Wieder mal Spezialisten gefragt @dottore, @DT, @weissgarnix usw.
Komplizierte, und äußerst ungewöhnliche Frage:
Achtung: KEIN FASCHINGSSCHERZ.
Könnte es möglich sein, nach einem Finanz- und Bankencrash, verursacht durch a) mangelnde (systemisch verursachte) Liquidität aller Banken und ZB`s, und b) völligen Verlust der Glaubwürdigkeit des Systems...
.. ein alternatives System zu schaffen, wo nur mehr der AKTIEN- & Anleihensektor aufrecht erhalten bleibt! Also: Wo derjenige, der zu seinem Ersparten will, in Aktien oder Wertpapiere tauschen muss, bzw. wo auch der Zahlungsverkehr, selbst der Kauf von Äpfel oder Kartoffel beim Supermarkt, nur DANN funzt, wenn du den Gegenwert als Aktien oder Wertpapiere gebucht hast, und zwar nachweislich (Kreditkarte oder Bankomat-Karte sonst ungültig etc.)
Ich frage das deshalb, weil ich mir vorstellen könnte, dass damit 4 Fliegen auf einen Schlag vom Tisch wären: a) der Run auf die Banken um Erspartes abzuheben, b) die Flucht in Gold und andere Edelmetalle (würde dann nirgends angenommen..) c) der Zwang der betroffenen Notenbanken, die Zinsen auf das Zehnfache zu erhöhen..., und d) Liquiditätskrise bei (zumindest) den GlobalPlayern, sodass die Grundversorgung gefährdet wäre ...
Dann noch eine "ärgere" Frage (sic) :
Könnte es denkbar sein, dass die gesamte Abwicklung des Zahlungsverkehrs dann ab sofort nicht mehr über die Banken, sondern über die an der Börse notierten Unternehmen (an eigenen von ihnen eingerichteten Geschäftsstellen)
erfolgt ... weil das ja dann der einzige noch funktionierende Sektor wäre, dem eine "Glaubwürdigkeit" zugeschrieben würde...
Njet
Andree
, Freitag, 01.02.2008, 07:15 (vor 6568 Tagen) @ sensortimecom
Anleihen des Staates wird es nicht mehr geben, wenn das System weg ist.
Tauschmittel wird alles sein, was begehrt wird.
Geld ist ex definitione das Mitel mit dem man Steuern bezahlt (gesetzliches Zahlungsmittel) . Wenn kein Staat mehr, dann ist das Geld, auch das Buchgeld nix wert. Alle Banken platt. Danach darf schön neu spekuliert werden, wann sich eine neue Macht bildet und neue Steuern und ges. Zahlungsmittel kommen.
Die Zeit dürfte nicht allzulange sein und dass dazwischen funktionierende Börsen existieren sollten, ist gewiss ein Traum ohne Substanz.
Besser Fastnacht weiter feiern !
A.
Das System muss aber nicht gleich weg sein. Darum gehts.
sensortimecom
, Freitag, 01.02.2008, 08:41 (vor 6568 Tagen) @ Andree
Anleihen des Staates wird es nicht mehr geben, wenn das System weg ist.
Tauschmittel wird alles sein, was begehrt wird.
Geld ist ex definitione das Mitel mit dem man Steuern bezahlt
(gesetzliches Zahlungsmittel) . Wenn kein Staat mehr, dann ist das Geld,
auch das Buchgeld nix wert. Alle Banken platt. Danach darf schön neu
spekuliert werden, wann sich eine neue Macht bildet und neue Steuern und
ges. Zahlungsmittel kommen.
Die Zeit dürfte nicht allzulange sein und dass dazwischen funktionierende
Börsen existieren sollten, ist gewiss ein Traum ohne Substanz.
Besser Fastnacht weiter feiern !
A.
Hallo.
Grundsätzlich alles klar. Aber ich gehe davon aus, dass der "Staat" auch in einem solchen Extremfall (Zusammenbruch der Banken, des Debitismus) nicht gleich weg vom Fenster ist.
Worum gehts mir? Ich stelle fest, dass nur zwei "Glaubwürdige" übrig beiben (eine zeitlang):
1) Die bewaffnete Macht (das "kann" der Staat sein, muss es aber nicht; könnte auch ein mafiöses Konstrukt oder was immer sein)
2) Die besagten Global Player als Großproduzenten, die zur Aufrechterhaltung von Mindest-Lebensstandards unerläslich sind, und wo, wegen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmer-Vertreter, die dort tätig sind, noch was in geregelten Bahnen abläuft.
Da die anderen Sektoren (Banken, Versicherungswesen, Investmentwesen, Immobiliensektor etc.) KEINE Glaubwürdigkeit mehr hat, MUSS sich das Verrechnungs- und Finanzgeschehen auf diese 2 Sektoren verlagern.
