Eigene Werte und Ethik sind nicht gleich Religion
Hallo, Berliner,
zwangsläufig auf Religion, denn Ethik wird nun mal immer durch irgendeine
Religion definiert, wozu ich auch die "Ismen" zähle.
wenn man an die Wurzeln unserer
eigenen Ethik, Kultur, Gesetzgebung etc erinnert,
ich denke, genau das sollte man anders sehen.
Es ist zwar richtig, daß sich ethische Normen mit religiösen Vorstellungen vermischt haben, daß genauer gesagt die religiösen Oligopole ihr vermeintliches jeweiliges Monopol darauf beanspruchen, nur sie (als Religion) hätten die Fähigkeit und die Legitimation, Ethik zu definieren.
Genau das aber halte nicht nur ich für völlig falsch, ein jeder einzelne kann und sollte nach eigenen Überlegungen dazu streben (Kant, wobei der aber auch christlich gefärbt und nicht frei von Widersprüchen ist; Armin Risi als ungewöhnlicher Weg dazu, William Bramley als Alternative).
Ich persönlich sehe es sogar so, daß Religion synonym für Unmoral steht, genau das Gegenteil von dem tut und ist, was sie selbst jeweils vorgibt.
Und weil alle Religionen von sich sagen, sie hätten Recht, ohne dafür auch nur den kleinsten Beweis liefern zu können, kann man zweifelsfrei feststellen, sie können logischerweise nicht alle Recht haben, also muß wenigstens die überwiegende Mehrheit davon irren, und Unsinn verzapfen.
Da aber die Anhänger einer Religion logischerweise davon ausgehen, daß sie bei der richtigen wären, ist das eine brisante Konfliktsituation, bei der Argumente nicht mehr durchdringen.
Vielleicht wird man erörtern können, ob es wirklich notwendig ist, daß Frauen ein Kopftuch tragen müssen. Oder ob in gemischten Klassen ein Kreuz an der Wand hängen muß (ich fühle mich davon gestört, wenn nicht provoziert).
Was aber von vorn herein zum Scheitern verurteilt ist, ist eine Forderung, die müssen sich uns anpassen, oder wir uns denen, wobei sich das uns auf locker 100 verschiedene Nuancen ausdehnt, und das die ebenso. Da findet man nie einen Standpunkt, es sei denn, man würde alles nach Atatürks Vorbild in Schranken weisen. Auch Ratzinger und Co.
Und leider ist auch das illusorisch.
Daher kann ich den Chef schon verstehen, jedenfalls, was das *Meine Religion ist aber besser als Deine* anbetrifft. Denn das entzieht sic definitionsgemäß einer sachlichen Argumentation, außer, man würde eben festhalten, daß niemand beweisen kann, was da geglaubt wird.
Ob man die Existenz einer geistigen Welt durch Indizien belegen kann (Spuk, Nahtoderlebnisse etc.), ist wieder was anderes. Aber auch dafür gibt es Gegenstimmen (Bublath, Lucadou), die meinen, es durch vom Menschen selbst ausgehende Wirkungen erklären zu können.
Schwierige Kiste.
Beste Grüße vom Baldur
--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand
gesamter Thread:
- @DerBerliner -
Chef,
09.02.2008, 10:23
- Danke für diese Definition der Hausregeln...sicher auch für andere interessant -
DerBerliner,
09.02.2008, 13:41
- Ethik und Religion -
Chef,
10.02.2008, 03:43
- Kurze Betrachtung über Ethik und ihre Zusammenhänge -
DerBerliner,
10.02.2008, 04:19
- darf ich mal widersprechen ? -
Baldur der Ketzer,
10.02.2008, 04:29
- Anmerkungen - DerBerliner, 10.02.2008, 04:40
- ich will es gar nicht wissen, lass es bitte einfach (oT)
-
Chef,
10.02.2008, 04:34
- Bitte konkreter... - DerBerliner, 10.02.2008, 04:42
- Institutionalisierte Religion gleich Machtpolitik -
chiron,
10.02.2008, 04:43
- Zustimmung..... - DerBerliner, 10.02.2008, 04:57
- Ethik... - Kaltmeister, 10.02.2008, 05:26
- darf ich mal widersprechen ? -
Baldur der Ketzer,
10.02.2008, 04:29
- Kurze Betrachtung über Ethik und ihre Zusammenhänge -
DerBerliner,
10.02.2008, 04:19
- Eigene Werte und Ethik sind nicht gleich Religion -
Baldur der Ketzer,
10.02.2008, 03:49
- Ein paar Mißverständnisse aufgeklärt.... - DerBerliner, 10.02.2008, 04:33
- Ethik und Religion -
Chef,
10.02.2008, 03:43
- Danke für diese Definition der Hausregeln...sicher auch für andere interessant -
DerBerliner,
09.02.2008, 13:41
