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Europa ist ein bisschen älter

Weiner, Mittwoch, 14.05.2014, 11:21 (vor 4340 Tagen) @ Gaby
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 14.05.2014, 11:40

Dem Forum einen guten Morgen!

Europa ist seit 8000 Jahren eine kulturelle, ökonomische und zivilgesellschaftliche Einheit, seit etwa zwei Jahrtausenden auch eine politische.

Die ostrheinischen germanischen Stämme haben ziemlich genau vor 2000 Jahren die Idee der Freiheit in die erste politische Gesamtstruktur Europas, das römische Kaiserreich, wieder eingebracht, nachdem die späte römische Republik den starken Männern (Sulla, Cäsar, Augustus) erlegen, die griechische Idee der Demokratie in Vergessenheit geraten war. Durch den Aufstand unter Führung des Arminius blieb das rechtsrheinische Europa eine selbständige politische und kulturelle Kraft, die aufgrund ihrer inneren Stärke hinfort das Geschehen in Europa indirekt dominierte.

Deutschland, die Schweiz und Österreich konnten außerdem die damals übliche freiheitliche Bundesstruktur der Stämme und Regionen bis heute bewahren. Das ist wohl einzigartig auf diesem Planeten. Als Arminius aufgrund seiner Leistung und Autorität daran dachte, sich als (dauerhaften) König ausrufen zu lassen, hat man ihn ermordet. Ich darf diese Dinge bitte auch erwähnen, da die entscheidenden Schlachten sich dieser Tage zum 2000sten Male jähren: in der Schlacht von 0016 wurde die schwangere Frau von Arminius gefangen genommen, nach Rom verbracht und dort öffentlich vorgeführt. Sie hieß Thusnelda - von ihrem Namen stammt wohl der Ausdruck Tussi, der eine Beleidigung für sie und alle Frauen ist.

Europa hat sich in der Folgezeit als der kulturell aktivste Kern der Menschheitsgeschichte etabliert (vermutlich war er das auch schon früher, aber das führte hier zu weit). Dies war nur möglich durch den fortlaufenden inneren Wettbewerb, der durch die kleinräumige Vielfalt gefördert wurde - bei aber überschaubarer, auch verkehrsmäßig gut erschlossener Einheit. Bezogen auf die Bevölkerungszahl haben in Spätmittelalter und Renaissance wohl mehr deutsche Studenten in Italien studiert als heute ...

Früh hat man versucht, dieser Einheit auch politisch Ausdruck zu verschaffen, doch wurde bis heute die richtige Formel für ein Gleichgewicht der Kräfte noch nicht gefunden. Einige Beispiele für derartige Integrationsbemühungen finden sich unten (Wikipedia-Links mit kurzen Auszügen). Sie sollten uns anspornen, an dieser Sache weiter zu arbeiten (und ich danke dem Forum an dieser Stelle, dass es die Fahne der Gedanken- und Redefreiheit so tapfer hoch hält!).

Die nächsten 7 Jahre werden Möglichkeiten bieten, die uralte europäische Idee weiterzuentwickeln, es wird aber Anstrengungen kosten, die den Opfern unserer Vorfahren für die selbe Sache nicht nachstehen werden.

Herzliche Grüße, Weiner

nachfolgend Zitate und Nachweise zu:
Heiliges Römisches Reich (deutscher Nation)
Friede von Westfalen
Kants Schrift vom Ewigen Frieden
Enzyklika Pacem in Terris
Schlußakte von Helsinki

http://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich

Seit der Frühen Neuzeit war das Reich strukturell nicht mehr zu offensiver Kriegsführung, Machterweiterung und Expansion fähig. Seither wurden Rechtsschutz und Friedenswahrung als seine wesentlichen Zwecke angesehen. Das Reich sollte für Ruhe, Stabilität und die friedliche Lösung von Konflikten sorgen, indem es die Dynamik der Macht eindämmte: Untertanen sollte es vor der Willkür der Landesherren und kleinere Reichsstände vor Rechtsverletzungen mächtigerer Stände und des Kaisers schützen. Da seit 1648 auch benachbarte Staaten als Reichsstände in seine Verfassungsordnung integriert waren, erfüllte das Reich zudem eine friedenssichernde Funktion im System der europäischen Mächte. [[Eintrag von mir: auf dem Konzil von Konstanz wurde zum ersten Male nach Nationen abgestimmt]]

