Das Gelbe Forum Forum nach Zeit sortieren Forum nach letzter Antwort sortieren die 150 neuesten Beiträge
  • >Neu hier? / Infos
    • Leitlinien und Regeln
    • Das Gelbe Forum unterstützen
    • Hinweise zur Handhabung
    • Registrieren
    • Passwort vergessen?
    • Gefälschte E-Mails
    • Leserzuschriften
    • Abkürzungen
    • Impressum/Kontakt
    • Disclaimer
  • >Wissen
    • Einstiegsliteratur Debitismus
    • Weitere Literatur
    • Sammlungen
    • Buchempfehlungen
    • Altes Elliott-Wellen-Forum
  • >Elliott-Wellen
    • Elliott-Grundkurs
    • Alle ELLI-Beiträge
    • Elliott-Links
    • Elliott-Tagung 1
    • Elliott-Tagung 2
    • Altes Elliott-Wellen-Forum
    • Elliott-Tagung 1
    • Elliott-Tagung 2
  • >Themen
    • Risiken der Atomkraft
    • Buchempfehlungen
    • div. alternative Nachrichtenüberblicke
    • Froschgrafik
    • Chart du Jour
    • Das oekonomische Zitat
    • Beliebte Rechtschreibfehler
  • >Charts / Börsenlinks
    • Charts / Börsenlinks
    • Währungen
    • Rohstoffe
    • Aktienindizes
    • Gold in Euro
    • Silber in Euro
  • >Forumsarchive
    • Das alte Elliott-Wellen-Forum (2000-2007)
    • Das Gelbe Forum (2007-2017)
  
 
  • Login
zurück zur Hauptseite
  • in Thread öffnen

ARCHIV1 - HIER FINDET SICH DER ZEITRAUM BIS 2017

Forum-Menü | Fluchtburg autark am Meer | Goldpreis heute | Zum Tode von Jürgen Küßner | Bücher vom Kopp-Verlag
ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«
Unterstützen Sie das Gelbe Forum durch Käufe bei Amazon. | Weitere Buch-Empfehlungen und Amazon-Navigation

es geht doch nicht nur um abstrakte zahlenmässige Schrumpfung der Bevölkerung

moneymind @, Samstag, 16.10.2010, 22:38 (vor 5620 Tagen) @ Bambus

Hi Bambus,

ich bin am Überlegen was die Konsequenz ist vom drastischen Absenken der
Deutschen Bevölkerung.

Es geht nicht um eine abstrakte zahlenmässige Schrumpfung, das wäre viel zu kurz gedacht. Die Auswirkungen einer Geburtenrate von 1,3 (in D seit 40 Jahren der Fall) sind weitaus umfassender und eigentlich mit den Händen zu greifen.

Die Halbierung der Gesamtbevölkerung eines Nationalstaats innerhalb einer Generation müsste ja keinen stören, wenn deren Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit (Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt) gleich bliebe, was Kurzseher gern unterstellen, weil sie alles weitere schlicht übersehen.

Die Anzahl der Älteren gegenüber den Jüngeren nimmt zu.

Das hat eine ganze Reihe von offensichtlichen Folgen, von denen Du keine einzige auch nur ansatzweise bedenkst. Das umlagefinanzierte Rentensystem wurde zu einer Zeit geschaffen, auf der auf zwei Einzahler noch ein Rentner kam. Dieses Verhältnis wird sich bald herumdrehen. D.h. höhere Beiträge bei niedrigeren Renten. Über die Auswirkungen aufs Gesundheitssystem brauche ich wohl nicht extra hinzuweisen.

Insgesamt: Das Verhältnis der arbeitenden (Wirtschaftsleistungen erbringenden) und der nicht arbeitenden Menschen wird sich drastisch verschieben. D.h. ein weitaus größerer Teil der gesellschaftlichen Gesamtarbeit wird für Pflege und Versorgung der älteren Generation aufgewendet werden müssen. Im Vergleich zu Arbeit, die für eine vergleichbare Zahl nachwachsender Kinder aufzubringen wäre, ist damit aber keine Zukunfsperspektive verbunden. Kinder sind unsere Zukunft, Senioren unsere Vergangenheit.

