ein paar Antworten
Hi Bambus,
ich kann nicht mehr machen als zu versuchen, ein paar mir offensichtlich scheinende Entwicklungen zu skizzieren und Dir zu empfehlen, wenn Du noch kannst, Europa möglichst bald zu verlassen in Richtung Kanada, USA, NZ oder Australien.
Lies mal ein, zwei Bücher, die die demographischen Entwicklungen differenziert und realistisch betrachten. Ist in D tabuisiert seit 33-45, was aber nich heißt, daß es nicht von zentraler Relevanz wäre.
Heinsohn geht dabei analytisch am tiefsten (Familie, Lohnarbeit, Bevölkerungsexplosion und Geburtenrückgang - er liefert eine "allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit") und wendet diese dann auf die aktuelle Situation (Europa, Beginn des 21. Jhd) an. Er bietet die breiteste Perspektive, bleibt aber dafür in den Details etwas undifferenziert. Ggf. auch mal bei Herwig Birg oder dem Berlin Institut reinschauen. Letztere wiederum bleiben demographisch beschränkt und übersehen die Implikationen der Migration.
"Söhne und Weltmacht" ist weniger systematisch orientiert. Als Einführung in die H/S'sche "Allgemeine Bevölkerungstheorie" taugt auch Teil B in "Die Vernichtung der Weisen Frauen".
Zentral ist aber das Buch "Menschenproduktion", und zusätlich das Buch "Theorie des Familienrechts: Geschlechtsrollenaufhebung, Kindesvernachlässigung, Geburtenrückgang" von Hensohn/Knieper.
Üblicherweise treffen diese Analysen leider auf Abwehr und Ignoranz. Kann ich gut verstehen, als ich diese Bücher Mitte der 90er gelesen habe (Söhne und Weltmacht erst 10 Jahre später, erschien ja erst 2003), ging es mir zunächst ähnlich. Ich verstand nichts. Dann hat es mein Weltbild komplett und nachhaltig umgekrempelt.
ich halte mal naiv dagegen und gehe naiv davon aus, dass das alles nicht
so schlimm ist
Ich wünschte, ich könnte das auch.
und es irgendwelche Gegenbewegungen wie z.B. technischen
Fortschritt gibt:
Den gibt es für alle, auch die Schwellenländer, die, sobald sie eine funktionierende Eigentusmverfassung haben, zuerst kopieren und dann besser machen.
Die aber haben nicht nur demographische Vorteile, sondern auch eine weitaus anspruchslosere Bevölkerung.
ich bin am Überlegen was die Konsequenz ist vom drastischen Absenken
der
Deutschen Bevölkerung.
Es geht nicht um eine abstrakte zahlenmässige Schrumpfung, das wäre
viel zu kurz gedacht. Die Auswirkungen einer
Geburtenrate von 1,3 (in D seit 40 Jahren der Fall) sind weitaus
umfassender und eigentlich mit den Händen zu greifen.
Na gut, also sind wir uns ja schon mal einig, das die Zahlenmäßige
Reduktion nicht so dramatisch sind.
Die absolute Zahl ist nicht entscheidend. Entscheidend ist die v.a. die Zusammensetzung (Altersgruppen). Ganz unbedeutend ist die pure Zahl aber nicht. Alle Nationen mit Eigentumsverfassung kämpfen ja mit demselben Problem des Fachkräftemangels durch die demographische Entwicklung. Sie müssen also Qualifizierte importieren. Je höher die absolute Bevölkerungszahl, desto höher der absolute Bedarf an (überall knappen) gut ausgebildeten Einwanderungswilligen.
Singapur hat eine Geburtenrate von 1,0, ist aber absolut sehr klein und benötigt daher nur wenige qualifizierte Einwanderer, die es aus dem benachbarten (ebenfalls vergreisenden) China locker holen kann. Ein Land wie Russland dagegen hat bei etwa gleicher Geburtenrate nicht nur einen absolut viel höheren Bedarf; dort wandern die Qualifizierten sogar ab, und kein Chinese will nach Russland auswandern (wenn die überhaupt irgendwohin wollen und nicht zuhausebleiben wollen, dann nach USA oder Kanada, NZ oder AUS).
