@nereus
Den, diesen tollwütigen Finanzmarkt, hätte sich der Staat längst greifen
müssen, denn der hat mit seinen absurden Kreditblasen und
Finanzinstrumenten nur noch Chaos zurückgelassen.
Richtig. Aber in einer Rezession, womöglich noch in einer deflationären, würde ich den Finanzmarkt nicht angreifen wollen, von ein paar grundlegenden Weichenstellungen mal abgesehen. Das mag man aus "übergeordneten" Überlegungen befürworten oder nicht, aber in einem solchen Szenario, wie dem von mir beschriebenen, wäre das Timing auf jeden Fall sehr, sehr kontraproduktiv ...
Wenn ich mangels Bewegung einen Herzinfarkt erleide, dann mag die Diagnose stimmen, dass ich mehr Sport hätte treiben sollen und zukünftig treiben sollte ... ich sollte aber definitiv nicht aus meinem Bett in der Intensivstation aufstehen und eine Runde ums Krankenhaus joggen ... klar, was gemeint ist?
Die enorme Staatsverschuldung gehört zweifellos dazu, aber die endlose
Gier nach turmhohen Renditen hat jede Vorsicht fahren lassen.
Gekauft. Mein Punkt ist ja nicht, dass es Crashs gibt (an dem 1929 Crash waren die Politiker gänzlich unschuldig, die Staatsverschuldung ditto), sondern dass die "guten Absichten" der Politik danach nur noch alles verschlimmern, wie sich ja gerade in den USA in den 30ern deutlich gezeigt hat. So blöd das klingen mag (stammt nicht von mir, sondern vom damaligen US Finanzminister Mellon), das beste nach so einer Krise wäre es wohl, die Märkte sich auskotzen und den Boden finden zu lassen, von wo aus man wieder durchstarten kann. Das klingt zwar tendenziell unschön, weil nach vielen (lese: sehr vielen) Arbeitslosen und anderen unschönen Dingen, aber alles andere sind nur wieder temporärer Placebos.
Junk-Bonds, Hedge-Fonds usw., was ist denn das alles unterm Strich?
Das ist nichtangeschnalltes Fahren eines TÜV-überfälligen bis an die
Grenze getunten Autos ohne Licht auf nebliger Straße bei Tempo 248 km/h.
Ich nannte es hier kürzlich die "letzten Zuckungen" des Kapitalismus. Ich denke, wir meinen beide das gleiche. Ich glaube nur, das läßt sich im Grunde auch nicht verhindern, sondern nur die Fallhöhe läßt sich variieren.
Nein, diesem über Jahrzehnte gedulteten Irrsin würde ich keine Träne
nachweinen, auch wenn die jetztigen Eingriffe offenbar viel zu spät
kommen.
So weit ging mein Beitrag noch nicht mal. Vielleicht kommt auch schlicht gar nix "danach", wer weiss ... "weitere 500 Jahre finsterstes, ökonomisches Mittelalter" nannte es mal einer, dessen Nick hier im Forum in grün unterlegt ist.
gesamter Thread:
- Back to the Future - Deutschland auf bestem Wege in die 30er -
weissgarnix,
26.02.2008, 02:38
- da fehlt aber noch was.............. -
ottoasta,
26.02.2008, 03:05
- Lieber Otto, will dich nicht desillusionieren ... -
weissgarnix,
26.02.2008, 03:31
- Illusionen habe ich schon lange nicht................ -
ottoasta,
26.02.2008, 06:45
- Richtig, Otto, verpflichtetes Eigentum ist keine Illusion - Tassie Devil, 26.02.2008, 22:58
- Illusionen habe ich schon lange nicht................ -
ottoasta,
26.02.2008, 06:45
- Lieber Otto, will dich nicht desillusionieren ... -
weissgarnix,
26.02.2008, 03:31
- yep, BRDDR und Europa haben fertig, aber -
Miesespeter,
26.02.2008, 03:26
- Boom and Bust - Tassie Devil, 26.02.2008, 18:07
- Nach Regen kommt Sonnenschein. - Georges, 26.02.2008, 03:59
- wegen der Finanzmärkte -
nereus,
26.02.2008, 06:21
- @nereus -
weissgarnix,
26.02.2008, 06:41
- @weissgarnix - nereus, 26.02.2008, 08:50
- @nereus -
weissgarnix,
26.02.2008, 06:41
- da fehlt aber noch was.............. -
ottoasta,
26.02.2008, 03:05
