Hörmann und die Urschuld
Hallo Ashitaka!
Danke für die zustimmenden Worte, und eine kleine Anmerkung dazu.
Prof. Hörmann ist mir natürlich durchaus sympathisch, und ich zweifle nicht an seiner Integrität – ebenso wenig wie an jener von wohl nahestehenden Personen wie Andreas Popp oder derer aus der Wissensmanufaktur. Vielmehr begrüße ich deren Aktivitäten und hoffe auf deren Mut, weiterhin Aufklärung zu betreiben und natürlich auch die Mahnwachen weiter zu unterstützen. So fordert Hörmann eben auch „demokratische Zentralbanken“, was mir eine wichtige Gemeinsamkeit bedeutet.
Ansonsten erscheint es ja auch geradezu sprichwörtlich, dass genau jene den Wald nie gesehen haben, welche jeden einzelnen Baum vom Namen her kennen.
Da wir uns nun an dieser Stelle wieder begegnen, setze ich nun hier noch mal an dem Punkt an, um den es mir in der bereits angesprochenen Diskussion geht. Ich behaupte, dass alle Sachwerte ausschließlich als Mehrwert in die debitistische Welt Einzug halten, und den Mehrwert definiere ich dadurch, dass dieser eben genau das ist, was nicht vor-finanziert wurde. Deinen Versuch, dieser These nun beizukommen, und den Beweis zu führen, dass der Mehrwert ebenfalls vor-zu-finanzieren sei, sehe ich als bisher gescheitert an. So antwortest du auf meinen Hinweis
„Es geht um den Übergang, von noch nicht gebuchtem (nicht-debitistischem)
zu gebuchtem (debitistischem).“ (Nico)
folgendes:
„Ich verstehe diese Gedanken schon. Sie haben mich auch einige Zeit beschäftigt. Nur lass dir gleich sagen, dass es keinen Übergang gibt.“ (Ashitaka)
und
„Natürlich ist auch eine Stammesgemeinschaft vorfinanziert, jedes Lebewesen hat Termine vor sich, die es zu erfüllen gilt.“ (Ashitaka)
Bei dem Thema Vorfinanzierung kann es aber natürlich nur um gebuchte Schulden zwischen zwei Parteien gehen. So finden wir in dem Begriff der „Vorfinanzierung“ natürlich auch den Begriff der „Finanzen“. Dieser Begriff muss ausschließlich einer monetären Wirtschaft vorenthalten sein.
Wikipedia:
"Finanzen bezeichnet im allgemeinen Sinne Geldmittel und Vermögen(slage), im engeren Sinne die Einnahmen und Ausgaben eines Staates. In der WirtschaftsÂwissenschaft werden damit alle Aktivitäten „rund um Zahlen“ bezeichnet, neben der (Finanz-)Buchhaltung und dem daraus abgeleiteten Jahresabschluss auch die Kalkulation (Betriebsbuchhaltung); in der Regel wird damit auch die Finanzwirtschaft abgedeckt."
http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzen
Deshalb ist eine nicht-monetäre Stammesgesellschaft natürlich auch nicht vor-finanziert, und der Hinweis auf deren „Termine“ geht ins Leere.
Mir geht es in der gesamten Angelegenheit nur um die speziell in diesem Forum verbreitete Vorstellung, dass monetäres Wirtschaften prinzipiell auf ein Ponzi-Schema hinausläuft. Solch ein Ponzi-Schema kann erst recht nur auf monetären Schulden gründen. Davon abgesehen, dass deine Auskünfte nun eigentlich darauf hinauslaufen müssten, dass ja also nun das gesamte Universum seinem Schulden-GAU entgegen strebt, interessiert mich ausschließlich ein möglicher Beweis, dass monetäres Wirtschaften einem Wachstumszwang unterliegt. Auch hier könnte nur das Wachstum monetärer Schulden gemeint sein. Diese „zusätzlichen“ Schulden philosophierst du aber nur herbei, ohne zu erklären, wie diese zu konkreten Schulden werden würden.
Du lieferst dabei keinerlei Ansatz, wer denn nun systemisch gezwungen sein müsste, seine Forderungen beständig zu erhöhen. Wenn das aber doch geschieht, dann deutet das zunächst nur auf eine Störung der monetären Mechanik, welche prinzipiell auch zu beheben wäre. Den daraus abzuleitenden Anspruch möchte ich dann übrigens keines Falls durch eine unausgegorene Schulden-Philosophie untergraben sehen.
Seit ewigen Zeiten nagt der Zahn der Zeit an allem irdischen, und von Beginn an kommt das Leben diesem Verlust durch Aktivitäten der Reproduktion bei. In einer monetären Betrachtung entspricht der zu erzielende Mehrwert dieser Reproduktion. Ein monetärer Gewinn wird dabei stets vom Einzelnen erwünscht, weshalb aber niemand darauf angewiesen ist. So geht es bei solchen Betrachtungen ohnehin nur um willkürlich festgelegte Zeiteinheiten. So mag der Gewinn HEUTE notwendig sein, um die Rente von MORGEN zu sichern. Insgesamt läuft alles auf ein Kommen und Gehen hinaus, und nichts geht wieder, was nicht zuvor gekommen ist.
Schöne Grüße
--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...
gesamter Thread:
- Prof. Hörmann bei KenFM -
baisse-man,
18.06.2014, 21:06
- Ein interessantes Interview! Vielen Dank an Ken Jebsen und Franz Hörmann! (oT)
-
Nikolay,
19.06.2014, 01:54
- Viele Bäume, aber kein Wald -
Nico,
21.06.2014, 21:07
- Der Wert (ist immer Relation) ist von der Verschuldung abhängig -
Ashitaka,
22.06.2014, 14:12
- Hörmann und die Urschuld -
Nico,
22.06.2014, 18:03
- Loslassen, darum geht es in den meisten Unterhaltungen sobald der Debitismus den Raum betritt. -
Ashitaka,
22.06.2014, 20:24
- Systemimmanenter Wachstumszwang - Zarathustra, 23.06.2014, 10:57
- Loslassen, darum geht es in den meisten Unterhaltungen sobald der Debitismus den Raum betritt. -
Ashitaka,
22.06.2014, 20:24
- Hörmann und die Urschuld -
Nico,
22.06.2014, 18:03
- Der Wert (ist immer Relation) ist von der Verschuldung abhängig -
Ashitaka,
22.06.2014, 14:12
- Ein interessantes Interview! Vielen Dank an Ken Jebsen und Franz Hörmann! (oT)
