworten
 

Harte und softe Indikatoren

Elmarion, Donnerstag, 31.01.2008, 06:28 (vor 6570 Tagen) @ dottore

Es gibt soetwas wie eine "artgerechte Menschenhaltung" ein normales Maß, dass sich an den natürlichen Grundbedürfnissen der Menschen orientiert.
Der Verschuldungszwang hat dazu geführt, dass dieses "normale Maß" zu einem manischem, zum Teil schon perversen Treiben mutiert ist, vergleichbar mit der "Gaumenkitzelei mit anschließendem Erbrechen und Weiterfressen" zum Ende des römischen Reiches. Es ist grotesk, was alle veranstaltet wird, um weitere Nachschuldner zu finden, mit welchen Schrott und Unsinn sich viele Menschen befassen. Produzieren und konsumieren zum Selbstzweck ohne jeglichen Glücks- oder Sinngewinn!

Ich glaube hier im Forum, sind einige unterwegs, die davon wie ich angewiedert sind - nicht zuletzt, weil man sich mehr oder weniger im Getriebe mitdreht. Das ist auch der Grund, warum siche einige das Systemende förmlich herbeiwünschen. Einige sind ja zumindest semimäßig aus- oder umgestiegen. Aber es hätte schon vor vielen Jahren einer reinigenden Deflation bedurft, um die Exesse ohne massive Kollateralschäden abzubauen.Stattdessen hat man die Welt weiter in den Wahnsinn getrieben.
Jetzt sind fast alle Menschen System-Junkies!

Die Zuckungen und psychischen Strörungen, die an Schwachsinn nicht mehr zu überbietenden Fernseh- und Werbeprogramme, die zunehemenden Verwarlosungs- und Spaltungserscheinungen und die Verschwendungsorgien von Minderheiten in der westlichen Welt sind ebenso Deflationsindikatoren wie der Baltic Freight Index. Da ist nicht mehr viel "artgerechtes" wachsen und blühen zu sehen, eher ein verwelken oder eine Angstblüte - eben eine hereinbrechende Zeitenwende!

antworten
 

Gesunde Haltung (mT)

Kaltmeister ⌂ @, Donnerstag, 31.01.2008, 07:08 (vor 6570 Tagen) @ Elmarion

Jetzt mal unabhängig von der Person - das gefällt mir an diesem Forum. Es gibt offenbar auch im größten Schmutz eine gewisse, natürlich kleine Zahl von Leuten, die sich nicht völlig korrumpieren lassen. Ein gutes Omen im Hinblick auf die Frage, ob ein Neuanfang überhaupt noch möglich ist.

antworten
 

Apokalyptische Sehnsüchte?

dottore @, Donnerstag, 31.01.2008, 07:40 (vor 6570 Tagen) @ Kaltmeister

Hi Kaltmeister,

Jetzt mal unabhängig von der Person - das gefällt mir an diesem
Forum. Es gibt offenbar auch im größten Schmutz eine gewisse, natürlich
kleine Zahl von Leuten, die sich nicht völlig korrumpieren lassen. Ein
gutes Omen im Hinblick auf die Frage, ob ein Neuanfang überhaupt noch
möglich ist.

Es geht weder um Korrumpierung noch um Apokalypse noch um Systemende-Herbeiwünscherei. Es werden allseits gebrachte Zahlen zum "systemischen" Zustand mitgeteilt und sonstige Fakten, soweit aus bestmöglicher Quelle (und nicht von igrendwelchen Endzeitstimmungs-Tutern). Das hat weder was mit Optimismus oder Pessimismus zu tun, sondern mit Realismus.

Die jüngsten Vorgänge um MBIA/Ambac sind Fakten und keine irrealen Hirngespinste.

Ich weiß: Früher wurden die Überbringer schlechter Nachrichten anschließend getötet. Soweit sollte es in einem um größtmögliche Objektivität und sachliche Diskussionen bemühten Forum nicht kommen.

Dass es um die Finanztitel nicht zum Besten bestellt ist (hatte meine Longs wieder glattgestellt - ist das ein Verbrechen?), sieht jeder deutlich. SpitzenTitel wie Allianz, DeuBa, selbst die scheue Coba und die scheele HRE mit Abschlägen von jeweils ca. 4 % an einem Tag (von deren ATHs zu schweigen) - kann doch nur zweierlei bedeuten:

- Die Verkäufer sind Idioten oder

- Es wird maßlos übertrieben.

Wer will das schon wissen?

Dass die Finanz"industrie" die Essenz des Kapitalismus darstellt, wird im Ernst allerdings niemand bestreiten. Oder?