Deine Perspektive ist einfach naiv, und das ist auch eine Folge der gesamten Nachkriegserziehung und politischen Diskussion in D.
Wiki-Zahlen Heute 81.887.000 und im Jahr 2050: 68.743.000
Wiki-Zahlendas sind 13 Mio weniger Menschen. Das wären ca. 16 %.
Die Halbierung der Gesamtbevölkerung eines Nationalstaats innerhalb
einer Generation müsste ja keinen stören, wenn deren Zusammensetzung
und Leistungsfähigkeit (Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt)
gleich bliebe,
was Kurzseher gern unterstellen, weil sie alles weitere schlicht
übersehen.
Die Anzahl der Älteren gegenüber den Jüngeren nimmt zu.
OK, der Altersquotient (>64 Jährige/20-64-Jährige) steigt von Heute 35
auf 50 in 2030 und 65 in 2050
Das hat eine ganze Reihe von offensichtlichen Folgen, von denen Du
keine einzige auch nur ansatzweise bedenkst.
Das Umlagefinanzierte Rentensystem wurde zu einer Zeit geschaffen, auf
der auf zwei Einzahler noch ein
Rentner kam. Dieses Verhältnis wird sich bald herumdrehen. D.h.
höhere Beiträge bei niedrigeren Renten. Über die
Auswirkungen aufs Gesundheitssystem brauche ich wohl nicht extra
hinzuweisen.
Ja seit Minister Blüm wohl bekannt. Inzwischen sind aber die zukünftigen
Renten schon abgesenkt um ca. 10 % für westdeutsche und die ostdeutschen
sind wohl noch dramtischer Betroffen
Rentensenkung
Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, wird die Rente systembedingt noch weiter
sinken.
Wenn die Krankenversicherungskosten steigen, wird das auch die Nettorenten
senken durch höherer Rentnerbeiträge.
Insgesamt: Das Verhältnis der arbeitenden (Wirtschaftsleistungen
erbringenden) und der nicht
arbeitenden Menschen wird sich drastisch verschieben. D.h. ein weitaus
größerer Teil der gesellschaftlichen
Gesamtarbeit wird für Pflege und Versorgung der älteren Generation
aufgewendet werden müssen.
Ja das wird wohl dramatisch. Gleichzeitig besteht dadurch die perspektive
Arbeitslose und Ältere in diesen Bereich sinnvoll in Lohnarbeit zu
beschäftigen. Das gute ist doch, das die Rentner auf der einen Seite viel
mehr Arbeit machen, aber diese Arbeit auch bezahlen können, weil sie das
meiste Vermögen halten.
Das kann vielleicht noch (insgesamt) eine Rentnergeneration: die jetzige (die jetzt im Rentenalter befindlichen). Die sind noch Kinder des Nachkriegsbooms, des goldenen Zeitalters des Euro-Kapitalismus ab den 50er Jahren, das Ende der 70er auslief.
Für jede weitere Generation sieht es düsterer aus.
Im Vergleich zu Arbeit, die für eine vergleichbare Zahl nachwachsender
Kinder aufzubringen wäre,
ist damit aber keine Zukunfsperspektive verbunden. Kinder sind unsere
Zukunft, Senioren unsere Vergangenheit.
Wenn jemand aus der Arbeitslosigkeit kommt, ist das doch aber eine
Perspektiv!?
Sicher, Arbeitslosigkeit wird durch den mangelnden Youth Bulge (stattdessen Senior Bulge) weniger ein Problem. Erklärt auch das Desinteresse der nachwachsenden Schrumpfgeneration an revolutionären Ideen.
Die Gesellschaft wird also nicht nur insgesamt
altern(Durchschnittsalter, sondern auch geistig überwiegend
in der Vergangenheit leben, nicht in der Zukunft. In anderen
Gesellschaftsformen sind
Alte ein Repositorium gesellschaftlichen Wissens und werden
wertgeschätzt. In einer Eigentumsgesellschaft,
die im Weltmarktwettbwerb steht, sind sie eine Belastung, die
Gesellschaften, die diesen
Seniorenüberschuss nicht haben, nicht zu tragen haben.
