Gegensätzliche Bewegungen
Ich unterscheide hier zwischen rationalen Handlungen aufgrund von Verdachsmomenten und irrationaler Panik, die sich evtl. kaum von Zwangsverkäufen aufgrund von unmittelbarem Geldmangel unterscheiden lässt.
Rational aufgrund von Verdachtsmomenten mögen die Kursabstürze bei bestimmten Finanzwerten sein, denn da haben einige Häuser Vertrauen verspielt. Vertrauen ist die wichtigste Ressource im Bankgeschäft. Eine Bank, die sich einen Trickser-Ruf einfängt, ist wie ein Auomobilproduzent, dessen Autos unter dem Ruf spontanen Bremsversagens stehen.
Ob die Kursverluste in dieser Höhe bei allen Finanzwerten berechtigt sind, sei dahingestellt. Aber zumindest steht hinter dem Kursverfall der Finanzwerte eine wenigstens begrenzte Rationalität.
Was anderes sind die Kursabstürze der Aktien generell und der allgemeine Hass auf das marktwirtschaftliche System - und die Börse generell - der sich gerade entlädt. Weil die Börsenkurs immer wieder als Grund für Entlassungen und Lohnkürzungen im Gespräch war, ist sie jetzt der Sündenbock, obwohl die Börse an solchen Maßnahmen keine größere Schuld trägt, als das Thermometer an der Klimaerwärmung. Jetzt entlädt sich in den Foren die Genugtuung über den Absturz der bösen Börse und Todesphantasien des vermeintlich an allem schuldigen "kapitalistischen Systems" machen die Runde, wobei viele Endzeitthesen dem Wunschtraum der jeweiligen Propheten entsprechen.
Diese Sache stimmt traurig. Denn der eigentliche Kurssturz auf breiter Ebene, also auch bei Werten, die kaum oder gar nicht von der Immobilien"krise" betroffen sind, ist der Tatsache geschuldet, dass einige professionelle und stinkreiche Anleger sich verspekuliert haben und jetzt überstürzt verkaufen MÜSSEN, weil sie liquide Mittel brauchen. Eigentlich läge hier eine historische Chance für den "einfachen Mann", sich auf Kosten des Großkapitals mit preiswerten Anteilen an soliden deutschen Unternehmen einzudecken.
Aber genau diejenigen, die immer das Großkapital und die Ausbeutung des kleinen Mannes predigen, tun jetzt so, als würde die Endzeit bevorstehen, zu der man sich von Aktien loslösen möge wie der reuige Sünder von seinen Schandtaten. Als Absolution vor den Folgen der Immobilienblase wird dann auch noch Gold empfohlen, die wahrscheinlich blasenhafteste und am meisten überbewertete Geldanlage, die Otto Normalanleger überhaupt verkauft wird.
Im Prinzip macht mich das ein wenig traurig, weil hier diejenigen, die am meisten Jammern und zuweilen sogar auch einen Grund zum Jammern haben, vor lauter Depression und ökonomischen Amokphantasien selber Chancen verpassen um später wiederum zu jammern und zu klagen.
gesamter Thread:
- Erinnerungen an den 9/11 -
Jens,
23.01.2008, 04:33
- Erinnerungen an den 9/11 - Brodthuhn, 23.01.2008, 04:40
- 09/11? Nicht ganz so richtig - sensortimecom, 23.01.2008, 05:03
- ich stimme zu, das war nur der Anfang (oT)
-
Elli,
23.01.2008, 05:07
- Gegensätzliche Bewegungen -
Widu,
23.01.2008, 05:24
- Stimme (teilweise) zu ! -
Hasso,
23.01.2008, 10:51
- Auch die ändern nix am niedrigen Goldwert. -
Widu,
24.01.2008, 01:26
- Auch die ändern nix am niedrigen Goldwert.- auweia - nereus, 24.01.2008, 02:27
- Auch die ändern nix am niedrigen Goldwert. -
Widu,
24.01.2008, 01:26
- Stimme (teilweise) zu ! -
Hasso,
23.01.2008, 10:51
- Sind es vielleicht nur Ausländer die verkaufen ? - LenzHannover, 23.01.2008, 06:00
- Erinnerungen an den 9/11 - Diogenes2000, 23.01.2008, 06:04
