Denke ressourcenorientiert...finde den Schalter...
Hallo Azur,
Wir ziehen ja an einem Stang, das kann ich Dir sehr versichern.
Was ist unser Strang?
Aktiver Widerstand?
Passives Aushalten?
Stillschweigendes Tolerieren?
Mitmachen?
Das Dumme ist, dass wir all diese Optionen gleichzeitig nutzen und uns dann getroffen fühlen, wenn es von jemandem vorgehalten wird.
Reflexartig wird:
geleugnet,
beschuldigt,
rationalisiert,
verschoben,
sublimiert,
whatever...
Auch was Du schriebest, wie Du Dich verhältst, wenn sich welche schlagen.
Das findet meine ausdrückliche Zustimmung.
In 'unserer' Kita sagte mal
eine eigentlich sympathische Erzieherin aus dem Netzbereich (bis 2 Jahre):
Die müssen das auch selbst regeln lernen. Naja, so ist das eben gerade
nicht. Sie müssen wie wir lernen, aber nicht durch Narben.
Aufmerksames Dabeisein und konstruktive Einwürfe von mir werden hilfreicher erlebt als Draufhauen, Wadenbeißen, Ratschlagen.
Trotzdem erlebt der Gegenüber das Geschriebene oft genug als persönlichen Angriff – das ist nicht gewollt, kann aber leider mitschwingen, da ich auch teils Zivilist bin und von Zeit zu Zeit unter emotionaler Pest leide.
Argumente können doch ruhig falsch sein - wir diskutieren und bringen uns gegenseitig weiter. Ideen, Überzeugungen, Ansichten werden präsentiert und auf Denkfehler abgeklopft. Das kann schmerzhaft erlebt werden. Da sind Begehrlichkeiten und Nöte.
Das Folgende ist doch aber fraglich:
Natürlich ist das erst einmal fraglich.
Wir, also du und ich, leben heute in einem Zeitalter der Massen - mitten in Deutschland.
Wer herausgetreten ist schreibt doch hier nicht mehr.
Wir, also du und ich, setzen uns der medialen Massenverblödung aus, um einen für uns verantwortbaren Standpunkt zu finden.
Dabei können wir in viele Fallen tappen:
Subjektivität, Wunschdenken, unzulässige Vereinfachung oder Verkomplizierung, narzisstische Impulse - wir wollen doch alle Zuwendung, das ist menschlich.
Und wir sind neidisch auf Zuwendung für andere, das ist leider Kern der Zivilisation - weil es offensichtlich nicht für alle ausreicht.
Weil "Wir" "es" "wollen"?
Ja, wenn du es nicht irgendwie wölltest würdest du rigoros die Handlungsfähigkeit vom gesellschaftlichen Staatsanteil begrenzen indem du eine "persönliche Steuerreform" durchführst und den inneren Staat abbauen indem du wahrhaftige Liebe und Freundlichkeit verteilst. Oder du würdest eben Molotov's schmeißen oder dich anketten oder Petitionen zeichnen egal ob das jetzt offensichtliche Ergebnisse bringt... es formiert doch aber Widerstand.
(Wenn du das nicht kannst hat das seine Gründe. Es kann nicht erzwungen werden. Wenn du nur bestimmte Wege gehen kannst, dann sei es so.
Wenn alle diese Ziele verfolgen stirbt der innere und äußere Staatsanteil.
Aber du kannst es doch auch, du veränderst dich doch - nur eben nicht 100 %. Das macht doch aber nichts. Das wird schon noch. Du sehnst dich danach. Darum wirst du auch immer weiter kommen.)
Diese Vorstellungen ängstigt uns. Wie wollen keine grundlegenden Veränderungen, aber auch kein Faustrecht und keine marodierenden Banden in der Nachbarschaft. Aber eigentlich haben wir genau das in Deutschland. Das Faustrecht der Geldhalter, das Recht des Stärkeren und die das Gemeinwohl zersetzenden Banden von vielen asozialen, traumatisierten, vereinsamten, in amorpher Masse geklammerten, eigenartigen Ritualen und Ersatzbefriedigungen frönenden Bürger. Es gibt aber auch viele andere Menschen, die nicht merh mitmachen, die sich um ihre natürlichen Bedürfnisse kümmern.
In den Großstädten könnte ich nicht mehr leben. Wir haben viel Rückzugsmöglichkeiten auf dem Land.
