Der weltgrößte Carry-Trader kriegt zunehmend Probleme ...
Hi,
netter Artikel in der FT heute über die zunehmenden Troubles der VR China mit ihrer eigenen Version des Carry-Trades.
Bekanntlich kauft die People's Bank of China (PBoC) alles, was da an Devisen (vornehmlich USD) ins Land kommt, gegen renminbi auf. Weil aber massig Dollars ins Land kommen, demnach also massig renminbi unters Volk gebracht werden müssen und so die Inflation fröhliche Urständ' feiern könnte, "sterilisiert" China diese Dollar-gegen-renminbi-Käufe, indem es hernach mittelfristige Anleihen in renminbi begibt und somit wieder renminbi aus dem Verkehr holt. Unterm Strich macht es somit nichts anderes, als sich in renminbi zu verschulden, um in Dollar zu investieren. Was man mit fug und recht als China's Beitrag zum "Carry-Trade" bezeichnen könnte.
Das fanden die Chinesen auch lange Zeit super, solange nämlich die Zinsen auf ihre USD-Investments höher waren, als die, die sie selbst auf die renminbi-Anleihen bezahlen mußten. Nur dummerweise, nach Herrn Bernanke's diversen Brachialaktionen der letzten Wochen, stellen die Chinesen nunmehr fest, dass sie mittlerweile im Durchschnitt 250bp höhere Zinsen selbst auf die renminbi-Anleihen bezahlen, als sie auf ihre USD-Anlagen lukrieren. Und da in China bekanntlich alles nicht nur größer, sondern VIEL größer ist, belaufen sich die dadurch entstehenden Verluste auf mittlerweile 4Mrd USD ... pro Monat!
Nun, wenn man über 1000 Mrd $ auf der hohen Kante hat, dann lässt einen das natürlich nicht gleich verzweifeln, aber irgendwie ärgerlich ist es ja doch. Sind immerhin 4 Mrd, das ist auch in China immer noch eine Menge Holz, die will man nicht so einfach jeden Monat durch den Gulli jagen. Also werden die wohl über kurz oder lang irgendwas tun. Frage ist was ?
