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Kartoffel gegen Intel DuoCore

Miesespeter @, Sonntag, 02.03.2008, 12:08 (vor 6541 Tagen) @ prinz_eisenherz

ich bin noch lange nicht soweit euren Kurzfassungen folgen zu können, was
ist bei dir, bei diesen massiven Preiserhöhungen bei den Massengütern des
täglichen Lebens, wichtige Nahrungsmittel, die strukturelle
Ursache
? Meinst du diese altbekannte Erscheinung hier:
Zitat verkürzt:
Ich hoffe sehr, ...... dass alles an Effizienz und Profitabilität
orientiert wird.

Hallo Prinz,

nein, denn dies gilt sowohl in der Agrikultur und der Industrie, aber die Preisentwicklung ist doch stark unterschiedlich.....


Das aber hat mit einer strukturellen Ursache nichts zu tun, das ist der
Wille von Menschen nach maximalem Profit, durchsetzbar im Kapitalismus
eigentlich nur dann, die Preiserhöhungen, wenn in den Bereichen des
Einzelhandels für diese Produkte, keine ernsthafte Konkurrenz mehr am
Markt mitmischt, es zu einer Monopolisierung gekommen ist, verbunden mit
Preisabsprachen unter den wenigen verbleibenden Spielern am Tisch, bekannt
aus der Erdölwirtschaft.

Die Preiserhoehungen in den Lebensmitteln gehen ja nicht vom Einzelhandel aus, Mehl und Milch sind schon vor dem Retail teurer. Auch in der Hightechindustrie gibt es Oligopole - man sehe sich mal Prozesschips an - trotzdem werden die ferade jetzt nicht teurer.

Auch ein Oligopol kann die Preise immer nur auf ein Niveau anheben, dass noch bezahlt wird. Die meisten Unternehmen streben eben Gewinnmaximierung an, und werden daher die Preise moeglichst nah am Gewinnoptimum setzen.

Nun ist es doch so, dass die Schmerzgrenze beim Konsumenten in den beiden angesprochenen Bereichen ganz unterschiedlich liegt: Es ist leicht, auf einen neuen DuoCore Computer zu verzichten, wenn man einen Pentium 3 oder 4 Rechner hat. Ungleich schwieriger, auf Brot oder Milchprodukte zu verzichten.

Wenn die Wiener Schule recht hat, und der Konsument letztendlich durch
seine subjektiven Wertanschauungen den Wert bzw. Preis eines Guts
bestimmt, so kann man daraus auch gewisse Schluesse ziehen.

Diesen Satz, ich gebe es kleinlaut zu, der erschließt sich mir auch nicht.

Was sind subjektive Wertanschauungen, und wie bestimmen die den Preis von
Gütern? Mal davon abgesehen, das Wertanschauungen immer subjektiv sind,
oder sind dir objektive Wertanschauungen bekannt? Ich meine, die kann es
gar nicht geben, denn dann wären es keine Wertanschauungen mehr, sondern
vom Subjekt losgelöste Realität.

"subjektive Wertanschauungen" ist natuerlich genaugenommen redundant, die Aussage wird aber trotzdem benutzt, um sie von der Arbeitswertlehre abzugrenzen. Letztere postulierte, dass sich der Wert eines Produkts objektiv aus Material, Arbeitskosten und Unternehmergewinn ergibt. U.a. Marx stellte ja darauf ab, und wollte den "Mehrwert" nicht dem Unternehmer lassen. Ein paar Oekonomen aus Wien, insbesondere Karl Menger, haben dann gezeigt, dass der Produktwert subjektiv in den Augen des Kaufers liegt, und dieser Wert dann auch den durchsetzbaren Marktpreis bestimmt.

Und dieser Wert sollte bei Nahrungsmitteln nach maslovscher Beduerfnispyramide deutlich unflexibler als bei Industrieguetern sein....

Sieht nach einer strukturellen Entwicklung aus: ueberlebensnotwendige
Gueter werden teurer, hochindustriell gefertigte Gueter verlieren an
Wert.

