Hypothese zum Hypotheken Bail-Out
Die Einschätzungen zur Grössenordnung der Subprime/Hypothekenabschreibungen sind unterschiedlich.
Herr Bernanke meinte Anfang Januar 2008
Quelle: http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/356216/index.do
Die US-Notenbank schließt hunderte Milliarden Dollar weiterer Verluste bei Finanzinstituten nicht aus und zeichnet ein düsteres Bild für die US-Wirtschaft. Die Abschreibungen infolge der Subprime-Krise könnten mehrere hundert Milliarden erreichen.
Die Marke von einer halben Billion Dollar Verluste werde zwar nicht überschritten, sagte Fed-Chef Ben Bernanke am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Kongresses. "Ich sehe bisher etwa 100 Milliarden Dollar Verluste, aber es könnte zweifellos ein Mehrfaches davon geben, wenn in der nächsten Zeit die Zahl der Zahlungsunfähigen und der Zwangsvollstreckungen steigt", sagte der Fed-Chef.
Die Bank Wegelin ermittelt auf Basis der Angaben des IMF das Subprime Ausfallrisiko auf ca, 1000 bis 2000 Mia. USD.
Hier ein Auszug
Während Jahren betrug der Anteil der Hypothekenvergabe
für qualitativ fragwürdige Objekte
zehn, vielleicht fünfzehn Prozent des gesamten
amerikanischen Hypothekargeschäfts. Ab 2003
begann der Anteil sowohl absolut als auch
relativ – im Vergleich zum Anteil von Hypotheken
für sogenannte Prime-Objekte – zu steigen.
2006 machte er fast 50 Prozent des gesamten Geschäfts
aus. Die Grössenordnung des Problems
liegt, mit diesem Massstab gemessen, also bei
ungefähr 1000 bis 2000 Milliarden Dollar, die sich
teilweise in Luft aufgelöst haben dürften und,
soweit es nicht bereits erfolgt ist, aus aufgeblasenen
Buchhaltungen verschwinden müssen.
Quelle: http://www.wegelin.ch/pub/commentary.asp (Kommentar Nr. 254)
Eine Einschätzung zum potenziellen Ausfallrisiko habe ich bereits im August 2007 abgegeben und beziffere das Ausfallrisiko auf 3000 bis 4000 Mia. USD.
Link
Dabei beziehe ich nicht nur die so genannten Subprime Kredite mit ein, sondern das Ausfallrisiko aller „Nicht Prime“ Schuldner.
Denn sinken die Häuserpreise weiter, vergrössert sich die Risikogemeinde und das Risikopotenzial zwangsläufig, insbesondere dann, wenn die Geschäftsbanken gehalten sind, von ihren Schuldnern Einschüsse zu verlangen, weil die Verschuldung den Markwert der Liegenschaften übersteigt. Hier liegt das Hauptproblem nicht bei den (ausbleibenden) Zinszahlungen, sondern in der konsequenten Umsetzung (zynisch, aber wahr) des üblichen Risikomanagements.
Unter der derzeitigen Entwicklung muss folgendes festgehalten werden:
Das Ausfallrisiko allein im Hypothekenmarktgeschäft der USA muss realistischerweise auf zwischen 2000 bis 4000 Mia. (unsere) USD beziffert werden.
Einige Banken werden davon stärker und existenzbedrohend davon betroffen sein.
Unter allen Umständen sind Bankrotte bedeutender Geschäftsbanken zu vermeiden.
Warum?
Das Vertrauen des kleinen Mannes auf der Strasse ist (berechtigterweise) derart erschüttert, dass es nur wenig braucht, bis er als Gläubiger sein Lohnkonto, seine Sparkonto, etc. bei den Banken auflöst. Tritt diese Problem schlagartig auf, wird Cash im Nu zur Mangelware und im Nu sind es dann die Geschäftsbanken, welche gewährte Kredite (Konsum, Kontokorren, Geschäftskredite; Lombardkredite etc etc) kündigen und innert kürzester Frist Rückzahlung der Kredite gewähren.