Ok, in der Konkurrenz sind die Alten im Globalen Wettbewerb eine
Belastung. Die Frage wäre, ob die Deutsche Wirtschaft es schafft diese
Alten in der Wirtschaft eine neue Rolle, die Wettbewerbswirksam ist, zu
bringen. Ich kenne z.B. einen deutsch-Französisch-Lehrer, der jetzt mit 67
immer noch am Berliner Gymnasium als Aushilfe arbeitet. Also wenn der
öffentliche Dienst in Berlin Alte sinnvoll beschäftigt, warum nicht auch
die Wirtschaft.
Die Frage ist, ob das Systematisch organisierbar/realisierbar ist. Ich
meine, dass die Wirtschaft Lösungen finden wird, wenn der Druck
Arbeitskräfte zu finden größer wird.
Gegen Alter und Krankheit und die damit verbundenen Kosten ist kein Kraut gewachsen, das sind Dinge, die in der menschlichen Natur liegen.
Wenn Du einen 70jährigen Kinderlosen ohne Familie ins Rennen schickst gegen einen hochmotivierten, trainierten 28jährigen, der noch aus halbwegs intakten Familienverhältnissen stammt, was wird dann passieren?
Die Dinge liegen offensichtlich zu einfach, um sie zu sehen; und wir Europäer haben uns so daran gewöhnt, Weltmarktführer und -Gewinner zu sein, daß wir die einfachsten Tatsachen des Lebens nicht mehr sehen und glauben, es müsse immer weiter aufwärts gehen.
Ich sage das ohne Wertung und finde das nicht gut. Es ist ein Maßstab,
den das Wirtschaftssystem vorgibt
und der politisch nicht zu umgehen ist, da wir Nationalstaaten haben,
die auf einem Weltmarkt konkurrieren,
aber keine globalen politischen Instanzen. D.h. Die Staaten stehen
unter Wettbewerbszwang.
Qualifizierter Nachwuchs wird fehlen, da mit seiner Einwanderung nicht
mehr gerechnet werden kann.
Erstens sind Fachkräfte knapp, und zweitens ist die Anglowelt für sie
weitaus attraktiver
als Euroland, dessen Niedergang sie ja sehenden Auges beobachten
können. Fehlen wird es an Innovationen
(die Marktführerschaft und Exportüberschüsse erbringen) und an
produktiven Unternehmern generell.
Ok, hier trenne ich mal, zwischen den Arbeiten in Deutschland
(Altenpflege, Krankenpflege u.s.w.) und Arbeiten um die Markführerschaft
zu behalten. In Deutschland bekommt man die Arbeiten mit Areitslosen,
längere Arbeitszeiten, Hausfrauen in Arbeit und Rentner die helfen hin.
Welche Hausfrauen?
Das ist meiner Meinung nach nur ein Organisationsproblem. Das haben die
Deutschen schon immer hingebekommen.
Auch Altenpflegeleistungen sind nicht "produktiv" im Sinne der Wettbewerbssicherung (ich lege diessen unmenschlichen Maßstab nicht an, weil ich ihn gutheiße, sondern weil er auf dem Weltmarkt objektiv wirkt).
Die technologische Marktführerschaft zu behalten ist schon was
anderes......Wie meinte der leider verstorbene Swatch Mann Hayek; : Wenn
die Ingenieure nichts mehr zur Wertschöpfung beitragen können, weil sie
an ihre Grenzen kommen, muß ich Physiker holen, die weiter schauen und die
Grenzen erweitern“
Ich würde mir also im übetragenden Sinn einen Physiker holen der mir die
Lösungsrichtung zeigt.
Aha ... und was konkret stellst Du Dir da vor? D ist bei den Innovationen bereits zurückgefallen, und es kommt noch eine ganze Reihe politischer Unsinnsentscheidungen hinzu, die auf naiver Denke wie Deiner plus europäischer Selbstüberschätzung basieren, die das Land enorm geschwächt haben und schwächen.
Die Frage ist doch, an was die weniger werdenden die Nachwachsen forschen,
um die Grenzen der Innovation zu erweitern. Diese wenigen werden ziemlich
teuer werden. Um sie zu bezahlen müssen höchst wirtschftlich profitable
Erfindungen/Innovationen getätigt werden. Ich sehe in diesem Druck eine
Chance.......jedenfalls theoretisch...ha, ha, ha.......
