Das Buch - @Lex
Guten Tag Lex,
ja man kann heute nicht kritisch genug sein bei der Auswahl der Quellen und der Zitate und Schlussfolgeru
Zu schnell wird ein gezielter Schuss zum Querschläger oder geht nach hinten los. Und natürlich wird heute
gefälscht und gelogen, dass sich die Balken biegen. Deine Zweifel sind also durchaus berechtigt. Ich erlaub
deshalb noch ein paar weitergehende Ausführungen – auch dazu, warum ich den Bericht zumindest in seine
Aussagen für echt halte.
Was nun das konkrete Buch angeht ist es nicht ungewöhnlich, dass Taschenbücher eher keinen oder nur
vorübergehend Eingang in Bibliotheken finden. Dass diese dann und später eher selten auf Flohmärkten zu
finden sind, ist Normalität – insbesondere dann, wenn sie zum Zeitpunkt des Erscheinens Inhalte beschreib
die kaum jemand interessieren oder nur bestimmte Interessentengruppen ansprechen. Irgendwann sind sie
einfach nicht mehr verfügbar. Vergleichbar mit dem riesigen Berg von DDR-Literatur oder Büchern aus de
Reich, die z. T. indexiert wurden und/oder einfach aus den Bibliotheken verschwanden.
Ich befürchte auch, dass Dir nachstehender Link zu eben diesem Buch nicht genügen wird. Da ich als Mitle
keine private Bild des Buches einstellen kann (darf), habe ich wegen Deiner Zweifel, beim Fischerverlag
(Rechtsnachfolger vom Scherz-Verlag) nachgefragt, warum das Buch zwar eine ASIN ( B0000BT7QY ) ab
keine ISBN hat. Die Antwort werde ich hier einstellen (bzw. über den Chef) an Dich weiterleiten.
Hier zunächst mal der Link: http://www.buchflohmarkt.com/autor/Leonard_C._Lewin.html
***
Erinnerst Du Dich an die Zeiten, so um 1967 bis etwa 1970?
(Ich weiß nicht, wie alt/jung Du da warst
" /> ),
Da tobte der Vietnamkrieg. Und da war auch schon Klimawandel mit „Prager Frühling“ und Tauwetter dur
die Ostverträgen mit Polen und zur Oder-Neiße-Grenze und auch SALT 1 und andere Ereignisse, aber da g
auch die Ankündigung der nächsten, unmittelbar bevorstehenden Eiszeit.
Der Club of Rome und die Grenzen des Wachstums waren damals untergeordnetes Thema. Die Medien
beschränkten sich in dieser Zeit eher auf eine Auswahl aus dieser Problematik. Es gab andere, ergiebigere
Themen. An Internet für alle war nicht zu denken. Immerhin war Bill Gates noch 1981 der Ansicht, dass 64
kBit für jeden genügen. Die Recherchemöglichkeiten und auch die Fälschungsmöglichkeiten eher begrenzt
Ich kann mir gut vorstellen, dass in dieser Zeit die Frage: „Was kommt nach einem 3. Weltkrieg“ entsprech
dem Analogon der Brechtschen Definition der punischen Kriege keiner Antwort bedurfte und jedermann kl
war. Es bestand allgegenwärtige Angst…
Alternative Fragen, wie denn eine Welt ohne Krieg funktionieren solle, konnten nicht mal pauschal beantw
werden. Es fehlten schlicht die Überlegungen zu einer solchen Situation.
Insoweit halte ich den Zeitpunkt der Entstehung, die Lokalität (na, nicht den Bunker J ) und das Thema de
Mountain-Reports durchaus für real.
Es gibt vom Club of Rome eine Reihe von Berichten aus dieser Zeit u. a. 1971 über die Grenzen des
Wachstums. Zwanzig Jahre später war es der Bericht zur Lage der Welt (deutsche Ausgabe: Die erste glob
Revolution, ISBN 3-442-12450-4).
Der Bericht des CoR zur Lage der Welt wurde also etwa 25 Jahre nach dem Mountain-Report veröffentlich
Er ist heute ebenfalls fast 20 Jahre alt, ist aber von den dort dargelegten Zielen nicht weniger aktuell, wie d
Mountain-Report von 1967.