Die Gesellschaft wird also nicht nur insgesamt altern (Durchschnittsalter), sondern auch geistig überwiegend in der Vergangenheit leben, nicht in der Zukunft. In anderen Gesellschaftsformen sind Alte ein Repositorium gesellschaftlichen Wissens und werden wertgeschätzt. In einer Eigentumsgesellschaft, die im Weltmarktwettbwerb steht, sind sie eine Belastung, die Gesellschaften, die diesen Seniorenüberschuss nicht haben, nicht zu tragen haben.

Ich sage das ohne Wertung und finde das nicht gut. Es ist ein Maßstab, den das Wirtschaftssystem vorgibt und der politisch nicht zu umgehen ist, da wir Nationalstaaten haben, die auf einem Weltmarkt konkurrieren, aber keine globalen politischen Instanzen. D.h. die Staaten stehen unter Wettbewerbszwang.

Qualifizierter Nachwuchs wird fehlen, da mit seiner Einwanderung nicht mehr gerechnet werden kann. Erstens sind Fachkräfte knapp, und zweitens ist die Anglowelt für sie weitaus attraktiver als Euroland, dessen Niedergang sie ja sehenden Auges beobachten können. Fehlen wird es an Innovationen (die Marktführerschaft und Exportüberschüsse erbringen) und an produktiven Unternehmern generell.

Insgesamt wird die Wettbewerbsfähigkeit in D sinken, damit die Exportüberschüsse, und damit wird der Wohlstand schrumpfen. Auf Dauer wird man gegen die Schwellenländer nicht ankommen, die zwar denselben Zyklus durchlaufen werden, aber zeitverzögert, und ihren Produktivitäts-Peak noch vor sich haben.

Die hier noch produktiv arbeitende Bevölkerung hat wenige Kinder. Kinder sind eine Verpflichtung gegenüber der Zukunft und stellen eine Perspektive dar. Wo sie fehlt, fehlt oft auch an längerfristigen (über den Zeitraum einer Generation hinausgehenden) Zielen orientiertes Handeln. Kurzfristige Perspektiven rücken in den Vordergrund. Der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und ein eigenes Alter ohne Kinder und ggf. ohne Versorgung ist den meisten bewußt, was wiederum eine "Leben Hier und Jetzt"-Mentalität nach sich zieht, ohne langfristige Ziele und Perspektiven.

Man kann im übrigen eine alternde Bevölkerung, die aber weiterhin in der Marktkonkkurrenz steht, durchaus mit einem alternden Menschen vergleichen, der ebenfalls weiterhin bis zum Ende in der Marktkonkurrenz steht, und da Parallelen ziehen. Ich will jetzt aber nicht sämtliche Konsequenzen skizzieren, sondern lieber dazu ermuntern, mal was gegen den "demographischen Analphabetismus" zu tun, der viel, viel tiefer reicht als das, was Demographen schreiben.

Bisher werden die Herausforderungen nicht einmal zur Kenntnis genommen, sondern verdrängt. Zukunftsweisende Lösungen gibt es bisher keine, und es wird sie vermutlich auch nur in beschränktem Umfang geben können. Eine Diskussion beginnt gerade erst, und da werden erstmal sämtliche Missverständnisse und Lebenslügen von gestern ausgepackt und auf den Tisch gelegt (tja, die Realität meldet sich eben).

Das ist das Niveau, auf dem die Sarrazin-Debatte geführt wird - an fast allen Kernpunkten der Sache vorbei, aber immerhin wird jetzt mehr nachgedacht.

Heinsohn und Du als sein Verfechter will ja für die Zukunft diesen
Vorgang als für die Wirtschaft langfristig negativ einschätzen.

Was passiert eigentlich, wenn wir die Sichtweise bzw. den Input, der die
eigene Meinung beeinflusst folgendermaßen verändern:

Der GO geht Scheibchenweise vor sich und sagen wir alle 5 Jahre gibt es
solche wirtschaftlichen Abschwünge um 5 % wie 2008/2009 und dann wieder
1-2 Prozent Aufschwung.

Die sinkende Demographie sorgt einerseits für weniger Dynamik.
Geichzeitig sorgt der Debitismus weiter für Dynamik.

