Wie war ich da noch jung, und wissbegierig, ein Versuch vom Fritze Flink
Ein interessante Frage, die nach der menschlichen Sprache und keineswegs ohne Zusammenhang zur Wirtschaft, Börse und zum Geld.
Spannend für den Kiesfahrer schon aus dem Grund, weil ich doch tatsächlich noch meine alten Schulunterlagen besitze, zu denen sich jeder ein Spezialthema aussuchen konnte. Ich hatte die Evolution des Menschen gewählt und aus diesem Konzept heraus versuche ich mal eine Antwort zur Diskussion zu stellen.
Dass es die Sprache, als hochentwickeltes Kulturgut beim Menschen gibt, das ist eine triviale Feststellung, aber daraus läst sich die Frage schlussfolgern, warum in dieser unübertroffenen, komplexen Form, Vielfalt und Zweckmäßigkeit es diese Eigenschaft nur beim Menschen gibt. Das Tiere grundsätzlich eine ausreichend hohe Intelligenz für Sprachformen haben, ist bei vielen Tieren bekannt, aber gerade nicht als ein so mächtiges Werkzeug ausgebildet wie bei den Menschen.
Um Sprechen zu können, nicht nur zu wollen, müssen bei einem Lebewesen die anatomischen Vorrausetzungen gegeben sein. Und gerade die waren es, trotz enger Verwandtschaft zu den anderen Primaten, die dem Menschen ermöglichte eine Sprache, die unglaubliche Fülle der Sprachen zu entfalten. Anatomisch bedeutet das, das die dafür notwendigen Anlagen im Kopf, genauer im Kieferbereich entwickelt sein müssen. Der Übergang von einer verwandten Spezies, den Menschaffen zum Menschen ist sehr schwer zu bestimmen, weil gerade die dafür notwendigen naturgemäßen Vorraussetzungen, wie die Zunge und die Stimmbänder zu den Weichteilen gehören und bei Knochenfunden aus der frühmenschlichen Epoche nicht mehr zu finden sind, weil zersetzt.
Soweit ich mich an meinen Anatomieunterricht erinnere, gibt es einen wichtigen Knochen, der Affenhöcker genannt, der beim Menschen nach außen mutiert ist, den Unterkiefer und das Kinn ausgebildet hat, weiter vorgelagert hat. Die Zunge mehr Bewegungsspielraum erhielt. Die Mundhöhle sich vergrößerte und sich somit die Möglichkeiten Laute zu bilden ungemein steigert. Trotzdem bleibt die Frage offen, warum sich die Sprache beim Menschen so extrem herausbildete, wo der treibende Übergag vom Menschenaffen weg ist, das Missing Link, sich hin zu einer Sprachen, hochkomplex, in ungeahnter Anzahl entwickeln konnte und das andere Lebewesen nicht sehr viel mehr als über Stammellaute hinaus kommen.
Sprache war, das ist meine Erklärung, für den Menschen ein wesentliches Element um zu überleben. Sprache war sicher auch der wichtigste Impuls dafür, das sich die Größe des Gehirns, sich spezielle Bereiche im Gehirn als besonders mächtig herausbildeten. Rein biologisch betrachtet nehmen die Spezialisten an, das es beim Menschen, zu dieser Fähigkeit eine stärke Zellteilung beim Anlegen der Gehirnzellen gab, mit der Möglichkeit, das sich ein besonderes Sprachzentrum strukturierte, wenn man so will ein hochspezialisiertes Werkzeug unseres Verstandes, neben den anderen Zentren die sich ebenfalls nur in bestimmten Teilen des Gehirns lokalisieren lassen.
Beispiele, in denen die Sprache einen Überlebensvorteil mit sich brachte und wo, die dafür am meisten Befähigten deswegen auch ihre Fähigkeiten längerfristig dem Nachwuchs vererbten, Genmanipulation im Steinzeit, sind Kleinigkeiten, aber auch die großen Strukturen wie die gemeinsame Jagd nach Tieren. Denn der Mensch, anhand seiner Zahnstruktur und seines Darmtraktes, ist keinesfalls ein ausgesprochener Pflanzenesser, eher war er schon immer darauf bedacht seine Kalorien und Eiweiß, aber insbesondere den Fettbedarf über tierische Nahrung zu decken. Viele verwundete, gereizte Großtiere sind bekanntlich in höchster Not immer dazu bereit zum Angriff überzugehen und eine schnelle Kommunikation im Aufspüren der Beute, aber auch die Warnung vor dem Angriff, war überlebenswichtig. Die ebenfalls immer wieder gejagten Fluchtiere, schnell und scheu, da konnte nur über die Sprache eine Abstimmung erfolgen diese einzukreisen, sie zu jagen, und z. b. über eine Klippe zu treiben, wo sie dann hineinfielen und starben oder verletzt als leichte Nahrungsquelle erreichbar waren.
Zu solchen Schutzmaßnahem, Sicherheit ist das höchste Gebot aller Lebewesen, gehörte es auch sich untereinander seine Erfahrungen auszutauschen, die Kindererziehung, sich abzustimmen, Familienrat abzuhalten, als Vorbereitung zur Jagd, nicht nur auf Tiere, sonder auch gegen die Siedlung in großer Entfernung. Oder sich Informationen zu verschaffen was der menschliche Gegner gerade vorhat, seine Waffen, seine Anzahl. Entstehende Ähnlichkeiten aus der Steinzeit mit der heutigen Zeit, sind keineswegs zufällig. Sprache wurde, so wird es unter den Fachleuten genannt, zu einem sekundären Merkmal der Vererbung, verlängert zu dem was wir Tradition nennen.