Der Unterschied: Der Report gibt die einzige tragfähige Alternative vor, während der (die) Berichte(e) auf
Basis die Wege und Ziele, Konsequenzen und Probleme, beschreiben - für eine Zeit des Überganges zu ein
dauerhaften Friedens und dem Ersatz des Kriegssystems.
Ob dies tatsächlich „ALTERNATIVLOS“ ist, möchte ich nicht kommentieren.
Ein paar Anmerkungen zu dem CoR-Bericht:
Kapitel: Das Vakuum,
S.127 (Hervorhebungen von mir) …
Zitat: „... Können wir ohne Feinde Leben? Alle Staaten waren bisher so daran gewöhnt, ihre Nachbarn in F
ersonnen, neue Waffen entwickelt werden. [/b]Die neuen Feinde sind sicher von anderer Art, und man find
sie anderswo, doch sie sind deshalb nicht weniger real. Sie bedrohen die ganze Menschheit, und sie heißen,
Verschmutzung, Wasserknappheit, Hunger, Unterernährung, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit…“
Nun das ist keine Neuigkeit aus dem Jahre 1991 und bedarf selbstredend einer Lösung – notfalls auch
pragmatischer Art.
Nur leider gibt es da nicht wegzudiskutierende Probleme:
ebenda S.129
Zitat: „… In ihrer heute praktizierten Form ist die Demokratie für die vor uns liegenden Aufgaben nicht me
besonders gut geeignet. … Nur wenige amtierende Politiker sind sich der globalen Natur der anstehenden
Probleme ausreichend bewusst, und sie haben nur eine schwache oder gar keine Ahnung von der Verflechtu
der Probleme… Aber die *Krise des gegenwärtigen demokratischen Systems *darf nicht als Entschuldi
herhalten, dass die Demokratie als solche abzulehnen ist. …
Sachkundige Diskussionen … finden in der Regel im Radio oder im Fernsehen statt, nicht im Parlament…
öffentliche Meinung steht immer weniger hinter den gewählten Volksvertretern.“
Bestätigte damit der CoR schon vor zwanzig Jahren, dass in den Parlamenten nur noch großes Kino abläuft
Scheint so, denn er Club of Rome gab dazu im o. a. Bericht die Handlungsempfehlung
ebenda S.176
Zitat: „… Noch dringender ist das Erfordernis, ein hochrangiges, kompetentes Gremium einzurichten, wel
eingehend und über einen langen Zeitraum hinweg die Auswirkungen der globalen Verschmutzungseffekte
die Wirtschaft, die Gesellschaft und den einzelnen untersucht … Wir machen deshalb den Vorschlag, *di
Gelegenheit zum Bruch mit einer institutionellen Tradition zu nutzen und eine Gruppe hervorragender Poli
verstärkt durch Persönlichkeiten aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzuführen. …“ *
Schließlich reiche es nicht aus, (ebenda S.175)
Zitat: „… diese Aufgabe, die so entscheidend wichtig für die Zukunft der Menschheit ist, einer rein aus
Politikern zusammengesetzten Gruppe zu übertragen, …“
Das heißt nichts anderes, dass jede gewählte Demokratieart für die Bewältigung der Probleme ungeeignet i
weil … siehe oben.
Zitat: „… Darüber hinaus schlagen wir regelmäßige Zusammenkünfte von Industrieführern, Bankiers und
Regierungsvertretern aller fünf Kontinente vor …“
Diese Aufzählung ist vollständig und die strategische Interessenlage damit eindeutig. Nationale Interessen
Befindlichkeiten werden somit nachrangig.
Die bereits von Adam Smith beschrieben Voraussetzungen werden auf diese Weise geschaffen: Die
Konzentration von wirtschaftlichen Vermögen in möglichst wenigen Händen und großen transnationalen
Unternehmen wird ermöglicht, wie schon in der so genannten "Triple Revolution" (Lyndon B. Johnson)
beispielhaft ankündigt.
Interessant ist dabei, dass mit dem faktischen Abschluss der Verteilung allen Vermögens der Boden für die
Machtergreifung einer neuen Art von Aristokratie bereitet ist. Diese steht nicht an für Vermögen, sondern
für „an ursprünglicher Kraft reichen Menschen“ (vergl. Charles Baudelaire).Dort stört die Demokratie in je
Form und verkommt zur leeren Hülle. Ob dies nun wirklich schlecht und erstrebenswert ist, vermag ich nic
übersehen. Andererseits müssen auch in einer friedlichen Welt Massen unter zu Kontrolle gehalten werden
im extrem wiederum auf eine universelle Kontrolle der Gesellschaft hinausläuft.