So war es auch in DDR. Innere Verabschiedung in die Privatsphäre - durchaus gemeinschaftlich in der Nachbarschaft aber eben die "kommunistischen Anteile" ausgesperrt. Wenn der BGL-er uns nach der Arbeit besucht hat, hat er sein FDJ-Hemd abgelegt, eine Flasche Cabernet vorgekramt und wir haben Beatles oder Stones gehört, oder eben Renft. Auch der ABV hat sich dazu gesetzt und sogar der Grenzer. Das hat den Bankrott beschleunigt. Die Menschen haben die Uniformen nicht mehr dauernd angezogen. Vor und nach jeder Veranstaltung haben wir das FDJ-Hemd in eine Aldi-Tüte getan. Wir mussten uns den Schwachfug anhören, aber wir haben schon lange lange nicht mehr zugehört bei den Story's vom bösen Klassenfeind weil der Opa und die Oma, die über die Grenze konnten, und die Westpakete ganz Anderes berichtet haben.
Das klingt alles komisch, unangenehm, beängstigend, skurril, sentimental -oder?
Teilen fällt uns heute oft schwer in dieser Welt. Wir müssen uns schließlich um die eigene Existenz, um die Bedienung der Urschuld (unsere und die der Nächsten) kümmern. Wir wollen nicht den Nachbarn behelligen, weil wir nicht wissen, ob er uns hilft wenn wir ihn brauchen oder ob er nicht kann und uns enttäuscht.
Welche Wahl hat den der Einzelne? Welchen Einfluss?
Als Gesamtheit haben wir Menschen scheinbar diesen von @BBouvier gemalten stahlgrauen, bleiernd schweren , tot wirkenden, träge fließenden mächtigen Fluss ohne erkennbaren Seitenarm vor uns, der uns direkt zum tödlichen Wasserfall schleppt.
Als Einzelne können wir aber entscheiden, ob wir uns daran abarbeiten, bis wir kraftlos aufgeben, stillhalten und mittreiben oder uns nach (vermeintlich nicht existenten?) Seitenarmen umschauen.
Oder wir versuchen ein Umdenken - der Fluss wird erlebt, wie wir ihn modellieren, nicht wie er in Wirklichkeit ist.
„There is no spoon…“
http://www.youtube.com/watch?v=dzm8kTIj_0M
Es ist nicht alles Esoterik und Alternativ oder Radikal wo Esoterik Alternativ und Radikal raufsteht –oder?
http://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik
http://de.wikipedia.org/wiki/Alternativmedizin
http://de.wikipedia.org/wiki/Radikal
Du und ich sind sicher keine, die Massenverblödung wollen, aber was
können wir machen?
Ja, an dieser Frage scheitern wir noch - vielleicht wollen wir die MV als Preis unserer scheinbaren Sicherheit ja doch…
Was ist die Konsequenz vom Aufwachen?
Verhaltensänderung.
Das ist angstbesetzt weil neu, bedrohlich lebendig und verlernt.
Wenn ich aber selbstbewusst als mündiger, informierter Mensch einer Behörde gegenüber trete bin ich doch erfolgreicher als ein depressiver (gewähren lassen führt zu unzureichender Gegenwehr) oder aggressiver (Angst in Behörden führt zu Gegenagression und Erfolgsverweigerung) Mensch.
Ich muss bestimmte Regeln einhalten, aber doch keinen vorauseilenden Gehorsam leisten. Ich kann sogar mit dem Finanzbeamten in bestimmten Grenzen verhandeln, wenn ich selbst angstarm und ihn nicht beängstigend bin - er ist auch ein Mensch, so wie ich.
Das fängt alles sehr , sehr klein und mit ganz kurzen Schrittchen an - aber es führt zu innerer Unabhängigkeit - Stück für Stück.
Wenn ich mich innerlich abwende verliere ich ganz langsam Hörigkeit, Angepasstheit, Verbiegung, Entmenschlichung.
@Taurec und @BB haben viel Kluges dazu geschrieben, was der Einzelne kann,
auch zu den Dingen, die in größeren Zusammenhängen passiert. Dessen
sollte man sich bewusst sein.
Wenn ich positiv mit mir umgehen kann färbt das auf meine Umgebung ab wie eine Infektion (aber im positiven Sinne).
Was wir können:
Mon Mar 10 2014
@fefe ist mit seiner frischen Art sehr sympatisch zu lesen.
Aber hier im Gelben werden die richtig schweren Brocken bewegt.
