Auch die ändern nix am niedrigen Goldwert.
Hallo Hasso,
auch das Argument von den Südamerikanern, Russen etc., die vielleicht Gold mögen, entkräftet meines Erachtens nicht die These vom eigentlich wertlosen Gold.
Gold mag als Schmuck seinen Reiz haben, auch ich ziehe den Hut vor manchen Zeugnissen der Goldschmiedekunst. Nüchtern betrachtet sieht es aber folgendermaßen aus:
Die Goldförderung hat sich historisch gesehen drastisch nach oben bewegt. Als Amerika entdeckt wurde, waren die Europäer überrascht von den "riesigen Goldmengen" des neuen Landes. Tatsächlich wurden in den 100 Jahren nach der Entdeckung Amerikas auf dem gesamten Globus nur etwa 36 Tonnen im ganzen Jahrhundert gefördert. Heute fördert alleine die Grasbergmine in Indonesien (die eigentlich primär nach Kupfer sucht) als Nebenprodukt 500 Tonnen in einem Jahr.. Wenn wir uns noch verinnerlichen welche Fortschritte außerdem die Recyclings- und Aufbereitungstechnik macht, dann ist mittel- bis langfristig mit einer deutlichen Steigerung der Fördermengen zu rechnen.
Dem steht aber ein extrem niedriger Verbrauch gegenüber. Seit Menschengedenken wurde Gold wie kaum ein anderer Rohstoff stets nur zwischen Aufbewahrungsformen und Besitzern herumgereicht, aber so gut wie nichts wird verbraucht.
Der nachhaltige Verbrauch von Gold liegt bei etwa 500 Tonnen pro Jahr, der Verbrauch der Schmuckindustrie (der ja nicht nachhaltig ist) liegt netto bei etwa 1600-1800 Tonnen, wenn wir die Gewinne aus der Schmuckaufbereitung dagegen halten.
Wenn wir uns nun die Vorräte vergegenwärtigen, die alleine bei der in Barrenform verkaufsfertig vorliegenden Menge 50.000 Tonnen betragen, dann muss man sagen, dass Gold wie kein anderer Rohstoff alleine durch die Spekulation getragen wird. Das Saldo zwischen Goldförderung (Mienenförderung + Aufbereitung) und Goldverbrauch (Nachfrage der Anleger nicht mitgezählt, da diese ja nur spekulativ bevorraten) schwankt grob gesagt jährlich zwischen +500 und -500 Tonnen. Das heißt, dass die bereits geförderten Goldvorräte gut 100 Jahre lang halten. Und was für Mengen erst in 100 Jahren gefördert werden, steht in den Sternen. Allerdings geht die technische Entwicklung grundsätzlich den Weg, die Knappheiten bei teuren Materialien zu verringern.
Demnach wird Gold innerhalb der nächsten 30 Jahren höchstens durch Spekulanten seinen Wert erhalten können, aber niemals aus seinem Wert als Rohstoff heraus. Damit aber hat es als Wertspeicher die Qualität eines Kettenbriefsystems. So lange sich jemand findet, der mit einsteigt, steigt der Goldpreis oder behält jedenfalls seinen Wert. Im Falle eines größeren Verkaufs sinkt der Preis aber nachhaltig, denn Gold ist weitaus weniger knapp, als es mit Blick auf den Goldpreis den Anschein hat.
Zudem sollte man sich noch vergegenwärtigen, dass die vorhandene Goldmenge derzeit mit 1-2% pro Jahr wächst, also etwa im gleichen Maß wie die Weltbevölkerung.
Wir haben also auf der einen Seite bei Gold die so ziemlich größte Bevorratung, die es überhaupt bei irgendeinem Rohstoff gibt. Kaum ein Rohstoff wird in solchem Maße gehortet, dass alleine die schon geförderten Mengen auf Jahrzehnte ausreichen würden.
Dem steht eine immer ausgefeiltere Fördertechnik gegenüber, die mittelfristig immer höhere Fördermengen generiert. Damit ist rational kein Grund für einen steigenden Goldpreis vorhanden.
Es wird auch gerne angeführt, dass die Fördermengen gerade sinken würden. Dabei wird aber gerne vergessen, dass zwischen Exploration und Förderung 5-15 Jahre liegen. Das heißt, die derzeitigen Fördermengen spiegeln die Exploration zu Goldpreisen von 290-400 $ wider. Da der Goldpreis die letzten Jahre gestiegen ist, sind auch fallende Fördermengen kein Naturgesetz, sondern eher eine rein temporäre Erscheinung, die dem langfristigen Trend zuwiderläuft.
Nicht zuletzt wird bei Gold auch eines der wichtigsten Risiken gerade vernachlässigt: Die relativ einfache Fälschbarkeit. Es bestürzt mich ein wenig, dass viele Anleger nicht mal ihr Girokonto bei der Bank lassen wollen, weil sie den Banken misstrauen und sie vor lauter Misstrauen auch keine Aktien besitzen. Gerade das Gelbe Forum ist von Panik-Naturen regelrecht bevölkert.
Es sind aber teilweise die gleichen misstrauischen Menschen, die sich haufenweise Krügerrand-Münzen und ähnliches zulegen und bei der Echtheitskontrolle alleine auf die Überprüfung von Gewicht und Volumen vertrauen. Dass eine Fälschung mit Wolframkern auf diese Weise nicht erkannt werden kann und Wolfram auch in Osteuropa verfügbar ist, wird nicht bedacht. Hier wird einfach ein großes Risiko eingegangen, um einem verhältnismäßig kleinem Risiko aus dem Weg zu gehen. Das ist das Traurige.
gesamter Thread:
- Erinnerungen an den 9/11 -
Jens,
23.01.2008, 04:33
- Erinnerungen an den 9/11 - Brodthuhn, 23.01.2008, 04:40
- 09/11? Nicht ganz so richtig - sensortimecom, 23.01.2008, 05:03
- ich stimme zu, das war nur der Anfang (oT)
-
Elli,
23.01.2008, 05:07
- Gegensätzliche Bewegungen -
Widu,
23.01.2008, 05:24
- Stimme (teilweise) zu ! -
Hasso,
23.01.2008, 10:51
- Auch die ändern nix am niedrigen Goldwert. -
Widu,
24.01.2008, 01:26
- Auch die ändern nix am niedrigen Goldwert.- auweia - nereus, 24.01.2008, 02:27
- Auch die ändern nix am niedrigen Goldwert. -
Widu,
24.01.2008, 01:26
- Stimme (teilweise) zu ! -
Hasso,
23.01.2008, 10:51
- Sind es vielleicht nur Ausländer die verkaufen ? - LenzHannover, 23.01.2008, 06:00
- Erinnerungen an den 9/11 - Diogenes2000, 23.01.2008, 06:04