Könnte mir vorstellen, dass nach einem Börsen-Totalcrash nur die Einlagen bis zur Einlagensicherung ausbezahlt werden, und die Banken anschließend (da ja pleite und von den ZB`s wegen Hyper-Infla-Gefahr nicht mehr bedienbar) ZU BLEIBEN (MÜSSEN). Ergo: Der Staat (der ja noch besteht wenns passiert) kann NUR NOCH VON DEN sog. "GlobalPlayers" gerettet werden (auch die von mir beschriebene Art - vielleicht übernehmen sie die Bankgebäude, wer weiß..). Ansonsten bliebe nur noch die "bewaffnete Macht" allein übrig, was einen Zustand wie unter Pol Pot hervorrufen müsste.;-(
Grundsätzlich....
XERXES, Freitag, 01.02.2008, 07:48 (vor 6568 Tagen) @ sensortimecom
ist es eine US-Krise. Das Land lebt seit über 20 Jahren über seine Verhältnisse. Betreibt über die Medien, Investmentbanken, IWF, Ratingagenturen, manipulation der Statistike,ect. ein super Marketing. Dummerweise wird dies von der internationalen Politik, insbesondere unserer sogar noch unterstützt.
Zur Globalen Krise wurde die Kiste erst dadurch, dass die anderen Volkswirtschaften diesen US-Blödsinn finanziert haben und nun erkennen müssen, dass ihre Forderungen uneinbringlich sind.
Zigmilliarden asiatischen und europäischen Investitionskapitals wurden unter vorspielung falscher Tatsachen in die USA gepummt und damit schlichtweg verbrannt.
Warenbezugsgeld
weissgarnix
, Freitag, 01.02.2008, 08:35 (vor 6568 Tagen) @ sensortimecom
Könnte es möglich sein, nach einem Finanz- und Bankencrash, verursacht
durch a) mangelnde (systemisch verursachte) Liquidität aller Banken und
ZB`s, und b) völligen Verlust der Glaubwürdigkeit des Systems..... ein alternatives System zu schaffen, wo nur mehr der AKTIEN- &
Anleihensektor aufrecht erhalten bleibt! Also: Wo derjenige, der zu seinem
Ersparten will, in Aktien oder Wertpapiere tauschen muss, bzw. wo auch der
Zahlungsverkehr, selbst der Kauf von Äpfel oder Kartoffel beim Supermarkt,
nur DANN funzt, wenn du den Gegenwert als Aktien oder Wertpapiere gebucht
hast, und zwar nachweislich (Kreditkarte oder Bankomat-Karte sonst
ungültig etc.)
Stellen wir uns das zur Vereinfachung in extremis vor: 1 einzige AG, die das gesamte BIP einer VoWi auf sich vereinigt, d.h. die alles produziert und alles kauft und bei der alle arbeiten und Einkommen (in Form von Aktien) beziehen.
Dann wird schnell klar, dass ein derartiges "Aktiengeld" nichts anderes ist als das verbriefte Recht auf einen bestimmten Anteil am BIP. Es ist also ein Warenbezugsschein. Ob nun über 1 AG oder 5000 AGs verteilt, macht im Prinzip keinen Unterschied.
In der Praxis wird so ein System a) sehr schwer zu handeln sein und b) keinerlei Schutz vor Inflation oder Deflation bieten. Um das zu verhindern, müßtest du schon echte Warenbezugsschein ausgeben, bei denen jedem Schein ein ganz bestimmtes Gut in Art und Menge zugeordnet ist.
Ich sehe das daher eher nicht.
Könnte es denkbar sein, dass die gesamte Abwicklung des Zahlungsverkehrs
dann ab sofort nicht mehr über die Banken, sondern über die an der Börse
notierten Unternehmen (an eigenen von ihnen eingerichteten
Geschäftsstellen)
erfolgt ... weil das ja dann der einzige noch funktionierende Sektor wäre,
dem eine "Glaubwürdigkeit" zugeschrieben würde...
Das könnte dann sehr wohl dann so sein, weil es in Zeiten von realtime-Überweisungssystemen ohne Clearing eigentlich wirklich keine Banken mehr braucht (vgl. zB Paypal, LH Miles and More). Die Banken kämen aber dann wieder ins Spiel, wenn du neben deinem "Aktiengeld" noch ein weiteres, "offizielles" Geld hättest, in das zwangsweise für irgendwelche Zwecke (Abgaben!) ab und an gewechselt werden muß.
Hier käme auch das Freigeld-Modell ins Spiel
sensortimecom
, Freitag, 01.02.2008, 08:52 (vor 6568 Tagen) @ weissgarnix
Das könnte dann sehr wohl dann so sein, weil es in Zeiten von
realtime-Überweisungssystemen ohne Clearing eigentlich wirklich keine
Banken mehr braucht (vgl. zB Paypal, LH Miles and More). Die Banken kämen
aber dann wieder ins Spiel, wenn du neben deinem "Aktiengeld" noch ein
weiteres, "offizielles" Geld hättest, in das zwangsweise für irgendwelche
Zwecke (Abgaben!) ab und an gewechselt werden muß.