Gruß, ganz ohne schusssichere Weste!

PS: Zu Frage selbst: Neuanfang jederzeit - aber vorher muss komplett ausgebucht werden und ein Haufen Banken usw. müssen über die Klinge springen. Sonst: Siehe Japan - und das schmiert schon wieder in die nächste Rezession ab (BoJ).

antworten
 

Senkt die BoJ den Leitzins wieder auf 0,25% ?

sensortimecom @, Donnerstag, 31.01.2008, 07:55 (vor 6570 Tagen) @ dottore

PS: Zu Frage selbst: Neuanfang jederzeit - aber vorher muss komplett
ausgebucht werden und ein Haufen Banken usw. müssen über die Klinge
springen. Sonst: Siehe Japan - und das schmiert schon wieder in die
nächste Rezession ab (BoJ).

Womit zu erwarten ist, dass die BoJ ihren Leitzins, statt wie manche Obergescheite angenommen haben - verdoppeln wird, sondern im Gegentum: HALBIERT. Runter auf 0,25%, oder gar auf Null.

Ich glaube das wird sicher passieren, und liebe Leute, ihr glaubt gar nicht, wie dann die Aktienkurse wieder steigen werden<img src=" />

Man wird ALLES, ALLES nur erdenkbare veranstalten, um die Aktienbörse wieder zu stimulieren - auf Kosten aller sonstigen Werte oder Geldstabilität.
Da kannste Gift nehmen drauf.

antworten
 

Japan

Elmarion, Donnerstag, 31.01.2008, 08:01 (vor 6570 Tagen) @ dottore

Japan konnte sich trotz Deflation über Wasser halten, weil es noch rettende Ufer (Export + Ersparnisse)gab. Wo ist der Anker, wenn das ganze Finanz-System abwärtsspiralt?

antworten
 

Graphik

fridolin, Donnerstag, 31.01.2008, 06:29 (vor 6570 Tagen) @ dottore

Und die andere: Der (für mich) beste Frühindikator überhaupt ist der
Baltic Freight Index. Da gibt's keine Futures, keine Frills, keine
doppelten Boden. Sondern nur konkrete Abschlüsse von Transporteuren, die
ihr Gechäft verstehen, nicht Luftabschlüsse, sondern über konkrete
Transportvolumina abschließen, die sie auch ausführen und alle Sinne
beisammen haben.

Der Baltic, gilt für Rohstoffe, nicht Fertigwaren, die per Container usw.
reisen, also die Grundmaterialien, aus denen etwas hergestellt werden
soll, hat sich innert ca. 12 Wochen vom ATH mit ca. 10.800 auf 5.900 fast
halbiert.

Wenn das kein puterrotes Alarmsignal ist, weiß ich nicht, was eins sein
sollte.

Hallo,

so sieht es in logarithmischer(!) Darstellung im Vergleich zum S&P500 aus (Quelle: http://investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm)

[image]

Was mir daran auffällt: ähnlich drastische Veränderungen hatten wir auch in der ersten Hälfte 2004 und genauso 2005. Reaktion des S&P500 damals: kaum erkennbar.

Nun mögen jetzt die Rahmenbedingungen, wie hinreichend diskutiert, andere geworden sein. Ist aber der Index als solcher wirklich so aussagekräftig vor dem Hintergrund der Entwicklung in der Vergangenheit?

Schönen Gruß!

antworten
 

Jeder sieht sich durch seine Siht

dottore @, Donnerstag, 31.01.2008, 11:08 (vor 6570 Tagen) @ fridolin

Hi fridolin,

jeder sieht halt was anderes.

so sieht es in logarithmischer(!) Darstellung im Vergleich zum S&P500 aus
(Quelle: http://investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm)

[image]

Was mir daran auffällt: ähnlich drastische Veränderungen hatten wir auch
in der ersten Hälfte 2004 und genauso 2005. Reaktion des S&P500 damals:
kaum erkennbar.

Dazu:

[image]

Nun mögen jetzt die Rahmenbedingungen, wie hinreichend diskutiert, andere
geworden sein. Ist aber der Index als solcher wirklich so aussagekräftig
vor dem Hintergrund der Entwicklung in der Vergangenheit?

In diesem Falle spricht der Index selbst. Was auch nichts heißen soll.

Gruß!

antworten
 

BDI und SPX

Cosa ⌂ @, Donnerstag, 31.01.2008, 11:44 (vor 6570 Tagen) @ fridolin


Ist aber der Index als solcher wirklich so aussagekräftig
vor dem Hintergrund der Entwicklung in der Vergangenheit?

