Das Gelbe Forum Forum nach Zeit sortieren Forum nach letzter Antwort sortieren die 150 neuesten Beiträge
  • >Neu hier? / Infos
    • Leitlinien und Regeln
    • Das Gelbe Forum unterstützen
    • Hinweise zur Handhabung
    • Registrieren
    • Passwort vergessen?
    • Gefälschte E-Mails
    • Leserzuschriften
    • Abkürzungen
    • Impressum/Kontakt
    • Disclaimer
  • >Wissen
    • Einstiegsliteratur Debitismus
    • Weitere Literatur
    • Sammlungen
    • Buchempfehlungen
    • Altes Elliott-Wellen-Forum
  • >Elliott-Wellen
    • Elliott-Grundkurs
    • Alle ELLI-Beiträge
    • Elliott-Links
    • Elliott-Tagung 1
    • Elliott-Tagung 2
    • Altes Elliott-Wellen-Forum
    • Elliott-Tagung 1
    • Elliott-Tagung 2
  • >Themen
    • Risiken der Atomkraft
    • Buchempfehlungen
    • div. alternative Nachrichtenüberblicke
    • Froschgrafik
    • Chart du Jour
    • Das oekonomische Zitat
    • Beliebte Rechtschreibfehler
  • >Charts / Börsenlinks
    • Charts / Börsenlinks
    • Währungen
    • Rohstoffe
    • Aktienindizes
    • Gold in Euro
    • Silber in Euro
  • >Forumsarchive
    • Das alte Elliott-Wellen-Forum (2000-2007)
    • Das Gelbe Forum (2007-2017)
  
 
  • Login
zurück zur Hauptseite
  • in Thread öffnen

ARCHIV1 - HIER FINDET SICH DER ZEITRAUM BIS 2017

Forum-Menü | Fluchtburg autark am Meer | Goldpreis heute | Zum Tode von Jürgen Küßner | Bücher vom Kopp-Verlag
ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«
Unterstützen Sie das Gelbe Forum durch Käufe bei Amazon. | Weitere Buch-Empfehlungen und Amazon-Navigation

Du darfst

dieter, Sonntag, 06.04.2008, 12:27 (vor 6516 Tagen) @ prinz_eisenherz

Hallo Prinz,
vorab: ich schreibe hier aus Sicht eines Klein-Unternehmers mit Arbeitgeber-Funktion und somit nicht aus Sicht einer Kommune oder einer öffentl. Verwaltung oder eines Kapitaldominierten Unternehmens.
Ich habe auch nicht zu klagen, da es mir ausgezeichnet geht. Trotzdem halte ich das derzeitige Arbeitsrecht für einseitig zu Gunsten von Arbeitnehmern.
Im weiteren füge ich Text ein:

Hallo Dieter,
eine Diskussion hier im Gelben dir mir gefällt. Gute Fragen und
interessante Antworten.

Aber das hier von pluschmouse:
## Die Leute sind bei der Leiharbeitsfirma (LAF) angestellt, also muss die
LAF die Leute weiter bezahlen ohne das sie die vermitteln kann, in den 11
Monat in den 13 Monat in den 18 Monat, wenn die LAF die Leute nicht
anderweitig vermitteln kann. Woher bekommt die LAF das Geld die Leute 8
Monate fürs nichts tun zu bezahlen. wie geht das wirtschaftlich? Verstehe
ich nicht.

Jetzt schreibt mir bitte nicht, wenn die LAF die nicht vermitteln kann,
dann setzt sie die Leute wieder auf die Strasse, also das geht nicht,
ansonsten könnte doch Mercedes das gleiche machen ##

---Deren Verträge kenne ich auch nicht. Aber aufgrund von Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, daß die befristet einstellen, wenn aktueller Bedarf ist und durchaus andere Möglichkeiten haben als bspw. Mercedes.

***************************************************************
Ich kenne keinen dieser Verträge zwischen einem Leiharbeiter und den
Firmen, die solche Leute vermitteln, nur, wenn auch diese Verträge dem
geltenden Arbeitsrecht zugeordnet sind, dann finde ich die Frage von
pluschmouse grundsätzlich richtig, was vom Arbeitsrecht her betrachtet,
dann anders geworden sein soll, außer das die Firmen ihren Bedarf nach
Arbeitskräften besser steuern können, aber ist das auf lange Sicht auch
nützlich?

