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@eike

weissgarnix @, Mittwoch, 06.02.2008, 07:19 (vor 6564 Tagen) @ Eike

wird denn eigentlich nicht das Währungssystem durch die Carry Trades, mit
denen das Kapital zur Stützung der Aktienmärkte beschafft wird,
destabilisiert, indem die Währungen die hierzu benutzt werden ausgehöhlt
werden?!?

Eike,

das ist immer eine Frage des Standpunktes. "Destabilisation" heisst ja, etwas wird aus einem Zustand der "Stabilität" herausgerissen. Und einen solchen Zustand gibt's vermutlich eh nicht, zumindest keinen, auf den sich die Weisen dieser Welt eindeutig einigen könnten. Nach den gängigen Ansätzen (handelsgewichtet, purchasing-power-parities) ist der Yen jedenfalls unterbewertet. Fragst du hingegen die BoJ oder das MoF in Japan, werden dir die sagen, nööö alles supie so.

Klar ist, dass langfristig die Konstellation im Yen, die bis vor kurzem auf der globalen Börsenpartie für den Nachschub an hochprozentigen Drinks sorgte, eine Anomalie darstellt, sowohl aus finanz-als auch realwirtschaftlicher Sicht.

Der Grund, warum in Japan die Dinge offensichtlich eine gewisse Eigendynamik erfahren haben, ist vermutlich bei den dortigen Behörden und Zentralbänkern selbst zu suchen. Deren Devisenmarktinterventionen zur Schwächung des Yen und damit zur Ankurbelung der Exportwirtschaft gaben nämlich, im Tandem mit den ohnehin niedrigen Zinsen im Yen, den Anstoß für das ganze. Mit anderen Worten, alles, was an Dollar oder Euro rein kam, wurde von der BoJ gegen Yen aufgekauft, und damit die Yen-Geldmenge künstlich hochgehalten. Die BoJ behauptet zwar, sie hätte diese Interventionen "sterilisiert", d.h. die überschüssigen Yen hernach aus dem Verkehr gezogen, aber man kann bezweifeln, ob und wenn ja in welchem Ausmaß das geschah. Den Offiziellen in Japan ist der niedrige Yen natürlich mehr als recht, weil er die Exporte aus Japan begünstigt und die Importe verteuert. Würde der Yen plötzlich ansteigen, würde die japanische Wirtschaft vermutlich wieder in die Deflation stürzen, was zumindest die Japaner nicht wirklich gut fänden.

Und hier ist genau der springende Punkt der ganzen Carry-Geschichte: es erscheint mir in höchstem Maße unwahrscheinlich, dass die "Finanziers" (sprich die Japaner) was an der aktuellen Konstellation ändern wollen. Es könnte aber, zumal im aktuellen Umfeld eines "Credit Crunch", ganz massiven Druck auf die "Investoren" (sprich die, die sich in Yen verschuldet haben, um sonst was damit zu kaufen) geben, sich von diesen assets wieder zu trennen und frei werdende Gelder in ihre eigene Heimatwährung (Dollar, Euro) zu repatriieren, weil sie in dieser Währung anderweitig Schulden tilgen müssen. Empirisch gesehen gilt hier unbedingt der Satz "Investors sell what they can, not what they should" ... wenn also ein Hedge Fonds zB eine komplexe USD-Konstruktion am laufen hat, die nicht liquide ist, aus der er also nicht schnell rauskommt, zusätzlich aber auch irgendwelche neuseeländischen Staatsanleihen gegen Yen gekauft hat, die sehr liquide sind, und der plötzlich Geld in Dollar benötigt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass er die NZD-Bonds verkauft (und mit ihr den Yen), um damit seine Schulden zu tilgen.

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  • Carry Trading (mT) - Eike, 06.02.2008, 05:12 [*]
    • Nicht verzagen, @Elli & @weissgarnix fragen;-) (oT) [ [ kein Text ] ] - sensortimecom, 06.02.2008, 06:01
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    • .. auch eine Art von Carry Trade :-) - Max Risk, 06.02.2008, 12:28

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