In erster Linie mal zieht es diese Leute da hin, wo sie die besten Bedingungen geboten kriegen, denn gesucht werden sie nicht nur in D, sondern von allen Industrienationen (die ja dasselbe demographische Problem haben).
Wenn die in D 2 Rentner plus 2 Hartz4ler durchfüttern sollen, sind die schneller weg, als Du denken kannst. Wohin? USA, Kanada, NZ, Schweiz ...
Insgesamt wird die Wettbewerbsfähigkeit in D sinken, damit die
Exportüberschüsse, und damit
wird der Wohlstand schrumpfen. Auf Dauer wird man gegen die
Schwellenländer nicht
ankommen, die zwar denselben Zyklus durchlaufen werden, aber
zeitverzögert, und ihren
Produktivitäts-Peak noch vor sich haben.
Vorsicht, die vielen Leute in den Schwellenländern sind wahrscheinlich
zumeißt arbeitslos, weil die Krise sie erfassen wird.
Temporär. Können aber zur Sicherung im Gegensatz zu Deutschen noch viel mehr auf funktionierende traditionale Familienstrukturen zurückgreifen.
Deshalb werden sie
wahrscheinlich für wenig Geld in den Schwellenländern arbeiten.
Für wenig Geld sowieso. Die sind anspruchslos, weil selbst niedere Löhne eine Verbesserung für sie darstellen. In D umgekehrt - wir haben eine aus goldenen Weltmarktgewinnerzeiten verwöhnte Arbeiterschaft.
Wenn in
Deutschland bestimmte Hochbegabte gesucht werden, wird man sie auch
bekommen.
Das bezweifle ich. Erinnerst Du Dich noch an die Kampagne "indische Computerspezialisten" nach D zu holen? War ein Totalreinfall, was kein Wunder ist. Wer schlau ist, meidet heute Europa. Wenn ich aus einem Schwellenland käme, würde ich bestenfalls die Ausbildungsmöglichkeiten in D nutzen und dann in meine Heimat zurückkehre, und dort beim Aufbau mitwirken. Dort wäre ja meine Familie, und dort wären Zukunftsperspektiven für das Land, die in Europa völlig fehlen. Diese Leute sind doch nicht so naiv wie die hiesige Bevölkerung, genauso wie jeder Imam hier im Land weiß, daß die Zeit auf seiner Seite steht.
Bzw. in diesen Schwellenländern Forschungsabteilungen
einrichten, die billiger sind als die wenigen in Deutschland. Outsourcen
der Forschungsleistungen.
Man wird sehen, welche Bedingungen die Schwellenländer ausländischen Unternehmen einräumen werden.
Die hier noch produktiv arbeitende Bevölkerung hat wenige Kinder.
Kinder sind eine Verpflichtung
gegenüber der Zukunft und stellen eine Perspektive dar. Wo sie fehlt,
fehlt oft auch an
längerfristigen (über den Zeitraum einer Generation hinausgehenden)
Zielen orientiertes Handeln.
Kurzfristige Perspektiven rücken in den Vordergrund. Der Verlust der
Wettbewerbsfähigkeit
und ein eigenes Alter ohne Kinder und ggf. ohne Versorgung ist den
meisten bewußt, was wiederum
eine "Leben Hier und Jetzt"-Mentalität nach sich zieht, ohne
langfristige Ziele und Perspektiven.
Das sehe ich eher als Positiv an, im Alter gebe ich mein gespartes Geld
aus (ich habe keine Kinder). Tendenz, Konsum steigt!!!
Da bin ich mir
sicher! Die Alten mit Kinder sind im Prinzip Konsumverweigerer durch ihr
Ziel die Kohle zusammenzuhalten um zu vererben.
Richtig, wer Familie hat, sorgt vor und bringt Leistung. Wer keine hat, tendiert zu Konsum und zum In-den-Tag-hineinleben, da es an einer langfristigen Perspektive/Verantwortung mangelt.
Was ist gut für die Wettbewerbsfähigkeit?
