Der Wert (ist immer Relation) ist von der Verschuldung abhängig
Hallo Nico,
Herr Hörmann mal wieder über die Banken und die Geldschöpfung.
Zitat: "Geld ist die Schuld einer Bank gegenüber einer Nichtbank!"
Soweit gar nicht mal falsch, aber ...
Hörmann ist Professor für Rechnungswesen, wie man in dem verlinkten
Video erfährt, weshalb er eigentlich von allen am besten verstanden haben
sollte, was Geld ist. Aber auch bei Hörmann handelt es sich bei Giralgeld
nur um Zahlen in Computern, deren Entstehung Hörmann zufolge, das
„Große Geheimnis, und vielleicht auch das Problem der heutigen Zeit
bedeutet“. So geht es obligatorisch mit der Feststellung weiter, dass
dieses Geld nicht gedeckt sei, u.s.w..
Exakt. Hörmann baut sich ielleicht nur eine eigene, stark beschränkte Welt, in der er dann Lösungen bzw. Zustimmung verkaufen will. Aber daran sollte man nicht glauben. Sein Umfeld reicht von empörten Montagsdemonstranten (siehe aktuelle Diskussionen zum Verbot von systemkritischen Reden, dafür jebsisches Boulevardniveau ala "ihr Kinderlein müsst die Kommentarfunktionen der großen Zeitungen bombardieren"), bis zu Autoren von Alienbüchern (Jo Conrad) und dieser Wissensdoktrin. Diese Vernetzung ist bei den meisten Gewerbetreibenden solcher Themen zu beobachten und nicht zu verübeln. Es kann ihm wohl kaum um eine umfassende Sicht auf das Schuldgeldsystem gehen. Ihm muss es genügen, auf ganz bestimmten Systemebenen stehen zu bleiben, damit auch ja niemand die mystische Aura des Geldes aus seinem Vorstellungsvermögen verliert. Es könnte ja schließlich alles so klar werden, dass man selbst anfängt, das System und seine Ebenen zu erklären.
Es ist ja so, dass wir alle mit der täglichen Erfahrung groß werden,
dass man für Geld alles kaufen kann. So kommt es nun zu dem
augenscheinlichen psychologischen Phänomen in der Allgemeinheit, dass wir
in dem Geld selbst einen Wert erblicken, welchen wir nun sogar höher
einschätzen als das, was sich damit kaufen lässt.
Ganz genau. Hier toben sich ja auch immer mal wieder Schreiber einer Echte-Geld-Wert-Denke aus. Sobald man aber nach der Herkunft ihrer Gießkannen fragt, wird es still.
Ankunft der Gießkannen http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=301838
Herkunft der Gießkannen http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=301850
Zumindest scheint es
den meisten, die in Wirklichkeit völlig naheliegende Vermutung, dass Geld
eben genau durch die Dinge die dafür zu erwerben sind auch gedeckt ist,
wohl höchst enttäuschend zu sein. Sollte Geld nicht wenigstens durch Gold
gedeckt sein, welches diesem so nun Wert verleiht? Auch Gold bedeutet
natürlich nur eine Ware, welche für Geld zu kaufen wäre. Wodurch ist
denn eigentlich der Wert des Goldes gedeckt?
Trennen wir zunächst einmal zwischen Besicherung des Geldes (Pfand) und dem Wert der Besicherung. Das sind zwei Paar Schuhe. Die Besicherung ist zunächst nur ein Titel/Papier, verbrieftes Anrecht bzw. Recht (Anrecht am Eigentum, heute hauptsächlich Forderungstitel). Der Wert dieser Titels hängt jedoch von den tragenden Verschuldungen und Verschuldungserwartungen ab. Gold oder auch Öl (du erinnerst dich an unsere letzte Diskussion), ist nichts wert, wenn sich niemand dafür verschuldet. Der Wert des Goldes ist nicht gedeckt, denn nicht der Wert deckt, sondern das Gold, welches einen Wert hat, der ausschließlich von der Verschuldung für ein gestriges und morgiges Erlangen des Goldes abhängig ist. Jede Wertvorstellung muss sich den Preisen beugen, kommt aus Verschuldung und wird sich mit sinkender Verschuldung bzw. nicht weiter steigenden Verschuldungen in Luft auflösen.
Werte/Preise werden ausschließlich durch Verschuldungen und der spiegelbildlichen Forderungen getragen, die man gegenüber einem Kaufinteressenten erheben kann. Da wären wir beide wieder bei der zwingend notwendigen Vorfinanzierungs- und Nachfinanzierungsthematik (Vor- und Nachschuldner).
Nun habe ich nur einige Minuten in dieses Video reingeschaut, und so mag
ich vielleicht auch noch etwas verpasst haben. Nur bestand für mich auch
schon zuvor erheblicher Zweifel, an Hörmanns diesbezüglichen Verständnis
zu zweifeln, und auch die ihm meines Wissens nach nahestehende
„Wissensmanufaktur“ kann ihm in dieser Angelegenheit keine große Hilfe
sein. Vielleicht sollte er mal ins „Gelbe“ schauen.
Ja, hier lässt sich für ihn und Kollegen nur kein Geld verdienen. Und wozu soll er vor einem in vielen Bereichen vorzüglich gebildeten und in vielen Fragestellungen der Finanzsysteme klare Antworten bietenden Publikum eine magische Diskussion entfesseln, wenn sie doch auch hier schon seit über 10 Jahren durch Fakten und Fakten entkräftet wurde. Das würde ihm schaden. Er käme hier keine zwei Meter weit, wenn man ihm gezielte Fragen bzgl. der übrigen Systemebenen und Voraussetzungen von Geld und Werten aufzeigen würde.
Es geht vielen nur um die Magie auf bestimmten Systemebenen, um die Erweckung von sofort nachvollziehbaren Karikaturen der darüber und darunter aufwartenden Ebenen, nicht um eine alles umfassende Betrachtungsweise. 99% hören ihm sicher zu, weil er in das unerschütterliche Vorstellungskonzept eines ausschließlich in den alternativen Kanälen aufwartenden Wahrheitsgeistes passt.
Grüße dich herzlichst,
Ashitaka
--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.
gesamter Thread:
- Prof. Hörmann bei KenFM -
baisse-man,
18.06.2014, 21:06
- Ein interessantes Interview! Vielen Dank an Ken Jebsen und Franz Hörmann! (oT)
-
Nikolay,
19.06.2014, 01:54
- Viele Bäume, aber kein Wald -
Nico,
21.06.2014, 21:07
- Der Wert (ist immer Relation) ist von der Verschuldung abhängig -
Ashitaka,
22.06.2014, 14:12
- Hörmann und die Urschuld -
Nico,
22.06.2014, 18:03
- Loslassen, darum geht es in den meisten Unterhaltungen sobald der Debitismus den Raum betritt. -
Ashitaka,
22.06.2014, 20:24
- Systemimmanenter Wachstumszwang - Zarathustra, 23.06.2014, 10:57
- Loslassen, darum geht es in den meisten Unterhaltungen sobald der Debitismus den Raum betritt. -
Ashitaka,
22.06.2014, 20:24
- Hörmann und die Urschuld -
Nico,
22.06.2014, 18:03
- Der Wert (ist immer Relation) ist von der Verschuldung abhängig -
Ashitaka,
22.06.2014, 14:12
- Ein interessantes Interview! Vielen Dank an Ken Jebsen und Franz Hörmann! (oT)
