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Dabei sollte man immer eine Gedankenfalle beachten. Mal vom Hauptweg weg.

prinz_eisenherz, Sonntag, 30.03.2008, 06:00 (vor 6520 Tagen) @ pluschmouse

Hallo,
die Gedankenfalle ist einfach, aber nicht naheliegend.
Die Arbeitslosenzahlen, ob offiziell oder die mit ABM – Tätigkeiten, die beziehen sich immer auf die Menge der Menschen die eine Arbeit nachfragen !!.

Weiter quer gedacht kommt man zu einer eigenartigen, für manche erschreckenden Feststellung. Arbeit als das höchste aller Gefühle angenommen, einfach mal alle Menschen im arbeitsfähigen Alter in Deutschland gerechnet und eiskalt vorausgesetzt, das die auch alle als potenzielle Arbeitssuchende gezählt werden. Sodann die tatsächlich Zahl der Menschen mit Arbeit dagegengesetzt, dann sind es keine 5% und auch keine 10 % Arbeitslose, dann muss ich schwer schätzen, ohne nicht das Internet zu durchforsten. Ich versuche es mal:

Bei 80 Millionen Menschen in Deutschland gehe ich davon aus, das etwa 2/ 3 arbeitsfähig sind, in einem Alter von 16 Jahren bis 65 Jahren, die Selbständigen herausgeschätzt, was bedeutet, das dem Arbeitsmarkt rund 40 Millionen Menschen zugerechnet werden müssen.

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer im Dez. 2007 waren 27 Millionen Bürger.
40 Millionen Arbeitssuchende - 27 Millionen Beschäftigte = 13 Millionen Arbeitslose

13 Millionen Arbeitslose zu 40 Millionen Arbeitsfähige entsprechen etwa 33% Arbeitslose. Eigentlich eine krasse Zahl, wenn man sich mal dem Thema Arbeit außerhalb der normalen, gewohnten statistischen Rituale zuwendet.

Nebenbemerkung:
Die deutlich höheren Arbeitslosenzahlen nach der Wiedervereinigung in den Ostländern von Deutschland resultierten nicht nur aus dem Abbau von Industrie und Verwaltung dort, sondern in bemerkenswerter Höhe auch aus der enormen Nachfrage der Menschen nach Arbeit. Arbeit war und ist im Sozialismus ein besonderes Merkmal dieser Staatsform. Absolut gesetzt als "Arbeit für alle", ein Grundrecht auf Arbeit, wie es unsere unheilbar kranken deutschen Schöndenker nach der Vereinigung immer wieder forderten. Wer keine Arbeit hatte oder sie nicht überzeugend nachfragte, der war eher ein Außenseiter, hatte eventuell einen klaren Eintrag in seiner Kaderakte, in der vieles stand u.a. auch, das der Kandidat für eine Arbeit, der ein Alkoholkranker ist.

Bitte jetzt keine großartigen Hasstiraden in meine Richtung, solche und noch ganz anderer Kaderakten, die bei einer Bewerbung zu einer Arbeit vorgelegt werden mussten, die habe ich mehrfach selbst zur Kenntnis genommen. Trunkenheit, als ausschließendes Merkmal, war eher noch eine harmlosen Eintragung in diesem Dokument. Westkontakte konnte dort auch schon mal hinein gekritzelt worden sein. Das jedoch war für einen Ingenieur, einen Akademiker das KO–Kriterium bei der Stellensuche. Stimmt, in meiner beruflichen Aufbauarbeit, unmittelbar von 1989 bis etwa 1994 im Bezirk Lichtenberg, in Berlin – Ost, da habe ich vieles von dem tatsächlichen Sittengemälde der DDR gelernt.

