Inflation, Zinsen
Ronald Kohn (die Nr. der FED) gab gestern (26. Feb) eine
Rede, die das Wall Street
Journal wie folgt kommentierte:
„Mr. Kohn's speech strongly suggests the Fed will be biased toward
lowering rates further, rather than holding them steady, much less raising
them. Markets expect the Fed to lower its short-term interest rate target
to 2.5% from 3% at its next policy meeting March 18.â€Ebenfalls gestern veröffentlichte das Labor Department auf die
Großhandelspreise für Januar 2008 – plus 1 Prozent (also plus 7,9 Prozent
gegenüber Vj.) die höchste Steigerung dieser Meßlatte seit 1981Alles klar?
Hallo Jabberwock
alles klar!
Die Banken besinnen sich auf eines ihrer Kerngeschäft - nämlich dem Zinsdifferenzgeschäft.
Bei Licht betrachtet, helfen den Banken tiefe Beschaffungskosten für das Geld. Sie verleihen es teurer weiter und mit dem Zinsdifferenzgeschäft lassen sich die Verluste über die Jahre hinweg doch gut auffangen.
Allerdings mit Nachteilen auch für die guten Schuldner.
Es geht doch einfach gesagt nur darum, die Marge (üblicherweise und im Schnitt ca. 1 bis 1.5%) auszuweiten.
Sagen wir, die Ausweitung betrage nun 3% bis 3.5%.
Die Ausweitung kann aber nicht auf die Preise (Hypothekenschuldner) ausgeweitet werden, sondern die Kosten müssen eben gesenkt werden.
Das ermöglicht die FED.
Auch hier das Gedankenmodell mit groben Zahlen:
Hypothekenmarkt USA insgesamt: 16'000 Mia. bis 20'000(unsere) USD
Ausweitung Zinsdifferenz um Delta 2%: Tiefere Kosten ca. 320 bis 400 Mia.
Bei erwarteten Abschreibungen (nur USA betreffend) dürfte es ca. 5 bis 8 Jahre dauern, bis die Verluste der US Banken (die anderen dürfen sich selber darum kümmern) wieder kompensiert sind.
Das bedeutet, dass auch "stillschweigende Abkommen" zwischen der FED und den US Banken bestehen; nämlich, die tieferen Refinanzierungskosten der Bank nicht als Quersubvention für andere Geschäfte zu gebrauchen.
Angesichts des enormen Drucks dürfte dies aber immer noch willkommener sein, als die "Krise".
Die Frage ist eigentlich nur noch, wie das umgesetzt wird, dass trotz bekannten (weiterem erheblichen) Abschreibungsbedarf die Bilanzen nicht gefährdet werden und der Rückgang der Häuserpreise (wie früher auch schon beschrieben) gestoppt werden kann, wie das Greenspan mittlerweile als eine seiner Hauptforderungen ebenfalls postuliert hat.
Das Ganze ist nicht aussichtslos, scheint mir.
mit Gruss
Jacques
gesamter Thread:
- Inflation und US-Zentralbankpolitik -
Jabberwock,
26.02.2008, 23:05
- Inflation, Zinsen -
Jacques,
27.02.2008, 00:53
- Nachtrag -
Jacques,
27.02.2008, 01:01
- Provisionsergebnis vs Zinsergebnis - Jabberwock, 27.02.2008, 01:55
- Nachtrag -
Jacques,
27.02.2008, 01:01
- Inflation, Zinsen -
Jacques,
27.02.2008, 00:53