Ausblick:
Worauf aber einige Biologen, Zoologen und Verhaltensforscher noch hindeuten ist eine eher, bedauerliche Nebenwirkung der Sprache, bei der Verknüpfung mit der Evolution des menschlichen Verstandes. Die Sprache und die sich stürmisch entwickelnde Überlegenheit des Menschen vor allen anderen Lebensformen, die sich enorm steigernde Population des Menschen, hat den Zwang auf den Verstand sich weiter zu entwickeln, erlahmen lassen. Das bedeutet, so behaupten diese Experten, das schon der Neandertaler mit seine Verstand und einer heutige Ausbildung durchaus zu einem Facharbeiter und mehr die Fähigkeiten besaß.
Die große Masse, so sehen es Erbbiologen, ermöglichte es auch den dummen und geistig armen sich rasant zu vermehren, sogar ein Machtfaktor zu werden. Der menschliche Verstand blieb so auf der Stufe des unaufhörlichen Kampfes ums Überleben stehen, er verhält sich im Grunde genommen auch noch heute so - siehe die unsozialen, die kriminellen Täterstrukturen der Wirtschaftmafia aktuell - obwohl er schon längst diesen Antrieb nicht mehr bräuchte, weil er mit Hilfe seiner Sprache und den sonstigen Fähigkeiten nicht mehr ums Überleben kämpfen braucht, sondern sich aus dieser Treibfeder heraus nur noch wie irrsinnig um das Gute Leben die Beine in den Bauch rennt.
Das Problem mal aus der Sicht eines Zoologen betrachtet (1970), Ernst Mayer, der es so beschrieb, das die Gehirnentwicklung schon recht früh stagnierte, um so mehr die Bevölkerung wuchs und die Klügeren in den Gruppen ihre Vorrangstellung zum Zeugen vieler Nachkommen verloren.
Die soziale Struktur unser zeitgenössischen Gesellschaft belohnt Überlegenheit nicht mehr mit Fortpflanzungserfolg.
Wenn der noch die Steigerung das Gegenteils in der heutigen Zeit erlebt hätte, dann könnte der noch ganz andere Schlüsse ziehen, wer bei uns mit welchen Fähigkeiten belohnt und wer bestraft wird. Aber das leite bitte jeder für sich selbst her.
bis denne
euer Fritze Flink
gesamter Thread:
- Wie ist Sprache entstanden (Frage eines Lesers) -
Chef.,
16.01.2008, 12:42
- Anmerkung zur Frage, wie Sprache entstanden ist -
DerBerliner,
16.01.2008, 13:15
- Sprache / volle Zustimmung (oT)
-
Elli,
16.01.2008, 13:22
- Im Anfang war das Wort -
Aleph,
16.01.2008, 14:13
- ..dann möge uns die Hoffnung tragen, daß .. - trailmaker, 16.01.2008, 15:34
- Anmerkungen -
Bambus,
16.01.2008, 16:50
- Anmerkungen zu Anmerkungen - DerBerliner, 17.01.2008, 01:43
- Korrektur, Latein soll die toteste Sprache sein, nicht tollste!! (oT)
-
Bambus,
17.01.2008, 05:53
- Anmerkung zur Frage, wie Sprache entstanden ist -
Mephistopheles,
17.01.2008, 00:47
- Der Satanist Mephistopheles versucht, die "Kurve zu kriegen" -
DerBerliner,
17.01.2008, 01:11
- Klar doch! Sprache entwickelt sich nach denselben Gesetzen wie die biologische Evolution (oT)
-
Mephistopheles,
17.01.2008, 02:17
- Klar doch! Sprache entwickelt sich nach denselben Gesetzen wie die biologische Evolution (oT)
- Der Satanist Mephistopheles versucht, die "Kurve zu kriegen" -
DerBerliner,
17.01.2008, 01:11
- Der "Logos" ist der "Begriff" -
Panzerknacker,
17.01.2008, 06:57
- Oh, entschuldigt bitte die Themaverfehlung. - Panzerknacker, 17.01.2008, 07:03
- Sprache / volle Zustimmung (oT)
- Das vielleicht... - Lex Mercatoria, 16.01.2008, 13:39
- Wie war ich da noch jung, und wissbegierig, ein Versuch vom Fritze Flink - prinz_eisenherz, 16.01.2008, 15:05
- Dazu mein derzeitiges Lieblingsbuch.... - Bambus, 16.01.2008, 16:15
- @Bambus u. @Prinz: Leider leichte Themaverfehlung! -
Lex Mercatoria,
16.01.2008, 16:58
- Themaverfehlung der "Wissen-Schaft" -
DerBerliner,
17.01.2008, 01:21
- Wer eine falsche Frage stellt, der bekommt auch eine falsche Antwort -
prinz_eisenherz,
17.01.2008, 03:55
- Ach Prinz - immer die Welt als Ganzes betrachten wollen ... - Lex Mercatoria, 17.01.2008, 06:57
- Ja, ja...Wissens-Verhinderer und Wissens-Verweigerer - Lex Mercatoria, 17.01.2008, 07:12
- Wer eine falsche Frage stellt, der bekommt auch eine falsche Antwort -
prinz_eisenherz,
17.01.2008, 03:55
- Themaverfehlung der "Wissen-Schaft" -
DerBerliner,
17.01.2008, 01:21
- Friedrich Bernhard Marby "Runengymnastik Teil1/2" (oT)
-
Der Husky,
17.01.2008, 03:37
- DIe Macht der Meme - beni, 17.01.2008, 06:13
- Anmerkung zur Frage, wie Sprache entstanden ist -
DerBerliner,
16.01.2008, 13:15