Womit wir beim Hannich`schen Freigeld-Modell angelangt sind
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Konkret:
Ein solchen System könnte sich auf 2 Modelle stützen,
a) die an der Börse notierten GlobalPlayer (zumeist Produzenten und Erhalter von Mindest-Lebensstandards, s. auch meine Antwort auf @Andre)
und
b) Nicht-börsennotierte KMU`s und Freischaffende etc., die dann entweder sich den GlobalPlayers anschließen (übernommen werden) oder an die Börse gehen (?) oder FREIGELD nach Hannich ausgeben (in der Hoffnung dass es akzeptiert wird).
Den Staat bzw. irgendein Gemeinwesen gibts dann auch noch weiter, weil er seine Glaubwürdigkeit kraft der BEWAFFNUNG aufrecht erhalten kann, ergo kann er auch Wertpapiere ausgeben und sich finanzieren.
Warum so kompliziert ?
weissgarnix
, Samstag, 02.02.2008, 08:10 (vor 6567 Tagen) @ sensortimecom
Womit wir beim Hannich`schen Freigeld-Modell angelangt sind
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Ein solchen System könnte sich auf 2 Modelle stützen,
a) die an der Börse notierten GlobalPlayer (zumeist Produzenten und
Erhalter von Mindest-Lebensstandards, s. auch meine Antwort auf @Andre)
und
b) Nicht-börsennotierte KMU`s und Freischaffende etc., die dann entweder
sich den GlobalPlayers anschließen (übernommen werden) oder an die Börse
gehen (?) oder FREIGELD nach Hannich ausgeben (in der Hoffnung dass es
akzeptiert wird).
Ich kenne das Hannich'sche Freigeldmodell nicht, aber tendenziell würde ich sagen: warum so kompliziert ? - In einem hermetisch geschlossenem System kannst du das mit allem möglichen so treiben, da brauchts kein kompliziertes System von Aktien. Kauri-Muscheln und Glasperlen böten sich an, oder Papierschnipsel, oder Plastik-Chips, ...
Den Staat bzw. irgendein Gemeinwesen gibts dann auch noch weiter, weil er
seine Glaubwürdigkeit kraft der BEWAFFNUNG aufrecht erhalten kann, ergo
kann er auch Wertpapiere ausgeben und sich finanzieren.
Wenn der Staat dein o.g. Medium (bzw. in deinem Aktien-Modell die Aktien) für seine Zwecke (Abgaben, Außenwirtschaft) akzeptiert, dann ist alles easy. Wenn es jedoch an irgendeiner Stelle den Zwang gibt, dein "geschlossenes System" zu verlassen, dann wird das so nicht funktionieren. Kein Freigeldsystem funktioniert deshalb auch über einen längeren Zeitraum.
Es ginge auch noch anders weiter;-)
sensortimecom
, Montag, 04.02.2008, 10:35 (vor 6565 Tagen) @ weissgarnix
Den Staat bzw. irgendein Gemeinwesen gibts dann auch noch weiter, weil
er
seine Glaubwürdigkeit kraft der BEWAFFNUNG aufrecht erhalten kann, ergo
kann er auch Wertpapiere ausgeben und sich finanzieren.
Wenn der Staat dein o.g. Medium (bzw. in deinem Aktien-Modell die Aktien)
für seine Zwecke (Abgaben, Außenwirtschaft) akzeptiert, dann ist alles
easy. Wenn es jedoch an irgendeiner Stelle den Zwang gibt, dein
"geschlossenes System" zu verlassen, dann wird das so nicht funktionieren.
Kein Freigeldsystem funktioniert deshalb auch über einen längeren Zeitraum.
Es ginge natürlich auch noch anders: Der Staat gibt seine - eh schon auf Nachtwächter- und Schuldentilgungsinstrument - geschrumpften Aufgaben mangels Ressourcen auf, und überträgt sie auf besagte GlobalPlayers und Hedge-Fonds. Dann müssen die natürlich auch durch Übernahme der bewaffneten Gewalt für den Schutz der Bevölkerung sorgen, die (inzwischen ins Extreme) gesteigerte Kriminalität eindämmen, Steuern und Abgaben eintreiben, die Medien, die Schulen, die Exekutive, die Gerichtsbarkeit übernehmen usw.
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Investivlöhne
Erbsenleser, Freitag, 01.02.2008, 16:51 (vor 6568 Tagen) @ sensortimecom
Hallo!
Was mich in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist das Vorhaben, Investivlöhne einzuführen. Ein Teil des Lohns in Fonds anzulegen, vielleicht auch die Altersvorsorge -lange Laufzeiten. Die Leute merken erst in 30 – 40 Jahren, ob sich die Investition gelohnt hat.
Flächendeckend in Europa oder gar weltweit per Gesetz eingeführt – und schon ist der ganze Schlamassel auf viele Schultern verteilt. Sollte nicht auch für die gesetzlichen Krankenkassen ein „Fond“ geschaffen werden?
Mit der richtigen Werbung können die Leute sicher überzeugt werden?