Auf den Mountain-Report könnte auch ein Artikel der Professoren Capra und Hayes im GP-Magazin
anlässlich des 15jährigen Bestehens von Greenpeace hinweisen. In dem Artikel steht u. a., dass das (wörtlic
„Kriegsystem“, dass dem alten Wertesystem zugrunde liege, durch ein neues, ökologisches ersetzt werden
Zitat: „ … Wir sehen den Aufstieg des ökologischen Bewusstseins als Teil des grundlegenden Wandels der
Weltsicht, die unsere Gesellschaft gegenwärtig umformt“.
Dies ist jedoch begrifflich als auch inhaltlich der Tenor der einzig als tragfähig befundenen Alternative des
Reports. Er kann durchaus auch aus dieser Zeit stammen und wäre dann trotzdem über 25 Jahre alt.
Warum wohl mir gerade jetzt die F.D. Roosevelt zugeschriebene Äußerung einfällt…
„In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf
*****
Soweit ein paar Schlaglichter, die mehr oder weniger direkt auf die Authentizität des Reports hinweisen. A
die Erscheinungsform als handliches Taschenbuch ist für schnelle Verbreitung an Interessierte für durchaus
plausibel, wenn man dabei die üblichen schriftstellerischen Freiheiten akzeptieren kann. Das ist bei den
Veröffentlichungen des Club of Rome durch Alexander King und Bertrand Schneider nicht anders. Sacharo
Havel, Whei u. a. wähl(t)en vergleichbare Wege für ihre Botschaften.
Gruß
Nullmark
gesamter Thread:
- Wer waren die Unterzeichner des gefälschten Weltklimaberichtes? -
goldolymp,
03.08.2011, 18:09
- Korrigierter Link zum Artikel "Wer waren die Unterzeichner des gefälschten Weltklimaberichtes?"... - HW71, 03.08.2011, 18:58
- Hier noch ein weiterer Link zu diesem Komiker -
Zarathustra,
03.08.2011, 20:27
- Definition eines Komikers -
Elli,
03.08.2011, 21:27
- Einen Atomterroristen -
Zarathustra,
03.08.2011, 21:30
- Atomterrorist - Elli, 04.08.2011, 12:57
- Witz ;-) - moneymind, 03.08.2011, 22:53
- Einen Atomterroristen -
Zarathustra,
03.08.2011, 21:30
- Definition eines Komikers -
Elli,
03.08.2011, 21:27
- Ich weiß nicht, ich weiß nicht… von Nullmark -
Leserzuschrift,
05.08.2011, 11:42
- Wurde das Buch überhaupt zum angegebenen Zeitpunkt geschrieben? -
Lex Mercatoria,
05.08.2011, 23:47
- Das Buch - @Lex -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:50
- Victor Navasky stellt klar: -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:52
- Super - herzlichen Dank für Deine Mühen! - Lex Mercatoria, 07.08.2011, 00:15
- ISBN - Romeo, 06.08.2011, 21:12
- Victor Navasky stellt klar: -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:52
- Deutsche Nationalbibliothek -
Orlando,
07.08.2011, 05:53
- Die Pflichtablieferungsverordnung der Deutschen Nationalbibliothek -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 12:26
- Nur zur Ergänzung -
Orlando,
07.08.2011, 14:48
- Danke - und noch eine Frage zur "grauen Literatur" -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 17:31
- Sorry, da muß ich passen. (oT)
-
Orlando,
07.08.2011, 19:58
- Sorry, da muß ich passen. (oT)
- Danke - und noch eine Frage zur "grauen Literatur" -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 17:31
- Nur zur Ergänzung -
Orlando,
07.08.2011, 14:48
- Nach nochmaliger Recherche - bisherige Aussagen müssen leider relativiert werden! - Lex Mercatoria, 08.08.2011, 20:16
- Die Pflichtablieferungsverordnung der Deutschen Nationalbibliothek -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 12:26
- Das Buch - @Lex -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:50
- Wurde das Buch überhaupt zum angegebenen Zeitpunkt geschrieben? -
Lex Mercatoria,
05.08.2011, 23:47