Man kann im übrigen eine alternde Bevölkerung, die aber weiterhin in
der Marktkonkkurrenz steht, durchaus
mit einem alternden Menschen vergleichen, der ebenfalls weiterhin bis
zum Ende in der Marktkonkurrenz
steht, und da Parallelen ziehen. Ich will jetzt aber nicht sämtliche
Konsequenzen skizzieren,
sondern lieber dazu ermuntern, mal was gegen den "demographischen
Analphabetismus" zu tun, der viel,
viel tiefer reicht als das, was Demographen schreiben.
Klär mich auf!
Wenn Du wirklich besser durchblicken willst, bitte den Literaturhinweisen oben nachgehen.
Bisher werden die Herausforderungen nicht einmal zur Kenntnis genommen,
sondern verdrängt.
Zukunftsweisende Lösungen gibt es bisher keine, und es wird sie
vermutlich auch nur in
beschränktem Umfang geben können. Eine Diskussion beginnt gerade
erst, und da werden
erstmal sämtliche Missverständnisse und Lebenslügen von gestern
ausgepackt und auf den Tisch
gelegt (tja, die Realität meldet sich eben).
Die Wirtschaft wird sich ruckzuck etwas einfallen lassen, wenn der Druck
steigt.
Was denn? Woher die knappen Fachkräfte herbeizaubern?
Die Frage ist eher, ob die Menschen da mitkommen.
Welche? Die fehlen ja gerade. Die Rentner sicher nicht, die haben andere Sorgen.
Das ist das Niveau, auf dem die Sarrazin-Debatte geführt wird - an
fast
allen Kernpunkten der Sache vorbei, aber immerhin wird jetzt mehr
nachgedacht.
Heinsohn und Du als sein Verfechter will ja für die Zukunft diesen
Vorgang als für die Wirtschaft langfristig negativ einschätzen.Was passiert eigentlich, wenn wir die Sichtweise bzw. den Input, der
die
eigene Meinung beeinflusst folgendermaßen verändern:
Der GO geht Scheibchenweise vor sich und sagen wir alle 5 Jahre gibt es
solche wirtschaftlichen Abschwünge um 5 % wie 2008/2009 und dann
wieder
1-2 Prozent Aufschwung.
Die sinkende Demographie sorgt einerseits für weniger Dynamik.
Geichzeitig sorgt der Debitismus weiter für Dynamik.Erben wird besteuert bzw. fällt aus durch Fehlspekulationen in
Lebensversicherungen, Aktien, Immobilien und Gold. Dadurch also
Tilgen/Abschreiben der Verbindlichkeiten. Geldmenge sinkt...Arbeitslosigkeit steigt.
Gleichzeitig wird die Demographie in Deutschland zum Vorteil, weil
weniger
Leute in den Arbeitsmarkt kommen.
Es werden mit weniger Facharbeitern tendenziell eher die lukrativeren
Jobs
abgearbeitet.
Deutschland wird sich am geringer werdenden Kuchen der Welt
Prozentual sicherlich gleich bedienen wie vorher.
Wie kommst Du auf solche Prognosen?
Ok, ich habe nicht bedacht, das in den Schwellenländern die Anzahl der
Menschen steigt und auch die Qualifikation. Ich nehme diese Prognose
erstmal zurück!
Auch haben die qua Jugendüberschuss weniger konsumtive Versorgungs- und Pflegeleistungen zu erbringen, können auf noch einigermaßen funktionierende Familienstrukturen zurückgreifen und brauchen deshalb weniger Sozialstaat, sind mit wenig zufrieden weil selbst ein geringer Lohn eine Verbesserung für sie bedeutet, und haben noch traditionelle Werte im Kopf: die meisten wollen noch eine Familie gründen und für diese sorgen, das sorgt für eine langfristige Perspektive und Leistungsbereitschaft.
Europa dagegen verlottert nicht nur aufgrund der ganzen Unverantwortlichkeiten im Finanzsystem. Zu einem guten Teil sind die auch Folge des Verlusts traditioneller, familienorientierter Werte zugunsten von purem, reinem Marktegoismus.