Damit wäre der Einsturz der Kreditpyramide unvermeidlich.
Das gilt es zu vermeiden, denn die Folgen sind nicht abschätzbar. Es droht immenser Schaden.
Will man das vermeiden, erfordert das Massnahmen, mit den wesentlichsten Zielen:
1. Es dürften keine bedeutenden Geschäftsbanken bankrott gehen.
2. Der Preisrückgang der Häuserpreise muss verlangsamt/gestoppt
3. Die Hypothekenzinsausfälle sollen verträglich gehalten werden
4. Wenn die Bilanzierungsregeln der Geschäftsbanken gleich bleiben, müssen die kritischen Kredite aus den Geschäftsbanken herausoperiert werden.
Den ersten Punkt kann die Regierung der USA jederzeit sicherstellen, wenn sie will (Gratis Geld Aussage Bernanke)
Der zweite Punkt ist nur bedingt steuerbar; die Nachfrageseite reagiert zögerlich/nur schwerfällig: Hingegen können weitere Zwangsliquidationen der Hypotheken vermieden werden, wenn es sein muss und die GB das wollen (damit wird die US Regierung allerdings auch erpressbar).
Der dritte Punkt ist in Bearbeitung (Zinssenkungen).
Der vierte Punkt ist absehbar:
Ich komme zum Schluss, dass ein Hypotheken-Bail out unabdingbar geworden ist. Wie das vonstatten geht, ist schwierig einzuschätzen. Einen Vorteil hat die Verbriefungschose allerdings schon. Die schlechtesten aller schlechten Risiken sind klumpenweise vorhanden und leichter heraus zu operieren. Das kann also sehr rasch vonstatten gehen. Damit ist das Problem bei den GB nicht mehr akut.
Nehmen wir an, der Staat USA gründet dafür den Superfond mit 1000 Mia. USD -geschickterweise haben die US Banken zumindest einen Teil der Bail-Out Summen bereits exportiert-
und vereinbart mit den GB Stundung der Schulden o.ä. über die nächsten 20 Jahre, so ist eine Lösung auf dieser Ebene nicht undenkbar.
Mit einer solchen Lösung wird noch etwas anderes vermieden. Die schädlichen FED Spritzen mit ungeheurem Inflationspotenzial müssen/werden entfallen. Es kann nicht sein, einen ganzen Körper bis zum geht nicht mehr zu medikamentieren, wenn nur einzelne Organe befallen sind.
Letztlich kann es nämlich nicht im Interesse sein, dass die USA einen superschwachen $ heraninflationieren, mit dem die halbe Welt zu Spottpreisen an US Unternehmen aufkaufen könnte. Dafür sind die US Verantwortlichen zu sehr Patrioten und realistisch genüg.
Ich komme daher zum Schluss, dass ein Bail-Out auch zeitlich gesehen immer näher rückt und die USA uns noch überraschen werden.
Mit Gruss
Jacques
gesamter Thread:
- Hypothese zum Hypotheken Bail-Out -
Jacques,
06.02.2008, 07:05
- Die USA als Spender für das alte Europa, wie schön. -
prinz_eisenherz,
06.02.2008, 08:57
- Frage zu Deinem Artikel wg. Kauf der Hypothekenpakete -
Max Risk,
06.02.2008, 09:24
- Ja, aber... -
prinz_eisenherz,
06.02.2008, 10:20
- Danke für die Antwort ! Wegen der Klagen meinte ich u. a. einen SPON-Artikel - Max Risk, 06.02.2008, 10:37
- Ja, aber... -
prinz_eisenherz,
06.02.2008, 10:20
- Frage zu Deinem Artikel wg. Kauf der Hypothekenpakete -
Max Risk,
06.02.2008, 09:24
- Die USA als Spender für das alte Europa, wie schön. -
prinz_eisenherz,
06.02.2008, 08:57
