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Danke, wirklich hervorragendes Buch!

dottore @, Sonntag, 24.02.2008, 09:25 (vor 6548 Tagen) @ weissgarnix

Hi weissgarnix,

in der Tat, das Buch ist exzellent. Es räumt mit allem auf, was so als Depressionserklärung bzw. –remedien aufgetischt wurde (Friedman, Bernanke, Anti-GSler, etc.). Der „vergessene Mann“ ist jener, zuungunsten dessen sich andere einigen, ohne selbst von dieser Maßnahme betroffen zu sein. Nur ein Beispiel von heute: Politiker fahren Dienstwagen, die zu Nettopreisen betankt werden, beschließen aber höhere Steuern für die Autonutzer im Rest des Landes. Oder: Sie zahlen nichts für ihre Altersversorgung ein, lassen aber die Beschäftigten entsprechend bluten. Weitere Beispiele gibt’s genug.

Den „vergessenen Mann“ hatte übrigens der Yale-Soziologe Sumner um 1900 in die Diskussion eingeführt. Ursprünglich stammt die Idee vom Franzosen Bastiat, der schon ca. 60 Jahre davor über die „Dinge“ geschrieben hat, die „man sieht“ und die man „nicht sieht“ (sein berühmtes Beispiel mit dem Zoll auf flämische, billigere Erze).

Einige erzliberale Ökonomen haben das dann in ihren Werken weitergedacht und –verwendet (z.B. Hazlitt in seiner „Economics in One Lesson“ sowie die Mises-Companeros).

Zu Shlaes ist anzumerken, dass der ganze „New Deal“ von FDR eigentlich nichts anderem diente, als das Elend zu verlängern statt es abzukürzen. Dazu gehörten u.a.:

- Indirekte Steuereinführungen bzw. –erhöhungen, was die Kaufkraft der breiten Bevölkerung massiv minderte (der übliche Umweg über die Regierung als „Marktersatz“ oder: Der Staat weiß immer am Besten, wie mit dem Geld seiner Untertanen zu verfahren ist). Überhaupt hatten sich die Bundessteuern in den USA zwischen 1933 und 1940 fast vervierfacht.

- Allgemeine Anti-Unternehmer-Haltung („economic dictators“, „privileged princes“). Dazu mehr als 100 Antitrustverfahren, die fast alle für den Ofen waren. Andererseits ca. 700 Zwangs-Kartellierungen. Dagegen wiederum so Sachen wie ein Anti-Chain Store Act 1936, was die günstigere Beschaffung über über größere Chargen verunmöglichte.

- Die bekannte Mindestlohngesetzgebung, die Einstellungen erschwerten, neue Lohnsteuern sowie Forcierung der Gewerkschaftsbewegung. Was bekanntlich zu nichts führt, weshalb auch im „New Deal“ die Alo-Quote durchgehend bei ca. 17 % lag.

- Statt das Nahrungsmittelangebot (viele hungerten) zu maximieren, gab es Farm-Subventionen, so Ackerland untergepflügt und Tiere ins Schlachthaus getrieben wurden, um das Angebot künstlich zu „verknappen“.

- Anti-Bankengesetze, die verhinderten, dass die Geldhäuser diversifizieren konnten. Notabene: In Kanada, welches solche Mätzchen während der Großen Krise(n) nicht mitmachte, ging keine einzige Bank unter.

Das Buch ist ein Must-Read mit fundierten und massierten Details. Ich glaube, man wird auf eine deutsche Übersetzung lange warten. Denn der aktuelle Trend in diesem Lande geht just in FDRs Richtun: Die ganze nicht-politische "Klasse" ist der Vergessene Mann (Frau).

Das nur als kurzer Dank für den Hinweis + Gruß!

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  • Buchempfehlung: "The forgotten man - A new History of the Great Depression" von Amity Shlaes - weissgarnix, 23.02.2008, 06:11 [*]
    • Buchempfehlung - Zandow, 23.02.2008, 06:30
    • Vielleicht sollte wgn die Zusammenfassung gegen Geld dem Dobeli anbieten ... - LenzHannover, 23.02.2008, 16:52
    • Schwachmatismus - Tassie Devil, 24.02.2008, 03:26
    • New Deal / Aktienkurse - Elli, 24.02.2008, 08:26
    • Danke, wirklich hervorragendes Buch! - dottore, 24.02.2008, 09:25
      • Die ersten 100 Seiten habe ich jetzt ... - weissgarnix, 24.02.2008, 09:54
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      • Andere empfehlenswerte Literatur? - fridolin, 24.02.2008, 11:51

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