Nur hier geht es in dieser Deutlichkeit um den Kern und nicht um Nebelkerzen, Spin und Ablenkung. Um die Ursachen und nicht nur um die Symptomatik. Das ist schwer erträglich weil unsere bisherige Lebensführung, unsere Wertevorstellung, unsere Leistungen in Frage gestellt werden. Das kommt doch aber sowieso für jeden von uns.
Aber Silke, "wir" haben alle weit weniger Wahl und Einfluss, als "wir" es
annehmen. Da hat der @HM ganz recht. Hatte auch schon oft an anderen
Stellen sagen müssen, dass wir hier wenig machen können.
Du und ich können die Gesellschaft nicht auf die Schnelle umkrempeln.
Wir können aber in gewissen Grenzen uns selbst ändern.
Dadurch verbessern wir unser Umfeld.
Das verbesserte Umfeld verbessert wiederum sein Umfeld.
Allein durch die teils grenzwertig gefährliche Aufklärung über MV und gesellschaftliche Fehlleistungen und über die debitistischen Zusammenhänge hier verbesserst du doch schon...
Wir können uns 'nur' in dem von uns gegebenn Rahmen verhalten.
Da ist immer Veränderungsspielraum.
Der Rahmen wird von uns modelliert.
@Rütli ist ausgewandert. @Baer hat seinen Platz gefunden.
Sie bewegen vor Ort.
Das möchte ich auch.
Dazu brauche ich den Realitätscheck hier aber ohne die Hoffnungslosigkeit.
Wer ohne Hoffnung auf Veränderung ist verändert nicht mehr.
LG Silke
PS: Einsätze im Ausland sind perfekte Militär-Übungsmöglichkeiten. Die
Videos davon werden dann auf Waffenverkaufmessen verwendet. Und das ist
keine VT.
Ganz genau. Libyen war eine Waffenschau.
Wenn ich da irgendetwas sympathisch finde mache ich mit.
Edit: ich will andere in meinem Umfeld gewinnen, auch in dem sie
respektiere.
Respektiere dich und andere werden dich auch respektieren.
Ist wer, der in mancher Beziehung unwissend ist, nicht lebenswert?
Der Wind ist hier im Forum oft rau, aber Windstille ist doch viel schlimmer. Da kann keiner mehr segeln…
Nein, ich bin kein Deut wichtiger als jedes andere Wesen. Wir
erhalten soviel von 'Unwissenderen', von einander.
Wir sind nicht besser als Andere, nur irgendwo und irgendwie anders auf dem gemeinsamen Weg unterwegs.
"Meide das Destruktive - suche das Konstruktive."
gesamter Thread:
- Peter Scholl-Latour über die Ukraine und Putin -
randomizer,
10.03.2014, 02:37
- "Ich will gegen die zunehmenden Desinformationskampagnen ankämpfen - bin ein einsamer Rufer in der Wüste" thx :-) (oT)
-
Silke,
10.03.2014, 04:51
- Auch bei Heise ein Interview mit PSL. -
Hanse,
10.03.2014, 09:16
- Danke sehr, dieses Interview mit PSL ist sehr lesenswert - auch zu Medien und Ukraine (@Silke) -
azur,
10.03.2014, 13:53
- Da steht erst einmal Aussage gegen Aussage - Meinung gegen Meinung - Konzept gegen Konzept -
Silke,
10.03.2014, 15:22
- Danke sehr - aber weil wir es wollen? In der Ukraine seien Blackwater-Söldner und Schröder sagt: Wir bombten souveränen Staat -
azur,
10.03.2014, 15:41
- Denke ressourcenorientiert...finde den Schalter... - Silke, 10.03.2014, 18:24
- Danke sehr - aber weil wir es wollen? In der Ukraine seien Blackwater-Söldner und Schröder sagt: Wir bombten souveränen Staat -
azur,
10.03.2014, 15:41
- Da steht erst einmal Aussage gegen Aussage - Meinung gegen Meinung - Konzept gegen Konzept -
Silke,
10.03.2014, 15:22
- Danke sehr, dieses Interview mit PSL ist sehr lesenswert - auch zu Medien und Ukraine (@Silke) -
azur,
10.03.2014, 13:53
- Danke! (oT)
-
Centao,
10.03.2014, 11:25
- "Ich will gegen die zunehmenden Desinformationskampagnen ankämpfen - bin ein einsamer Rufer in der Wüste" thx :-) (oT)