http://de.wikipedia.org/wiki/Westf%C3%A4lischer_Friede

Der Friede von Münster, Osnabrück und Nürnberg wurde zum Vorbild für spätere Friedenskonferenzen, da er dem Prinzip der Gleichberechtigung der Staaten, unabhängig von ihrer tatsächlichen Macht, zur Durchsetzung verhalf. Die reichsrechtlichen Regelungen des Friedens von Münster, Osnabrück und Nürnberg wurden zu Bestandteilen der Verfassungsordnung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zu dessen Ende im Jahr 1806. Zugleich trug der allgemeine Friede – die pax universalis – von Münster und Osnabrück zur gesamteuropäischen Stabilität bei, da sich spätere Friedensschlüsse bis zur Französischen Revolution immer wieder an ihm orientierten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zum_ewigen_Frieden

So geht die neuzeitliche Bedeutung des Begriffs Frieden entscheidend auf Kants hierin vorgestellte Theorien zurück .... In Form eines Friedensvertrages wendet Kant seine Moralphilosophie auf die Frage der Politik nach dem Frieden zwischen den Staaten an. Auch hier gilt es, von der Vernunft geleitete Entscheidungen zu treffen und nach Gerechtigkeit zu trachten. Dabei stellt er klar, dass der Frieden kein natürlicher Zustand für den Menschen sei und deshalb gestiftet werden müsse. Die Gewährung des Friedens sei Sache der Politik, welche sich der Idee eines allgemeingültigen Rechtssystems unterzuordnen habe; denn so heißt es im Anhang: Das Recht der Menschen muß heilig gehalten werden, der herrschenden Gewalt mag es auch noch so große Aufopferung kosten. Dem Despotismus erteilt Kant eine Absage. Bekannt geworden sind die Ideen des Völkerrechts, das die Verbindlichkeit der zwischenstaatlichen Abkommen fordert, und die Ausrichtung des Friedens als völkerrechtlichen Vertrag. In den internationalen Beziehungen wird „Zum ewigen Frieden“ den liberalen Theorien zugeordnet. Die Charta der Vereinten Nationen wurde wesentlich von dieser Schrift beeinflusst.

[[Siehe auch: Hans von Hentig, Der Friedensschluß: Geist und Technik einer verlorenen Kunst. - Stuttgart (DVA) 1952]]

http://de.wikipedia.org/wiki/Pacem_in_terris_%28Enzyklika%29

In dieser als Friedens-Enzyklika bekannten Schrift reagierte Johannes XXIII. auf die damalige weltpolitische Situation: Zwei Jahre nach der Errichtung der Berliner Mauer und nur wenige Monate nach der Kubakrise – mitten im Kalten Krieg – stellte Johannes XXIII. in seiner Enzyklika klar, dass Konflikte „nicht durch Waffengewalt, sondern durch Verträge und Verhandlungen beizulegen“ seien. Des Weiteren betonte Johannes XXIII. die Bedeutung der Achtung der Menschenrechte als notwendige Konsequenz des christlichen Verständnisses vom Menschen. Er stellte fest, „daß der Mensch das Recht auf Leben hat, auf die Unversehrtheit des Leibes sowie auf die geeigneten Mittel zu angemessener Lebensführung.“ Indem der Papst die Allgemeine Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948 guthieß und unterstützte, integrierte er das Konzept unveräußerlicher Menschenrechte und Grundfreiheiten in die katholische Soziallehre. Zudem war Pacem in terris die erste Enzyklika, in der sich ein Papst nicht nur an die Gesamtheit der Katholiken und Gläubigen, sondern „an alle Menschen guten Willens“ wandte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlussakte_von_Helsinki#Schlussakte_von_Helsinki

Erst später zeigte sich, dass der sich mit den Menschenrechten befassende Teil, der von den RGW-Staaten wohl zunächst nicht ernst genommen worden war, ein größeres Gewicht besaß. Er war Grundlage für die Arbeit vieler osteuropäischer Dissidenten und Menschenrechtsorganisationen. Dazu zählen zum Beispiel die Bürgerrechtsbewegung in der DDR, die Charta 77 in der ÄŒSSR oder Human Rights Watch, die sich auf die Akte von Helsinki beriefen. Sie trugen zum Zusammenbruch des Ostblocks bei, so dass die KSZE maßgeblich zum Ende des Ost-West-Konflikts beitrug.

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