Diese Sicht der Dinge verstehe ich zwar auch nicht, aber dabei breitet
sich bei mir so ein Gefühl aus, als würdest du mir sagen wollen, diese
Preiserhöhungen sind so zwingend unvermeidbar, wie die strukturellen
Abläufe in der Natur, wo ein Eisenstab erwärmt wird und sich immer
ausdehnt, immer und überall, ohne das sich der arme Stab dagegen wehren
kann.

So wirst du es sicher nicht bei den Preisen meinen, denn dann säßen die
Preistäter und die Preisopfer alle in einem Boot, welches in eine Richtung
fährt, die keiner von beiden mehr steuern kann, weil es die
unbeeinflußbaren strukturellen Umstände unabwendbar machen. Aber was
meinst du dann?

Ich sehe hier keinen "Preistaeter" am Werk, sondern eine Strukturanpassung.

Im letzten Jahrzehnt wurde ueber massive Kreditvergaben die Gesamtnachfrage staendig erhoeht. Der Konsum an Lebensmitteln ist durch diese kuenstlich geschaffene Nachfrage nicht wesentlich gestiegen (da relativ unelastisch), jedoch die Nachfrage nach industriell produziertem Klimbim schon, ebenso wie die nach Haeusern. So haben ja zb viele Amis ihre bestehenden Haeuser belastet, um sich Industriewaren zu kaufen.

Nun fallen die Kreditvergaben weg, die Gesamtnachfrage faellt (ich greife der Entwicklung mal voraus....). Dementsprechend geraten die Anbieter von Guetern, deren Nachfrage hochelastisch ist (verzichtbarer Klimbim zB) unter erheblichen Druck, da sie Kapazitaeten haben, die auf die Nachfrage der letzten Jahre - womoeglich schnurstracks linear in die Zukunft extrapoliert - abgestimmt sind. Also versuchen sie, durch niedrigere Preise die Nachfrage aufrechtzuerhalten und ihre Anlagen auszulasten.

Anders in der Agrikultur: Nachfrage hier ist recht fix.

Die Strukturanpassung ergibt sich daraus, dass die Wirtschaft neu ausgerichtet werden muss, auf neue Nachfrageverhaeltnisse, wenn die Kreditschwemme verebt.

Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren die Erdoelpreise von der Politik massiv aufgeblasen wurden. Alle wollten das: Die US-Oelindustrie und ihr President, die Araber, die Gruenen und der Rest der Umweltfreaks, die Sozis, welche ueber die Verteuerung von Transporten hoff(t)en, die Globalisierung abfedern zu koennen......

Der Oelpreis ist aber auch einer der Hauptkostenfaktoren in der Landwirtschaft (Heizoel, Duenger), und auch Transportkosten sind ganz wesentlich: bei einem Preis von 0,30 Euro pro kg Moehren im Supermarkt, duerfte der Transportkostenanteil zwischen 10-20% liegen!

Ausserdem wird vieles andere fuer die Landwirtschaft teurer: immer neue Auflagen sind zu beachten, Subventionen werden langsam gekuerzt, selbst Saisonarbeiter sind nicht mehr fuer 2 Euro die Stunde zu haben. Und da nunmal die Nachfrage fuer diese Gueter nicht sehr elastisch ist, kann die Agrikultur alle diese Kosten problemlos auf die Preise umwaelzen.

Zu guter letzt zeigt sich, gerade in Wirtschaftskrisen, welche Produkte wirklich den hoechsten Wert haben. In einer richtigen Krise wird man es erleben, wie die Staedter mit ihrem Hab und Gut beim Bauern vorbeifahren, und ihm den Computer fuer ein paar Sack Kartoffeln anbieten. Und genau diese Entwicklung kann man vielleicht im Kern nun erkennen, wenn bereits die Computer an Wert verlieren, die Kartoffeln jedoch massiv gewinnen........

--
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      • Krisenstruktur der Preisentwicklung - Miesespeter, 02.03.2008, 10:00
        • Strukturellen Entwicklung und subjektiven Wertanschauungen, damit kann man mich immer aufs Kreuz legen - prinz_eisenherz, 02.03.2008, 11:20
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              • Zur Preisfindung - Mephistopheles, 02.03.2008, 14:13
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              • Nachfrage von Hirnschmalz - Tassie Devil, 03.03.2008, 02:10
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