Es gibt nicht nur das Arbeitsrecht, es gibt noch Mitbestimmung, gewerkschaftlichen Einfluß, Sozialklauseln für betriebsbed. Kündigungen, Größenklassen von Betriebsgrößen und in Abhängigkeit dazu unterschiedl. Arbeitnehmerrechte usw.


Der Einwurf von fridolin, den würde ich mir als Unternehmer, der über den
Tellerrand hinaus denkt, auch mal durch den Kopf gehen lassen, ob nicht
die schnelle Folge von Einstellen und Kündigen,

----Da hast Du und ggf. fridolin etwas falsch verstanden. Es geht bei der Risiko-Abwägung nicht darum ob man in schneller Folge einstellt oder kündigt, was im übrigen aufgrund hoher Ausbildungskosten auch unwirtschaftich ist, sondern es geht wirklich nur ums Risiko.

Ein Beispiel dazu:
In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Bauunternehmer (z.T. ehemalige). Während der Baukriese bildeten sich Überkapazitäten heraus, die wie bei jeder Kriese abgebaut wurden. Es überlebten die Betriebe, die am schnellsten ihre Fixkosten dem rückläufigen Auftragsvolumen anpassen konnten.
Wenn Betriebe langjährige Mitarbeiter hatte, konnten diese nur mit einer Kündigungszeit von ca. 1 Jahr entlassen werden. Ein krasses Mißverhältnis wenn man bedenkt, daß das durchschnittliche Auftragsvolumen eine Arbeitszeit von 2-3 Monaten beinhaltet.
Bei dieser Baukriese gingen nicht die Betriebe in Konkurs, die am unproduktivsten waren, sondern die, die auf den Fixkosten der Arbeitnehmerlöhne aufgrund langer Kündigungszeiten hängenblieben. Also vorwiegend Betriebe mit erfahrenen, älteren Arbeitnehmern.

totalen Auflösung des wichtigen Gefühl der Mitverantwortung für seinen
Betrieb führen wird, wo der Unternehmer nur noch Mitarbeiter hat, die ihre
Aufträge abarbeiten ohne mitzudenken, mehr nicht. Ist das auf Dauer
förderlich für ein Unternehmen?

----Andere Kündigungszeiten haben wenig mit der Bindung zum Unternehmen und umgekehrt wenig mit der Verantwortung für den Arbeitnehmer zu tun. Im übrigen ist die Kündigungszeit nur dem Gesetz nach für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleich. Wenn ein Arbeitnehmer kündigen möchte, wird er auf Wunsch auch vor der offiz. Kündigungszeit gehen können. Wird einem Arbeitnehmer gekündigt, wird der nicht auf seine Kündigungszeit verzichten, ggf. sogar noch eine Klage anstrengen, die dann 12 Monate später entschieden wird, verbunden mit dem Risiko, daß vielleicht ein Form-Fehler bei der Kündigung war und die 12 Monate auch noch nachzuzahlen sind.

Das was ich machen muss, das mache ich,
aber auch keinen Handschlag mehr? Aus meinem Berufsleben kenne ich eine
solche Einstellung nicht und behaupte, wenn die erst einmal Standard wird,
dann hat keiner mehr etwas davon.

--Da bin ich ganz Deiner Meinung. Aber das ganze hat mehr mit Unternehmenskultur, pers. Mitarbeitführung, Kollegialität zu tun und recht wenig mit unserem Arbeitsrecht.


Wie ich weiß, bist du unternehmerisch tätig, sind denn deine Erfahrungen
mit dem Können von Neueinstellungen so unbefriedigend, das du das geltende
Arbeitsrecht sehr viel anders gestaltet haben möchtest, um zu besseren
Resultaten zu gelangen?

---ich halte die Hängematte eines Arbeitnehmers schon für recht bequem, auch heute noch.
Der Name Arbeitnehmer sagt es eigentlich in der deutschen Sprache recht deutlich.
Menschen, die erwarten, daß sie nehmen können was andere geben. Man ist als Arbeitnehmer nicht selber dafür verantwortlich, daß man Arbeit hat. Diese Verantwortung hat einzig der Arbeitgeber (wenn man einen gefunden hat) und bei einer langen Kündigungszeit hat dieser ausschließlich diese Verantwortung für einen Zeitraum, der den Zeitraum seines Auftragshorizontes bei weitem überschreitet.