Gleichzeitig sinkt die zu
versorgende Deutsche Bevölkerung drastisch. Interessanterweise genau
der
Teil mit den jetzt hohen Versorgungsansprüchen.
?!? Im Verhältnis zur arbeitenden Bevölkerung, die die
Versorgungsleistungen ja so oder so erbringen müssen, steigt sie
dramatisch.
Moment, es gibt im Prinzip drei Stellschrauben, an denen gedreht werden
kann. Beitragserhöhungen, Rentensenkung und Rentenalter erhöhen (das
effektivste, im Zusammenhang mit Rentenkürzungen!!)
Diese Stellschrauben hat jedes Land, was meinst Du, wie die in den Schwellenländern eingestellt sind? Davon, daß die einen weitaus geringeren Teil ihrer gesellschaftlichen Gesamtarbeit für Pflege und Versorgung verausgaben müssen, sondern sich ganz auf den Aufbau konzentrieren können.
Du denkst immer noch von der Weltmarktgewinnerperspektive her: "wir sind top, wir müssen nur bissle an stellschrauben drehen, dann bleibt das auch so".
Ich finde das atemberaubend naiv, aber das liegt halt daran, was Du in der Schule zu diesem Thema gelernt hast: wenig, und davon war wenig brauchbar. Alle entscheidenden Fragen wurden kaum angeschnitten, nicht zuletzt, weil "Demographie" eben tabuisiert wurde. Aber schau mal in die o.g. Bücher rein, dann kommst Du selber dahinter.
Das wird einen neuen „Generationenvertrag geben: „Arbeite so lange Du
kannst, und Du bekommst dann etwas mehr, wenn Du Krankeitsbedingt auf Rente
gehst.
Lol, und die Schwellenländer schicken ihre Leute mit 55 in Rente?
MM, Du und auch ich werden ziemlich lange arbeiten können. Sieh Dir
dottore an, der Arbeitet doch immer noch.
Ich hoffe, daß ich noch etwas länger kann.
Mal abgesehen von Protektionismus, Dollarcrash u.a....
Das sieht dann so aus als wenn das Absinken der Bevölkerungszahlen in
Deutschland genau zum richtigen Zeitpunkt kommt.
Wunderbare Milchmädchenrechnung - unter Auslassung sämtlicher
relevanten
Aspekte
Nix da, wenn wir das Demographieproblem nicht hätten, hätten wir ein
Heer von Arbeitslosen in der nächsten Krise!!! Die Demographie ist doch
ein wichtiger Mosaikstein, der dazu führt, das die Arbeitslosigkeit in den
Konjunkturellen Aufschwüngen schneller sinkt als in der Vergangenheit.
Das stimmt, die Arbeitslosigkeit ist dann weniger ein Problem.
Das muss ja nicht synchron ablaufen. Auch zeit-versetzt um 1-5 jahren
wird
ein Schuh daraus, aber mit mehr Exzessen.
Also Wirtschaftsabschwung in 20 Jahren sagen wir 20 % und
Bevölkerungsanzahl Deutschlands auch um 20 % runter. Na, das sollte
sich
doch ausgleichen.
Träum weiter, Mann. Ich wünschte, ich wäre genauso naiv, dann ging's
mir
vermutlich auch besser.
Ha, ha...ich träum mal weiter. Ich habe mich noch nicht damit
beschäftigt was es konkret heißt in sagen wir 20 Jahren hier zu leben.
Ich kenne nur, „lege Geld an, die Rente reicht nicht“.
Ich sage: wer noch kann und noch Perspektiven hat, verlässt Europa in Richtung "letzte Festungen des Westens" (USA, CAN, NZ, AUS), die aber natürlich nicht (wie wir in D) jeden Depp reinlassen und gleichzeitig gezielt skilled Immigrants anwerben.
Eine andere Sache wollte ich Dich auch noch Fragen:
Was hältst Du davon, wenn man probiert dem Debitismus den
Zinseszinseffekt zu nehmen, indem man die Erbschaften zur
Schuldentilgung
nutzt (ich weiß nur nicht, wie man das im debitistischen Sinne
möglich
ist?). Den Wachstumswahn in einen Kreislauf bringt.
Verstehe nicht, wie das funktionieren soll, und worauf es hinauslaufen
soll. Müsstest Du mal genauer erläutern.
