Tageskommentar www.michaelwinkler.de
3. Februar 2008
Weil ihr das so gut gemacht habt, in Afghanistan, dürft ihr Deutschen jetzt gerne in andere Gebiete einrücken, schreibt uns der NATO-Generalsekretär. Äh, na ja... Unter einer Belohnung für gute Arbeit habe ich mir immer etwas anderes vorgestellt. Das kling so ein wenig wie "am deutschen Wesen soll die Welt genesen". Nur sagt das diesmal kein deutscher Kaiser, sondern irgendwelche Ausländer.
Ich weiß nicht... Die Chance hatten die Herrschaften ja schon zweimal, als sie uns 1914 und 1939 in zwei Weltkriege gedrängt haben. Da hätten wir alles gtan, man hätte uns nur gewinnen lassen müssen. Heute wollen wir nicht mehr. Wozu redet man uns seit über 60 Jahren ein, daß es ganz furchtbar böse ist, wenn deutsche Truppen die Welt neu ordnen wollen? Nachdem wir den Afghanen jetzt ein paar Jahre vorgeführt haben, wie man Müll trennt, sollten wir da jetzt abziehen. Wir haben am Hundukusch nichts verloren - von bislang 20 Toten abgesehen. Es müssen nicht noch mehr werden - Wenn die Kanadier abziehen können, können wir das auch.
Gut, die Kanzlerin wird das anders sehen, die lacht immer so schadenfroh, wenn sie deutsche Truppen in Kriegseinsätze schickt. Es geht schließlich um das heilige Existenzrecht des heiligen Israels, das unsere amerikanischen Freunde beschützen müssen. Dafür brauchen die ein paar Kampftruppen, die noch in Afghanistan festsitzen. Es gibt natürlich noch einen interessanten Aspekt. Hätten die Amis schon in Vietnam ihre Vasallen reingeschickt, um selbst in Ruhe abzuhauen, wüßte heute kein Mensch, daß die USA dort geschlagen worden sind. Die Amis können doch nichts dafür, wenn die blöden Deutschen von den Taliban den Arsch aufgerissen bekommen?
Deshalb wird die Kanzlerin ja auch bald entscheiden, daß wir unseren amerikanischen Freunden helfen müssen. Spätestens wenn eine gewisse Charlotte Knobloch darauf hinweist, daß es unsere Verantwortung für Israel erfordert, in Afghanistan irgendwelche Taliban umzunieten, die eigentlich weder etwas von Deutschland noch von Israel wollen, sondern ganz zufrieden wären, im eigenen Land ungestört ihren religiösen Vorstellungen nachgehen zu können. Wie damals, bevor die Amerikaner mit den Bombardierungen angefangen haben.
In der Türkei gab es auch religiöse Proteste. Oder sind das antireligiöse Proteste? Jedenfalls geht es darum, daß die Regierung das in der Verfassung verankerte Kopftuchverbot an Universitäten aufheben möchte und die Türken dagegen sind. Schließlich ist die Türkei ein weltlicher Staat und da hätten Kopftücher nichts in Universitäten zu suchen. Aber es ginge doch viel einfacher. Wer Kopftuch oder Burka oder Turban tragen möchte, soll einfach in Deutschland studieren. Wir sind schließlich ein toleranter islamischer Staat, wir akzeptieren solche religiösen Symbole.
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