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Viele Ältere, ja aber nicht die "Null-Bocks".

Olivia @, Freitag, 31.10.2014, 18:24 (vor 4165 Tagen) @ DT
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 31.10.2014, 18:28

Bei uns, das habe ich spätestens seit 1999 oder 2001 gemerkt, wird das
Tempo im Hamsterrad extrem erhöht, die dt. Wirtschaft ist bis vor kurzem
Exportweltmeister gewesen, die Produktivität wurde massiv erhöht, aber

- die Gewinne fließen nur noch in die Taschen weniger, die CEO Gehälter
haben sich durchweg vervielfacht, während die Arbeiterlöhne und
Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert wurden

.............................

Ja, das sehe ich auch so. Es betrifft bisher aber immer noch ganz bestimmte Bevölkerungsschichten. Das "Tempo" wurde für etliche aber bereits vorher ordentlich angezogen. Ich habe in den 80-iger Jahren als Jungunternehmerin "rund um die Uhr" gearbeitet, für einen kläglichen Lohn, weil ich alles wieder in die Firma gesteckt habe. Ich bin enorm ins Risiko gegangen mit Maschinen und als ich dann zum ersten Mal wirklich Geld verdient habe, gingen davon etwa 72 % ans Finanzamt. Damalige EST, damalige KSt und GWSt...... als "Nebeneinsteiger" habe ich gedacht, mich tritt ein Pferd, als der Wirtschaftsprüfer mir das erläuterte. Lange Rede, kurzer Sinn, ich verdiente weniger als meine (akademischen) Angestellten, die über sehr geregelte Arbeitszeiten verfügten (das war damals so), auf meine Kosten ausgebildet wurden (EDV war neu für die meisten), Krankheit, Urlaub, Schwangerschaftszeiten und Ausnahmen nehmen konnten...... und die KEINERLEI Risko trugen.

30 % meiner Arbeitsleistung hätten mir mehr gebracht und mich nicht in die Risikosituation und die Verpflichtungen gebracht (aus der man erst einmal wieder herauskommen muß). Vor allen Dingen dann, wenn die wirtschaftliche Gesamtsituation und die damit zusammenhängende Auftragslage extrem schwanken. Diese Situation werden viele mittelständische Unternehmer kennen.

Man weiß plötzlich: der wichtigste Mitinhaber, den man hat, ist das Finanzamt! Und dann beginnt man, darüber nachzudenken, was dieses (oder der Gesetzgeber) mit dem Geld macht, das es da von den vielleicht etwas mutigeren, aber auch fleißigen Bürgern einfordert.

Und dann wird man fündig und entdeckt den größten Haushalt im Bundestag, über den niemand so gerne spricht und die Dinge, die zwar als Verpflichtungen bestehen, die aber im Haushalt niemals ausgewiesen werden. Und dann wundert man sich nicht mehr, warum so viele ohne viel Arbeit verhältnismäßig gut leben.

Man beginnt auch die Aussage "teile und herrsche" anders zu begreifen. Die Bevölkerung durfte Mathematik in den Schulen abwählen (etliche Gutmenschen können heute noch nicht rechnen) und verstand daher nicht, was die "guten Gaben" alle kosteten (wenn man sie zusammenzählte).

Aber Wahlen wurden mit Geschenken gewonnen und von einem Fließenleger und einem Taxifahrer kann man wohl noch nicht einmal verlangen, dass sie sich mit simplen Gewinn- und Verlust-Rechnungen auseinandersetzen können. - Ich meine natürlich .... im größeren Rahmen.... was die eigene Tasche betrifft, haben das wohl beide recht gut gekonnt.

Ja, das Finanzamt, eine innige, andauernde Partnerschaft.

Dabei habe ich gar nichts gegen das Finanzamt. Wenn nur die Geldmittel sinnvoll verwendet und nicht so aus dem Fenster geschmissen würden.

Tja, die "Einheit" war finanziell schwer zu schultern; dann die Südländer; nun der Osten und weitere "Arme"...... dann gehen die Straßen kaputt und die Schulen haben undichte Dächer...... so wie früher in der DDR ......

Aber einige verdienen sich eine goldene Nase.......

und der Mittelstand zahlt.....

immer noch!

--
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