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Antwort

moneymind @, Samstag, 16.10.2010, 00:45 (vor 5622 Tagen) @ Centao

Hi Centao,

Bei Religionen ist es ja immer wie mit Menschen, Widersprüche sind
offensichtlich systemimmanent.

Ja. Manche Religionen wissen sogar um diese Doppelnatur der Menschen.

Da gebe ich Dir recht, das Christentum, bzw.
die Nutzung desselben.., auch zur Bildung einer Youth Bulge, war & ist Teil
der Macht.

Zur Korruption, sie ist eher Normalfall denn Ausnahme & liegt sicherlich
in der menschlichen Psychologie zur Machtausübung begründet.

Vetterleswirtschaft - ist das nicht eine der älteste Formen der Kooperation? Amigos, eine Hand wäscht die andere, Seilschaften ... es gibt viele Varianten. Menschen sind eben Beziehungstiere.

In manchen
Ländern ist sie sogar strafrechtlich relevant..<img src=" />

In manchen ausgewählten Ausnahmeländern.

Ich würde sie
ebenfalls eher in die Kategorie Brandbeschleuniger einordnen, sie
verschärft gerade im Abschluss einer Epoche die Widersprüche in der
Gesellschaft enorm

Wenn sie vorher etwas zurückgedrängt war und dann wieder die Regie übernimmt, ja, wenn man an den Maßstäben rein freiheitlich-bürgerlicher Ideale misst, würd ich sagen.

& endet dort auch häufig in der Gewalt.

Die gehört immer dazu. Sie einzuschränken bzw. beim Staat zu monopolisieren und unter Kontrolle des "Rechts" zu stellen, versuchen nur bürgerliche Rechtsstaaten ... mit gemischten Erfolgen.

Warum
Kernkrisengrund? Korruption ist auch wenn z.B. Goldman-Sachs die griech.
Freunde finanztechn. so berät, das einerseits die EU-Kriterien scheinbar
eingehalten werden (was von Angfang an falsch war), Subventionen der EU
versenkt worden und andererseits eigene Produkte zum eigenen Vorteil dort
untergebracht worden sind.

Korruption, wenn Du von idealisierten Werten her denkst. Ist aber nicht das eigene Überleben jeweils Primärziel eines Menschen, und ist nicht der Verzicht auf dieses Ziel selbstschädigend? Sicher, einzelne tun das und werden ggf. dafür als Märtyrer und Heilige verehrt und zu einem Mythos. Aber kannst Du Dir eine komplette Gesellschaft aus Märtyrern und Heiligen vorstellen? Die hätten in einem solchen Fall gar niemanden mehr, für den sie sich aufopfern könnten und stünden insofern recht dumm da. Ihnen wären nämlich die "Bösewichte" ausgegangen, die sie überhaupt erst zu Märtyrern und Heiligen machen können.

Trotzdem gebe ich Dir recht. Eine gewisse Verlotterung und eine Ausbreitung von Egoismus, den man dann mit dem System Freiheit/Gleichheit rechtfertigt (wer nicht egoistisch handelt, ist der Dumme), beobachte ich auch.

Wenn ich mich aber selbst betrachte, dann sehe mich mich sowohl als Produkt als auch als Mitproduzent der gesamten Krise.

Recht bemerkenswert an Heinsohns Artikel fand ich z.B. diese Passagen:

"Im Jahr 1492 kommen im weltweiten Vergleich von 1000 Männern im besten Kampfalter (15- bis 29-Jährigen) gut 100 aus Europa. 1914 sind – unter Einschluss Nordamerikas und Australien / Neuseelands – von 1 000 Wehrfähigen weltweit 350 Weiße. In Kombination mit ihrer eigentumsbasierten Ökonomie wird ihnen die Beherrschung des Globus zum Spaziergang. Europas Lehrer und Pfarrer predigen Imperialismus und soldatischen Geist wie biologische Wahrheiten. Bald kann man sich nur noch untereinander die Kolonien abjagen.

Nach den 10 Millionen Gefallenen von 1914 bis 1918 aber geht es rasant abwärts. In fast allen westlichen Nationen werden Lohnabhängige zur Bevölkerungsmehrheit. Eigentums- ökonomien, in denen am Ende über 90 Prozent abhängig erwerbstätig sind, scheitern fast überall an der Nettoreproduktion von 2,1 Kindern pro Frauenleben. Die Menschen stehen in keinem ökonomisch motivierten Generationenvertrag mehr. Ihre Absicherung bei Notfällen erfolgt nicht durch Übergabe eines Eigentums (Hof, Handwerk, Fabrik, Laden etc.) an den Nachwuchs, der als Gegenleistung die Eltern bei Alter und Krankheit versorgt. Fortpflanzung gibt es bei Straffreiheit von Geburtenkontrolle also nur noch aus emotionalen Gründen. Da bereits ein Kind dieses Sehnen erfüllen kann, tendieren die Geburtenraten deutlich unter zwei und fallen bei ausbleibenden Gegenmaßnahmen sogar unter eins. Im Jahre 2005 schaffen nicht einmal die reichsten Länder der Erde die Nettoreproduktion von 2,1 Kindern pro Frauenleben: Luxemburg mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 59 000 Kaufkraft-Dollar bringt 1,79 Kinder, in Norwegen mit 41 000 Kaufkraft-Dollar sind es 1,78.

