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Ein paar Bemerkungen zu Pjöngjang

Harlekin @, Freitag, 09.12.2011, 20:00 (vor 5222 Tagen) @ Hyperion

Also ich arbeite mit meiner Firma (Elektroinstallation) als Subunternehmer eines deutschen Generalunternehmers an Baumaßnahmen in der deutschen Botschaft in Pjöngjang. Dieser wiederum arbeitet für das Auswärtige Amt. Also deutscher Vertrag, deutsche Norm, deutsches Material (mit Container verschifft), deutsches Recht, deutsches Geld (Euro) und deutsche Sprache.
Auf dem Gelände befindet sich neben der deutschen auch die schwedische und englische Botchaft. Es war bis zur Wende die ehemalige Botschaft der DDR. Da sind wir auch untergebracht.
Vieles erinnert mich dort an die DDR. Dort fahren unsere alten Straßenbahnen aus Leipzig und Magdeburg. Man sieht viele alte O-Busse (Oberleitungsbusse), gebaut bis ca. 1965 in Zwickau, mit dem S des Sachsenring-Zeichens auf der Motorhaube. Das kannte ich sonst nur von meinem Trabbi.
Es gibt eine totale Mangelwirtschaft, dessen Ausmaß man nur erahnen kann. Durch die totale Kontrolle der Kommunikationswege und der Verkehrswege können sie das Volk ruhig halten. Ich weiß nicht was dort los wäre, wenn alle wüssten, wie es in der Welt aussieht. Die leben medial immer immer noch im Krieg gegen die USA. Der Führerkult um den "ewigen Führer" ist beispiellos auf der Welt. Alle, aber auch alle, tragen ein Abzeichen von Kim Il Sung am Hemd oder an der Jacke! Man bekommt als Ausländer kein einheimisches Geld in die Hand. Man bezahlt, wenn mal rauskommt, in Euro nach einem "offiziellen" Umtauschkurs. Ansonsten hat man im "Botschaftsviertel" eigene Geschäfte, eigene Restaurants usw. Man kommt so gut wie garnicht mit dem "normalen" Volk in Berührung.
Als ehemaliger DDR-Bürger ist man dort sehr nachdenklich und fragt sich, wären wir auch irgendwann da angekommen, wo die jetzt sind?
In Afrika gibt es auch viel Elend. Aber dort hat man eine halbwegs einleuchtende Erklärung: Dort ist Dürre, da wächst nichts, die Menschen sind größtenteils ungebildet, leben im Busch und sind von der Mentalität her nicht unbedingt die Fleißigsten.
In Nordkorea ist es genau andersherum. Das Klima ist ähnlich wie hier, die Menschen sind sehr fleißig und gebildet, zumindest auf den Gebieten, was sie wissen dürfen. Die Grundvorraussetzungen wären also nicht schlecht.
Das Elend kommt einzig und allein durch die politische Ideologie. Die Folge ist dann Misswirtschaft in ungeahnter Dimension. Durch den Mangel an Technik, fühlt man sich manchmal ins Mittelalter zurückversetzt, wenn man sieht wie die Felder mit der Hand bestellt und abgeerntet werden.
Den ersten Auftrag hatte ich im Jahr 2005. Da sah es wirtschaftlich sehr schlimm aus. Damals dachte ich, noch 2-3 Jahre und die sind völlig am Ende. Das war ein Irrtum. Die sind so zäh, dass man nur den Hut ziehen kann.
Ich war dieses Jahr schon 2 mal dort und habe den Eindruck, dass sich einiges gebessert hat. So ist mein subjektiver Eindruck.
Ich war bis jetzt immer nur in Pjöngjang. Das härtere Leben auf dem Land habe ich noch nicht erlebt. Wir "Ausländer" leben dort, trotz der Armut ringsherum, wie die Made im Speck. Im März 2012 fliege ich wieder hin. Dann werde ich an die Grenze zu Südkorea nach Kaesong fahren. Der Rückweg soll dann mit dem Zug von Pjöngjang nach Dandong (China) gehen.
Man verlässt dieses Land mit einer Mischung aus Mitleid, Wut, Verzweiflung, Hoffnung und Resignation. Es müsste nicht so schlimm sein, es sind nur sinnlose ideologische Ideen schuld.
Wenn hier in Deutschland irgendjemand so linke und kommunistische Ideen hat, der soll mal ein Jahr dort hingehen und in der Landwirtschaft dort arbeiten und im Winter in der teilweise ungeheizten Wohnung bei fast tagtäglicher stundenlanger Stromabschaltung leben. Der ist sehr schnell von seinen Ideen geheilt.

Das ist meine subjektive Einschätzung. Ob es überhaupt jemanden gibt, der objektiv berichten kann, bezweifle ich.

Gruß Stefan

P.S. Ein Deutscher, welcher schon viele Jahre dort lebt, sagte zu mir: "Jeder große Führer war auch ein großer Architekt!"
Somit steht das größte Stadion der Welt natürlich in Pjöngjang.(Stadion des 1. Mai) Natürlich 100% überdacht, da war ich drin.
Dort findet immer das Arirang-Festival statt, das größte der Welt seiner Art. Auch das habe ich erlebt, einfach unglaublich. Hier und hier (Filme sind nicht von mir.)
Und wo steht der größte Triumphbogen der Welt?
Und das größte Hotel der Welt? Jedenfalls 1987 zum Zeitpunkt des Baubeginns.

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  • Kleiner Reisebericht von der Grenze zu Nordkorea (mT) - DT, 08.12.2011, 19:02 [*]
    • Danke für den Bericht. Seoul gebucht! (oT) [ [ kein Text ] ] - Sligo, 08.12.2011, 20:40
    • Vielen Dank für diesen ausgezeichneten Bericht - Plancius, 08.12.2011, 20:50
    • Kleine Korrektur... - Harlekin, 08.12.2011, 21:53
      • Kannst Du ein ein wenig was aus Nordkorea berichten? - Hyperion, 09.12.2011, 09:19
        • Ein paar Bemerkungen zu Pjöngjang - Harlekin, 09.12.2011, 20:00
    • Vielen, vielen Dank - sehr spannend und gut geschrieben! Einfach riesig interessant (oT) [ [ kein Text ] ] - azur, 08.12.2011, 22:00
    • Gruselig - Dummsday, 08.12.2011, 22:41
      • Ergänzung - Dummsday, 08.12.2011, 23:00
    • Hat Spass gemacht, den Reisebericht zu lesen! Sehr gut geschrieben, danke! (oT) [ [ kein Text ] ] - Prosciutto, 09.12.2011, 04:48
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      • Dazu eine kleine Anmerkung - sourcecode, 09.12.2011, 11:29
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    • Fukushima (k)ein Thema in Südkorea? (oT) [ [ kein Text ] ] - day-trader, 09.12.2011, 14:46

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