Tja, ich weiß nicht wie es geht. Ich habe mir folgendes überlegt; Im
Debitismus ist das Problem Nachschuldner zu finden die bezahlen. Im
Debitismus geht es um die ständige Aufschuldung. Diese Schulden können
entweder bedient werden durch neue Schulden, durch Abschreibung (Pleite des
Schuldners) oder Tilgung.Wenn diese Aufschuldung Jahrzehnte sogar Jahrhunderte laufen soll ist das
durch den Zinseszinseffekt zum scheitern verurteilt. Dieses lineare des
Debitismus ist das eigendliche Problem. Der Entschuldungsprozeß findet als
Wirtschaftskrise oder als GO statt. Die Frage wäre doch, ob man einen
bewussten Entschuldungsprozeß der regelmäßig stattfindet installiert.
Jubeljahr? Das wäre politisch auf nationaler Ebene kaum machbar. Jeder, der etwas zu verlieren hätte, würde sofort ins Ausland abhauen, da müsstest Du diktatorisch vorgehen, und ich glaube nicht, dass das was bringen würde.
Der Debitismus ist doch gleichzeitig der Motor der Modernisierung, und gerade die Krisen sind Teil davon. Dem verdanken wir unseren Wohlstand, die vergangenen 40 goldenen Jahre, aber nun halt auch den Abstieg. So läuft das eben, wird in den Schwellenländern auch nicht anders laufen, nur halt zeitverzögert.
Warum soll man nicht das Vermögen das vererbt werden soll nehmen, um den
Aufschuldungsprozess in einen Kreislauf zu bringen. Lebenlang aufschulden
und zum Tod abschreiben/bzw. duch erarbeitetes Vermögen tilgen
Dann gründet natürlich erst recht keiner mehr Familien, wenn man nicht mal für seine Kinder vorsorgen dürfen soll (Kopfschüttel).
Ist nur so eine debitistisch, Künslerische Ahnung....ha, ha
Kann man wohl sagen.
Dank für Deine ehrliche Ausführung
Sorry wenn ich pessimistisch klinge, mir wäre es anders auch lieber.
Viele Grüße
moneymind
--
BLOGGING: Never before have so many people with so little to say said so much to so few.
gesamter Thread:
- Finis Germaniae -
moneymind,
13.10.2010, 23:00
- Fortsetzung - Teil 2 -
moneymind,
13.10.2010, 23:01
- Kritik & Anmerkungen -
Centao,
14.10.2010, 11:45
- Fragen + Anmerkungen -
moneymind,
14.10.2010, 14:22
- Krisengründe -
Centao,
15.10.2010, 09:33
- Antwort - moneymind, 16.10.2010, 00:45
- Krisengründe -
Centao,
15.10.2010, 09:33
- Fragen + Anmerkungen -
moneymind,
14.10.2010, 14:22
- Kritik & Anmerkungen -
Centao,
14.10.2010, 11:45
- Kommt das Demographieproblem zum richtigen Zeitpunkt? -
Bambus,
15.10.2010, 19:42
- es geht doch nicht nur um abstrakte zahlenmässige Schrumpfung der Bevölkerung -
moneymind,
16.10.2010, 22:38
- Ich halte zum Abarbeiten voll dagegen.... -
Bambus,
17.10.2010, 14:54
- ein paar Antworten -
moneymind,
17.10.2010, 16:28
- Na dann mache ich mal meine Hausaufgaben... -
Bambus,
17.10.2010, 19:04
- Hausaufgaben? Erledigen auf eigene Gefahr ;-) - moneymind, 18.10.2010, 02:37
- Na dann mache ich mal meine Hausaufgaben... -
Bambus,
17.10.2010, 19:04
- ein paar Antworten -
moneymind,
17.10.2010, 16:28
- Ich halte zum Abarbeiten voll dagegen.... -
Bambus,
17.10.2010, 14:54
- es geht doch nicht nur um abstrakte zahlenmässige Schrumpfung der Bevölkerung -
moneymind,
16.10.2010, 22:38
- Fortsetzung - Teil 2 -
moneymind,
13.10.2010, 23:01