Aber klammern wir diesen bekannten, sozialistischen, gesellschaftlichen Ansatz mal aus und ich frage unverblümt, gibt es für 40 Millionen arbeitsfähiger Menschen in Deutschland wirklich Arbeit? Ist diese Extrembetrachtung zur Arbeit, zur Arbeitslosigkeit unnütz? Ich kann es nicht sagen. Jedoch, um den Mythos Arbeit mal etwas weniger gefühlsbeladen zu betrachten, dafür kann diese Überlegung schon seinen besonderen Reiz hergeben.

alles Gute
eisenherz

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  • Warum gibt es bloss so wenige Arbeitslose, keine Ironie! - pluschmouse, 30.03.2008, 04:00 [*]
    • selten mitgezählt werden - GutWetterTrader, 30.03.2008, 04:18
    • Staatsdiener, und 13% sind es ja schon - Burning_Heart, 30.03.2008, 05:58
    • Dabei sollte man immer eine Gedankenfalle beachten. Mal vom Hauptweg weg. - prinz_eisenherz, 30.03.2008, 06:00
      • ein paar Zahlen dazu - dieter, 30.03.2008, 07:39
        • geschönt!! - cassi, 30.03.2008, 08:02
          • vergiß es - dieter, 30.03.2008, 08:30
        • und trotzdem wird viel weniger gearbeitet - dieter, 30.03.2008, 08:09
          • War das nicht... - cassi, 30.03.2008, 08:30
          • Und hier die offizielle Statistik, Destatis hilft weiter - Mephistopheles, 30.03.2008, 11:14
            • hier die Daten etwas genauer - dieter, 30.03.2008, 11:28
              • Statistisches Taschenbuch wimmelt von Fehlern, einfach mal nachgerechnet! - Taxass, 30.03.2008, 16:25
                • die nehmen eine unbekannte Basis - dieter, 31.03.2008, 00:44
          • Faulheit? - fridolin, 30.03.2008, 12:25
            • Generationen-Gerechtigkeit - dieter, 30.03.2008, 13:57
        • So war das aber nicht geplant, ich muss schwer nachfragen. - prinz_eisenherz, 30.03.2008, 10:32
          • @Prinz: Du bringst mal wieder alles durcheinander - Mephistopheles, 30.03.2008, 11:39
            • Beamte arbeiten wiklich nicht, die verzehren sich bei ihrem DIENST für den Bürger - prinz_eisenherz, 30.03.2008, 12:26
          • sogar ich zähle dazu - dieter, 30.03.2008, 12:02
    • ... weil nur Arbeit Mehrwert erzeugt - Melethron, 30.03.2008, 06:05
      • Frage: Wie schaffen es Otto Walkes, Udo Lndenberg einen Mehrwert zu erzeugen? (oT) [ [ kein Text ] ] - prinz_eisenherz, 30.03.2008, 06:11
        • Tun sie doch garnicht, aber ein Teil des erwirtschafteten Mehrwerts landet eben bei ihnen.... (mT) - Melethron, 30.03.2008, 06:40
          • Dann folgt daraus, das sie auch nicht arbeiten, aber was machen die dann? (oT) [ [ kein Text ] ] - prinz_eisenherz, 30.03.2008, 07:10
            • Stichwort: konkrete Arbeit - Melethron, 30.03.2008, 08:56
              • Was ist mit einer Mutter, mit einem konkreten Kind, mit der Kindererziehung, arbeitet die konkret oder hat die Spaß? (oT) [ [ kein Text ] ] - prinz_eisenherz, 30.03.2008, 12:40
                • das is dann zwar konkrete arbeit, aber keine abstrakte arbeit da eben nicht bezahlt....also das genaue gegenteil ;) (oT) [ [ kein Text ] ] - Melethron, 30.03.2008, 13:03
    • Sehr gute Frage! - sensortimecom, 30.03.2008, 07:24
    • Nu kommt der fränkische Müllermeister und behauptet "Vollbeschäftigung" ist machbar - Jermak, 30.03.2008, 12:08
      • Wenn die Nachfrage nach Arbeit auf Null sinkt, dann gibt es Vollbeschäftigung. (oT) [ [ kein Text ] ] - prinz_eisenherz, 30.03.2008, 12:43
      • Errinnert mich an irgendwas. Hmm, Wirtschaftskrise und einer der Vollbeschäftigung verspricht... (oT) [ [ kein Text ] ] - Melethron, 30.03.2008, 13:25
    • Ganz Grundsätzlich - chiron, 30.03.2008, 14:54

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