Seit den späten 1920er Jahren zeigen Untersuchungen im Deutschen Reich, dass die bestbezahlten Angestellten die wenigsten Kinder haben. Sie suchen nach Partnerinnen, die selbst ihren Unterhalt verdienen und / oder bei der Kinderzahl heruntergehen. Da diese Männer um die anspruchsvollsten Arbeitsplätze kämpfen, verschaffen sie sich Konkurrenzvorteile, wenn sie Zeit, Energie und Geld nicht für Frauen und Kinder, sondern für lebenslanges Lernen einsetzen. Trotz Hitlers Todesstrafe auf Abtreibung hört von nun an der Kampf um Wiedergewinnung des antiken und mittelalterlichen Verhütungswissens nicht mehr auf.

Der Zusammenhang zwischen Lohnarbeit, Konkurrenz und Nachwuchsverzicht mangels existenzieller Angewiesenheit auf Nachwuchs (der in der Konkurrenz eben eher eine ökonomische Belastung darstellt) ist so einfach, daß ihn kaum einer bemerkt.

Im selben Maße, wie die hoch qualifizierte Männergruppe wächst, nimmt die Zahl von Versorgungsangeboten an potenzielle Mütter ab. Wollen die Frauen gleichwohl überleben, müssen auch sie in den Wettstreit um Geldlöhne eintreten dürfen. Dafür erkämpfen sie noch im 20. Jahrhundert ihre Emanzipation, also Gleichberechtigung beim Schließen von Arbeits-, Miet- und Kaufverträgen sowie im Wahlrecht und beim Ämterzugang.

Eine einfache ökonomische Erklärung der modernen Frauenemanzipationsbewegung, die klar macht, daß diese unter den Bedingungen von Lohnarbeit und Arbeitsmarktkonkurrenz eine ökonomische Notwendigkeit darstellt. Eine Erklärung, die die typischen Kurzschluss-Erklärungen des Geburtenrückgangs aus der Frauenemanzipation (und das dazugehörige Herumgehacke auf den Feministinnen, die ich im übrigen auch nicht mag) ad absurdum führt.

Im Jahre 2005 rivalisieren über 90 Prozent aller Männer und Frauen auf den Arbeitsmärkten so hart wie 1925 die Minderheit der Spitzenmanager. Um Männer und Frauen auszustechen, setzen auch Frauen ihre stärksten und zugleich gebäroptimalen Jahre (15 - 35) für den Weg nach oben ein. Monetäre Gebäranreize, die diesen Aufstiegszwang brechen könnten, sind in der Weltkonkurrenz nicht bezahlbar.

Letzteres scheint mir äußerst kurzfristig gedacht.

In diesen Mechanismus des Geburtenrückgangs lässt sich jede beliebige Religion einfüllen, ohne dass er sich ändert.

Wiederum zeigt H. deutlich die Irrelevanz der Religion für den Geburtenrückgang. Egal welcher Religion die Menschen anhängen: gibt es Lohnarbeit und freie Arbeitsmarktkonkurrenz bei freiem Zugang zu Geburtenkontrolle, geht der Trend in Richtung sub replacement fertility (unter 2,1 kids pro frau, mit den Folgen Schrumpfung und Überalterung).

Im Jahre 2005 etwa liegen die islamische Türkei und der multireligiö-se Libanon bei 1,95 Kindern pro Frau, also hinter den USA. Das erklärt, warum der allenthalben erwartete Bürgerkrieg im Libanon nicht ausbricht, als die Syrer im Frühjahr 2005 abziehen müssen. Zwischen 1975 und 1990 hingegen, als sich 150 000 Libanesen gegenseitig umbringen, agieren die 1950 - 1965 Geborenen, und in der Periode haben Libanons Frauen über sechs Kinder. Die großen Tötungen in der Türkei zwischen 1980 und 2000 (40 000 Linke, Kurden, Soldaten etc.) besorgen die Jahrgänge 1950 - 1970, als 5 bis 7 Kinder pro Mutter geboren werden. Politiker, die den Eintritt der Türkei in die EU irgendwann nach 2015 verhindern wollen, um Deutschlands Überschwemmung mit Anatoliern zu verhindern, werden das Land zu diesem Zeitpunkt ablehnen müssen, weil man nicht auch noch seine Rentenprobleme lösen könne."

Alles in allem also eine Perspektive, die einer wesentlich breiteren Perspektive verpflichtet ist als gängige Perspektiven, und die den Zusammenhang von Wirtschaftssystem und biologischer Reproduktion der Gesellschaft in den Fokus des Blicks nimmt.

Das wollte ich mit den Postings eigentlich mal (wieder, nach einer ganzen Reihe erfolgloser Versuche) in die Diskussion werfen.

Gerade hier scheint die Dunkelheit und Verwirrung nicht weniger groß zu sein als beim Geld - eher grösser.

Gruss
moneymind

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