Erben wird besteuert bzw. fällt aus durch Fehlspekulationen in
Lebensversicherungen, Aktien, Immobilien und Gold. Dadurch also
Tilgen/Abschreiben der Verbindlichkeiten. Geldmenge sinkt...

Arbeitslosigkeit steigt.

Gleichzeitig wird die Demographie in Deutschland zum Vorteil, weil weniger
Leute in den Arbeitsmarkt kommen.

Es werden mit weniger Facharbeitern tendenziell eher die lukrativeren Jobs
abgearbeitet.

Deutschland wird sich am geringer werdenden Kuchen der Welt
Prozentual sicherlich gleich bedienen wie vorher.

Wie kommst Du auf solche Prognosen?

Gleichzeitig sinkt die zu
versorgende Deutsche Bevölkerung drastisch. Interessanterweise genau der
Teil mit den jetzt hohen Versorgungsansprüchen.

?!? Im Verhältnis zur arbeitenden Bevölkerung, die die Versorgungsleistungen ja so oder so erbringen müssen, steigt sie dramatisch.

Mal abgesehen von Protektionismus, Dollarcrash u.a....

Das sieht dann so aus als wenn das Absinken der Bevölkerungszahlen in
Deutschland genau zum richtigen Zeitpunkt kommt.

Wunderbare Milchmädchenrechnung - unter Auslassung sämtlicher relevanten Aspekte <img src=" />

Das muss ja nicht synchron ablaufen. Auch zeit-versetzt um 1-5 jahren wird
ein Schuh daraus, aber mit mehr Exzessen.

Also Wirtschaftsabschwung in 20 Jahren sagen wir 20 % und
Bevölkerungsanzahl Deutschlands auch um 20 % runter. Na, das sollte sich
doch ausgleichen.


Träum weiter, Mann. Ich wünschte, ich wäre genauso naiv, dann ging's mir vermutlich auch besser.


Eine andere Sache wollte ich Dich auch noch Fragen:

Was hältst Du davon, wenn man probiert dem Debitismus den
Zinseszinseffekt zu nehmen, indem man die Erbschaften zur Schuldentilgung
nutzt (ich weiß nur nicht, wie man das im debitistischen Sinne möglich
ist?). Den Wachstumswahn in einen Kreislauf bringt.

Verstehe nicht, wie das funktionieren soll, und worauf es hinauslaufen soll. Müsstest Du mal genauer erläutern.

Kennst Du dazu irgendwelche Literatur?

Nein.

Schickes Wochenende wünscht

Danke, Dir auch.

--
BLOGGING: Never before have so many people with so little to say said so much to so few.

antworten
 

gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

  • Finis Germaniae - moneymind, 13.10.2010, 23:00 [*]
    • Fortsetzung - Teil 2 - moneymind, 13.10.2010, 23:01
      • Kritik & Anmerkungen - Centao, 14.10.2010, 11:45
        • Fragen + Anmerkungen - moneymind, 14.10.2010, 14:22
          • Krisengründe - Centao, 15.10.2010, 09:33
            • Antwort - moneymind, 16.10.2010, 00:45
    • Kommt das Demographieproblem zum richtigen Zeitpunkt? - Bambus, 15.10.2010, 19:42
      • es geht doch nicht nur um abstrakte zahlenmässige Schrumpfung der Bevölkerung - moneymind, 16.10.2010, 22:38
        • Ich halte zum Abarbeiten voll dagegen.... - Bambus, 17.10.2010, 14:54
          • ein paar Antworten - moneymind, 17.10.2010, 16:28
            • Na dann mache ich mal meine Hausaufgaben... - Bambus, 17.10.2010, 19:04
              • Hausaufgaben? Erledigen auf eigene Gefahr ;-) - moneymind, 18.10.2010, 02:37

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.

CoinInvest -- Ihr Edelmetallhändler






444324 Einträge in 53482 Threads, 990 registrierte Benutzer, 263 Benutzer online (0 registrierte, 263 Gäste) | Forumszeit: 07.03.2026, 08:48 (Europe/Berlin)
Das Gelbe Forum: Das Forum für Elliott-Wellen, Börse, Wirtschaft, Debitismus, Geld, Zins, Staat, Macht (und natürlich auch Politik ud  Gesellschaft - und ein wenig alles andere) || Altes Elliott-Wellen-Forum

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz
✖