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Schlechte Ausssichten oder schlechte journalistische Arbeit?

prinz_eisenherz, Sonntag, 30.12.2007, 08:48 (vor 6703 Tagen) @ certina

1)
Zehntausende Zeichner von Immobilienfonds der früheren Bankgesellschaft Berlin haben zum Jahresende schockierende Post bekommen. Darin werden Nachzahlungen angedroht, sollte sich die wirtschaftliche Situation ihrer Fondsgesellschaften verschlechtern, war zu lesen.

2)
Das Land Berlin muss nach Auflagen der Europäischen Kommission in Brüssel für die großzügigen und meist branchenunüblichen Garantien gerade stehen, die den Anlegern bei der Zeichnung dieser Fonds gemacht worden seien. Theoretisch könne der Schaden für das Land Berlin bis zu 21,6 Mrd. Euro gehen, praktisch muss es aber nur für Risiken von etwa vier bis sechs Mrd. Euro gerade stehen.

Hallo,
na wie denn nun, müssen die Fondzeichner nun nachbezahlen oder ist in jedem Fall die Stadt Berlin, der Berliner Steuerzahler derjenige, der für die Vertragsdaten der Fonds gerade stehen muss?

Zur der Zeit, als dieser Fond - von dem ich erst im nachhinein erfahren hatte - im Sinne des 2.Aussage verkauft wurde, war die Stadt Berlin der Bürge für die Fondsdaten. Ob die Einnahmen der Fondskäufe ausreichen oder auch nicht, in jedem Fall sichert die Stadt Berlin als Bürge die Eckdaten des Fonds ab.

Die wichtigsten waren, 25 Jahre Laufzeit und 7% Zinsen pro Jahr. Und dieser Fond ist recht schnell und ohne große öffentliche Bekanntmachung geöffnet und schnell wieder geschlossen worden. Aus diesem Fond haben dann einige den Salon – Sozialisten Gysi aus seinem Maulwurfshügel ausgebuddelt und nach oben gescheucht.

Das nun die Stadt Berlin nicht mehr für die Verluste einspringen muss, das ist seltsam. Sofern ich das Kleingedruckte bei dem Fond richtig gelesen habe, war doch besonders diese unbedingte Bürgschaft der Steuerzahlers der Stadt Berlin das besonders erotische bei diesem Fond.

Sammelstelle der Gelder, Käufer und Verwerter der Immobilien sollte die halbstaatliche Bankgesellschaft Berlin sein, hervorgegangen aus der ebenso halbstaatlichen WBK (Wohnungsbaukreditanstalt). Und die glänzenden Aussichten, auf denen dieser üppige Fond beruhte, beruhten auf die damaligen Gutachten von großen und sehr teuren Beraterfirmen, die Berlin eine wirtschaftliche Expansion ungeahnter Größenordnung vorhersagte, mit einem Bevölkerungsanstieg über die nächsten 10 Jahre von 3 Millionen auf 5 Millionen Einwohner.

Dem damit verbundenen großen Wohnungsbedarf, der überproportionale Anstieg der Immobilienpreise, dem dazu empfohlenen Ankauf der Wohnungen aus der ehemaligen Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft der DDR, Komplexe wie die vielen Wohnungen in Hellersdorf und Marzahn, die bei dem vorhergesagten Anstieg der Immopreise geteilt werden und mit viel Gewinn als Eigentumswohnungen verkauft werden sollten. Eine klassische Immobilienblase mit einem häßlichen Nachbrenner. Aber trotzdem haftet nach meinem Kenntnistand die Stadt Berlin für die Eckdaten dieses Fond.

Jedenfalls werden wieder einige Anwaltsbüros sich eine goldenen Nase verdienen, bei dem drohenden Rechtsstreit mit einem Streitwert, bei dem es um viele Millionen Euro geht.

bis denne
eisenherz

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