Super - herzlichen Dank für Deine Mühen!
Hi Nullmark!
Du hast in Deiner ersten Antwort geschrieben:
Was nun das konkrete Buch angeht ist es nicht ungewöhnlich, dass Taschenbücher eher keinen oder nur
vorübergehend Eingang in Bibliotheken finden. Dass diese dann und später eher selten auf Flohmärkten zu
finden sind, ist Normalität – insbesondere dann, wenn sie zum Zeitpunkt des Erscheinens Inhalte beschreib
die kaum jemand interessieren oder nur bestimmte Interessentengruppen ansprechen. Irgendwann sind sie
einfach nicht mehr verfügbar.
Ja, das ist mir durchaus bewusst. Leider lässt sich eben genau dieser Umstand sehr gut dazu missbrauchen, Literatur "unauffällig zu platzieren", um danach wie zufällig so ein Buch auszugraben und zu sagen: Ja da schau her, was für ein interessantes Buch!
Ansonsten vielen lieben Dank für Deine Erläuterungen in der ersten Antwort, um die Frage zu vertiefen, ob der Buchinhalt (entsprechend dem damaligen Zeitgeist) als grundsätzlich plausibel erachtet werden kann. Ich kann Deine Argumentation nachvollziehen und da auch mitgehen.
(...) hatte zu
dem auch den Sprachstil der
Denkfabriken nachgeahmt und auch das Wirrwarr in einer Unmenge von
Fußnoten in ihren Stil übernommen.
Dabei waren fast alle Fußnoten (bis auf zwei) real. Diese dienten
schließlich der Absicherung für den Fall, dass
wirklich jemand auf die Idee käme, den Schwindel aufdecken zu wollen.
Interessanter Weise hielten zahlreiche
Personen, vor allem aus Regierungskreisen und solche die mit Stil und
Ausdrucksweise der Bürokratie vertraut
waren, den Bericht für authentisch. Damit sollte zunächst mal
feststehen, dass der Report echt ist.
Die große Frage ist, ob die Personen aus den Regierungskreisen, die den Bericht als echt erachteten, überhaupt einen zu dem Buchinhalt korrespondierenden realen Inhalt kannten (Stichwort Halbwissen), oder aber nur auf Grund des authentischen Buchstils bereits in den Empörungsmodus übergingen. Aus der damaligen Empörung der Regierungspersonen lässt sich deshalb aus meiner Sicht nicht sicher auf eine gute Trefferquote des Buches im Hinblick auf reale Gegebenheiten schliessen.
Ich würde mir in meinem beruflichen Umfeld (sehr komplex, weil sehr viele Menschen) durchaus zutrauen einen Text zu verfassen, der gezielt mit den üblichen internen Gepflogenheiten und Stilmitteln spielt, und damit viel Authentizität erzeugt. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gäbe es auch - bei entsprechend konstruierter Brisanz des Inhaltes - ein großes Gezeter...und zwar ausgehend von Menschen, denen der bloße Anschein der Echtheit bereits völlig genügen würde, um laut "So ein Skandal!" zu schreien. Überkomplexe Menschennetzwerke machen so etwas eben jederzeit möglich, weil dort gefährliches Halbwissen und geflissentliches Nachplappern weit verbreitet sind!
Navaski kommt zu dem Schluss:
„ Lewins gelungene Parodie der Sprach – und Denkweise der Denkfabriken
mit ihrer schwerfälligen Objektivität
und ihrer scheinbar wertfreien Herangehensweise an Probleme mit hoher
moralischer Tragweite unterstreicht
den Aberwitz, eine gemäßigte Rede mit Glaubwürdigkeit zu verwechseln
und so genannter Wertneutralität einen
unantastbaren Stellenwert in der öffentlichen Diskussion zuzuweisen. …
Der Bericht stellt zu dem die ewige Frage, wann Satire die Wirklichkeit
übertrifft. …
Ja, absolut! Allerdings sollte man nicht den Fehler machen, und dem Output der Denkfabriken eine größere Bedeutung beimessen, als dieser tatsächlich hat. Denn sowohl in der Wissenschaft, als auch in Politik, sind Thinktank-Ergebnisse allenfalls Beimengungen für die Entscheider, aber niemals zentrale und alleinige Handlung- und Entscheidungsgrundlage.