Und dazu den sich anschließende Hinweis, sind die
Ursachen dafür, nur noch unzuverlässige und ungeeignete Kräfte zu
bekommen, obwohl die Schulzeugnisse etwas anderes aussagen, dieses Problem
ist doch offenkundig nicht mit dem Anpassen des Arbeitsrechtes auszubügeln,
denn dieses Problem fängt schon viel eher an.

----Persönlich habe ich alle möglichen Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht. Positive aber auch sehr negative. Unsere Fluktuation ist im übrigen äußerst gering. Zum anderen halte ich sehr ausführliche persönliche Vorstellungsgespräche, bei denen man in langen Gesprächen ein Gespür für sein Gegenüber bekommt für recht hilfreich, viel wichtiger als Zeugnisse. Da ruft man ohnehin lieber den Vor-Arbeitgeber an, schließlich steht in den Zeugnissen nur eine Halb-Wahrheit.


Zum Abschluss, was stellt ihr als Unternehmer euch denn vor, wie das
deutsche Arbeitsrecht angepasst werden sollte, so das ihr wieder mehr
Leute einstellt, ohne nicht den fragwürdigen Umweg über die Ableger des
Arbeitsamtes zu vollziehen?

----es ist lediglich eine Frage des Risikos. Lohnkosten sind in Deutschland keine variablen Kosten sondern Fixkosten, die unabhängig vom Umsatz anfallen, es sei denn es handelt sich um Leiharbeit oder sehr kurzfr. begrenzte Verträge.

Auch hier wäre ein Vergleich mit Ländern, die
weniger Arbeitslosenzahlen haben, ganz nützlich. Ich denke da an die
Schweiz oder Österreich.

---Zum anderen muß angemerkt werden, daß die Tarifpolitik der letzten Jahrzehnte dafür gesorgt hat, daß es keine minderqualifizierten Arbeitsplätze mehr gibt. Aufgrund der überproportionalen Erhöhung der Löhne im Niedriglohnsektor wurden derartige Stellen entweder ins Ausland verlagert oder durch Maschinen ersetzt. Von daher sind diese Arbeitsplätze endgültig weggefallen und könnten nur noch durch Lohnsubventionierung wieder geschaffen werden.


---Ich weiß nicht wie es in anderen Ländern läuft. Nach unserem Arbeitsrecht habe ich einen Arbeitnehmer deutlich besser zu behüten als meine Kinder, so als wären Arbeitnehmer unmündig und haften darf ich auch noch.

dies als relativ kurze und auch ungenügende Antwort.

Gruß Dieter

antworten
 

gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

  • Was ist Leiharbeit??? - pluschmouse, 06.04.2008, 04:03 [*]
    • ..es ist einzig und allein das Arbeitsrecht... - carpediem, 06.04.2008, 04:35
      • vollste Zustimmung - dieter, 06.04.2008, 05:47
        • Die Kehrseite der Medaille - fridolin, 06.04.2008, 06:24
          • Hire an Fire ist nicht das Ziel - dieter, 06.04.2008, 06:49
        • Ebenfalls vollste Zustimmung - Mephistopheles, 06.04.2008, 06:42
        • Was für eine wohltuende Diskusionsrunde. Darf ich mal? - prinz_eisenherz, 06.04.2008, 07:05
          • Du darfst - dieter, 06.04.2008, 12:27
          • Danke für deine Mühe, ich muss darüber nachdenken - prinz_eisenherz, 06.04.2008, 13:06
            • zum Vereinigungsboom kann ich leider nichts sagen - dieter, 06.04.2008, 14:05
    • @pluschmouse - MariaBitterlich, 06.04.2008, 05:33

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.

CoinInvest -- Ihr Edelmetallhändler






444324 Einträge in 53482 Threads, 990 registrierte Benutzer, 76 Benutzer online (0 registrierte, 76 Gäste) | Forumszeit: 07.02.2026, 09:11 (Europe/Berlin)
Das Gelbe Forum: Das Forum für Elliott-Wellen, Börse, Wirtschaft, Debitismus, Geld, Zins, Staat, Macht (und natürlich auch Politik ud  Gesellschaft - und ein wenig alles andere) || Altes Elliott-Wellen-Forum

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz
✖