Kommt definitiv auf die Darstellung an <img src=" />
Kann dir alles zurechtmischen :-)

Der längerfristige Verlauf legt andere Zusammenhänge nahe:

[image]


Den BDI finde ich nur bedingt tauglich, Geschmackssache. Mit den Forwardrates für die Dirty TANKERS Route 4 und 5 für den Ölmarkt bin ich ganz gut gefahren, man kommt nur schwer an die DFaten :-(

Gruss
Cosa

--
www.markt-daten.de - Daten in allen Facetten!

antworten
 

Vielleicht ganz banale Evolution statt Revolution ?

Taktiker, Donnerstag, 31.01.2008, 06:48 (vor 6570 Tagen) @ dottore

Der Baltic, gilt für Rohstoffe, nicht Fertigwaren, die per Container usw.
reisen, also die Grundmaterialien, aus denen etwas hergestellt werden
soll, hat sich innert ca. 12 Wochen vom ATH mit ca. 10.800 auf 5.900 fast
halbiert.

Sehr gute Info. Danke! Aber könnte man das nicht etwas positiver interpretieren?

- globale Produktion wird verdrängt durch regionale Produktion
- globale Geldjonglage wird verdrängt durch kleine regionale Finanzstrukturen
- Monopol.Geldsystem wird verdrängt durch ...

Summa: Mein Fazit/Erwartung lautet weniger "Crash, Boom, Bang", sondern halbwegs sanftes Hinübergleiten in ein wieder überschaubareres System mit verstärkt regionalen Aspekten. Crashen tut hier keine Marktwirtschaft oder der "Kapitalismus", sondern der Plutokralglobalmonopolismus. ...Und erfreulicherweise offenbar so "sanft", dass es keiner glauben mag. "Sanft" insofern, dass wir die Veränderungen erst in einigen Jahren in der Rückschau bemerken werden. Gänzlich ohne Gold-, Lebensmittel-, Ziggi- und Alkhortung, eigenen Gemüsegarten oder Privatwald fürs Heizholz.

Was ich ja auch schon lange schrieb: Die Globalisierung wird sich erledigen mit steigenden Transaktionskosten. Das können Energiepreise sein, das können Versicherungskosten sein, Lagerhaltungskosten oder eben einfach nur zuviele Vorschußlorbeeren (Kreditblase). Eigentlich klang das ja zu gut mit der weltweiten "Arbeitsteilung": Ein Tomatenanbauer in Holland versorgt die ganze welt. Herr Müller beliefert die ganze Welt mit Milchprodukten und Amazon verkauft jedes Buch bis in den letzten Urwaldwinkel der Erde. So gut klang es, dass man schon vorher die erwarteten Gewinne aufn Kopp gehauen hat. Und deswegen wird die Veranstaltung jetzt abgeblasen. Damit lösen sich ne Menge Probleme. So ein Baltic Freight Index ist da ein netter Indikator.

Als ich mal so ein Megalomanus-Containerschiff in einer Doku sah, hab' ich mich am Kopf gekratzt. Wenn das nicht "Überdehnung" pur ist, weiß ich auch nicht mehr: Tausende Riesencontainer auf einer Jolle, alle voll mit kleinstem Nippes, einmal um die Welt geschippert. Ein Jota Bewegung an den entscheidenden Reglern, und die Rechnung geht nicht mehr auf.

Es gibt viel neu aufzubauen in dieser neuen, wieder kleineren Welt! Das gibt Perspektiven noch und nöcher! Allein die brachliegende Landwirtschaft, Bergbau, Industrieprod. in Mitteleuropa! Gebs Gott, dass das halbwegs schonend verläuft, aber ich bin guter Dinge. Wir sind aktuell tief drinnen im Umbruch, aber vieles Regionale RENTIERT sich schon längst wieder. Ich will nur die Apokalyptiker warnen, die an den perfekten Hedge glauben. Der ist nicht möglich und auch nicht nötig.

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Steinbock setzt wieder Grenzen

kicker @, Donnerstag, 31.01.2008, 07:27 (vor 6570 Tagen) @ Taktiker

Die Globalisierung wird sich erledigen mit steigenden Transaktionskosten.

schön gesagt, Taktiker
das Paradigma hat sich mit Jupiter, Pluto in Steinbock bereits geändert,
mit Steinbock, Saturn wird die euphorische Claudia-Roth-haltung
durch "Mir san mir"- ersetzt.
Pluto bleibt über 10 Jahre in Steinbock,
damit ist Deine Beobachtung langfristig manifest.

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