Der Vorteil von Reichtum: man kann sein Geld auch verschenken, wenn man will
Wer keine Bedürfnisse hat, der braucht kein Geld und wer kein Geld braucht ist folglich reich.
Er ist zumindest sehr flexibel. Wenn "Reichtum" bedeutet: "ich kann machen, was ich will", dann sei an dieser Stelle eindeutig hervorgehoben, dass dies vielen, die kein Geld haben, deutlich besser gelingt und so manchem, der vordergründig "reich" ist, überhaupt nicht mehr.
Wer nun nicht glaubt, dass ein Mensch bedürfnislos sein kann, dem bleibt
die Variante, möglichst viel Geld zu verdienen, denn je mehr Geld wir
verdienen, desto mehr Zeit haben wir, solange sich die Bedürfnisse nicht
ändern. Doch bei den meisten Menschen passiert das Gegenteil, die
Bedürfnisse steigen mit dem Einkommen.
Nicht nur das: die Bedürfnisbefriedigung wird auch immer schwieriger und kostspieliger ... Das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen ist gnadenlos. Ab einem gewissen Punkt kann man tatsächlich mit seinem Reichtum nichts weiter anfangen, als ihn zu verschenken ... wird ja auch zunehmend gang und gäbe.
Je stärker die Bedürfnisse ansteigen, desto grösser wird die Abhängigkeit
vom Geld und je abhängiger wir vom Geld werden, desto kleiner wird die
Freiheit. Es gibt nur wenige Menschen die es schaffen mit einem grossen
Vermögen frei zu leben, obwohl sie es vermögen würden, frei zu leben.
Schön formuliert, dem ist wirklich nichts hinzuzufügen ...
Der Weg durch die Reduktion eigener Bedürfnisse reich zu werden ist
vermutlich doch der erfolgreichere.
"Reduktion" trifft es mM nach nicht ganz. Es sind keine "materiellen" Bedürfnisse, aber deshalb müssen sie ja nicht reduziert sein. Man kann trotz aller Bescheidenheit schon mal eine Reise nach China oder Südamerika machen wollen, aber man käme dann vermutlich nicht auf die Idee, nur First Class fliegen und im lokalen Ritz Carlton absteigen zu können, oder es bleiben zu lassen.
Ob es schon jemand geschafft hat wissen wir nicht, weil ein Bedürfnisloser kein Bedürfnis hat seinen Reichtum zu zeigen – den Reichtum, frei von Bedürfnissen zu sein.
Schon Ovid sagte: "Bene qui latuit, bene vixit", sinngemäß also "Gut lebt, wer im Verborgenen lebt" ... Ovid war bekanntlich kein Doofie.
gesamter Thread:
- Gedanken zum Reichtum -
chiron,
26.01.2008, 12:15
- Schöner Text, merci! (oT)
-
zenonvonelea,
26.01.2008, 12:29
- Red Queen spricht dagegen -
Amstrand,
27.01.2008, 01:28
- @amstrand -
chiron,
27.01.2008, 04:48
- was ist da nicht zu verstehen? -
Amstrand,
27.01.2008, 05:12
- @amstrand -
chiron,
27.01.2008, 05:57
- Bedürfnisse -
Amstrand,
27.01.2008, 08:49
- @amstrand -
chiron,
27.01.2008, 09:11
- Definiere "frei" (oT)
-
Amstrand,
27.01.2008, 14:49
- Jetzt wirds langweilig -
chiron,
27.01.2008, 15:01
- Träum schön weiter, bitte - Amstrand, 28.01.2008, 00:14
- Jetzt wirds langweilig -
chiron,
27.01.2008, 15:01
- Definiere "frei" (oT)
- @amstrand -
chiron,
27.01.2008, 09:11
- Bedürfnisse -
Amstrand,
27.01.2008, 08:49
- @amstrand -
chiron,
27.01.2008, 05:57
- was ist da nicht zu verstehen? -
Amstrand,
27.01.2008, 05:12
- @amstrand -
chiron,
27.01.2008, 04:48
- Der Vorteil von Reichtum: man kann sein Geld auch verschenken, wenn man will -
weissgarnix,
27.01.2008, 05:04
- Zwischen Wunsch und Bedürfnis -
chiron,
27.01.2008, 06:07
- Maslowsche Bedürfnispyramide - weissgarnix, 27.01.2008, 06:27
- Zwischen Wunsch und Bedürfnis -
chiron,
27.01.2008, 06:07
- Schöner Text, merci! (oT)