Letztlich stellt die Tatsache, dass die ultrarechten
Verschwörungstheoretiker, die sich in ihre Paranoia
hinsichtlich des Machtmissbrauchs und der Geheimniskrämerei der Regierung
bestärkt sehen, Lewins
Gedankenspiele ebenso ernst nehmen, wie die Denkfabriken selbst, die
besorgniserregendste Konsequenz dar…
Ich lasse ja in diesem Zusammenhang immer wieder meine These anklingen, dass sich die um Aufklärung und Wahrheit bemühten "Investigatoren" erstaunlicherweise nicht allzu sehr von den Geheimniskrämern unterscheiden, die sie auf's Korn nehmen
...beide Seiten scheinen die fatale Neigung zu haben, zu viel Wichtigkeit und Bedeutsamkeit in bestimmte Sachverhalte legen zu wollen (gelegentlich auch in ihr eigenes Tun).
Vielen Dank + viele Grüße
Lex
--
Disclaimer:
Article might contain explicit depictions of real things.
These real things are commonly known as life.
If it sounds sarcastic, don't take it seriously.
If it sounds dangerous, don't try it at home.
If it offends you, don't read it.
gesamter Thread:
- Wer waren die Unterzeichner des gefälschten Weltklimaberichtes? -
goldolymp,
03.08.2011, 18:09
- Korrigierter Link zum Artikel "Wer waren die Unterzeichner des gefälschten Weltklimaberichtes?"... - HW71, 03.08.2011, 18:58
- Hier noch ein weiterer Link zu diesem Komiker -
Zarathustra,
03.08.2011, 20:27
- Definition eines Komikers -
Elli,
03.08.2011, 21:27
- Einen Atomterroristen -
Zarathustra,
03.08.2011, 21:30
- Atomterrorist - Elli, 04.08.2011, 12:57
- Witz ;-) - moneymind, 03.08.2011, 22:53
- Einen Atomterroristen -
Zarathustra,
03.08.2011, 21:30
- Definition eines Komikers -
Elli,
03.08.2011, 21:27
- Ich weiß nicht, ich weiß nicht… von Nullmark -
Leserzuschrift,
05.08.2011, 11:42
- Wurde das Buch überhaupt zum angegebenen Zeitpunkt geschrieben? -
Lex Mercatoria,
05.08.2011, 23:47
- Das Buch - @Lex -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:50
- Victor Navasky stellt klar: -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:52
- Super - herzlichen Dank für Deine Mühen! - Lex Mercatoria, 07.08.2011, 00:15
- ISBN - Romeo, 06.08.2011, 21:12
- Victor Navasky stellt klar: -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:52
- Deutsche Nationalbibliothek -
Orlando,
07.08.2011, 05:53
- Die Pflichtablieferungsverordnung der Deutschen Nationalbibliothek -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 12:26
- Nur zur Ergänzung -
Orlando,
07.08.2011, 14:48
- Danke - und noch eine Frage zur "grauen Literatur" -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 17:31
- Sorry, da muß ich passen. (oT)
-
Orlando,
07.08.2011, 19:58
- Sorry, da muß ich passen. (oT)
- Danke - und noch eine Frage zur "grauen Literatur" -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 17:31
- Nur zur Ergänzung -
Orlando,
07.08.2011, 14:48
- Nach nochmaliger Recherche - bisherige Aussagen müssen leider relativiert werden! - Lex Mercatoria, 08.08.2011, 20:16
- Die Pflichtablieferungsverordnung der Deutschen Nationalbibliothek -
Lex Mercatoria,
07.08.2011, 12:26
- Das Buch - @Lex -
Leserzuschrift,
06.08.2011, 20:50
- Wurde das Buch überhaupt zum angegebenen Zeitpunkt geschrieben? -
Lex Mercatoria,
05.08.2011, 23:47
